Die Reiseenduro ist ein komfortabler Ableger der in den 70er-Jahren eingeführten Enduro. Frühe Enduros wie die Yamaha XT 500 eigneten sich für den Einsatz auf Straßen und im Gelände, für längere Touren waren die einfachen Bikes jedoch weniger gut gerüstet. Als erste dezidiert reisetaugliche Enduro gilt die 1980 eingeführte BMW R 80 G/S, die sich unter anderem mit einem leistungsstarken Mehrzylindermotor und Kardanantrieb von anderen Enduros abheben konnte.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Angebot großer und schwerer Enduros mit einem starken Fokus auf Tourentauglichkeit deutlich. Zudem wurden Reiseenduros größer, schwerer, stärker und vor allem beliebter. Die GS-Modelle von BMW führen seit vielen Jahren die Verkaufsstatistiken in Deutschland an.
Eigenschaften von Reiseenduros
Zu den Eigenschaften von Reiseenduros gehören eine bequeme und aufrechte Sitzposition, gut gefederte Fahrwerke, Gepäcksysteme, großer Tank und eine vor Fahrtwind schützende Frontverkleidung. Bei den Antrieben dominieren drehmomentstarke Zweizylinder, in einigen Fällen werden auch Drei- oder Vierzylindermotoren eingesetzt.
Während einige Reiseenduros einen geländegängigen Charakter betonen, setzen andere stärker auf Straßentauglichkeit. Typische Vertreter sind neben der BMW GS die Honda Africa Twin oder die Triumph Tiger.
Beliebte Motorradreisen und Touren
Motorradtouren erfreuen sich großer Beliebtheit, und es gibt zahlreiche Anbieter, die sich auf Biker spezialisiert haben. Hier sind einige Beispiele für Motorradreisen und Touren:
- 16-tägige Harley-Davidson-Tour durch den amerikanischen Westen: Von Las Vegas nach Mammoth Lakes und über den Pacific Coast Highway durch Malibu.
- 2.283 km epische Harley-Davidson-Tour über kurvenreiche Bergstraßen zum Lake Elsinore.
- Harley-Davidson-Tour von Los Angeles nach New Orleans durch vielfältiges Terrain.
- 7-tägige Harley-Davidson-Tour von Albuquerque durch Santa Fes Kultur und Gallups indianisches Erbe.
- Sechstägige Entdeckungstour durch 12 Städte des Mekong-Deltas. Vom Can Duoc Markt nach Sa Dec, vorbei an schwimmenden Märkten, Heiligtümern und Dörfern.
- Die zweitägige Tour führt auf Himalaya-Straßen von Kathmandu nach Panauti. Über Nagarkots Bergpässe geht es zum heiligen Palanchok Bhagabati Tempel.
- 2.500km auf Honda Win 110cc von Hanoi nach Saigon über den historischen Ho Chi Minh Pfad.
- 764km auf Royal Enfield 350cc von Kathmandus Tälern nach Muktinath.
- 700km durch Nepals abwechslungsreiches Terrain auf Royal Enfield 350cc. Vom Kathmandu-Tal zur Ebene von Chitwan, zu Tansens Aussichtspunkten und entlang des Pokhara-Sees.
- 960km durch Nordvietnam mit anspruchsvollen Anstiegen am Ma Phuc Pass und abgelegenen Bergpfaden. Tagestouren von 80-180km durch traditionelle Dörfer.
Südostasien-Rundreisen in Vietnam und Laos sind am besten von Oktober bis März, wenn es weniger Luftfeuchtigkeit und Regen gibt. In Nepal plane deine Upper Mustang Rundreise für Frühling (März-Mai) oder Herbst (September-November). Die Monsunzeit kann interessant sein, da dieses Gebiet nicht viel Regen bekommt. Für die Pyrenäen ziele auf Mai bis September, wenn die Bergpässe frei sind.
Motorrad Tests und Vergleiche
Die Bandbreite an Reiseenduros auf dem Markt hat sich in den letzten Jahren deutlich erweitert und verbessert, wie die jüngsten Tests verschiedener Modelle unter Beweis stellen. Die R 1300 GS von BMW, die einst als unangefochtene Spitze galt, findet nun in zahlreichen hochkarätigen Konkurrenten ebenbürtige oder gar überlegene Rivalen, sowohl in einzelnen Leistungsaspekten als auch in der Gesamtbewertung.
BMW R 1300 GS
Die 1300er ist der Verkaufsschlager im Reise-Enduro-Segment und daher auch für Bridgestone ein wichtiges Modell, um den neuen A41 Reifen zu präsentieren. Beim Umstieg von anderen Motorrädern, wie der F 900 oder einer Multistrada, fällt der Motor der GS auf. Er wirkt etwas ruppiger, was einige Fahrer cool finden, andere jedoch als anstrengend empfinden könnten.
Die GS zieht stark an den Ärmeln und hat ein sehr direktes Ansprechverhalten vom Gasgriff bis zum Hinterrad. Dies kann viel Spaß machen, aber auch gelegentlich anstrengend sein, vor allem auf längeren Touren. Die GS zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Balance aus, unabhängig vom Beladungszustand oder Terrain.
Ducati Multistrada V4 Rally
Die Ducati Multistrada V4 Rally beweist sich als exzellente Reiseenduro, die schnelles, sportliches Fahren mit Offroad-Tauglichkeit und außerordentlichem Komfort verbindet. Das Handling der Multistrada V4 Rally ist spielerisch, präzise und das Motorrad wird somit unglaublich schnell. Im Vergleich zu allen anderen Motorrädern in diesem Test sticht die Multistrada V4 Rally durch ihr einzigartiges Fahrgefühl und Handling hervor.
KTM 890 Adventure R Rallye
Auch die KTM 890 Adventure Rallye verdient eine besondere Erwähnung. Sie zeichnet sich durch überlegene Geländetauglichkeit aus, die sie von anderen Reiseenduros abhebt. Ihr herausragendes Merkmal ist zweifellos das Enduro-Fahrwerk, das in dieser Klasse einzigartig ist. Selbst für Fahrer, die nicht auf hohe Geschwindigkeiten aus sind, bietet das Fahrwerk ein erhöhtes Maß an Sicherheit und Komfort, da es Bodenunebenheiten effektiv ausgleicht.
BMW F 900 GS Adventure
Die BMW F 900 GS Adventure beeindruckt schon beim Aufsitzen mit ihrer mächtigen Präsenz, die einem sofort das Gefühl gibt, auf einem riesigen Adventure-Bike mit deutlich mehr als 1000 ccm zu sitzen. Das Einlenkverhalten ist neutral und harmoniert hervorragend mit den verbauten Bridgestone A41 Reifen, was ein müheloses Dahingleiten durch Kurven ermöglicht. Insgesamt ist die BMW F 900 GS Adventure ein ausgereiftes, gut ausgestattetes Motorrad, das sich trotz seines beeindruckenden Erscheinungsbildes überraschend einfach fahren lässt.
Suzuki V-Strom 1050DE
Auf den ersten Blick und der ersten Berührung bemerkt man, dass einige Details vielleicht etwas grobschlächtig und funktionell gestaltet sind, was dem Motorrad einen etwas rustikalen Charme verleiht. Das Motorrad ist zwar relativ schwer, aber das Fahrwerk ist hervorragend abgestimmt. Es bügelt komfortabel über Bodenwellen und bietet eine stabile Fahrt sowohl auf Asphalt als auch im Gelände.
Yamaha Tenere 700 World Raid
Die Yamaha Tenere 700 World Raid überrascht mit einem Auftreten, das weit über ihre Hubraumklasse hinausgeht. Sowohl im Stehen als auch im Sitzen bietet die Tenere 700 World Raid ein komfortables Fahrerlebnis. Im direkten Vergleich mit anderen Reiseenduros fällt auf, dass gewisse Komponenten der Yamaha nicht die gleiche Finesse bieten wie höherpreisige Modelle. Die Kupplung und Vorderbremse wirken etwas teigig, und auch der Motor lässt sich etwas grobschlächtig dosieren.
Vergleichstabelle ausgewählter Reiseenduros
| Modell | Leistung | Gewicht (fahrfertig) | Tankinhalt |
|---|---|---|---|
| BMW R 1300 GS | 145 PS | 237 kg | 19 Liter |
| BMW F 900 GS | 105 PS | 219 kg | 14 Liter |
| Ducati Multistrada V4 Rally | 170 PS | 227 kg (trocken) | 22 Liter |
| KTM 890 Adventure R | 105 PS | 215 kg | 20 Liter |
| Yamaha Ténéré 700 | 73 PS | 205 kg | 16 Liter |
| Suzuki V-Strom 1050DE | 107 PS | 252 kg | 20 Liter |
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