Mentales Training für Motorradfahrer: Mehr Sicherheit und Fahrspaß

Beim Motorradfahren wird jede Handlung von unserem Kopf (Gehirn) gesteuert.

Die Steuerung dieser Prozesse im Gehirn wird sowohl von unseren Gedanken, Gefühlen als auch von körperlichen Handlungen beeinflusst.

Ein sicheres, stressfreies und sehr gutes Motorradfahren beginnt im Kopf und ist nur dann möglich, wenn wir locker und entspannt sind.

Die Bedeutung des mentalen Trainings

Mentales Training kann Motorradfahrern enorm nützen.

Wie ein Film braucht auch das mentale Training ein Drehbuch, dessen Inhalt am besten von einem Profi stammen sollte, damit sich keine im Ernstfall fatalen Fehler einschleichen.

Denn mental, also nur „im Geiste“ trainieren können wir die gewünschten Handlungsabläufe ebenso wie den Umgang mit kritischen Situationen und das Erkennen von deren Vorboten.

Wichtig dabei: positive Formulierungen, kurz und knackig.

Wenn zum Beispiel eine Verkrampfung spürbar wird, heißt es daher richtig: „Schultern runter, Hände öffnen, Pobacken locker, Blick hoch!“

Unserem Gehirn ist es nämlich egal, ob wir uns etwas intensiv vorstellen oder es real erleben.

Hierzu ein Beispiel: Stell dir vor, du greifst nach einer reifen, saftigen, goldgelben Zitrone.

Du spürst die groben Poren der Schale und vielleicht steigt dir der angenehme Zitrusduft in die Nase.

Du nimmst ein Messer und schneidest die Zitrone entzwei. Saft läuft heraus.

Was passiert?

Zeit zum Nachdenken bleibt nicht, wenn du schnell reagieren musst, um einen Crash zu vermeiden.

Hier geht es nun darum, die verschiedenen Konzentrationsebenen ganz schnell wechseln zu können.

Ein wichtiges Ziel im Mentaltraining ist es, schnell in den Formen der Konzentration hin- und herzuschalten, um sofort auf unterschiedliche Herausforderungen reagieren zu können.

Außerdem ist das Verschmelzen von Körper, Geist und Maschine zu einer Einheit von großer Wichtigkeit.

Mentale Vorbereitung auf kritische Situationen

Auch auf einen Ölfleck kann man sich mental vorbereiten.

Auch als Vorbereitung auf überraschend enge Kurven kann mentales Training gute Dienste leisten.

Die ständige Wiederholung von Selbstanweisungen wie „Blick Richtung Kurvenausgang“ und „drücken“ schadet nie und hilft, wenn es eng wird.

Mit „drücken“ ist gemeint, das kurveninnere Lenkerende nach vorne zu schieben.

Sei es der abbiegende Gegenverkehr, der Ölfleck in der Kurve, der spurwechselnde Lastwagen oder die immer enger werdende „Hunde“-Kurve - wenn wir uns Situationen schon einmal vorgestellt und dann die passende Reaktion auch in allen Einzelheiten durchdacht und stichpunktartig parat haben, erhöht das unsere Chance, nicht zu erschrecken und die Situation unbeschadet zu überstehen.

Wie mentales Training im Motorsport helfen kann

Mit dem hohen Risiko und dem hohen Maß an Konzentration, das im Rennen gefordert ist, verlangt der Rennsport dem Fahrer viel ab.

Dazu kommen Druck, Nervosität, Hektik und Verletzungsgefahr.

Darüber, sich mental für diese herausfordernde Aufgabe rüsten zu können, wurde jedoch in der Community nie gesprochen.

Die Vorteile des mentalen Trainings

  • Steigerung von Leistung und Kompetenzen
  • Selbstmotivation lernen
  • Ziele klar definieren
  • Gelassener reagieren

Gutes Motorradfahren beginnt im Kopf, schlechtes allerdings auch.

Der Kopf soll das Fahren unterstützen und nicht stören.

Experten im Bereich Mentales Training

Antje Heimsoeth: Antje Heimsoeth gehört zu den bekanntesten Mental Coaches und Vortragsrednern im deutschsprachigen Raum. Seit 2003 ist die Heimsoeth Academy in das mentale Training und Coaching eingestiegen und hat viele Sportler und Unternehmen begleitet.

Hans Eberspächer: Hans Eberspächer war bis 2007 Professor für Sportpsychologie an der Universität Heidelberg und hat als Coach von internationalen Spitzensportlern einen großen Erfahrungsschatz im Mentalen Training.

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