Viele Motorradfahrer, insbesondere Anfänger, stehen vor der Frage, ob 34 PS für den Anfang ausreichen oder ob damit der Fahrspaß zu kurz kommt. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit dieser Thematik, beleuchtet verschiedene Modelle und gibt Einblicke in deren Vor- und Nachteile.
Die Qual der Wahl: Welches 34-PS-Motorrad ist das Richtige?
Für Führerscheinneulinge, die direkt ins Sportsegment einsteigen möchten, stellt sich die Frage: Was können gedrosselte Supersportler eigentlich leisten? Um diese Frage zu beantworten, hat PS einen Vergleichstest durchgeführt. Dabei wurden neben der "offenen" Kawasaki Ninja 250 R (mit 33 PS) auch die ab Werk mit Drosselkit verfügbaren Supersportler Kawasaki ZX-6R, Suzuki GSX-R 600 und Triumph Daytona 675 getestet. Die Honda CBR 600 RR, Ducati 848 und Yamaha R6 waren nicht ab Werk mit 34 PS erhältlich, aber Kits vom Zubehörmarkt sind verfügbar.
Drosselungsmethoden im Vergleich
Die Testkandidaten waren auf unterschiedliche Art und Weise leistungslimitiert. Triumph drosselte die Daytona 675 mittels eines Metallbügels, der die Drosselklappenöffnung begrenzte. Kawasaki setzte bei der ZX-6R neben dem Drosselklappenanschlag zusätzlich einen Stecker auf dem Diagnoseanschluss ein, um den Kraftstoffdruck anzupassen. Suzuki hingegen drosselte die GSX-R 600 über die Elektronik, was den Austausch des Steuergeräts erforderte. Die Ninja 250 R bot von Haus aus den vollen Dreh am Gasgriff.
Testkandidaten im Detail
Kawasaki Ninja 250 R: Der kleinste und günstigste Hüpfer im Feld überzeugte mit leichtem Handling und anfängertauglicher Sitzposition. Allerdings mangelte es dem Reihen-Twin an Hubraum und Drehmoment, was sich im Durchzug bemerkbar machte.Kawasaki ZX-6R: Die ZX-6R überzeugte mit einer prima Leistungsverteilung und den besten Durchzugswerten. Die Drosselung veränderte den Charakter des Sportlers signifikant, bot aber dennoch fast 200 km/h Höchstgeschwindigkeit.Suzuki GSX-R 600: Die Suzuki GSX-R 600 fühlte sich wie ein echter Supersportler an, bot aber eine unharmonische Leistungsentfaltung. Trotzdem war sie aufgrund ihrer kommoden Sitzposition und des "easy-going" Handlings keine schlechte Wahl für Einsteiger.Triumph Daytona 675 SE: Die Triumph Daytona 675 versprühte reinen Racing-Charme, musste aber beim Durchzug der Kawa ZX-6R den Vortritt lassen. Die Sitzposition war gewöhnungsbedürftig und verlangte vom Einsteiger eine gewisse Härte.
Testergebnis
Die Kawasaki ZX-6R bot das beste Gesamtpaket aus gutem Motor, günstiger Drossel und anfängertauglicher Ergonomie. Triumph hatte ebenfalls einen guten Motor, aber die Sitzposition war für Einsteiger gewöhnungsbedürftig. Suzuki drosselte teuer und unharmonisch. Die kleine Kawa war ein gutes Einsteigerbike, aber eben kein echter Sportler.
MOTORRAD-Vergleichstest: 34-PS-Motorräder im Fokus
Auch die Zeitschrift MOTORRAD hat einen Vergleichstest mit fünf Motorrädern verschiedener Kategorien durchgeführt, um herauszufinden, welche Drosselung am besten gelungen ist und welches Motorrad am meisten Spaß macht. Im Test waren die BMW F 650 GS, Harley-Davidson Sportster 883 Iron, Honda CBF 600, Kawasaki Ninja 250 R und Suzuki Bandit 1250 vertreten.
Testkandidaten im Detail
- BMW F 650 GS: Die BMW F 650 GS besaß die beste Drosselung, war aber aufgrund ihrer enormen Sitzhöhe eher für größere Einsteiger geeignet.
- Harley-Davidson Sportster 883 Iron: Trotz Drossel ging dem Motor nichts an seiner Faszination verloren. Die Sitzposition war gewöhnungsbedürftig, aber der Erlebniswert hoch.
- Honda CBF 600: Die Honda CBF 600 bestach vor allem durch eine gute Sitzposition und super Bremsen. Der Motor lief sahnig-seidig, fühlte sich aber etwas zugeschnürt an.
- Kawasaki Ninja 250 R: Die Kawasaki Ninja 250 R hatte ein tolles Handling, dafür musste der kleine Motor ordentlich drehen, um vorwärts zu kommen. Sie war die einzige nicht gedrosselte Maschine im Test.
- Suzuki Bandit 1250: Die Suzuki Bandit 1250 lohnte sich vor allem, wenn man sie nach Ablauf der 34-PS-Begrenzung offen fahren wollte. Die Drosselung durch Gaswegbegrenzung war gewöhnungsbedürftig.
MOTORRAD-Punktewertung
In der Kategorie Motor glänzten BMW und Kawasaki, während die Harley aufgrund ihres phlegmatischen Motors eine Schlappe hinnehmen musste. Beim Fahrwerk überzeugte die Honda mit dem besten Fahrwerk und den besten Bremsen. Die Kawa ließ sich am einfachsten fahren, während die Suzuki am hohen Gewicht krankte.
BMW G 310 GS: Eine Reiseenduro für den Weltmarkt
Die BMW G 310 GS ist als Reiseenduro für den Weltmarkt konzipiert und soll eine breite Zielgruppe bedienen. Sie überzeugt mit einem stimmigen Gesamtkonzept und gutem Fahrverhalten. Der Einzylinder-Motor mit 34 PS sorgt für ausreichend Vortrieb, während das Fahrwerk auch auf Schotterwegen genügend Traktion und ausreichend Reserven bietet.
Technische Daten der BMW G 310 GS
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | 1 Zylinder, 313 ccm Hubraum, 25 kW (34 PS) bei 9250 U/min |
| Max. Drehmoment | 28 Nm bei 7250 U/min |
| Leergewicht | 175 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 143 km/h |
| Preis | 6600 Euro |
BMW G 310 R: Das agile Stadt- und Land-Bike
Die BMW G 310 R ist ein handliches, komfortables und agiles Naked Bike für Stadt und Landstraße, das vor allem für Einsteiger und Wiedereinsteiger interessant ist. Sie bietet ein ausgezeichnetes Fahrverhalten, einfaches Handling und ist Euro-5-konform.
Technische Daten der BMW G 310 R
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | 1 Zylinder, 313 ccm Hubraum, 25,5 kW bei 9250/min |
| Max. Drehmoment | 28 Nm bei 7500 U/min |
| Leergewicht | 164 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 143 km/h |
| Preis | 5650 Euro |
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