Motorrad Treffpunkte und Touren in Franken: Eine Übersicht

Nirgendwo anders in Deutschland ist die motorradfahrerische Vielfalt größer als in Franken. Verschiedene ganz unterschiedliche Landschaften wetteifern um die Gunst der Motorradfahrer. Mit dem Motorrad in Franken: Das ist eine herzliche Einladung - zu abwechslungsreichen Touren, motorradfreundlichen Gastgebern und genussvollen Stunden.

Die schönsten Motorradtouren in Franken zu benennen, hängt einzig und allein vom Faktor Zeit ab. Planst du eine Tagestour, oder bringst du für den Motorradurlaub etwas mehr Zeit mit? Um dir einen besseren Eindruck zu verschaffen, macht dich das Team von Helmexpress erst einmal mit der Gegend vertraut und gibt Tipps für Einsteiger.

Attraktive Tourenvorschläge durch die fränkischen Ferienlandschaften

Die erfahrene Motorradjournalistin Dr. Franken bietet Bikern Panoramablicke auf ursprüngliche Natur, schmale Täler und sonnige Wiesen, Mittelgebirgszüge und glitzernde Wasserflächen, durchzogen von ruhigen Landstraßen. Motorradfreundliche Gastgeber haben sich ganz auf ihre „bikenden” Gäste eingestellt und bieten ihnen zudem einen genau auf sie zugeschnittenen Service.

Routenplanung und Orientierung

Entweder nutzt du für die Tourplanung eine klassische Landkarte, einfach den Google-Routenplaner oder spezielle Reise-Apps fürs Motorrad. Um einen guten Überblick über die Motorradtour Fränkische Schweiz zu bekommen, haben wir alle angesprochenen Orte fett markiert. Wenn du sie in den Google-Routenplaner oder deine Reise-App eingibst, kannst du die große Schleife sehr gut nachvollziehen. Wer den klassischen Atlas bevorzugt, sucht im Inhaltsverzeichnis zunächst nach der Ortschaft „Ebermannstadt“.

Ziehe dann eine Linie nach Süden, bis sich diese mit dem Breitengrad durch Erlangen schneidet. Nach Norden ziehst du die Linie hoch bis zum Breitengrad, der durch Lichtenfels führt. Für eine ganz große Runde, mit zahlreichen Abstechern zu den Sehenswürdigkeiten musst du ca. 400 km einplanen. Hier empfiehlt sich eine Mehrtagestour.

Die Fränkische Schweiz mit dem Motorrad

Klar, die Fränkische Schweiz mit dem Motorrad zu bereisen, bedeutet zunächst einmal, kurvige Landstraßen entdecken, die sich entlang von Flüssen durch bizarr anmutende Täler und Felslandschafen schlängeln. Hier trifft zu: Der Weg ist das Ziel. Jedoch solltest du auch genügend Rastpunkte einplanen. Denn so triffst du auf zahlreiche historisch Bauwerke, Ruinen, Höhlen, Burgen und Altstädte mit langer Tradition.

Wir haben für die Motorradtour Fränkische Schweiz eine Route gewählt, die das Beste aus beiden Welten enthält. Im Wechsel genießt du das Motorradfahren und nimmst dir Zeit für die gemütliche Einkehr oder betrachtest die Sehenswürdigkeiten. Wir gehen davon aus, dass du über „Bamberg“ in diese schöne Region einfällst und raten zunächst, nichts wie runter von der langweiligen A73. Denn bereits hier beginnen die verwinkelten Straßen und Ortschaften, die zum Entschleunigen der Zeit einladen.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Du amüsierst dich noch über den Ortsnamen „Strullendorf“, da kommst du mit dem Motorrad schon in „Buttenheim“ an. Hier steht das Levi Strauss Museum. Richtig. Der Mann, der als Erfinder der Jeans gilt und die Modewelt revolutioniert hat. Die Motorradtour Fränkische Schweiz geht weiter und führt von „Eggolsheim“ in Richtung „Weilersbach“.

Wer möchte, macht kurz halt und genießt den Ausblick vom „Burgstall Retterner Kanzel“. Das ist auch ein Eldorado für MTB Fahrer, die hier die Abfahrt in Richtung „Forchheim“ genießen. Dermaßen von der Natur angeheizt, geht es weiter nach „Weilersbach“ und „Kirchehrenbach“, wo uns die schöne „Walberla“ empfängt. Von Frankens Kultberg aus kannst du eine grandiose Aussicht genießen.

Falls du ein Faible für Batman hast, der sich in seiner Jugend ja ebenfalls gerne in Höhlen herumgetrieben hast, bist du in und um „Ebermannstadt“ genau richtig. Mit der „Frauenhöhle“, „Engenreuther Höhle“, „Doktorhöhle“ und natürlich der bekannten „Binghöhle“ befinden sich gleich vier dieser Naturspektakel in nahem Umfeld. Nach so viel Abkühlung in den Höhlen aber schnell wieder in die Sonne, rauf aufs Motorrad und zu einer Schleife abseits der Schleife.

Warum? Weil dich eine kleine Runde um Ebermannstadt vom Trubachtal in das wunderschöne Wiesenthal bis zur Behringermühle führt. Unter Motorradfahrern gilt diese Schleife als Sahnehäubchen-Strecke. Hier müssen Bierliebhaber stark sein, den nicht umsonst hat es die Ortschaft mit ihren Brauereien ins Guinessbuch der Rekorde geschafft. Wir widerstehen aber (vorerst) dem edlen Hopfensaft und machen uns auf zum „Hugoturm“.

Erst mal nicht schlecht, aber noch beeindruckender ist das nur wenige Kilometer westlich gelegene „Schloss Greifenstein“, der Stammsitz der Schenken von Stauffenberg (Eintritt: 4 Euro). Dort findet sich auch eine Burgklause mit Biergarten, wo fränkische Spezialitäten und Kuchen kredenzt werden. Dazu steuern wir mit dem Motorrad die Ortschaft „Heckenhof“ an und blicken auf das „Kathi Bräu“.

Bikertreffpunkt Kathi Bräu

Motorradtouren in Franken ohne einen Besuch im Bikertreffpunkt „Kathi Bräu“ einzuplanen, das geht irgendwie gar nicht. Jetzt die Motorradjacke runter, locker über die Stuhllehne gehängt und luftig geht es bei einer leckeren Brotzeit oder warmen Kleinigkeiten zur Sache. Für Motorradfahrer gilt zwar im Besonderen die Maxime „don’t drink and drive“. Wer jedoch nur ein kleines Bierchen trinkt und das „Kathi-Leicht“ mit 40 % weniger Alkohol, aber 100 % Geschmack wählt, der dürfte keine Probleme bekommen.

Mit anderen Bikern wird noch ein bisschen gefachsimpelt, vielleicht sogar über unsere Beiträge im Magazin. Zum Beispiel, welche Motorradtaschen & Rucksäcke sich für Touren eignen und was bei Erster Hilfe zu beachten ist. Wir nähern uns dem nördlichsten Punkt der Schleife und haben dabei „Hollfeld“ hinter uns gelassen. Nun erwartet uns in „Wonsees“ der faszinierende Felsengarten.

Die bizarren Felsformationen im Buchenhain Sanspareil lassen einen Stauen. Die Natur selbst war hier die Baumeisterin. Der Morgenländische Bau und das Felsentheater im Buchenhain sind bis heute erhalten. In der Fantasie laufen hier ganz eigene „Bayreuther Festspiele“ ab. Wer möchte, kann jetzt tatsächlich einen Abstecher nach „Bayreuth“ machen und sich das Festspielhaus ansehen. Wir bleiben indessen auf unserer Route und machen uns auf in das malerische „Kleinziegenfelder Tal“.

Dort, wo hoch aufragende Kalksteinfelsen uns auf der Route Spalier stehen, kommen wir nochmals ins Schwärmen. Ein Eldorado für Kletterfans, aber auch das reine Betrachten während der Fahrt hinterlässt spürbaren Eindruck. In „Scheßlitz“ treffen wir auf ein malerisches Stadtbild mit vielen hübschen Bürgerhäusern und der „Giechburg“. Von dort oben erfreuen wir uns über einen schönen Blick auf das Bamberger Land.

Denn ganz in der Nähe hatten wir unsere Motorradtour Fränkische Schweiz ja begonnen. Bevor wir den Ausgangspunkt erreichen, steht mit dem Besuch der Gemeinde „Litzendorf“ noch eine folgenschwere Entscheidung an. Hier gibt es in direktem Umfeld gleich fünf Brauereien, die Biere, eines leckerer als das andere brauen.

Optionen am Tourende

Das bedeutet: Soll man die Tour beenden und über „Bamberg“ und die A37 Richtung Heimat düsen - oder, das eine oder andere Bierchen verköstigen, dann ab in ein Motorradhotel Fränkische Schweiz und am nächsten Tag noch einen Urlaubstag dranhängen? Wolfgang Ambros hat sich in seinem Kultsong „Schifoan“ eine ähnliche Frage gestellt und wir wissen ja, wie glücklich die Entscheidung ausfiel. Die Fränkische Schweiz ist für Biker ein absolutes Highlight. Rasante Serpentinenstrecken wechseln sich ab mit idyllischen Talfahrten, bei denen sich Landstraßen kurvenreich entlang kleiner Flüsse schlängeln.

Weitere Motorradtreffpunkte in Franken

Bei den Motorradfahrern besonders geschätzt sind die vielen Biker-Treffs in der Fränkischen Schweiz. Der über die Grenzen Frankens weit hinaus bekannteste Treffpunkt für Motorradfreunde ist die Kathi in Heckenhof.

Neben den genannten Treffpunkten gibt es zahlreiche weitere lohnende Ziele für Motorradfahrer in Franken, wie zum Beispiel das Baumhaus in Rennhofen bei Emskirchen, das mit seinem gemütlichen Biergarten und der Pizza aus dem Steinbackofen lockt.

Fachwerkstraße-Regionalroute „Franken - Genuss mit Wein und Bier“

Fachwerkfaszination, Geselligkeit und überzeugende Motorradwege werden uns auf der Fachwerkstraße-Regionalroute „Franken - Genuss mit Wein und Bier“ serviert. Die Fachwerkhäuser, deren Bau zur Zeit der Renaissance aufblühte sind in ihrer Architektur in Deutschland einzigartig.

Stationen entlang der Fachwerkstraße

Los geht´s in der Bierstadt Kulmbach, die bei uns Motorradfahrern auch durch die jährliche Sternfahrt bekannt ist. Parallel zur A70 gefällt die Strecke mit motorradfreundlichen Windungen, die uns zur Fachwerkstadt Baunach lotsen, die das erstmals im Jahr 802 urkundlich erwähnt wurde. Das Stadtbild rund um den historischen Marktplatz ist geprägt von seinen prächtigen Fachwerkbauten alter Wirtshäuser. Einladendes Asphaltmaterial lotst uns nach Ebern. Die historische Altstadt ist noch von großen Teilen ihrer mittelalterlichen Stadtbefestigung umgeben.

Ebern gilt als Tor zum Deutschen Burgenwinkel wegen seiner Vielzahl an Burgruinen, Schlössern und Festungen, jedoch ist es das Fachwerk, das die Szenerie der bildhübschen Stadt dominiert. Das denkmalgeschützte Ensemble auf dem Marktplatz wird überragt vom imposanten Bau des Rathauses aus dem 17. Jahrhundert. Die kunstvolle Fassade des dreistöckigen Fachwerkbaus gilt als die schönste der Stadt. Rund 20 Minuten später wartet die nächste Möglichkeit in Fachwerkidylle einzutauchen Am östlichen Eingangstor zu den Haßbergen reiht sich nämlich Untermerzbach in den Reigen der von pittoresker Baukunst mit raffinierten Holzverstrebungen geprägten Städte ein.

Auf der kurvigen Strecke zurück nach Kulmbach warten noch 3 weitere Städte der Deutschen Fachwerkstraße, an denen nicht vorbeigefahren werden sollte.Seßlach hat in einer Reihe von Genussorten in der Region wegen seiner seit Generationen geführten Gastronomiebetriebe einen hohen Stellenwert. Das Stadtbild zählt zu den schönsten Oberfrankens. Reizvoll im Oberen Maintal und unmittelbar am Ufer der idyllischen Rodach ist Marktzeuln mit seinen hübschen Fachwerkgebäuden gelegen.

Weitere Tourenvorschläge in Franken

Start und Ziel dieser illustren Frankenrunde ist Happurg, wo sich mit der Kainsbacher Mühle ein schönes Quartier für Motorradfans anbietet. Vorbei am 579 Meter hohen Nonnenberg und an Bayerns zweitgrößter Stadt, Nürnberg, wird kurvenreich Kurs auf den ersten Fachwerkstopp dieser Runde genommen.

Herzogenaurach, die Heimat der Weltkonzerne adidas und PUMA, weiß mit seiner mittelalterlichen Altstadt zu gefallen. Hier kann nach Herzenslust gebummelt werden, denn in den malerischen Fachwerkhäusern befinden sich viele kleine, inhabergeführte Läden. Auch das Gastronomieangebot lädt zum Verweilen ein. Cadolzburg im Landkreis Fürth ist nur wenige Kilometer entfernt. Es ist benannt nach seiner Burg, die hoch auf einer steilen Felsnase thront.

Es folgt eine unterhaltsame Kleinstraßenfahrt, die mit so mancher Straßenwindung gefällt. Schließlich wird Bad Windsheim erreicht, das sich nicht zuletzt als Museumsstadt einen Namen gemacht hat. Das nun erreichte Marktbreit ist am südlichsten Punkt des Maindreiecks gelegen. In der lebendigen Altstadt mit seinen reich verzierten Fachwerkbauten, Türmen und Stadttoren finden sich zahlreiche Restaurants, in dem der heimische Wein des Fränkischen Weinlandes gerne verköstigt wird.

Einen Katzensprung entfernt liegt Ochsenfurt, das auch die Stadt der Türme genannt wird. Die historische Altstadt mit ihren sehenswerten Fachwerkhäusern wird von einer nahezu vollständigen Befestigungsanlage mit zahlreichen Stadttoren und Türmen umrahmt. Von der Blütezeit der Stadt Königsberg (Bayern), dem Start- und Zielort dieser Runde, zeugen noch heute die malerischen trauf- und giebelständigen Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Einige verkehrsarme Sträßchen später wartet Zeil am Main. Hier stellt der malerische Marktplatz die „Gute Stube Zeils“ dar: Das mittelalterliche Fachwerkstädtchen mit seinen schmalen Seitengassen, malerischen Winkeln und Resten der Stadtbefestigung wird vom Kapellenberg mit dem Wallfahrtsziel „Zeiler Käppele“ gekrönt. Unmittelbar am nördlichen Mainufer und reizvoll zwischen den Naturparks Haßberge und Steigerwald ist die Stadt Haßfurt gelegen.

Es folgt ein kurvenreicher Abstecher nach Bad Neustadt an der Saale in die Rhön, genauer gesagt in die Region Grabfeld. Auch hier im Süden punktet das faszinierende Mittelgebirge mit begeisternden Straßen bis schließlich Stadtlauringen erreicht wird. Die nördlichste Gemeinde des Landkreises Schweinfurt liegt idyllisch eingebettet in die Naturlandschaft am Rande der Haßberge. Den Schlusspunkt setzt wenig später Hofheim in Unterfranken, das fränkische Beschaulichkeit vermittelt. Das noch unverfälscht erhaltene Fachwerkstädtchen gefällt mit schmucken und liebevoll gepflegten Fassaden.

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