Die Zündkerze spielt eine kritische Rolle bei der Zündung des Brennstoff-Luft-Gemischs im Motor und ist daher ein wichtiger Faktor für eine effiziente Leistung und einen reibungslosen Betrieb des Motors.
Die Aufgabe der Zündkerze
Eine Zündkerze besteht aus zwei Elektroden, die durch eine isolierende Keramik- oder Porzellanschicht voneinander getrennt sind. Die Zündkerze ist Teil des Zündsystems und befindet sich in der Nähe des Brennraums des Motors. Wenn das Zündsystem aktiviert wird, fließt ein elektrischer Strom von einer der Elektroden zur anderen, was einen elektrischen Funken erzeugt.
Dieser Funken überspringt die Lücke zwischen den Elektroden und zündet das Brennstoff-Luft-Gemisch im Brennraum des Motors. Diese Zündung führt zur Verbrennung des Brennstoff-Luft-Gemischs und zur Freisetzung von Energie, die zur Antriebskraft des Motors beiträgt.
Wann ist es an der Zeit, eine Zündkerze im Motorrad zu wechseln?
Es gibt einige Verschleißteile an einem Motorrad, die aufgrund des ständigen Gebrauchs und der Belastung über eine bestimmte Zeit hinweg abgenutzt werden und nach einer gewissen Zeit ersetzt werden müssen, um eine optimale Leistung und Sicherheit zu gewährleisten. Eines dieser wichtigen Verschleißteile ist die Zündkerze.
Eine Zündkerze sollte im Motorrad normalerweise alle 10.000 bis 20.000 Kilometer oder einmal pro Jahr gewechselt werden. Ein früheres Wechseln kann notwendig sein, wenn Sie Anzeichen einer schlechten Zündkerze bemerken.
Anzeichen einer defekten Zündkerze
Es kann sein, dass die Zündkerze eine veränderte Farbe des Elektrodenabstandes hat. Ist sie weiß oder blau statt braun oder schwarz, so weist dieses auf eine verschlissene Zündkerze hin. Auch, wenn sich das Motorrad schwer starten lässt oder einen unregelmäßigen Lauf aufweist, könnte es sein, dass die Zündkerze ausgetauscht werden muss.
Weitere Symptome einer defekten Zündkerze:
- Leistungsverlust
- Schlechte Gasannahme
- Motorstottern
- Ruckler
- Aussetzer
- Motorklopfen
- Startprobleme
Ursachen für defekte Zündkerzen
Zündkerzen sind Verschleißteile, die hohen Temperaturen und Drücken sowie großen Temperatur- und Druckschwankungen ausgesetzt sind. Sie werden zusätzlich chemisch durch die Rückstände des Verbrennungsprozesses belastet. In der Konsequenz weisen Zündkerzen einen stetigen Verschleiß auf, der sich zwar je nach Aufbau und eingesetzten Leitern unterscheidet, aber unaufhaltsam ist.
Bei bis zu 40.000 Volt fließt ein Strom von bis zu 300 Ampere und die Elektroden heizen sich extrem auf. Das Material verbrennt über kurz oder lang und die Funkenstrecke vergrößert sich. Dadurch stimmt zunächst der Zündzeitpunkt nicht mehr und Zündaussetzer können auftreten.
Weitere Ursachen können sein:
- Falscher Wärmewert
- Lange Stehzeiten
- Alter Sprit
- Falsches Drehmoment beim Einbau
- Beschädigte Dichtung
- Schlechte Kraftstoffqualität
Die Zündanlage
Eine Zündanlage besteht aus Steuerungseinheit, Zündspule, Zündkabel, Kerzenstecker und Kerze. Verantwortlich für den korrekten Zündzeitpunkt ist die Steuerungseinheit. Der Zündzeitpunkt kann mechanisch über Unterbrecherkontakte (bei älteren Motorrädern bis ca. Baujahr 1980) oder elektronisch über Geber bzw. Sensoren gesteuert werden.
Während Kontaktzündungen nur dann zuverlässig funktionieren, wenn sie regelmäßig und fachmännisch gewartet werden, sind kontaktlose Zündungen wartungsfrei. Deshalb haben viele Besitzer älterer Maschinen ihre Fahrzeuge mithilfe passender Umbausätze entsprechend umgerüstet. Geht eine elektronische Zündung aber kaputt, wird der Ausfall dieser Blackbox meist teuer, sofern überhaupt Ersatz zu beschaffen ist.
Der Zündkerzencheck
Die Kontrolle der Zündkerzen ist im Prinzip simpel, vorausgesetzt, die Kerze ist gut zu erreichen. Am besten prüft man die Kerze nach einer zügigen Überlandfahrt, denn dann kann man anhand des Kerzenbilds auch Rückschlüsse auf die korrekte Einstellung des Motors ziehen.
Grundsätzlich sollten Kerzen nur bei möglichst kaltem Motor entfernt werden, weil sonst das empfindliche Gewinde im Zylinderkopf beschädigt werden kann. Unbedingt die Umgebung der Kerze vorher gründlich reinigen, damit kein Dreck durch das Zündkerzenloch in den Zylinder fällt. Das macht man am besten mit Druckluft (Schutzbrille tragen!).
An der Farbe der Elektrodenspitze einer Zündkerze lässt sich erkennen, ob die Zündung korrekt arbeitet bzw. das Gemisch stimmt. Das gilt aber nur nach einer zügigen Überlandfahrt und sofern der richtige Kerzentyp verwendet wird. Bei grauer bis hellbrauner Verfärbung des Isolators und der Elektrode ist die Verbrennung in Ordnung.
Wichtig für die ordnungsgemäße Funktion der Zündkerze ist der korrekte Elektrodenabstand. Je nach Motor ist er unterschiedlich, beträgt in der Regel aber 0,7 bis 0,9 Millimeter (Fahrzeughandbuch) und wird mit einer passenden Fühlerlehre kontrolliert.
Der Kerzenwechsel
Moderne Kerzen halten erstaunlich lange. Die vom Hersteller angegebenen Wechselintervalle (meist 24000 km) sind nur eine Empfehlung. Zeigt die Kerze keinen Abbrand, muss sie auch nicht getauscht werden.
Neue Kerzen sollte man vor dem Einbau unbedingt auf den vorgegebenen Elektrodenabstand kontrollieren und ihn gegebenenfalls durch ganz vorsichtiges Biegen korrigieren. Schließlich wird das Gewinde mit etwas Kupfer- oder Keramikpaste bestrichen, dann backt die Kerze nicht im Aluminium des Zylinderkopfs fest und lässt sich auch nach Jahren noch mit den Fingern herausdrehen.
Anschließend wird die Kerze mit der Hand und viel Gefühl vorsichtig eingeschraubt. Schon der erste Gewindegang muss richtig greifen und die Kerze sich leicht drehen lassen. Eine schräg angesetzte Kerze beschädigt oder zerstört unter Umständen das empfindliche Gewinde im Zylinderkopf.
Anzugswerte
Eine Zündkerze darf nur mit dem richtigen Drehmoment (oft nur 10 bis 30 Nm!) angezogen werden. Eine gebrauchte Zündkerze, bei der sich der Dichtring schon gesetzt hat, wird nach dem Aufsitzen des Gewindebunds um ca. 1/8 Umdrehung festgezogen, eine Zündkerze mit neuem Dichtring dagegen mit 1/4 bis 1/2 Umdrehung, damit der Dichtring sich setzen kann.
Schadensbilder und ihre Ursachen
Durch den einfachen Wechsel der Zündkerzen kann man Zündprobleme meist direkt beheben, doch kann man anhand des Schadensbildes auch erkennen, welche Ursache dem Ausfall zugrunde liegt.
- Stark verrostetes Zündkerzengehäuse: Wasser dringt in den Zündkerzenschacht ein.
- Verölte Zündkerze: Die Dichtung zwischen dem Kerzengewinde und dem Kerzengehäuse ist vermutlich beschädigt oder es wurde eine Zündkerze mit falscher Dichtung eingesetzt.
- Thermische Überlastung: Die Elektroden verbrennen und können sogar schmelzen.
- Anhaftungen an der Zündkerze: Schlechte Kraftstoffqualität oder Probleme mit der Gemischbildung.
- Fehlende Isolation um die Mittelelektrode: Die Zündkerze wurde entweder mit zu viel Drehmoment beim Einsetzen angezogen oder hatte bereits vor der Montage einen Fehler.
- Schwarze Punkte oder Streifen auf der Isolation: Ungewollte Entladungen zwischen dem Zündkerzenstecker und dem Zündkerzengehäuse.
- Braune Verfärbung der äußeren Keramik: Ölundichtigkeiten des Motors.
Zündkerzen und ihre Eigenschaften
Zündkerzen sind Verschleißteile, die auf den ersten Blick alle sehr ähnlich aussehen, sich aber durch ihre Länge, ihr Gewinde, die Dichtung, die Anzahl der Elektroden sowie ihre Anordnung, dem eingesetzten Leitermaterial und ihrem spezifischen Wärmewert unterscheiden. Daraus ergeben sich neben dramatischen Preisunterschieden auch verschiedene Laufleistungen.
In ihrer einfachsten und häufig eingesetzten Variante mit einer Masseelektrode und Kupfer-Nickel-Legierung halten Zündkerzen zwischen 20.000 und 30.000 Kilometer. Platin- und Iridium-Kerzen können hingegen Laufleistungen an die 100.000 Kilometer erreichen. Auch die Anzahl der Elektroden hat einen Einfluss, denn Zündkerzen mit 3 oder sogar vier Stück weisen einen geringen Verschleiß auf.
Der Wärmewert
Zündkerzen werden durch den Automobilhersteller so optimiert, dass sie zum jeweiligen Motor passen. Eine wichtige Kenngröße ist unter anderem der Wärmewert. Er besagt, ob es sich um eine heiße oder kalte Zündkerze handelt.
Eine heiße Zündkerze besitzt meist einen langen Isolatorfuß und ein langes Kerzengewinde und bietet den Vorteil, sehr schnell ihre Betriebstemperatur von ca. 500° Celsius zu erreichen. Dadurch können Ruß und andere Ablagerungen zeitnah verbrannt werden und die Kerze reinigt sich selbst. Andererseits neigen sie im Hochlastbereich zur Überhitzung, wobei im schlimmsten Fall das Kraftstoff-Luft-Gemisch nicht mehr durch den Funkensprung entzündet wird, sondern durch as Glühen der Elektroden. Motorklopfen ist die Folge.
Kalte Glühkerzen erhitzen sich nicht so stark, leiden jedoch vor allem bei Kurzstreckenfahrten, weil sie länger brauchen, um ihre Betriebstemperatur zu erreichen. Werfen Sie daher einen Blick auf die alten Zündkerzen und beachten Sie dass sich der Wärmewert trotz gleicher Bauform unterscheiden kann.
Übrigens: Unterschiedliche Hersteller nutzen andere Klassifizierungen für die Unterscheidung des Wärmewerts. Dies ist wichtig, falls Sie z.B. von Bosch auf NGK umsteigen.
Was wird gebraucht?
- Reparaturanleitung
- Fühlerlehre
- Kupfer-/Keramikpaste
- WD 40
- Multimeter
- Zündkerzenschlüssel
- Zündkerzensafe
- Drehmomentschlüssel
- Passende Stecknüsse
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