Motorradfahren während der Schwangerschaft: Risiken und Empfehlungen

Eine Schwangerschaft ist ein Ausnahmezustand. Um die bestmöglichen Bedingungen für das Ungeborene zu schaffen, werden die meisten Aspekte des Alltags hinterfragt - im Hinblick darauf, ob sie für das Baby gut sind oder ihm gar schaden könnten. Viele Frauen müssen auf liebgewonnene Gewohnheiten verzichten, um ihr ungeborenes Kind nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Koffein, roher Fisch, Alkohol und Nikotin sind nur einige Beispiele für Dinge, die für die nächsten neun Monate tabu sind. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Motorradfahren in der Schwangerschaft aus?

Ist Motorradfahren in der Schwangerschaft erlaubt?

Zunächst einmal gibt es kein Gesetz, das Schwangeren verbietet, Motorrad zu fahren. Ob Sie auch in der Schwangerschaft weiterhin Motorrad fahren dürfen, hängt natürlich davon ab, ob alles komplikationsfrei verläuft, aber auch ein Stück weit davon ab, welches Motorrad Sie fahren. Solange die Kombi passt, würde ich fahren und wenn sie nicht mehr passt ist es Zeit sie vorerst weg zu legen. Es liegt also im Ermessen der Frau, ob sie schwanger Motorrad fahren möchte. Prinzipiell spricht nichts gegen eine Spritztour, wenn die Schwangerschaft ohne weitere Komplikationen verläuft.

Allerdings kann es sich als sehr schwierig erweisen, mit wachsendem Bauch die passende Schutzkleidung zu finden. Schnell werden Jacke, Hose und vor allem der Nierengurt zu eng, die die Biker schützen sollen. Und ein Motorradunfall ohne Schutzkleidung kann erheblichen Schaden anrichten.

Risiken des Motorradfahrens in der Schwangerschaft

Es ist kein Geheimnis, dass das Unfallrisiko für Motorradfahrer grundsätzlich höher ist als für Autofahrer. Motorrädern fehlt die bei Autos vorhandene Knautschzone, welche bei Unfällen Schutz bieten kann. Zudem besteht beim Motorradfahren, anders als im Auto, die Gefahr des Stürzens. Grundsätzlich sollte sich jede Motorrad-fahrende Person über diese Risiken im Klaren sein.

Die werdende Mutter sollte sich aber der Tatsache bewusst sein, dass das Unfallrisiko mit dem Motorrad im Vergleich zum Auto deutlich größer ist. Außerdem verfügt es nicht über dieselben Sicherheitsmaßnahmen, um die Fahrerin (und das Kind) im Falle eines Unfalls zu schützen. Das Verletzungsrisiko ist mit dem Motorrad schlicht höher, als wenn sie schwanger Auto fährt. Hier gilt es deshalb wiederum, zwischen Fahrspaß und Sicherheit abzuwägen. Die Sicherheit steht natürlich an erster Stelle, wenn es darum geht, während der Schwangerschaft Motorrad zu fahren.

Vibrationen

Einige Motorräder, wie Einzylinder ohne Ausgleichswelle, vibrieren sehr stark. Das kann vor allem in den ersten drei Monaten sowohl durch einen beispielsweise entstehenden Blasenreiz unangenehm sein. So kommt es beispielsweise bei Einzylindern ohne Ausgleichswelle oder Choppern mit Starrrahmen zu recht starken Vibrationen. In der weiteren Schwangerschaft haben Frauen dann oft Schwierigkeiten, passende Motorradkleidung zu finden und etwa durch einen entsprechend weiten Nierengurt für ausreichenden Schutz beim Biken zu sorgen.

Durch die Erschütterungen können Blutungen und sogar Wehen ausgelöst werden. Zu solch stark vibrierenden Motorrädern, von denen Schwangere die Finger lassen sollten, zählen z.B. Einzylinder ohne Ausgleichswelle und Chopper mit Starrahmen.

Gleichgewichtsprobleme

Mit fortschreitender Schwangerschaft kämpfen viele Frauen mit Gleichgewichtsproblemen. Häufig beginnt dieses Problem etwa mit dem dritten oder vierten Schwangerschaftsmonat. Auch wenn die Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten ist, so in etwa ab dem dritten oder vierten Monat, fällt es den Frauen erfahrungsgemäß schwer, mit dem Motorrad sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Durch den wachsenden Babybauch und die in dieser Zeit ausgeschütteten Hormone ist es für sie zunehmend schwierig, mit der schweren Maschine das Gleichgewicht zu halten. Das Risiko für einen Sturz steigt mit wachsendem Bauchumfang.

Wann Sie besser auf das Motorradfahren verzichten sollten

Sie können Ihren Frauenarzt fragen, ob Sie das Motorradfahren während der Schwangerschaft unterlassen sollten. Prinzipiell ist das nicht verboten. Sie sollten dieses Thema aber zuvor mit Ihrem Frauenarzt besprechen. Fragen Sie vorher bei Ihrem Frauenarzt nach, ob es in Ihrer Schwangerschaft möglicherweise Anzeichen dafür gibt, dass Sie das Motorrad besser für eine Weile stehenlassen sollten.

Während manche Frauen in der Schwangerschaft regelrecht aufblühen und kaum über Probleme berichten, haben andere mit Widrigkeiten wie Übelkeit, Rückenschmerzen und Migräneanfällen zu kämpfen. Haben Sie Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen oder leiden unter Übelkeit, sollten Sie auf das Motorradfahren verzichten. Zählen Sie zu der Gruppe, die unter Komplikationen leidet, sollten Sie schwanger das Motorradfahren unterlassen, da das Unfallrisiko für Sie und Ihr Kind einfach zu groß ist.

Alles in allem gilt: Sie selbst entscheiden, ob Sie das Motorradfahren für die Zeit der Schwangerschaft aufgeben wollen oder nicht. In der Regel gilt: Was für die werdenden Mutter gut ist, kann dem Baby an und für sich nicht schaden.

Ratschläge für Motorradfahrerinnen in der Schwangerschaft

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Bevor Sie eine Entscheidung treffen, konsultieren Sie Ihren Frauenarzt, um sicherzustellen, dass Ihre Schwangerschaft stabil ist und keine Komplikationen vorliegen.
  • Achten Sie auf Ihren Körper: Hören Sie auf Ihren Körper und fahren Sie nicht, wenn Sie sich unwohl fühlen, müde sind oder unter Schwangerschaftsbeschwerden leiden.
  • Passen Sie Ihre Kleidung an: Stellen Sie sicher, dass Ihre Motorradkleidung bequem sitzt und ausreichend Schutz bietet, auch wenn Ihr Bauch wächst.
  • Fahren Sie vorsichtig: Fahren Sie defensiv und vermeiden Sie riskante Fahrmanöver.
  • Vermeiden Sie lange Fahrten: Beschränken Sie Ihre Fahrten auf kurze Strecken und legen Sie regelmäßige Pausen ein.
  • Wählen Sie ein geeignetes Motorrad: Vermeiden Sie Motorräder mit starken Vibrationen.

Dennoch solltest Du zur Sicherheit zunächst mit Deiner Hebamme oder Deiner Frauenärztin bzw. Deinem Frauenarzt über Dein Vorhaben sprechen. Steht der Fahrt nichts im Weg, denke immer an Deiner Sicherheit. Das beginnt bereits mit der Kleidung. Du benötigst eine für Motorradfahrten geeignete Jacke, Hose und einen Nierengurt. Wann das so weit ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Ob sich das Motorradfahren für Dich eignet, hängt unter anderem auch davon ab, welche Maschine Du fährst.

Bedenke zur Sicherheit auch, dass Deine Reaktionsfähigkeit in der Schwangerschaft abnehmen kann. Auch Deine Aufmerksamkeit und Wahrnehmung können sich verändern. Deswegen solltest Du in der Schwangerschaft besonders ruhig, besonnen, vorsichtig und vorausschauend fahren. Vermeide Stress in allen Situationen und verzichte auf unnötige und abrupte Bremsmanöver.

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