Der Traum vom eigenen Motorrad ist groß, doch die Unklarheiten zum Weg dorthin sind oft zahlreich. Denkt man darüber nach, den Motorradführerschein zu machen, tauchen unweigerlich viele Fragen auf: Wie viel kostet ein Motorradführerschein, welches Motorrad kann ich mit welcher Führerscheinklasse fahren? Und wie alt muss ich für die verschiedenen Führerscheinklassen überhaupt sein? Hier kommen die wichtigsten Infos!
Wie viel kostet ein Motorradführerschein 2024?
Am Anfang des Projekts "Motorradführerschein" steht die Frage nach dem finanziellen Aufwand. Wie beim Pkw-Führerschein setzen sich die Kosten für den Motorradführerschein aus unterschiedlichen Posten zusammen. Den Löwenanteil der Kosten produzieren die Theorie- und Praxisstunden. Aber auch Anmelde- und Prüfungsgebühren, Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs summieren sich zu einem spürbaren Posten. Wie viel der Motorradführerschein kostet, hängt von vielen Variablen ab. 2000 Euro sollten Sie aber auf jeden Fall einplanen.
Wie teuer der Motorradführerschein letztlich wird, lässt sich nicht pauschal kalkulieren. Je nach Bundesland, Fahrschule und Lernfortschritt variieren die Kosten mitunter sehr deutlich. Es empfiehlt sich daher, die Konditionen verschiedener Fahrschulen zu vergleichen und im Vorfeld die anfallenden Kosten zu erfragen. Auf diese Weise können Sie eine wohlüberlegte Entscheidung treffen. Realistisch sind mindestens 2000 Euro.
Beispiel: Kosten für einen Motorradführerschein 2024
Hier ist ein Beispiel für die Kostenaufstellung eines Motorradführerscheins im Jahr 2024:
| Posten | ungefähre Kosten |
|---|---|
| Grundbetrag inkl. Theoriestunden | 300 bis 700 Euro |
| Lernmaterial | 0 bis 80 Euro |
| Passbilder | 10 Euro |
| Sehtest | 0 bis 10 Euro |
| Erste-Hilfe-Kurs | 20 bis 50 Euro |
| 15 Übungsfahrten à 50 bis 80 Euro (Anzahl abhängig vom Lernfortschritt) | 750 bis 1200 Euro |
| 12 Sonderfahrten à 60 bis 100 Euro | 720 bis 1200 Euro |
| Vorstellung zur theoretischen Prüfung | 30 bis 130 Euro |
| Vorstellung zur praktischen Prüfung | 160 bis 260 Euro |
| Ausstellung des Führerscheins | ca. 50 Euro |
| Gesamtkosten | 2040 bis 3690 Euro |
Wie teuer ist ein Motorradführerschein der jeweiligen Klasse?
Die Kosten für den Motorradführerschein hängen nicht nur von Region und Fahrschule ab. Auch die angestrebte Führerscheinklasse hat Einfluss auf die Höhe der Endrechnung. Der Hauptgrund: Je nach Führerschein variiert die Anzahl der vorgeschriebenen Theorie- und Praxisstunden.
Motorradführerschein-Kosten: Klasse AM
Der Rollerführerschein AM ist deutlich günstiger als die Fahrerlaubnis für die höheren Klassen: 500 bis 1200 Euro sollten Sie einplanen.
Motorradführerschein-Kosten: Klasse A1
Seit Januar 2020 können Inhaber des Führerscheins B eine Erweiterung erwerben, die auch das Fahren von Motorrädern der Klasse A1 gestattet. Erforderlich ist dafür lediglich eine Fahrerschulung (mindestens neun Unterrichtseinheiten à 90 Minuten). Für diese B196 genannte Erweiterung sollten Sie 600 bis 1000 Euro einplanen.
Möchten Sie den Motorradführerschein im Direkteinstieg machen, kommen Kosten zwischen 2000 und 3700 Euro auf Sie zu. Die endgültige Summe ist abhängig von Region, Fahrschule und Lerntempo.
Motorradführerschein-Kosten: Klasse A2
Die Kosten sind stark abhängig von Region, Fahrschule und Lerntempo. Daher können hier nur grobe Richtwerte angegeben werden. Für den Motorradführerschein der Klasse A2 sollten bei Direkteinstieg zwischen 2000 und 3700 Euro eingeplant werden.
Ist bereits A1 vorhanden, muss für A2 lediglich eine weitere Praxisprüfung absolviert werden. Kostenpunkt: 400 bis 500 Euro.
Bei bereits vorliegendem Autoführerschein B reduziert sich der Theorieanteil auf zehn Stunden. Daher verringert sich die Grundgebühr ein wenig, die übrigen Kosten bleiben aber gleich.
Motorradführerschein-Kosten: Klasse A
Inhaber des Motorradführerscheins der Klasse A dürfen jedes Motorrad fahren - ohne Leistungsbeschränkung. Die Berechtigung für die offene Klasse kann man entweder stufenweise oder direkt erwerben.
Das schlägt sich in den Kosten nieder: Wer mindestens zwei Jahre einen Führerschein der Klasse A2 besitzt, der kann sich die theoretische Ausbildung sparen und braucht auch nicht zur theoretischen Prüfung anzutreten. Zudem benötigt der Kandidat in diesem Fall vermutlich weniger Übungsstunden. So ist ein Führerschein der Klasse A ab 1500 Euro zu haben. Beim Direkteinstieg sind 2000 bis 3700 Euro realistisch.
Motorradklassen: Mit welchem Führerschein darf ich welches Motorrad fahren?
Die Klassen der Motorradführerscheine sind breit gefächert. Bereits ab 15 Jahren kann der Spaß mit dem Roller-Führerschein AM losgehen. Wer von einer richtig starken Maschine träumt, peilt das obere Ende der Führerschein-Riege an. Wer in die Königsklasse A einsteigen möchte, muss bis zum Alter von 24 Jahren aushalten. Erst dann ist der Weg frei für die uneingeschränkte Freiheit auf vier Rädern.
- Führerscheinklasse B196: Der Rollerführerschein B196 ist die Erweiterung zum Autoführerschein B. B196 erlaubt das Fahren von Rollern oder anderen motorisierten Zweirädern mit einem Hubraum von höchstens 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Bei Elektrofahrzeugen liegt die maximale Leistung bei 4 kW.
- Führerscheinklasse A1: Mit einem Führerschein der Klasse A1 dürfen Leichtkrafträder mit weniger als 125 ccm Hubraum und 11 kW Motorleistung gefahren werden.
- Führerscheinklasse A2: Die Führerscheinklasse A2 ermöglicht es Ihnen, Motorräder mit einer Leistung von bis zu 35 kW zu fahren, ohne dass Sie sich Gedanken über Hubraumbeschränkungen machen müssen.
- Führerscheinklasse A: Mit dem großen Führerschein A dürfen Sie jedes Motorrad fahren. Es bestehen keine Beschränkungen beim Hubraum oder der Geschwindigkeit.
Manche Einsteiger wollen schon von Beginn an ihr Traum-Bike fahren und lassen es auf die vom Gesetzgeber für A2 festgelegte Höchstleistung drosseln. Dabei müssen sie aber beachten, dass bis auf eine Ausnahme aufgrund von lokalen Bestandsschutzregelungen das Bike maximal 70 kW Leistung haben darf.
Konkret geht es um Inhaber eines zwischen dem 19. Januar 2013 und dem Tag vor dem Erscheinungstermin der elften Änderungsverordnung im Bundesgesetzblatt (27. Dezember 2016) erteilten Führerscheins A2. Sie dürfen innerhalb Deutschlands auch auf eine Leistung von 35 kW gedrosselte Motorräder fahren, deren Ausgangsleistung die 70 kW übersteigt. Nach zwei Jahren A2 erlaubt der Gesetzgeber den Aufstieg in die Klasse A. Hürde: eine weitere praktische Prüfung.
Wer gleich die großen Maschinen fahren will, muss mindestens 24 Jahre alt sein. Bei dreirädrigen Kfz mit mehr als 15 kW beträgt das Mindestalter 21 Jahre.
Interessante Notiz am Rande: Ein Beiwagen wird nicht als eigenständiges Fahrzeug gewertet. Mehrspurigkeit liegt bei einem Kraftfahrzeug erst dann vor, wenn zwei Räder an einer Achse montiert sind. Daher gelten die Motorradführerscheinklassen auch für Bikes mit Beiwagen.
Welches Mindestalter gilt für welche Motorradklasse?
- Klasse AM: 15 Jahre
- Klasse A1: 16 Jahre
- Klasse A2: 18 Jahre
- Klasse A: 24 Jahre bei Direkteinstieg oder nach mindestens zweijährigem Besitz des Führerscheins A2
Wie hilft der Pkw-Führerschein beim Erwerb des Motorradführerscheins?
Ein vorhandener Pkw-Führerschein kann beim Erwerb des Motorradführerscheins Vorteile bringen. Kleinkrafträder mit nur 50 Kubikzentimeter Hubraum, sogenannte 50er, dürfen alle Autofahrer auch ohne Prüfung fahren.
Personen, die ihren Pkw-Führerschein zwischen dem 1. April 1980 und dem 18. Januar 2013 erworben haben, können zusätzlich mit dreirädrigen Kraftfahrzeugen bis 15 kW (20 PS), den sogenannten "Trikes", in den Straßenverkehr.
Autofahrer, die Klasse 3 vor dem 1. April 1980 ausgestellt bekommen haben, dürfen automatisch A1 fahren und brauchen für A2 nur eine praktische Fahrprüfung.
Den B196-Führerschein gibt es seit 2020
Seit dem 1. Januar 2020 können Inhaber eines Pkw-Führerscheins ihren Schein um B196 erweitern. Damit dürfen sie 125er-Motorräder fahren - vorausgesetzt, sie sind mindestens 25 Jahre alt, besitzen den Pkw-Führerschein seit fünf Jahren und haben mindestens vier Theoriestunden sowie fünf praktische Fahrstunden absolviert.
Außerdem verhilft die Erfahrung hinterm Pkw-Steuer zu einer geringeren Zahl an theoretischen Fahrstunden. Und wer beispielsweise bereits zwei Jahre einen Motorradführerschein A1 hat und nun A2 erwerben möchte, der braucht nur eine weitere praktische Prüfung abzulegen. Vor der Zulassung zur Prüfung muss sich der Fahrlehrer jedoch vom Können des Prüflings überzeugen.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Durchschnittlich 20 bis 30 Fahrstunden dauert die praktische Ausbildung. Zuerst kommen die Übungsstunden: Hier soll sich der Fahrschüler mit den Funktionen und Fahreigenschaften des Motorrads vertraut machen. Das Beschleunigen, Bremsen, Ausweichen, Fahren in Schrittgeschwindigkeit, Fahren im Kreis, Slalomfahren und das Anfahren an einer Steigung gehören dazu.
So läuft die Ausbildung ab
Oft beginnen Fahrlehrer die Arbeit mit ihren Schülern auf Übungsplätzen. Dann folgen zwölf Pflichtstunden inklusive Sonderfahrten, zu denen Autobahn-, Überland- und Nachtfahrten zählen. Gesetzlich vorgeschrieben sind drei Stunden à 45 Minuten Nacht oder Dämmerung, fünf Stunden à 45 Minuten Landstraße und vier Stunden à 45 Minuten Autobahn.
Die Theorie besteht aus zwölf plus vier Zusatzstoffstunden. Auf sogenannten Prüfungsfahrten kann der Fahrschüler schließlich gezielt mit seinem Ausbilder an Schwächen arbeiten, bevor es in die praktische Prüfung geht.
Fahrschulen gehen meist flexibel auf den Fortschritt sowie die zeitlichen Möglichkeiten ihrer Schüler ein und fassen zum Beispiel mehrere Autobahnfahrten zusammen. Vom Geschick des Prüflings hängt ab, ob die Ausbildung sechs Wochen oder eher sechs Monate dauert.
Wie finde ich die passende Motorradfahrschule?
Bei der Wahl der Fahrschule sollte man persönliche Vorlieben berücksichtigen. Freunde und Bekannte können oft mit Tipps und Kontakten weiterhelfen. Das Internet oder das Branchenbuch helfen auch.
Grundsätzlich sollte man sich aber einen eigenen Eindruck verschaffen, die Lehrer kennenlernen und einen Blick auf die Fahrzeuge werfen.
Wie schnell komme ich per Crashkurs zum Motorradführerschein?
Ein AUTO BILD-Test ergab 2017, dass es möglich ist, den Motorradführerschein in fünf Tagen zu machen. Doch das ist ein Kraftakt! Und ein Schnäppchen ist der Crashkurs auch nicht: Die intensive, optimale Betreuung bringt es mit sich, dass die Rechnung meistens höher ausfällt als bei der regulären Führerschein-Ausbildung.
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