Ob Neuling oder Wiedereinsteiger: Die Faszination Motorrad zieht viele in den Bann. Jedes Jahr entscheiden sich Menschen in Deutschland für den Motorradführerschein - laut Statista wurden allein im Jahr 2023 ganze 206.708 Führerscheine der Klassen A, A1 und A2 ausgestellt. Eine Vielzahl dieser Menschen sucht anschließend nach einem Motorrad für Anfänger - schließlich fängt man in der Regel erst einmal klein an. Was Sie als Anfänger beziehungsweise Anfängerin oder gar für den Wiedereinstieg ins Motorradfahren beachten sollten, erfahren Sie hier.
Der Weg zum Motorradführerschein
Die ersten Schritte auf dem Weg zum Motorradführerschein sind besonders spannend. Wichtig ist, sich im Umgang mit dem Motorrad von Beginn an bedacht und ruhig zu verhalten. Schließlich sind Verletzungs- und Unfallgefahr mit einem Motorrad durch die fehlende Knautschzone in Kombination mit den verschiedenen Kräften - Fliehkräfte, Schwerkraft, Umfangs- und Längskräfte, Beschleunigungskräfte, Wind, etc. - besonders hoch und können fatal enden. Wer bereits den Pkw-Führerschein hat, profitiert davon nicht nur während der Theoriestunden, sondern auch später auf der Straße - der Schulterblick, die Beobachtung von Verkehr und Gefahrensituationen sowie die Reaktionsfähigkeit sind in diesem Fall bereits geschult.
Bevor es auf den Übungsplatz geht, kommen meist ganz andere Aufgaben zum Einsatz. Oftmals handelt es sich bei einer der ersten Übungen mit dem Bike um das Schieben des Motorrads. Dies hilft, ein Gefühl für das Gewicht des Fahrzeugs zu bekommen. Für den theoretischen Teil des Führerscheins bis zur Zulassung zur Theorieprüfung sind 12 Doppelstunden mit je 90 Minuten Grundstoff vonnöten sowie vier Doppelstunden mit je 90 Minuten Zusatzstoff, man sollte zusätzlich mit circa 20 bis 30 Fahrstunden rechnen sowie Autobahn- und Überlandfahrten.
In der Regel benötigen Neulinge zwischen sechs Wochen und einem halben Jahr, jedoch kann die Dauer auch vom Start und der Saison abhängig sein.
Das passende Motorrad finden
Natürlich ist mit dem Erhalt des Führerscheins auch die Frage nach dem passenden Gefährt aktuell. Hier kommt es nicht nur auf die Kosten für das Bike und etwaige Zusatzausstattung an - viel wichtiger ist es, dass das Motorrad zur Person passt. Das richtige Anfängermotorrad für große Menschen ist dabei eines, das ausreichend Sitzhöhe hat, um Arme und Beine in entspanntem Sitz gut zu positionieren. Kleinere Menschen müssen ebenfalls bequem sitzen und dabei den Boden mit den Füßen berühren können.
Mit der angedachten Nutzungsart und nähert man sich dem gewünschten Stil des Bikes. Wie möchte ich fahren? Möchte man auf einem Chopper lässig über die Landstraßen gleiten oder soll es mit einer Enduro ins Gelände gehen? Wird man nur zur Hauptsaison fahren oder auch in der Kälte, solange das Wetter es zulässt? Passt das Bike zu meiner Statur? Beim Kauf gilt es, die eigenen körperlichen Merkmale mit den Eckdaten und der Größe des Bikes abzustimmen. Neben der Körpergröße ist auch die eigene Fitness zu beachten. Ein weiteres wichtiges Merkmal: Das Eigengewicht des Bikes. Wie bereits beschrieben, muss das Handling der Maschine auch im ausgeschalteten Zustand gut funktionieren.
Wie gut kann ich das Motorrad kontrollieren? Lässt sich der Lenker gut und sicher steuern, kommt man problemlos an alle Knöpfe, Tasten, Hebel, Blinker? Wie gut schaltet und reagiert das Motorrad bei der Probefahrt, entfaltet es seine Leistung gleichmäßig? Was darf es kosten? Das günstige Motorrad ist vielleicht nicht das passende für Anfänger, das hochpreisige muss jedoch auch nicht richtig sein. Die Details müssen stimmen, damit sicheres Fahren gewährleistet ist. Auch beim Gebrauchtkauf ist empfiehlt es sich beispielsweise, auf das integrierte Antiblockiersystem (ABS) zu setzen.
Sicherheit geht vor: Schutzkleidung und Versicherung
Das A und O beim Fahren auf dem Bike ist die passende Motorradbekleidung, ganz gleich, ob man Anfänger bzw. Anfängerin, Wiedereinsteiger oder alter Hase ist. Während in Deutschland zwar nur der Motorradhelm Pflicht ist, kann passende Motorradschutzkleidung Leben retten. In festes Schuhwerk, Nierengurt, Handschuhe und zumindest eine Motorradjacke mit Protektoren zu investieren, ist daher immer ratsam. Besser noch ist die komplette Schutzmontur, die auch eine Motorradhose beinhaltet.
Die Motorradversicherung ist ein Muss! Egal, über welchen Anbieter Sie Ihr Fahrzeug versichern, zumindest die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Teil- oder Vollkasko kann je nach Situation Sinn ergeben. Ein Führerschein ist immer eine Investition, deshalb lohnt sich der Vergleich bei den Angeboten verschiedener Versicherer. Wer bereits einen Pkw hat, kann bei Verti mit dem Zweitfahrzeugtarif sparen. Die Verti Motorradversicherung bietet besonders günstige Tarife für eine leistungsstarke Teilkaskoversicherung, bei der drei Produktlinien zur Wahl stehen. Entscheiden Sie sich für die Premium-Produktlinie, sind für wenig Geld auch Schäden an Helm und Bekleidung bis 1.000 € abgesichert.
10 Tipps für Motorrad-Neulinge
- Seien Sie vorsichtig, wem Sie Ihr Motorrad anvertrauen.
- Fahren Sie erst mit Sozius, wenn Sie sich sicher fühlen.
- Nutzen Sie die Kupplung als Freund und Helfer.
- Schalten Sie entspannt an der Ampel herunter.
- Beobachten Sie den Verkehr beim Spurwechsel aufmerksam.
- Achten Sie auf das ABS, wenn Sie ein anderes Motorrad fahren.
- Tragen Sie immer Ihre Schutzkleidung.
- Vermeiden Sie Hektik beim Fahren.
- Beschäftigen Sie sich mit der Technik Ihres Motorrads.
- Hanging Off ist eher etwas für erfahrene Fahrer.
Häufige Anfängerfehler und wie man sie vermeidet
- Falsche Kurvengeschwindigkeit: Passen Sie die Geschwindigkeit der Kurve an und achten Sie auf eine optimale Fahrtlinie.
- Überschätzung des eigenen Könnens: Sammeln Sie Fahrpraxis, bevor Sie lange Touren planen.
- Falsche Körperhaltung: Achten Sie auf eine bequeme Sitzposition und vermeiden Sie Verkrampfungen.
- Fahren mit Beifahrer ohne Übung: Trainieren Sie das Fahren mit Beifahrer, bevor Sie eine längere Ausfahrt starten.
- Probleme im Kreisverkehr: Achten Sie auf eine flüssige Linie und üben Sie die Rechts-links-rechts-Kombination.
Fahrsicherheitstraining und Übung
Zugegeben: Ein Fahrsicherheitstraining ist für alle Verkehrsteilnehmenden eine gute Sache, ganz gleich, ob es sich um das Fahren von Pkw, Motorrad, Wohnwagen oder Kleintransporter handelt. Selbst Rennstreckentrainings und Motorradtouren auf dem Bike gibt es bereits für Anfänger und Anfängerinnen. Generell findet sich im Angebot etwas für Neulinge, Wiedereinsteiger, Abenteuerlustige und Profis - so werden Kurven zum Genuss und Fahrsicherheit zur Routine.
Wie sich Kurven fahren lassen, hängt nicht nur von der Maschine ab, sondern auch von der jeweiligen Situation und Umgebung. An diese muss man sich als Fahrerin oder Fahrer jederzeit anpassen können.
In der Fahrschule habt ihr die Regeln für den Straßenverkehr verinnerlicht und erste Praxiserfahrungen auf dem Motorrad sammeln können, nun geht es darum, Erfahrungen zu sammeln. Absolviert regelmäßig ein Motorrad-Fahrsicherheitsstraining. Bei einem neuen Motorradrad macht ihr euch vor der Fahrt genau mit den Bedienelementen vertraut.
Motorradführerscheine in Deutschland: Ein Überblick
In Deutschland gibt es verschiedene Ausführungen der Fahrerlaubnis für Motorräder. Die meisten davon werden mit Fahrstunden und Prüfung in Fahrschulen angeboten. Diese kannst du ab verschiedenen Altersklassen von 16 Jahren bis 24 bestehen. Die Fahrerlaubnis gibt vor, welche Fahrzeuge du fahren darfst. Damit du vorab schon einmal einen Überblick bekommen kannst, findest du hier die unterschiedlichen Klassifikationen mit erlaubten Fahrzeugen und Mindestalter aufgelistet.
Fahrerlaubnisklassen im Überblick
| Fahrerlaubnis | Mindestalter | Fahrzeugtypen |
|---|---|---|
| AM | 16 Jahre | Leichte Zweiräder bis 45 km/h, Dreirädrige Kleinkrafträder bis 45 km/h, Leichte vierrädrige Straßen Quads |
| A1 | 16 Jahre | Krafträder mit weniger als 125 cm³ Hubraum, Motorleistung unter 11 kW |
| A2 | 18 Jahre | Krafträder mit weniger als 35 kW Leistung |
| A | 24 Jahre (Direkteinstieg) 20 Jahre (bei Vorbesitz von A2 seit mind. 2 Jahren) | Alle Krafträder |
Tipps für die erste Tour
Nach frisch bestandener Fahrerlaubnis für das Motorrad, solltest du dich genau mit deinem Fahrzeug auseinandersetzten. Verständnis von der Technik, kann dir im Ernstfall helfen, aber auch für kleinere Reparaturarbeiten günstiger sein. Vor allem mit den Systemen, musst du dich auseinandersetzten. Beispielsweise haben einige Motorräder kein ABS-Bremssystem, welches die Bremsbewegung ausgleicht, sodass du weniger schnell rutscht. Hast du aber mit einem solchen gelernt, ist es wichtig, das vorsichtige Bremsen ohne vorher zu üben.
Für die Planung ist es trotzdem wichtig, Länge der Strecke und Fähigkeiten der Mitreisenden abzuschätzen und mit einzuplanen. Damit alle Beteiligten ein schönes Reiseerlebnis haben. Körperliche Kraft und Ausdauer spielen eine Rolle, trotz des Motors. Auch die Konzentrationsfähigkeit im Straßenverkehr, lässt mit der Zeit natürlich nach. Daher ist es wichtig, dass alle Mitreisenden, gerade für längere Strecken, schon einiges an Erfahrung mitbringen.
Wenn die Route dann geplant ist, macht es Sinn über eine geeignetes Navigationsgerät nachzudenken. Navis für das Motorrad gibt es, diese sind aber oft recht teuer. Das Handy zu bedienen ist nicht erlaubt, genauso wie im Auto. Allerdings darf man es in einer Handyhalterung verwenden, wenn man es während der Fahrt nicht bedient. Auf diesem Weg hast du deine Route immer vor Augen.
Mentale Aspekte beim Motorradfahren
Motorradfahren passiert zu 90 Prozent im Kopf. Umso wichtiger ist es also, dass die „Regierungschefin“ zwischen unseren Ohren, wie es meine geschätzte Kollegin Astrid auszudrücken pflegt, frei ist von Stressoren und Blockaden. Ein freier Kopf beim Motorradfahren garantiert uns, den Fokus auf das zu legen, was wichtig ist. Und was ist das? Natürlich der Spaß am Motorradfahren selbst. Mit Spaß lässt sich jede Herausforderung meistern. Und Herausforderungen gehören dazu.
Verbessern Sie Ihre Fähigkeiten auf dem Motorrad vor allem durch ständige bewusste Wahrnehmung und die Anwendung des Gelernten. Dies gilt besonders, wenn Sie nur gelegentlich Motorrad fahren. Als Basisausbildung hilft ein fundiertes Sicherheitstraining. So erfahren Sie, wo Ihre Schwächen und Grenzen liegen.
Tipps für das Kurvenfahren
Ganz gleich auf welcher Maschine: Bei zügiger Kurvenfahrt kommt auf dem Motorrad so richtig Freude auf. Für einen flüssigen Ablauf der Fahrt ist die kontinuierliche Blickführung entscheidend. Trainieren Sie den schnellen und ausgeprägten Schräglagenwechsel.
In Schräglage hält die Physik für den Motorradfahrer einige Überraschungen bereit, die gefährlich werden, wenn die Komponenten falsch bedient werden. Trainieren Sie deshalb das Zusammenspiel von Gas, Kupplung, Vorderrad- und Hinterradbremse bei zügiger Kurvenfahrt und in Schräglage.
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