Das Münsterland im Herzen Nordrhein-Westfalens bietet eine reizvolle Mischung aus pulsierendem Großstadtleben und ländlicher Idylle. Hier verwischen die Grenzen zwischen urbanem Flair und naturnaher Entspannung. Für Motorradfahrer ist das Münsterland ein ideales Ziel, um die reizvolle Landschaft mit ihren sanften Hügeln und idyllischen Flussläufen zu erkunden.
Wer eine Motorradtour durch NRW plant, findet hier wertvolle Anregungen und Karten. Ob landschaftliche und örtliche Highlights im Bergischen Land, Münsterland, Sauerland, in der Eifel oder in Ostwestfalen-Lippe - alle Touren können sowohl als Tages- als auch als Wochenendausflug geplant werden.
Das Münsterland: Eine Region mit vielen Facetten
Namensgeber der Region im Nordwesten Nordrhein-Westfalens ist die Stadt Münster. Eingegrenzt wird das Münsterland im Nordosten durch den Teutoburger Wald, im Süden durch den Fluss Lippe und im Nordwesten durch die Niederlande. Einzige Großstadt und Namensgeberein ist Münster, ansonsten gibt sich das Münsterland eher ländlich.
Ganz so topfeben wie es auf den ersten Blick aussieht ist das Münsterland übrigens nicht. Die Baumberge schwingen sich auf beachtliche 189 Meter hinauf, die Beckumer Berge auf 173 Meter, die Halterner Berge bis 154 Meter. Die eine oder andere Kurve taucht also schon mal überraschend vor dem Lenker auf. Also aufgepasst auf der Motorradtour durchs Münsterland.
Um ihre Felder auf dem flachen Land vor Wind zu schützen, errichteten die Bauern so genannte Wallhecken. Dabei handelt es sich um Wälle aus Erde, Stein oder Ton, die mit Gehölzen bepflanzt wurden und so eine dichte Einheit bilden.
Besiedelt wurde das Münsterland zuerst von steinzeitlichen Jägern und Sammlern, danach von germanischen Stämmen und ab dem Jahr 500 von den Sachsen, die später von Karl dem Großen verjagt wurden. Im Dreißigjährigen Krieg litt das Münsterland wie viele deutsche Regionen unter Brandschatzungen und Plünderungen, erst nach dem Westfälischen Frieden, der teilweise in Münster ausgehandelt wurden, kam wieder Ruhe in die Region.
2005 geriet das Münsterland in die Schlagzeilen, als starker Schneefall und Stürme einen mehrtägigen Stromausfall verursachten, den größten in der Geschichte der Bundesrepublik.
Routen und Sehenswürdigkeiten im Münsterland
Für jede Motorradtour durch NRW hat der ADAC dazu Tipps für eine Unterkunft im Hotel oder eine Empfehlung für eine Gastronomie. Die Motorrad-und Oldtimer-Tourenkarten sind sehr praktisch für die Planung und übersichtlich für unterwegs. Es verspricht jede Menge Fahrvergnügen durch kurvige Strecken und verbindet Kultur und Sehenswürdigkeiten mit bilderbuchartigen Landschaften.
Wer eine Motorradtour durch NRW plant, der ist dankbar über Tipps für die besten Motorradrouten in NRW: Hier finden Sie wertvolle Anregungen und Karten. Ob landschaftliche und örtliche Highlights im Bergischen Land, Münsterland, Sauerland, in der Eifel oder in Ostwestfalen-Lippe - alle Touren können sowohl als Tages- als auch als Wochenendausflug geplant werden.
In allen Städten und Gemeinden gibt es spannende Sehenswürdigkeiten aus den unterschiedlichsten zeitlichen Epochen. Besondern interessant ist das Spannungsverhältnis zwischen den Zeugen der industriellen Vergangenheit und denen des eher dörflichen Lebens.
Es verspricht jede Menge Fahrvergnügen durch kurvige Strecken und verbindet Kultur und Sehenswürdigkeiten mit bilderbuchartigen Landschaften. Durch schattige Alleen, über Wiesen und kleine Sträßchen, auf denen auch mal"Bauernglatteis" liegt. Macht aber dennoch verdammt viel (Fahr-)Spaß, zumal es in der Soester Börde unerwartet kurvig wird.
Tour 1: Nordkirchen-Runde
Strecke: ca. 162 km / Fahrtdauer: bei gemütlicher Fahrt rund 4 Std.
Wir starten am "Bikertreff Nordkirchen", streifen die Kanalbrücke Neue Fahrt am Dortmund-Ems-Kanal - verrücktes Bauwerk! Am Halterner Stausee erholen sich Ruhrpott-Familien, und Ruhrpott-Biker tanken Kaffee am Treff "Lakeside Inn".
- Kleine Straßen führen nach Billerbeck zum Ludgerus-Dom, der genau genommen gar kein Dom ist, und dann auf zum Longinusturm am Westerberg, mit "satten" 187 Metern über NN die höchste Erhebung des Münsterlandes.
- Weitere 128 Stufen zu Fuß dort hoch, dann wartet ein großartiger Blick in die Westfälische Bucht.
- Vorbei an Nottuln und Senden kehren wir für Kaffee und Kuchen sehr gern im "Gut Wewel" ein.
- Die Städte Lüdinghausen und Olfen umfahren wir geschickt, mittendurch geht es hingegen durchs Rosendorf Seppenrade.
- Surfen über die Straßen nördlich von Nordkirchen mit fahraktivem Schlenker nach Osten, dann taucht das barocke Schloss Nordkirchen auf.
Das "Versailles Westfalens" wurde von der UNESCO zu Recht als schützenswert deklariert - ein Kunstwerk! Kleiner Spaziergang gefällig? Die Alleen durch die Parkanlage haben eine Gesamtlänge von 7,5 Kilometern.
Tour 2: Soester Börde
Strecke: ca. 159 km, / Fahrtdauer: bei gemütlicher Fahrt rund 4 Stunden
Vom Pendlerparkplatz an der Autobahn-Anschlussstelle Wickede bewegen wir uns in die Soester Börde, der Kornkammer Westfalens. Wider Erwarten mäandern die Straßen hier wundervoll durch Felder und Wiesen. Wenn man an kalten Tagen im Sauerland schon friert, kann man hier unten noch ein nettes Ründchen drehen. Es gibt viele seltsame Ortsnamen wie zum Beispiel Paradiese, Moskau oder auch welche "unterhalb der Gürtellinie": Scheidingen oder Klotingen … Im Ernst: eine tolle Gegend!
- Kurz vor Soest streifen wir den stillgelegten schnellen Brüter und machen dann Pause an der Windmühle auf dem Höxberg.
- Auf für die Gegend beinahe unfassbaren 152 Metern über NN kann man den rund 30 Kilometer entfernten Haarstrang und mit etwas Glück auch das dahinter liegende Sauerland ausmachen.
- Im 600 Meter entfernten "Restaurant Höxberg" heißt es: "Bikers welcome".
In südöstlicher Ferne sehen wir eine auffällig große Industrieanlage - das sind die Zementwerke in Erwitte. Warum dort hinfahren? Weil tolle Foto-Location auch für Hobbyknipser. Ab Erwitte schrauben wir uns durch ein paar kleine Orte hoch auf den Höhenzug Haarstrang und fahren abends dort oben gerne 20 Kilometer der Sonne entgegen. Links das Sauerland, rechts die Soester Börde. Eine meiner absoluten Lieblingsörtlichkeiten ist der Windpark Ruhne-Waltringen.
Schwenkt man seinen Blick ein wenig gen Osten, kann man bis in den Teutoburger Wald schauen; schweift er nach links, geht - zumindest im Frühsommer - dort die Sonne unter.
Detaillierte Routenbeschreibung
Einen passenderen Ausgangspunkt für die Tour als Schloss Velen gibt es nicht. Denn nirgendwo anders im Münsterland wird deutlicher, wie schwierig es ist, altes Kulturgut am Leben zu erhalten. Die Anlage stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert, wurde im Laufe der Epochen immer wieder umgebaut, zerstört und wieder aufgebaut und gehört seit 1765 dem adligen Geschlecht derer von Landsberg-Velen.
Wir verlassen Velen in Richtung Reken. Die breite Straße mit ihren lang gezogenen Bögen kommt der morgendlichen Trägheit entgegen. Voller Bauch studiert bekanntlich nicht gern und fährt auch nicht gern Kurven. Am Kreisverkehr von Reken geradeaus weiter in Richtung Dorsten. Danach wird es interessant: Eng, holperig und kurvenreich huscht das Sträßchen durch Wald und Wiesen. Es unterquert die Bahntrasse und biegt in Klein Reken rechts nach Sythen ab. Wieder Kurven, wieder Bäume und Felder. Am nächsten Abzweig geradeaus der Beschilderung Lippramsdorf folgen. Alle Sensoren auf Empfang, denn nun folgt der erste der berühmten grünen Tunnels dieser Runde. Und gleichzeitig wohl auch der schönste.
Rund sechs Kilometer lang dauert die Fahrt unter dem grünen Dach. Hinter Wulfen wartet das Schild zu Schloss Lembeck. Und gleich wirft sich der nächste Tunnel vor das Vorderrad. Nicht ganz so dicht wie der erste, aber ganz ansehnlich. Der Asphalt ist schmal und unruhig, das Tempolimit 50 jedoch stark übertrieben. 70 Sachen verträgt die Strecke locker. Die Einfahrt nach Schloss Lembeck biegt links ab. Ein geräumiger Parkplatz, daneben ein nettes Café. Ein schönes Plätzchen, um sich Schloss Lembeck in Ruhe anzusehen. Merkmal der von ausgedehnten Gräften, den Wassergräben, umgebenen Anlage ist die so genannte durchdringende Achse. Schon weit vor der Anlage beginnt eine Allee, durchstößt die Vorburg, überquert den Schlosshof, unterquert die Hauptburg, setzt sich dahinter in einem heute nicht mehr bestehenden Park fort und verliert sich schließlich in den herrschaftlichen Wäldern.
Im Ort Lembeck ist nach links Rhade ausgeschildert. Dort weiter nach Raesfeld und Heiden. Nach abwechselnd langsamen und schnellen Passagen visiert die Route den Kern von Borken an. Auf einer Brücke geht es über den Stadtbach, dann taucht schon die Fußgängerzone mit davor liegendem Parkplatz auf. Anlaufstelle Nummer zwei in Borken ist Schloss Gemen. Wie bei den meisten münsterländer Burgen haben auch am Wasserschloss von Gemen diverse Stilepochen ihre Spuren hinterlassen.
Die B 67 führt uns in Richtung Rhede/Bocholt aus der Stadt hinaus, bis ein Wegweiser mit der Aufschrift Vardingholt eine zügige Landetappe einleitet. In Barlo ist das holländische Städtchen Winterswijk beschildert. Eine kurze, kurvenreiche Passage folgt, dann empfängt uns der EU-Partner. Wie abgeschnitten die Straße. Von einem Meter auf den anderen verengt sie sich und wird so rau wie ein Kiesbett. Wir rollen von nun an auf der »Slinge Route«, wie die Hamaland-Straße auf Holländisch heißt. Dichter Laubwald umgibt uns. Der Slinge-Route folgend, erreichen wir Aalten. Einen Ort mit rotem Straßenpflaster und Märklin-Häusern. Dort biegen wir auf die N 318 ein und dürfen das Motorrad auf 80 Stundenkilometer beschleunigen. Für holländische Verhältnisse ist das schnell. Die Wegweiser nach Vreden führen uns um Winterswijk herum auf die nächste Allee. Zehn Kilometer lang und schmaler als schmal. Schon ohne die obligatorischen Radwege links und rechts quetschen sich zwei Autos gerade so aneinander vorbei. Addiert sich ein Radler dazu, benötigen alle Teilnehmer eiserne Nerven und Geduld. Über Vreden und Stadtlohn erreicht die Route auf schnellen, unspektakulären Landstraßen die Glockengießerstadt Gescher.
Tourübersicht
Velen - Reken - Wulfen - Lembeck - Rhade - Raesfeld - Heiden - Borken - Winterswijk - Aalten - Vreden - Stadtlohn - Gescher - Velen (ca.
Weitere Tipps und Informationen
Am Halterner Stausee erholen sich Ruhrpott-Familien, und Ruhrpott-Biker tanken Kaffee am Treff "Lakeside Inn". In Olfen gibt’s gleich zwei interessante Objekte: die >> Schiefe Brücke und die Dreibogenbrücke. Während Ihr direkt vor oder hinter der Schiefen Brücke halten könnt, lässt sich die Dreibogenbrücke nicht motorisiert anfahren.
Allerdings ist sie insofern interessanter, als es sich nicht einfach nur um eine - nachts beleuchtete - Brücke handelt, die einen Fluss - die Stever - überspannt. Stattdessen verläuft obenauf die “Alte Fahrt” des Dortmund-Ems-Kanals. Alternativ lässt sich ein Picknick-Korb buchen. Kuchenfans werden garantiert im >> Café Klute glücklich. Die Location liegt ortsauswärts an der L550 Richtung Laer, bietet Motorradparkplätze und einen netten Außenbereich, den Rosengarten.
In Dülmen-Buldern gibt es eine Herde Wildpferde, die man im Merfelder-Bruch beobachten kann. Geführte Lehrwanderungen bietet die Biologische Station Zwillbrock e.V. an. Münsterland ist Wasserburgenland!
Bekannte Biker-Treffs im Münsterland
- Bikertreff Nordkirchen
- Tinas Motorradtreff, Münsterstr. 317, an der B 51, im Halterner Ortteil Sythen
- Jugels Brüning Mühle
- Biker-Treff Felsenmühle
- Biker-Treff Düstermühle
- Biker-Treff Village
Verantwortungsvolles Fahren
Damit der Fahrspaß nicht zu einer Belastung für Anwohner und Anwohnerinnen wird, appelliert der ADAC in NRW an alle Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen, vernünftig, leise und umweltverträglich zu fahren. Vor allem ein starkes und damit lärmintensives Beschleunigen direkt nach einer Ortschaft ist zu vermeiden. Der ADAC hat Hinweistafeln mit 20 verschiedenen Motiven (Beispiel: „Bitte nicht röööhren!“) entwickelt und stellt sie interessierten Kommunen gratis für die Produktion von Schildern zur Verfügung.
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