Zündkerzen gehören zu den Verschleißteilen am Auto und Motorrad und müssen regelmäßig ersetzt werden, um das Funktionieren des Fahrzeugs sicherzustellen. Eine der wichtigsten Prüfungen ist das Checken und Wechseln der Zündkerzen. Diese Teile unterliegen dem Verschleiß und sollten je nach Herstellerangaben ca. alle 30.000 Kilometer gewechselt werden. Doch wann ist es an der Zeit eine Zündkerze im Motorrad zu wechseln?
Wann müssen Zündkerzen gewechselt werden?
Zündkerzen sind Verschleißteile, die nach ca. 30.000 bis 80.000 Kilometern ausgetauscht werden müssen. Bei besonders hochwertigen Zündkerzen kann der Wechselintervall größer sein. Sie erreichen das Ende ihrer Nutzdauer bei ca. 100.000 Kilometern. Allerdings können viele Kurzstreckenfahrten, eine minderwertige Kraftstoffqualität, verschmutzte Luftfilter, oder ein schlecht eingestellter Motor den nutzungsbedingten Verschleiß erheblich beschleunigen und dafür sorgen, dass Sie Ihre Zündkerze früher wechseln müssen.
Ein früheres Wechseln kann notwendig sein, wenn Sie Anzeichen einer schlechten Zündkerze bemerken. Es kann sein, dass die Zündkerze eine veränderte Farbe des Elektrodenabstandes hat. Ist sie weiß oder blau statt braun oder schwarz, so weist dieses auf eine verschlissene Zündkerze hin. Auch, wenn sich das Motorrad schwer starten lässt oder einen unregelmäßigen Lauf aufweist, könnte es sein, dass die Zündkerze ausgetauscht werden muss. Wenn die Motorkontrollleuchte aufblinkt oder Sie bemerken, dass sich die Motorleistung des Fahrzeugs verringert hat, kann das ein Anzeichen für eine beschädigte Zündkerze sein.
Achtung! Alle aufgelisteten Symptome müssen nicht zwangläufig von einer defekten Zündkerze herrühren. Auch die Zündspüle, das Zündkabel oder das Einspritzventil können defekt sein. Deshalb ist es ratsam auch andere Autoteile zu überprüfen bzw. inspizieren zu lassen, bevor Sie die Zündkerze wechseln.
Was passiert wenn die Zündkerzen nicht gewechselt werden?
Wenn Sie eine abgenutzte oder defekte Zündkerze nicht rechtzeitig austauschen, erhöht sich der Motorverschleiß. Außerdem kann es zu einer Fehlzündung kommen, bei der das Kraft-Luftgemisch teilweise unverbrannt aus dem Zylinder in das Auspuffrohr gelangt, wo es mit einer Explosion entzündet. Dadurch können Schäden an Motor, Fahrzeugkatalysator und Schalldämpferanlage oder an der Lambdasonde entstehen, die in einer Werkstatt behoben werden müssen.
Vorbereitung für den Zündkerzenwechsel
Um eine Zündkerze zu wechseln, ist geeignetes Werkzeug notwendig. Sie müssen, bevor Sie die Zündkerzen wechseln, die Batterie abklemmen. Achten Sie auch unbedingt darauf, dass die Zündung ausgestellt ist, ansonsten besteht Lebensgefahr. Außerdem dürfen Sie die Zündkerze nur wechseln, wenn der Motor abgekühlt ist. Sowohl Zündkerze als auch Zylinderkopf dehnen sich bei Erwärmung aus.
Notwendige Werkzeuge und Materialien
- Zündkerzennuss mit Gummieinlage
- Ratsche/Knarre mit Verlängerung
- Drehmomentschlüssel
- Druckluft (oder Pinsel)
- Gereinigter Lappen
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln der Zündkerze
Haben Sie alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, können Sie mit dem Wechsel der Zündkerzen beginnen.
- Zugang zu den Zündkerzen herstellen: Bei neueren Automodellen müssen Sie hierfür die Verkleidungen demontieren, die die Zündkerzen verdeckt.
- Zündkerzenstecker abziehen: Jeder Zündkerzenstecker ist einem Zylinder zugeordnet und muss nach dem Wechsel wieder an der richtigen Stelle angebracht werden. Sie können die einzelnen Stellen beispielsweise mit Kreppband markieren und zuordnen.
- Zündkerzenschacht säubern: Säubern Sie den Zündkerzenschacht mit einem harten Pinsel.
- Alte Zündkerze herausschrauben: Schrauben Sie die alte Zündkerze mit dem Zündkerzenschlüssel heraus. Gehen Sie dabei behutsam vor, um das Gewinde im Zylinderkopf nicht zu beschädigen.
- Neue Zündkerze einschrauben: Schrauben Sie die neue Zündkerze per Hand ein.
- Zündkerzenstecker aufstecken: Stecken die Zündkerzenstecker wieder auf die obere Hälfte der Zündkerzen.
Es ist nicht ratsam, die Zündkerzen zu wechseln, ohne einen Drehmomentschlüssel zu verwenden. Sie können das exakte Anzugmoment, das der Fahrzeug- oder Zündkerzenhersteller angibt, per Hand möglicherweise nicht erreichen.
Zusätzliche Hinweise und Tipps
- Zündkerzenwechsel ohne Zündkerzenschlüssel: Es ist möglich, aber nicht empfehlenswert.
- Reinigung des Zündkerzenschachts: Raum um die Zündkerze von Verschmutzung befreit. (Kompressor und Blaspistole).
- Prüfung der neuen Zündkerze: Neue Zündkerze vor dem Einbau kontrolliert werden.
- Anzugsdrehmomente beachten:
Anzugsdrehmomente für Zündkerzen mit Dichtring:
Gewindedurchmesser Zylinderkopfmaterial Anzugsdrehmoment 18 mm Gusseisenkopf 35 - 45 Nm 14 mm Gusseisenkopf 25 - 35 Nm 12 mm Gusseisenkopf 15 - 25 Nm 10 mm Gusseisenkopf 10 - 15 Nm 18 mm Aluminiumkopf 35 - 40 Nm 14 mm Aluminiumkopf 25 - 30 Nm 12 mm Aluminiumkopf 15 - 20 Nm 10 mm Aluminiumkopf 10 - 12 Nm Anzugsdrehmomente konische Zündkerzen (ohne Dichtring):
Gewindedurchmesser Zylinderkopfmaterial Anzugsdrehmoment 18 mm Gusseisenkopf 20 - 30 Nm 14 mm Gusseisenkopf 15 - 25 Nm 18 mm Aluminiumkopf 20 - 30 Nm 14 mm Aluminiumkopf 10 - 20 Nm - Beschädigung des Zylinderkopfgewindes vermeiden: Achten Sie darauf, dass man sie nicht schief ansetzt, sonst kann das Gewinde beschädigt werden.
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