Die Zahl der Unfälle mit Zweirädern entwickelt sich erfreulich. Es werden zwar nicht wesentlich weniger, aber auch nicht mehr. Und es gibt einen Grund, das richtig gut zu finden.
Im Jahr 2024 wurden in Sachsen insgesamt 97.503 Verkehrsunfälle registriert. Dies entspricht einem Rückgang von 2.016 Unfällen ( 2%) im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieses Rückgangs stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden auf 13.343, was einem Anstieg von 2,4% gegenüber 2023 entspricht. Die Zahl der Verunglückten erhöhte sich um 2,9% auf insgesamt 16.865. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Zunahme der Leichtverletzten (+4,9%) zurückzuführen. Im Gegensatz dazu sank die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr auf 144, was einen Rückgang von 43 Personen ( 23%) im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Zahl der Schwerverletzten ging leicht zurück, von 3.408 auf 3.309 ( 2,9%).
Besonders dramatisch ist laut Schwarz die Entwicklung in Sachsen. Dort stieg den Angaben zufolge die absolute Zahl der Verkehrstoten von 118 im Jahr 2022 um über 59 Prozent auf 188 im Jahr 2023 an.
Die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle mit Personenschaden waren auch 2024 nicht angepasste Geschwindigkeit (11,5%), Vorfahrtsverletzungen (10,4%) und ungenügender Sicherheitsabstand (10,1%).
Bei diesem Unfall auf der Dresdner Hansastraße wurde der Motorradfahrer schwer verletzt. 136 Unfälle mit Krafträdern, die mehr als 125 Kubikzentimeter Hubraum haben, registrierte die Dresdner Polizei zwischen Anfang Januar und Ende November 2020. Zwei Menschen kam in dieser Zeit bei Unfällen mit schweren Maschinen ums Leben. Die Zahl der Unfälle ähnelt dem, was in der Polizeistatistik für die zwei vorangegangenen Jahre steht. 2019 waren es zwischen Januar und November ebenfalls 136 Unfälle, 2018 war diese Zahl etwas höher - 171 haben die Beamten registriert. Bei leichteren Krafträdern, also bei Zweirädern, die höchstens 125 Kubikzentimeter Hubraum hatten, sind die Zahlen gesunken. 196 Unfälle registrierte die Polizei 2018.
Trotz einer Zunahme der Verkehrsunfälle ging die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten 2019 um 229 auf einen historischen Tiefstand zurück. Auch weniger Motorradfahrer kamen ums Leben, in diesem Bereich ist der Rückgang jedoch unterdurchschnittlich. 2,7 Millionen Verkehrsunfälle zählte die Polizei im Jahr 2019 - so viele wie noch nie seit 1991, als die gesamtdeutsche Zählung begann. Jeder schwere Unfall mit einem Zweirad berührt Motorradfahrer besonders. Vor allem, wenn dabei ein Mensch schwer verletzt oder ums Leben gekommen ist. Deshalb ist die neue Nachricht des Bundesamtes für Statistik besonders erfreulich.
Den mehr werdenden Zweiradfahrern gelingt es zunehmend besser, unfallfrei durch die Saison zu kommen.
Alkohol- und Drogenunfälle
Im Jahr 2024 wurden in Sachsen insgesamt 1.673 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss registriert, davon 737 mit Personenschaden. Dies entspricht einem Rückgang von jeweils etwa 5% im Vergleich zum Vorjahr. Bei Unfällen unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel (z. B. Betäubungsmittel oder Medikamente) gab es mit 377 Unfällen (+4,4%) einen neuen Höchststand. Die Zahl der Drogenunfälle mit Personenschaden stieg um 3,4% auf insgesamt 152. Während die Zahl der Alkoholunfälle in den letzten zehn Jahren weitgehend stabil blieb, hat sich die Zahl der Drogenunfälle in diesem Zeitraum verdoppelt.
Inspekteur Petric Kleine: »Der Trend der letzten Jahre hinsichtlich steigender Unfälle unter dem Einfluss berauschender Substanzen, setzt sich leider fort. Für uns bedeutet das, alle Verkehrsteilnehmer dahingehend zu sensibilisieren, dass das Fahren unter Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln nicht nur strafbar, sondern auch gefährlich und rücksichtslos ist. Mit der landesweiten Einführung der Kontrollen zur erweiterten Überprüfung der Fahrtüchtigkeit, setzen wir dahingehend ein deutliches Zeichen.«
Besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer
Im Jahr 2024 stieg die Zahl der verunglückten Fahrer von motorisierten Krafträdern um 19% auf 2.291 Personen. Besonders betroffen waren Motorradfahrer, mit einem Anstieg um 20,1% auf 777. Auch Fahrer von Elektrokleinstfahrzeugen (wie E-Scooter, S-Pedelecs, Segways und ähnliche Fahrzeuge) verunglückten mit einem Anstieg von 23,1% auf 181 Personen deutlich häufiger. Die Zahl der verunglückten Businsassen stieg im Jahr 2024 erneut um 20,8% auf 407. Diese Steigerung folgt einem bereits hohen Anstieg von 39,3% im Jahr 2023. Bei Busunfällen kommen regelmäßig größere Personenzahlen zu Schaden, sodass wenige Unglücke diese Zahl bereits deutlich beeinflussen können.
Die Hauptverursacher von Verkehrsunfällen mit Personenschaden sind PKWs (61%), Radfahrer (19%) und Motorisierte Zweiräder (9,6%).
Maßnahmen zur Verkehrssicherheit
Wesentlich für die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit sind die Eindämmung der Hauptunfallursachen. Im Jahr 2024 wurden 10.002 Fahrzeugführer unter Einfluss von Alkohol und/oder anderen berauschenden Mitteln festgestellt (+4%). Geschwindigkeitsverstöße wurden im vergangenen Jahr 293.459 mal polizeilich festgestellt (+10,1%), Verstöße gegen die Gurtpflicht 21.427 mal (+1,2%), Handyverstöße 9.263 mal ( 1,5%), Rotlichtverstöße 5.894 mal (+0,8%), sowie Verstöße gegen das Überholverbot 1.590 mal ( 3,0%).
Inspekteur Petric Kleine: »Verkehrssicherheitsarbeit bleibt eine permanente Aufgabe und ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Sie erfordert eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure.
Die Dekra fordert insbesondere Verbesserungen in der Infrastruktur. Auf unfallträchtigen Strecken müsse der Ausbau von Abschnitten mit drittem Fahrstreifen im Richtungswechsel forciert werden. Außerdem müssten Planungszeiträume verkürzt und Überreglementierung reduziert werden.
Thüringen und Sachsen stünden mit jeweils 46 Verkehrstoten je einer Million Einwohnerinnen und Einwohner vor Niedersachsen in der Statistik auf dem drittletzten Platz.
Das Statistische Landesamt erhält die Daten der aufgenommenen Unfälle auf elektronischem Wege von den Polizeidienststellen. Die Ergebnisse der Statistik werden monatlich erarbeitet und veröffentlicht. Etwa 45 Tage nach Monatsende liegen die Ergebnisse eines Monats vor. Diese Ergebnisse im Laufe eines Jahres sind immer vorläufige Ergebnisse, die sich durch Nachmeldungen und Korrekturen noch verändern können. Für die Unfälle mit Personenschaden und schwerwiegende Unfälle mit Sachschaden stehen umfangreiche Auswertungsprogramme zur Verfügung.
In den Veröffentlichungen werden aufgrund der Bedeutung der Unfälle mit Personenschaden im Wesentlichen Auswertungen für diese Unfallkategorie vorgenommen.
Unfälle mit Personenschaden: Unfälle, bei denen Personen getötet bzw. Als Verunglückte zählen Personen (auch Mitfahrer), die beim Unfall verletzt oder getötet wurden. Jedem Straßenverkehrsunfall können ein oder mehrere Unfallursachen zugeordnet werden, so dass die Anzahl der Ursachen i. d. R.
| Kategorie | Anzahl | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 97.503 | -2% |
| Verkehrsunfälle mit Personenschaden | 13.343 | +2,4% |
| Verunglückte | 16.865 | +2,9% |
| Todesopfer | 144 | -23% |
| Schwerverletzte | 3.309 | -2,9% |
| Alkoholunfälle | 1.673 | -5% |
| Drogenunfälle | 377 | +4,4% |
| Verunglückte Motorradfahrer | 777 | +20,1% |
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