Motorradfahren in Italien: Tipps und Routen

Italien ist ein Paradies für Motorradfahrer. Mit seinen vielfältigen Landschaften, kurvenreichen Straßen und malerischen Orten bietet das Land unzählige Möglichkeiten für unvergessliche Touren. Hier sind einige Tipps und Routen, die Ihre Motorradreise zu einem besonderen Erlebnis machen.

Die richtige Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist das A und O für eine gelungene Motorradtour. Dazu gehört die Überprüfung des Motorrads, die Wahl der richtigen Ausrüstung und die Planung der Route.

  • Motorrad: Stellen Sie sicher, dass Ihr Motorrad in einwandfreiem Zustand ist. Überprüfen Sie Bremsen, Reifen, Ölstand und Kühlwasser.
  • Ausrüstung: Tragen Sie immer einen Helm, eine Motorradjacke, Handschuhe und Stiefel. Eine Warnweste ist ebenfalls empfehlenswert.
  • Route: Planen Sie Ihre Route im Voraus und berücksichtigen Sie dabei die Straßenverhältnisse, die Entfernungen und die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.

Verkehrsregeln und Bußgelder in Italien

Es ist wichtig, die Verkehrsregeln in Italien zu kennen, um Bußgelder und andere Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

  • Helmpflicht: In Italien besteht Helmpflicht für alle Fahrer und Beifahrer von Motorrädern und Kleinkrafträdern.
  • Tempolimits: Die Tempolimits für Motorräder sind innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h und auf Autobahnen 130 km/h (bzw. 150 km/h auf dreispurigen Autobahnen, wenn die Beschilderung dies erlaubt). Bei Regen oder Schneefall gelten reduzierte Tempolimits.
  • Autobahnen: Auf Autobahnen dürfen nur Motorräder mit einem Hubraum von mindestens 120 cm³ fahren. Der Fahrer muss zudem mindestens 18 Jahre alt sein.

Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen drohen empfindliche Bußgelder, die je nach Höhe der Überschreitung variieren:

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld
Bis 10 km/h zu schnell Ab 42 €
11 - 40 km/h zu schnell Ab 173 €
Über 40 km/h zu schnell Ab 543 €
Über 60 km/h zu schnell Ab 845 €

Beliebte Motorradrouten in Italien

Italien bietet eine Vielzahl von Motorradrouten, die für jeden Geschmack etwas bieten. Hier sind einige der beliebtesten:

Dolomiten

Die Dolomiten sind ein Paradies für Motorradfahrer. Die kurvenreichen Bergstraßen bieten atemberaubende Ausblicke auf die umliegenden Gipfel. Besonders empfehlenswert ist die Sella Ronda, eine Umrundung des Sellamassivs über die vier berühmten Dolomitenpässe Grödner Joch, Campolongo-Pass, Pordoijoch und Sellajoch. Auch eine Zweitagestour durch Trentino-Südtirol mit Mendel- und Manghenpass, Monte Grappa, Passo Brocòn und Pordoijoch ist ein tolles Erlebnis.

Gardasee

Der Gardasee ist ein weiteres beliebtes Ziel für Motorradfahrer. Die Uferstraße bietet herrliche Ausblicke auf den See und die umliegenden Berge. Ein Highlight ist die Monte Baldo Höhenstraße, die auf den gleichnamigen Berg führt. Wer den See kennt, hat bestimmt auch seine Lieblingsecken. Meine befindet sich rund um die kleine Stadt Lazise. Da hängt mein Herz. Unzählige kleine gewundene Straßen gehen hinauf auf den Bergrücken des Monte Baldo und dort oben herrscht dann nicht mehr das mediterrane Klima des Sees, sondern lauschige Almatmosphäre.

Toskana

Die Toskana ist bekannt für ihre sanften Hügel, Zypressenalleen und malerischen Städte. Eine Motorradtour durch die Toskana ist ein Genuss für alle Sinne. Besuchen Sie Siena, Volterra und San Gimignano und fahren Sie über Kurvenstraßen durch das Chianti-Gebiet.

Ligurien

Ligurien bietet eine herrliche Küstenstraße entlang der Riviera di Levante ab Portofino und die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Cinque Terre. Die Route führt auf 230 Kilometern mit gesamt über 9300 Höhenmetern durch die landschaftlich atemberaubende Küstenregion im Nordwesten Italiens und passiert malerische Dörfer mit spektakulären Ausblicken auf das Mittelmeer.

Süditalien

Eine Motorradtour durch Süditalien ist ein besonderes Erlebnis. Entdecken Sie das Innere Siziliens, Kalabriens und der Basilikata, den apulischen Stiefelabsatz bei S. Maria di Leuca. An Leckereien hat Sizilien nicht nur eine variantenreiche Küche zu bieten, sondern auch eine Kurvenspezialität ersten Ranges: die Targa Florio.

Unterkünfte für Motorradfahrer

Viele Hotels in Italien sind auf Motorradfahrer eingestellt und bieten spezielle Services wie überdachte Parkplätze, Werkzeug und Trockenräume für die Kleidung. Achten Sie auf das orangefarbene Schild mit einem überdachten Motorrad, das auf motorradfreundliche Betriebe hinweist.

Ein Reisebericht

Nach zwei Tassen bin ich wach genug das Zelt abzubauen und in den neuen Tag zu starten. Heute sollen wir den ersten der oberitalienischen Seen zu Gesicht bekommen: Den Lago di Como, den Comer See. Ich freu mich schon auf den Abstieg aus kalten Bergen hinunter zum spätsommerlichen italienischen Flair am See. Die erste Stadt des Morgens ist San Giovanni Bianco. Ein Fluss rauscht malerisch durch den Ort und überall hängt Wäsche zum Trocknen draußen. Heute fehlt mir die Geduld, jedesmal abzusteigen und die Kamera aus dem Tankrucksack zu kramen, aber wenigstens schieße ich vom Motorrad aus ein paar rasche Schnappschüsse mit der Pocketkamera. Es ist eine verlassene Gegend durch die ich fahre. Schmale Nebenstraßen mit rissigem Asphalt und wenig Verkehr. Ich fahre durchs Val Taleggio, tiefe Schluchten, reißende Bäche. Um die Mittagszeit herum geht es hinauf zum Culmine San Pietro. Im Motorradguide heißt es, 'Der Scheitel ist ein beliebter Treff für Motorradfahrer aller Couleur'. Heute sind bloß zwei Farben vertreten, Ducatirot und Kawagrün. Es ist eine ältere Ducati 900 Supersport. Das Bike ist in famosem Zustand und der tiefe Sound des V2 bollert eindrucksvoll über den Pass. Zwei Gasthäuser stehen sich auf der Passhöhe gegenüber. Ich entscheide mich für das mit mehr bunten Fahnen und weniger Menschen. Bis auf einen Radfahrer, der seine Trinkflasche auffüllt, haben Pieps und ich den Biergarten ganz für uns allein. Die Kellnerin fragt nach unseren Wünschen und das Einzige, das mir auf Italienisch einfällt ist "Panini frommagio", in der Hoffnung, dass es Käsebrot bedeutet. Es ist tatsächlich ein Käsebrötchen und ein mächtiges dazu, aber ohne Butter und etwas trocken. Wir müssen engagiert kauen, um es herunter zu kriegen. Pieps sagt etwas Freches, das die Kellnerin zum Glück nicht versteht, denn sie ist ganz hingerissen von der kleinen Bambini Maus, nimmt sie in die Hand und streicht ihr übers Köpfchen. Vom Culmine Di San Pietro sind es noch etwa vierzig Kilometer bis zum Lago di Como.

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