Motorrad- und Autoführerschein zusammen machen: Kosten und Spartipps

Viele Fahranfänger suchen nach Wegen, die finanzielle Belastung beim Führerscheinerwerb zu reduzieren. Werden Auto- und Motorradführerschein im direkten zeitlichen Zusammenhang erworben, ergibt sich daraus grundsätzlich immer eine Kostenersparnis. Der Umfang ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Alter, bereits vorhandenem Führerschein oder angestrebter Fahrzeugklasse des Motorrads.

Kombi-Ausbildung: Zwei Führerscheine auf einmal

Eine Kombi-Ausbildung für Auto- und Motorradführerschein bietet einige Vorteile. Du kannst die Ausbildung schon vor dem Erreichen des Mindestalters beginnen und sogar die Prüfungen schon vorher ablegen. Das heißt, pünktlich zum Geburtstag hast Du Deinen Motorrad- und den Auto-Führerschein zusammen in der Hand. Klasse, oder? Du kannst verschiedene Motorrad-Klassen mit dem Auto-Führerschein kombinieren, zum Beispiel A1 + Begleitetes Fahren ab 17 oder A2 + B.

Bares Geld sparen

Die Kombi zahlt sich aus. Wie viel gespart wird, ist schwierig zu sagen, da es auch vom Talent abhängig ist. Ist Dein Budget ausreichend für einen Kombiführerschein, sparst Du effektiv mehr Geld ein, als die Beispielrechnung zeigt. Auf jeden Fall ist Stimmung in der Bude!

Wer den Motorradführerschein gleich zusammen mit dem Autoführerschein macht, kann viel Geld sparen. Wenn beide Fahrerlaubnisse gleichzeitig absolviert werden, lässt sich während des Führerscheinerwerbs an einigen Stellen sparen.

Also sparen tust Du da nicht nur am Geld, sondern auch an Nerven und Zeit, da Du die Theorieprüfung (wenn Du das Alter für beide Klassen hast) in Einer zusammengefasst machen darfst. Der Unterricht in der Fahrschule dafür, schrumpft auch von 18 auf 12 Grundstoffstunden, die für beide Klassen zusammen besucht werden können. Wenn man das Geld, die Zeit und die Power hat, aber immer zu!!! Die praktische Ausbildung, kannst Du ja dann von einander trennen.

Wenn Du schon mit 16 die Fahrerlaubnis A1 erworben hast, kannst Du beim späteren Autoführerschein immerhin sechs der vorgeschriebenen zwölf Doppelstunden Theoriegrundausbildung einsparen.

Voraussetzungen für die Kombination

  • Führerschein Klasse A1 + B: Mindestalter 18 Jahre
  • Führerschein Klasse A2 + B: Mindestalter 20 Jahre

Kosten für unterschiedliche Führerscheinklassen im Überblick

Wie viel ein Führerschein - egal ob für Pkw, Motorrad oder Lkw - kostet, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn Fahrschulen in Deutschland haben das Recht oder vielmehr Privileg, dass sie ihre Preise selbst festlegen dürfen. Das hat sich in den letzten Jahren zunehmend zum Nachteil der Fahrschüler ausgewirkt.

Die Kosten für Führerscheine sind so drastisch gestiegen, dass eine Pkw-Fahrerlaubnis letztlich bis zu 4.400 Euro kosten kann - je nachdem, wie viele Fahrstunden am Ende nötig sind und wo die Führerscheinprüfung abgelegt wird.

Kostenübersicht

Führerscheinklasse Erlaubte Fahrzeuge Kosten (ca.)
Klasse B Pkw bis max. 3,5 t, max. 8 Sitzplätze 2.400-4.400 €
Klasse BE Pkw mit Anhänger über 750 kg (max. 3,5 t) 500-1.500 €
B96 Erweiterung Pkw mit Anhänger: Gesamtmasse zwischen 3.500 kg und 4.250 kg 300-500 €
Klasse A Motorräder ohne Leistungsbeschränkung 1.500-3.500 €
Klasse A2 Motorräder bis 35 kW 1.200-2.500 €
Klasse A1 Leichtkrafträder bis 125 cm³ 1.000-2.000 €
Klasse AM Kleinkrafträder bis 50 cm³ 500-1.200 €
Klasse C Lkw über 3,5 t (ohne Anhänger) 2.500-5.000 €

Kosten für den Motorradführerschein (A1 und A2)

Nicht nur der Pkw-Führerschein verschlingt eine Menge Geld - auch die Kosten für Motorradführerscheine sind alles andere als ein Schnapper. Der A2-Führerschein, mit dem du Motorräder bis 35 kW (48 PS) fahren darfst, kostet je nach Fahrschule und Region zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Die größten Kostenpunkte sind die Grundgebühr für die Fahrschule (rund 400 bis 600 Euro), Fahrstunden (65 bis 80 Euro pro Einheit) sowie vorgeschriebene Sonderfahrten (12x70 bis 90 Euro).

Wenn du bereits seit mindestens zwei Jahren im Besitz des A1-Führerscheins (Kosten 1.000 bis 2.000 Euro) bist, kannst du durch eine verkürzte Ausbildung auf den A2-Führerschein umsteigen und dabei Kosten sparen. In diesem Fall ist kein zusätzlicher Theorieunterricht erforderlich, und es muss lediglich eine praktische Prüfung absolviert werden. Die Kosten für diesen Aufstieg belaufen sich in der Regel auf 400 bis 500 Euro.

Wer direkt Motorräder ohne Leistungsbeschränkung fahren möchte, benötigt den A-Führerschein. Dieser kann entweder ab 24 Jahren per Direkteinstieg oder nach zwei Jahren A2-Erfahrung durch eine praktische Prüfung erworben werden. Die Kosten für den Motorradführerschein Klasse A liegen je nach Region und Fahrschule zwischen 1.500 und 3.500 Euro.

So setzen sich die Kosten beim Führerschein Klasse B zusammen

Abhängig von der Anzahl der benötigten Fahrstunden und regionalen Schwankungen belaufen sich die Gesamtkosten für einen Führerschein Klasse B von rund 2.400 Euro (27 Fahrstunden) bis auf über 4.000 Euro (37 oder mehr Fahrstunden). Der ADAC hat beispielhaft Modellrechnungen für einen aktuellen Führerschein Klasse B vorgenommen. So setzen sich die Kosten im Detail zusammen:

  1. Grundgebühr der Fahrschule: Anmeldung und theoretischer Unterricht: 350 bis 565 Euro
  2. Lernmaterialien: Bücher, Online-Medien, Apps: 88 bis 119 Euro
  3. Fahrstunden:
    • Übungsfahrten (45 Minuten): 55 bis 77 Euro pro Stunde
    • Sonderfahrten (Autobahn, Überland, Nacht): 60 bis 95 Euro pro Fahrt
  4. Prüfungsgebühren:
    • Vorstellung zur theoretischen Prüfung: 60 bis 137 Euro
    • Theoretische Prüfung: 25 Euro
    • Vorstellung zur praktischen Prüfung: 160 bis 289 Euro
    • Praktische Prüfung: 130 Euro
  5. Weitere Kosten:
    • Sehtest: 6 bis 10 Euro
    • Erste-Hilfe-Kurs: 50 bis 55 Euro
    • Passbilder: 5 bis 15 Euro
    • Führerscheinantrag bei der Behörde: 38 bis 70 Euro

Weitere Kostenfaktoren und Sparmöglichkeiten

Auf dem Weg zur Fahrerlaubnis gibt es einige Hindernisse zu überwinden. Dazu gehören neben kognitiven und praktischen Leistungsanforderungen auch die häufig hohen Kosten. Wer eine Fahrerlaubnis erwerben möchte, darf nicht zu knapp kalkulieren.

Nebenkosten

  • Sehtest: Den Sehtest lassen Sie von einer amtlich anerkannten Stelle durchführen. Wenn Sie keinerlei Einschränkungen haben, reicht dafür der Optiker Ihres Vertrauens aus. Wer unter einer Sehschwäche leidet, muss sich eine Bescheinigung vom Augenarzt holen. Ärztliche Untersuchungen zahlt in der Regel Ihre Krankenkasse.
  • Erste-Hilfe-Kurs: Zusätzlich zu den normalen Ausgaben für den Führerschein kommen die Kosten für den Erste-Hilfe-Kurs hinzu, zu dem Sie verpflichtet sind. Auch die Schulung zu Erste-Hilfe-Maßnahmen findet nicht direkt über die Fahrschule statt. Stattdessen können Sie sich vor Ort an Einrichtungen wenden, wie beispielsweise Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser oder ADAC. Über ADAC gelbhilft kostet er rund 60 Euro, wobei ADAC Mitglieder einen Rabatt erhalten. Nicht erforderlich ist er, wenn der Nachweis schon bei einem früheren Führerscheinverfahren vorgelegt wurde. Der Kurs muss neun Unterrichtseinheiten beinhalten, eine Teilnahmebescheinigung für Sofortmaßnahmen am Unfallort reicht nicht aus.
  • Biometrisches Passfoto: Die Kosten für ein biometrisches Passfoto liegen je nach Anbieter zwischen 8 Euro und 15 Euro.
  • Antrag beim Straßenverkehrsamt: Sobald Sie sich an einer Fahrschule angemeldet haben, kann diese in Ihrem Auftrag einen offiziellen Antrag beim Straßenverkehrsamt stellen.

Sparmöglichkeiten

Angesichts der stolzen Summe, die sich aus den Preisen für die Ausbildung an der Fahrschule und sämtlichen Nebenkosten ergibt, suchen viele Fahranfänger nach Wegen, die finanzielle Belastung wenigstens teilweise zu reduzieren.

So kannst du sparen:

  1. Fahrschulen vergleichen
  2. Paketangebote nutzen
  3. Stufenführerschein
  4. Fahrpraxis sammeln
  5. Theorie aufbessern

Fahrschule finden

Die Wahl der Fahrschule kann einen erheblichen Einfluss auf die Dauer und die Kosten des Führerscheinerwerbs haben. Neben den Preisen für Fahrstunden spielen auch die Qualität des Unterrichts, die Erfahrung der Fahrlehrer und die allgemeine Organisation der Fahrschule eine Rolle.

Hier kommen fünf Tipps bei der Suche nach der richtigen Fahrschule:

  1. Vergleiche die Preise: Setze nicht auf den günstigsten Anbieter - eine gute Ausbildung kann dir Fahrstunden und Prüfungswiederholungen ersparen.
  2. Nutze Empfehlungen: Lese Online-Bewertungen und Erfahrungsberichte. Persönliche Empfehlungen von Freunden oder Familie sind am wertvollsten.
  3. Absolviere Probeunterricht: Vereinbare ein Beratungsgespräch, um Fahrlehrer und Lernumfeld kennenzulernen. Erkundige dich bei Fahrschülern nach der Lernumgebung.
  4. Prüfe die Flexibilität: Frage nach, ob Fahrstunden auch abends oder am Wochenende möglich sind. Eine Fahrschule mit mehreren Fahrlehrern bietet die Möglichkeit zu wechseln, falls die Chemie nicht stimmt.
  5. Berücksichtige die Erreichbarkeit: Eine Fahrschule in der Nähe erspart dir Zeit und Fahrtkosten.

Was passiert, wenn du durch die Prüfung fällst?

Für viele Fahrschüler ist es eine Horrorvorstellung, durch die Pkw-, Lkw- oder Motorrad-Fahrprüfung zu fallen. Zugegeben, es ist ärgerlich, nicht zu bestehen, aber auch kein Beinbruch. Wichtig ist zu wissen, dass du mindestens 14 Tage warten musst, bevor du die praktische Prüfung erneut ablegen darfst. Anders bei der Theorieprüfung: Hier gibt es keine Wartezeit, sodass du schon direkt am Tag danach wieder teilnehmen kannst.

Der Führerscheineintrag bleibt 12 Monate gültig - erst danach musst du einen neuen Antrag stellen, was zusätzliche Kosten mit sich bringt. Neben den Anmeldegebühren für die theoretische Prüfung (25 Euro) musst du mit weiteren Kosten für die Praxisprüfung rechnen.

Zusätzlich zu den Prüfungsgebühren erheben Fahrschulen Vorstellungsgebühren für die Prüfungen, die je nach Fahrschule und Region variieren können.

Kosten sparen mit dem B196 Führerschein

Über 130.000 Autofahrer nutzen bereits die Möglichkeit des B196 seit der Einführung Anfang 2020. Mit dem Autoführerschein können so einfach und kostengünstig auch Motorräder der Klasse A1 gefahren werden.

Voraussetzungen

  • Fahrerschulung mit mindestens vier theoretischen und fünf praktischen Unterrichtseinheiten zu jeweils 90 Minuten
  • Vorbesitz der Pkw-Klasse B für mindestens 5 Jahre
  • Mindestalter 25 Jahre

Es genügt eine Fahrerschulung ohne theoretische und praktische Prüfung. B196 gilt nur in Deutschland.

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