Im Straßenverkehr verunglücken jedes Jahr immer noch viele Menschen in Deutschland. Die Zahl der Verkehrstoten ist laut Statistischem Bundesamt seit Jahren zwar rückläufig, ebenso die Zahl der Schwerverletzten. Autounfälle auf deutschen Straßen sind trotzdem eine ernsthafte Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Im vergangenen Jahr starben über 2.800 Menschen bei Verkehrsunfällen, und mehr als 300.000 wurden verletzt. "Jeder Unfall ist einer zu viel", kommentiert ein Sprecher der Deutschen Verkehrswacht. Die Hauptursachen sind überhöhte Geschwindigkeit, Ablenkung am Steuer und Alkohol.
Gefährlichste Straßen in Nürnberg
Eine Auswertung offenbart die gefährlichsten Straßen Nürnbergs. Die Statistik zeigt, wo es die meisten Unfälle gegeben hat.
Die gefährlichste Straße in Nürnberg aus statistischer Sicht ist die Fürther Straße, wie eine Analyse der Allianz-Versicherung für das Jahr 2023 ergeben hat. 35 Unfälle hat es hier im Jahr 2023 gegeben, davon zwei mit Schwerverletzten. Gefolgt auf Platz zwei von der Frankenstraße mit 32 Unfällen, allesamt mit Leichtverletzten. Auf Platz 3 folgt der Frankenschnellweg. Hier gab es 24 Unfälle, davon drei mit Schwerverletzten. Tote hat es nach Unfällen im Straßenverkehr 2023 in Nürnberg glücklicherweise keine gegeben.
Die Allianz Direct Versicherung hat für die Studie Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und des Deutschen Unfallatlas gesammelt und ausgewertet. Ziel war es, festzustellen, welche Bundesländer gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit benötigen. Um Verzerrungen durch besonders lange Straßen zu vermeiden, wurden diese nach Postleitzahlen unterteilt.
Tabelle der gefährlichsten Straßen in Nürnberg (2023)
| Straße, Postleitzahl | Gesamtzahl der Unfälle |
|---|---|
| Fürther Straße, 90429 | 35 |
| Frankenstraße, 90461 | 32 |
| Frankenschnellweg, 90439 | 24 |
| Eibacher Hauptstraße, 90451 | 24 |
| Gibitzenhofstraße, 90443 | 17 |
| Frauentorgraben, 90443 | 16 |
| Johanisstraße, 90419 | 15 |
| Regensburger Straße, 90478 | 15 |
| Regensburger Straße, 90480 | 15 |
| Ostendstraße, 90482 | 15 |
In der Allianz-Statistik wird nicht aufgeführt, welche Verkehrsteilnehmer - ob Lkw-, Auto-, Motorradfahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger - an den Unfällen beteiligt waren. Die häufigsten Unfallursachen in Deutschland sind laut Allianz Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (52.307 Fälle), Missachtung der Vorfahrt (45.758 Fälle) und nicht ausreichender Abstand (44.154 Fälle).
Gefahrenstellen und allgemeine Informationen zu Verkehrsunfällen in Nürnberg
Der Regierungsbezirk Mittelfranken liegt im Bundesland Bayern, dort findet sich die Stadt Nürnberg. Auf 515.200 Einwohner kommen hier etwa 244.840 Pkw, 22.070 Motorräder, 19.950 Lkw und 530 Busse.
Auf dem Straßennetz in Nürnberg, das rund 1.212,1 Kilometer hat (davon 13 km Autobahn, 56 km Bundesstraße, 31 km Landstraße, 35 km Kreisstraße und 1.076,3 Kilometern Gemeindestraße), gab es im Jahr 2018 insgesamt 7 Verkehrstote und 2347 Verletzte. Das sind 4,56 Verletzte pro 1000 Einwohner. Bundesweit gesehen beträgt der Durchschnitt 3,71, Nürnberg befindet sich also oberhalb des Durchschnitts in der Verkehrsunfall Statistik.
Bei Unfällen mit Personenschaden waren vorwiegend beteiligt: Fußgänger (7%), Radfahrer (19%), Motorrad/Mofa (6%), Pkw (62%), Lkw (5%), Bus (1%).
Gefahrenstellen in der Region Nürnberg
Die Verkehrsteilnehmer aus Nürnberg in Bayern teilen aktuell 143 gefährliche Stellen mit. In den meisten Fällen besteht hier Gefahr für Radfahrer und Fußgänger. Fehlverhalten der Fahrer ist Hauptgrund für die gefährlichen Situationen. Die meisten Meldungen / Kommentare zu Gefahrenstellen in Nürnberg, aktuell 67, gibt es in der Nähe von Reutleser Straße 70 (90427 Nürnberg), (90459 Nürnberg) und Äußere Bayreuther Straße 104 (90491 Nürnberg). Vorsicht ist rund um alle Gefahrenstellen im Bereich Nürnberg geboten, die Unfallgefahr kann hier deutlich erhöht sein.
Alkohol, Drogen und Geschwindigkeit als Unfallursachen
Daneben ist bei den Drogenunfällen ein Rückgang von 79 auf 68 festzustellen. 32 Personen wurden bei derartigen Unfällen verletzt. Rochholz: "Da die Gefahren von Alkohol und Drogeneinfluss unbestritten sind, investieren wir viel Zeit und Mühe in die Kontrolle von Fahrzeugführern hinsichtlich ihrer Verkehrstüchtigkeit. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken wurden 2.361 Fahrten unter Alkoholeinfluss festgestellt. In 2.096 Fällen brachten Polizeibeamte Verkehrsteilnehmer zur Anzeige, die ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln führten.
Herr Rochholz unterstrich in einem Appell: "Cannabis ist und bleibt trotz der Legalisierung ein Rauschmittel und kann unser Bewusstsein beeinträchtigen. Die damit verbundenen negativen Effekte, wie verminderte Reaktionsfähigkeit, beeinträchtigte Koordination und eine allgemein reduzierte Wahrnehmung, sind ein großer Risikofaktor im Straßenverkehr. Aus unserer Sicht muss das nicht sein."
Im vergangenen Jahr wurden 289.467 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert und geahndet. "Das sind rund 80.000 mehr als im Vorjahr. Überhöhte Geschwindigkeit ist bei Unfällen mit schweren Folgen so gut wie in jedem Jahr die Ursache Nummer 1", führte Ingo Lieb unter anderem aus. Er erklärte, dass dieses Thema nicht nur Autofahrer betrifft, sondern beispielsweise auch Radfahrer. Der Begriff "Geschwindigkeitsunfälle" umfasst neben der Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit auch Unfälle, die durch nicht angepasste Geschwindigkeit verursacht wurden.
Er stellte in Aussicht: "Daher werden wir 2025 nicht nachlassen. Auch dieses Jahr wird es einen Blitzmarathon geben, nämlich am 9. April, und wir werden auch weiterhin inner- und außerorts Geschwindigkeitskontrollen durchführen, um Gefahrenpunkte zu entschärfen und das Geschwindigkeitsniveau möglichst im Rahmen zu halten."
Weitere Risikofaktoren
Im weiteren Verlauf thematisierte Ingo Lieb die sogenannten ,Profilierungsfahrer' (Poser). Hierbei steht das Fahrzeug als Mittel, um Eindruck zu schinden, im Vordergrund. Mit dem Phänomen gehen oftmals Lärm und gefährliche Fahrmanöver mit hochpreisigen Fahrzeugen einher. Im Bereich der Steintribüne, einem beliebten Treffpunkt der Szene, konnte das Polizeipräsidium Mittelfranken in enger Kooperation mit der Stadt Nürnberg durch bauliche Veränderungen die Attraktivität als Treffpunkt verringern.
"Ähnliche Anschreiben würde man am liebsten an die vielen Handynutzer im Auto verschicken", so Lieb in Bezug auf die objektiv gefährliche Handynutzung. "Allgemein spricht man von einem fünffach erhöhten Unfallrisiko, wenn man das Handy nur in die Hand nimmt und sogar von einem zehnfach erhöhten Risiko beim Lesen und Schreiben von Nachrichten während der Fahrt", so der Polizeidirektor.
Unfälle mit Radfahrern
Im Jahr 2024 registrierte das Polizeipräsidium Mittelfranken 2.327 Fahrradunfälle. Dies bedeutet einen Rückgang um 4,67 % im Vergleich zum Vorjahr (2023: 2.441). Zudem verringerte sich auch die Zahl der verletzten Radfahrer. Waren es im Jahr 2023 noch 2.275 verletzte Personen, ging die Zahl im Jahr 2024 um 5,36 % auf 2.153 zurück. Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten Fahrradfahrer erhöhte sich von 13 (2023) auf 14 (2024).
Ingo Lieb richtete sich unter anderem mit diesen wichtigen Botschaften an die Verkehrsteilnehmer: "Schützen Sie ihren Kopf. Helme können Leben retten! "Bei den Getöteten und Verletzten nehmen Senioren, also Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren, leider einen besonderen Raum ein: 8 von 14 tödlich verletzten Radlern waren Senioren, 507 Senioren wurden als Rad- oder Pedelec-Fahrer verletzt", so Ingo Lieb weiter. Er fügte hinzu, dass die Verstärkung der Präventionsarbeit gerade im Bereich Rad und Senioren für die mittelfränkischen Dienststellen als Ziel definiert wurde.
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