Motorrad Vergaser Reinigen Ohne Ausbau – Eine Anleitung

Ein wichtiger Bestandteil jeder Wartung ist es, den Motorradvergaser zu reinigen. Dies sollte man erledigen, sobald er nicht rund läuft, nach einer bestimmten Anzahl von Kilometern oder zu Beginn der Saison. Der Motorradvergaser ist das Herzstück, um das sich alles andere dreht.

Warum ist die Reinigung des Motorrad-Vergasers so wichtig?

Der Vergaser sorgt bei Motorrad, Roller und Moped dafür, dass Kraftstoff mit angesaugter Luft vermischt wird. So kann das Benzin-Luft-Gemisch über Düsen in den Brennraum geführt und dort gezündet werden. Damit der Motor seine volle Leistung entfalten kann, müssen Vergaser nicht nur richtig eingestellt und synchronisiert, sondern auch frei von Verschmutzungen sein.

Verschmutzungen, wie Ablagerungen oder Benzinrückstände, können während der Nutzung, aber auch während der langen Winterpause entstehen. Die Folge sind eine verschlechterte Luft- und Kraftstoffzufuhr. Schlechtes Anspringen ist ein Alarmzeichen. Ungereimtheiten bringen den Biker ganz schön in Stress. Fettlösende Mittel und eine Zahnbürste zum Reinigen sind eine einfache Erste-Hilfe-Maßnahme bei Startproblemen oder wenn sich das Ansprechverhalten des Motors verändert.

Motorrad-Vergaser selbst reinigen - ohne Ausbau

Um Problemen durch Verschmutzungen vorzubeugen, kannst du den Vergaser ohne Ausbau reinigen, indem du in regelmäßigen Abständen ein handelsübliches fettlösendes Spray mit Mikrosprühaufsatz verwendest. Mit solchen Vergaser-Außenreinigern lassen sich etwa die öligen braunen Verfärbungen am Vergasergehäuse beseitigen. Zudem kann das Spray öligen Schmutz an von außen erreichbaren Bohrungen und Düsen oder an Drosselklappe und Gasschieber entfernen.

Motorrad-Vergaser selbst reinigen - mit Ausbau

Zeigen sich Probleme, ist eine Innenreinigung notwendig. Für eine Innenreinigung des Vergasers ist es allerdings notwendig, das Bauteil zu demontieren und zu zerlegen. Das übernimmt am besten eine Werkstatt, die sich mit der Technik des jeweiligen Modells auskennt. Lege auch als “Schrauber mit Erfahrung” nicht unvorbereitet mit der Arbeit los. Demontiere schrittweise und staubfrei: Dokumentiere die einzelnen Arbeitsschritte etwa mit Fotos oder Notizen oder führe die Demontage nach Anleitung in einem Handbuch durch.

Bevorzuge materialschonende Werkzeuge: Scharfe Werkzeuge oder harte Metallbürsten können Messingbauteile durch Kratzer und Abrieb beschädigen. Besorge vorausschauend notwendige Kleinteile: Im Zweifel solltest du kleine Verschleißteile wie die Dichtungen immer erneuern, wenn der Vergaser einmal zerlegt ist. Es ist sinnvoll, sich schon vor Beginn der Arbeit zu informieren, welche Kleinteile nötig sind und rechtzeitig einen Vergaser-Dichtungssatz oder ein komplettes Vergaser-Reparatur-Kit zu kaufen. Montiere nur intakte Bau- und neuwertige Verschleißteile: Baue keine defekten Teile (rissige Dichtungen oder ausgeleierte Federn) wieder ein.

Professionelle Vergaser-Reinigung: Ablauf & Kosten

Als Alternative zur Arbeit in Eigenregie kann eine Werkstatt den Vergaser professionell reinigen. Dort kennen die Mechaniker sich mit unterschiedlichen Vergasertypen wie Motorradmodellen aus und können Profi-Technik einsetzen. In der Werkstatt stehen spezielle Geräte zur Reinigung von Vergasern mittels Ultraschall zur Verfügung.

Hier ist entscheidend, wie viel Vergaser im Motorrad verbaut sind und wie viel Zeit für Demontage und Wiedereinbau benötigt wird. Je nach Anbieter kostet der Service zwischen 20 und 100 Euro. Grundlage bildet auch hier wieder die Anzahl der Vergaser und die benötigte Größe des Ultraschallbads sowie die Menge des eingesetzten Reinigungsmittels ab. Die Vergaser von Mehrzylindermotoren sollten nach der Reinigung synchronisiert und bei Einzylindermotoren sollte der Vergaser neu eingestellt werden. Das ist wichtig für die Motorleistung, Abgaswerte und den Benzinverbrauch.

Weitere Tipps und Überlegungen

  • Wenn der Vergaser überläuft, merkst du das ganz schnell an einer Benzinpfütze unter deinem Motorrad.
  • Dass dein Motorrad nicht anspringt, kann auch andere Ursachen haben. Wie siehts mit dem Choke aus?
  • Bekommt der Motor überhaupt Benzin? Stellung PRI schon probiert?
  • Haben die Kerzen Funken? Wenn nicht, mal mit ner Drahtbürste reinigen und nochmal probieren, auch mal rechte und linke Kerze tauschen.
  • Hat die Batterie noch genug Saft? Mit der nötigen Vorsicht mal Starthilfe probieren aber keinen Kurzschluss bauen.

Es ist jedoch auch ein sehr anspruchsvolles Bauteil, das aus vielen Komponenten, mit unterschiedlichen Funktionen, besteht. Einige Teile sind unterschiedlich einzustellen, um das Luft/Benzin-Verhältnis zu ändern oder den Motor kalt, maximal oder minimal laufen zu lassen. Diese Vergaser können sich stark voneinander unterscheiden, auch wenn sie das gleiche Funktionsprinzip haben. Bei den Wartungs- und Reinigungsarbeiten am Vergaser ist es wichtig, die Kalibrierung an Düsen und Lufteinlässen nicht zu beschädigen. Auch auf die richtige Minimum/Maximum Einstellung der Zufuhr ist zu achten.

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