Motorrad- und Autoführerschein: Unterschiede im Überblick

Alle Fahrerlaubnisklassen für Pkw, Lkw oder Zweirad im Überblick. Welche Klasse Sie für welches Kraftfahrzeug brauchen.

Fahrerlaubnisklassen im Detail

Es gibt in Deutschland derzeit 4 Führerscheinklassen und die Mofa-Prüfbescheinigung, die zum Führen von motorisierten Krafträdern berechtigen. Grundsätzlich gilt: Je leistungsstärker das Kraftrad ist, desto höher ist auch das Mindestalter zum Erwerb des Führerscheins.

  • A-Klassen: Für Zweiräder aller Art
  • B-Klassen: Für Pkw und kleine Anhänger
  • C-Klassen: Für Lkw mit mehr als 3,5 Tonnen

Pkw-Führerschein (Klasse B und BE)

Die Fahrerlaubnisklassen B und BE sind die klassischen Auto-Führerscheinklassen.

Erlaubte Fahrzeuge

B¹/ B17²/B197²: Kraftfahrzeuge - ausgenommen Kraftfahrzeuge der Klassen AM, A1, A2 und A - mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3500 kg und mit nicht mehr als acht Sitzplätzen außer dem Führersitz (auch mit Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 750 kg oder einem schweren Anhänger, sofern die zulässige Gesamtmasse der Kombination 3500 kg nicht übersteigt). Außerdem - nur in Deutschland - dreirädrige Kraftfahrzeuge (mit einer Motorleistung von mehr als 15 kW jedoch nur, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist).

B96²: Kombinationen aus einem Zugfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger mit zulässiger Gesamtmasse von mehr als 750 kg, sofern die zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination 4250 kg nicht übersteigt.

B196²: Kraftfahrzeuge der Klasse A1 nur in Deutschland und Kraftfahrzeuge der Klasse B.

BE: Kombinationen aus einem Zugfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger, sofern die zulässige Gesamtmasse des Anhängers 3,5 t nicht übersteigt.

¹ Anmerkung: Mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B darf man in Deutschland, sofern man sie seit mindestens zwei Jahren besitzt, auch Fahrzeuge fahren, die ganz oder teilweise mit Strom, Wasserstoff, Flüssig- bzw. Erdgas oder mechanischer Energie alternativ angetrieben werden, wenn diese eine Gesamtmasse von 3500 kg jedoch nicht mehr als 4250 kg aufweisen und für die Güterbeförderung und ohne Anhänger geführt werden. Die überschreitende Masse muss hierbei ausschließlich dem zusätzlichen Gewicht des Antriebssystems geschuldet sein.

² Anmerkung: Bei den Klassen B17, B96 und B196 handelt es sich nicht um eigene Führerscheinklassen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Mit B196 darf man Motorräder der Klasse A1 auch mit dem Auto-Führerschein fahren.

Motorradführerscheine (Klassen AM, A1, A2, A)

Motorrad fahren bedeutet Freiheit. Anders als im Auto ist der Einfluss der Elemente auf den Fahrer direkt spürbar. Die Beschleunigungswerte sind höher, der Kontakt zur Natur ist direkter und selbst lange Touren sind bei schönem Wetter ein echtes Erlebnis.

Erlaubte Fahrzeuge

AM: Leichte zweirädrige Kraftfahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h, einer Nenndauerleistung/Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW und einem Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ oder einer anderen Antriebsform. Dreirädrige Kleinkrafträder mit nicht mehr als zwei Sitzplätzen, einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h, einer Nenndauerleistung/Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW, einer maximalen Leermasse¹ von 270 kg und einem Fremdzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ oder einem Selbstzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 500 cm³ oder einer anderen Antriebsform. Leichte vierrädrige Straßen-Quads mit einer Nenndauerleistung/Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einer Nenndauerleistung/Nutzleistung von nicht mehr als 6 kW, jeweils mit nicht mehr als zwei Sitzplätzen, einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h, einer maximalen Leermasse von 425 kg und einem Fremdzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ oder einem Selbstzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 500 cm³ oder einer anderen Antriebsform.

A1: Krafträder mit einem Hubraum von nicht mehr als 125 ccm, einer Nennleistung von nicht mehr als 11 kW, bei denen das Leistung/Leergewicht-Verhältnis 0,1 kW/kg nicht übersteigt, sowie dreirädrige Kraftfahrzeuge bis 15 kW.

A2: Krafträder bis 35 kW Leistung, bei denen das Leistung/Leergewicht-Verhältnis 0,2 kW/kg nicht übersteigt, die nicht von einem Kraftrad mit einer Leistung von über 70 kW Motorleistung abgeleitet sind.

A: Alle Krafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge.

¹ Anmerkung: Allein entscheidend ist die Eintragung in den Fahrzeugpapieren.

Mindestalter und Kosten

Grundsätzlich ist das Erlernen des Motorradfahrens in jungen Jahren einfacher, da sich der Gleichgewichtssinn und die Feinmotorik noch besser trainieren lassen.

Für alle Führerscheine gilt, dass die Praxisprüfung in der Fahrschule frühestens einen Monat vor dem Erreichen des Mindestalters absolviert werden kann.

Mindestalter für Motorradführerscheine

Hier ist eine Übersicht über das Mindestalter für die verschiedenen Motorradführerscheinklassen:

  • Mofa-Prüfbescheinigung: 15 Jahre
  • AM: 15 Jahre (mit Einschränkungen bis 16 Jahre)
  • A1: 16 Jahre
  • A2: 18 Jahre
  • A: 24 Jahre (Direkteinstieg), 20 Jahre (mit A2-Vorbesitz)

Kosten für Motorradführerscheine (ca.)

  • Mofa-Prüfbescheinigung: ca. 100 - 150 €
  • AM: mind. 750 €
  • A1: ca. 1.000 - 3.000 €
  • A2: ca. 1.600 - 3.000 €
  • A: ca. 1.600 - 3.000 €

Pauschal lässt sich die Frage schwer beantworten, die Kosten sind unter anderem abhängig von der Führerscheinklasse und dem Können des Fahrschülers. Je weniger Übungsstunden Sie benötigen, desto günstiger ist auch der Erwerb des Führerscheins.

Zudem gibt es Intensivkurse, die das notwendige Wissen sehr komprimiert und in kurzer Zeit vermitteln und bei Erfolg günstiger sind als die normalen Kurse bei einer Fahrschule.

Daneben sind die Preise abhängig von der Fahrschule, der Region und dem jeweiligen Bundesland. Selbst innerhalb einer Stadt unterscheiden sich die Preise je nach Fahrschule recht stark.

Der Stufenführerschein

Ein Aufstieg in die nächsthöhere Klasse ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

  • Führerschein A1 auf A2 erweitern: Wenn Sie den Führerschein der Klasse A1 2 Jahre lang besitzen, dürfen Sie eine verkürzte praktische Prüfung mit einer Dauer von ca. 40 Minuten machen, um die Berechtigung für die Klasse A2 zu erhalten.
  • Führerschein A2 auf A erweitern: Nachdem Sie 2 Jahre lang im Besitz der Erlaubnis A2 sind, dürfen Sie eine praktische Prüfung ablegen und bei Bestehen in die Klasse A wechseln. Gegebenenfalls sind vorher Fahrstunden notwendig, vorgeschrieben sind sie nicht.
  • Führerschein A1 auf A erweitern: Die Erweiterung von A1 auf A ist nicht ohne den Zwischenschritt über A2 möglich, wenn Sie nur eine praktische Prüfung machen möchten. In diesem Fall erweitern Sie zunächst den A1-Führerschein auf die Stufe A2 und nach 2 Jahren dann auf die Stufe A.

Klasse B mit Schlüsselzahl 196

In Deutschland gibt es eine Sonderregelung für das Fahren von Motorrädern der Klasse A1. Wenn Sie mindestens 25 Jahre alt sind und seit mindestens 5 Jahren den Führerschein besitzen, können Sie Ihren Führerschein der Klasse B um die Schlüsselzahl 196 erweitern. Diese ermöglicht das Fahren von Leichtkrafträdern.

Notwendig ist dafür eine Fahrerschulung mit mindestens 9 Unterrichtseinheiten mit je 90 Minuten, von denen 4 theoretisch und 5 praktisch sein müssen.

Fahrsicherheit und Ausrüstung

Wir möchten, dass Sie auf jeder Fahrt gut versichert sind.

Wer in die erste oder eine neue Motorradausrüstung investieren möchte, der sollte Wert auf bestimmte Merkmale legen.

  • Helm: Beim Kauf eines Helmes sollte nicht nur die Sicherheit ein wichtiges Kriterium sein. Auch die richtige Passform muss beachtet werden! Wenn der Helm drückt oder zu locker sitzt, kann dies schnell zu Kopfschmerzen führen - was wiederum zu Konzentrationsschwierigkeiten führen kann.
  • Jacke und Hose: Um die perfekte Kleidung zu finden, dauert es Zeit und kostet bei der Anprobe einige Schweißtropfen. Die Klamotten müssen Träger nicht nur schützen. Viel häufiger müssen sie Nässe und Schmutz abweisen, warm halten und genug frische Luft an den Körper lassen. Zu locker sollte sie nicht sein, da dadurch Protektoren falsch sitzen können. Außerdem kann lockere Ausrüstung Falten werfen, welche die Blutzirkulation stören können.
  • Schuhe: Spezielle Einlagen in der Sohle, Zehen- und Fersenkappen, dicke Knöchelpolster - der Komfort beim Gehen wird damit nicht erhöht.

Kombination von Auto- und Motorradführerschein

Ja, das ist möglich. Fahranfänger:innen können einen Kombi-Führer­schein absolvieren, der Pkw-Fahr­erlaubnis und Motor­rad­führer­schein A1, A2 oder A verbindet. Vorteil: Ein Motorrad­führer­schein mit Auto-Fahr­erlaubnis ist für Fahrschüler:innen meist günstiger.

Zwei Führerscheine in einem Aufwasch: Unsere Kombi-Ausbildung kann so einiges! Du kannst die Ausbildung schon vor dem Erreichen des Mindestalters beginnen und sogar die Prüfungen schon vorher ablegen. Das heißt pünktlich zum Geburtstag hast Du Deinen Motorrad- und den Auto-Führerschein zusammen in der Hand. Klasse, oder?

Du kannst verschiedene Motorrad-Klassen mit dem Auto-Führerschein kombinieren, zum Beispiel A1 + Begleitetes Fahren ab 17 oder A2 + B.

Bares Geld sparen - mit der Kombination aus Auto- und Motorrad-Führerschein

Die Kombi zahlt sich aus.

  • Führerschein Klasse A1 + B: Mindestalter: 18 Jahre
  • Führerschein Klasse A2 + B: Mindestalter: 20 Jahre

Wie viel gespart wird ist schwierig zu sagen, da es auch vom Talent abhängig ist.

Verkehrssicherheit und Ausbildung

Ob Auto oder Motorrad - die Sicherheit im Straßenverkehr hängt maßgeblich von der Ausbildung der Fahranfänger ab. Welche Unterschiede gibt es bei den Führerscheinklassen A und B? Und führt die Ausbildung auch weit genug?

Laut Bundesverkehrsministerium liegt genau hier der entscheidende Unterschied, wenn es um die Verkehrssicherheit bei Fahranfängern geht. Demnach passieren BF17-Anfängern im ersten Jahr ohne Begleitperson rund 20 Prozent weniger Unfälle im Vergleich zu Fahranfängern, die ihre Fahrerlaubnis mit 18 Jahren erhalten haben.

20% weniger Unfälle passieren laut BMVI bei Autofahrern im ersten Jahr ohne Begleitperson nach der BF17-Ausbildung. Fahrsicherheitstrainings helfen Motorradfahrern dabei, ihr Kraftrad besser einschätzen zu können.

Laut ADAC legt ein Fahrschüler nämlich in der Ausbildung rund 500 Kilometer zurück, bevor es zur Prüfung geht. Beim BF17 kommen im Durchschnitt noch mal rund 1.400 Kilometer während der Begleitphase hinzu, die letztendlich bis zu zwölf Monate beträgt.

Wie viele Führerscheinklassen gibt es?

In Deutschland gibt es insgesamt 16 Führerscheinklassen. Zusätzlich dazu existieren aber auch noch verschiedene Sonderformen wie der Führerschein ab 17 (BF17) oder etwa die Mofa-Prüfbescheinigung.

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