Motorradfahren: Gemeinsam oder Getrennt – Vor- und Nachteile

Motorradfahren ist nicht nur eine Leidenschaft, sondern ein echtes Gemeinschaftserlebnis. Nichts geht über das Gefühl, mit guten Freunden eine geschmeidige Tour zu drehen. Doch das Fahren in der Gruppe will gelernt sein - sonst kann das gemeinsame Erlebnis schnell in Chaos enden.

Gruppendynamik und Organisation

Je größer die Gruppe, desto schwerer wird es, zusammenzubleiben und geordnet zu fahren, das sagt einem bereits der Hausverstand. Eine ideale Gruppengröße umfasst nicht mehr als 10 Fahrer. Mehr Bikes bedeuten mehr Risiko: Überholmanöver werden komplizierter, das Einhalten der Formation wird schwieriger, und Ampeln oder Staus können die Gruppe auseinanderreißen. Falls du mit mehr Leuten unterwegs sein solltest, ist es oft besser, wenn ihr euch besser in kleineren Gruppen aufhält. Eine zu kleine Gruppe kann wiederum Nachteile haben, besonders wenn es um Sicherheit und Hilfe bei Pannen geht. Bei einem Reifenschaden oder technischen Defekt ist es immer gut, jemanden dabei zu haben, der helfen kann. Außerdem kann eine kleinere Gruppe anfälliger für Fehler sein, wenn keiner die nötige Erfahrung hat, um das Tempo und die Streckenplanung zu übernehmen.

Die Reihenfolge sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Bewährt hat sich folgende Einteilung:

  • Vorne: Der Tourguide - ein erfahrener Fahrer, der die Route kennt und das Tempo angibt.
  • Dahinter: Weniger erfahrene Fahrer oder Fahranfänger, die den Rückenwind der Gruppe nutzen können.
  • Mitte: Routiniers, die als Puffer dienen und im Blick haben, dass alle mithalten können.
  • Hinten: Der „Schlussmann“ (Sweeper) - ein ebenfalls erfahrener Fahrer, der die Nachhut sichert und bei Problemen eingreifen kann.

Falls neue oder unerfahrene Fahrer dabei sind, sollten sie sich nicht scheuen, Fragen zu stellen.

Abstand und Formation

Abstand halten ist das A und O! In der Gruppe empfiehlt sich das versetzte Fahren, um die Sicht und Reaktionszeit für alle zu verbessern:

Der erste Fahrer fährt links in der Spur, der zweite rechts versetzt dahinter, der dritte wieder links - und so weiter. Der Abstand zum Vordermann sollte etwa eine Sekunde betragen, zur versetzten Position mindestens zwei Sekunden. Auf kurvigen Strecken oder bei schlechter Sicht wird die Formation aufgelöst und mit größerem Abstand hintereinander gefahren.

Bei langen Touren kann es vorkommen, dass sich der Abstand zwischen den einzelnen Motorrädern vergrößert. Hier ist es wichtig, dass du dich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Kommunikation und Regeln

Nicht jeder hat ein Intercom, deshalb sind Handzeichen essenziell:

  • Hand nach oben heben: Stoppsignal.
  • Bein ausschwenken: Hindernis auf der Fahrbahn.
  • Hand auf den Tank zeigen oder den Arm kreisförmig drehen: Tankstopp oder Pause.
  • Zeigefinger auf den Helm tippen: Achtung oder Gefahr!

Zusätzlich sollte jeder die Route kennen, falls die Gruppe getrennt wird. Grundsätzlich sollte innerhalb der Gruppe nicht überholt werden.

Geschwindigkeit und Pausen

Die Geschwindigkeit sollte sich nach dem langsamsten Fahrer richten. Es bringt nichts, wenn einige “heizen” und andere nicht mithalten können. Ein moderates Tempo sorgt für Sicherheit und Spaß für alle. Pausen sollten alle 100 bis 150 Kilometer eingeplant werden, um sich zu strecken, zu tanken und um sich kurz zu erholen.

Verhalten bei Verlust des Anschlusses

Falls jemand den Anschluss verliert, ist das kein Drama. Wichtig ist, dass alle wissen, wo sie sich wieder treffen können und es klare Regeln gibt, wie sich jeder Gruppenteilnehmer verhalten soll. Gruppenfahrten haben keine Sonderrechte im Straßenverkehr. Es gelten dieselben Regeln wie für Einzelfahrer.

Checkliste vor der Abfahrt

Vor der Abfahrt sollte jeder in deiner Gruppe die folgenden Punkte checken:

  • Reifenprofil und -druck prüfen
  • Bremsen auf Funktion testen
  • Kette oder Riemen auf Spannung kontrollieren
  • Genügend Treibstoff (und ggf. Öl)

Die Bedeutung der Motorradkleidung

Motorradkleidung soll vor Verletzungen und schwierigen Witterungen schützen. Ein neues Motorrad oder auch eine junge Gebrauchtmaschine kann durchaus hohe Kosten verursachen - gespart wird häufig lieber an der Kleidung. Eine komplette Schutzmontur für Biker schlägt üblicherweise mit vierstelligen Beträgen zu Buche, hinzu kommt ein Helm der ebenso einige 100 Euro kosten kann. Dabei ist die richtige Schutzkleidung für Zweiradfahrer von immenser Bedeutung, denn anders als beim PKW fehlt bekanntermaßen die Knautschzone.

Materialien und ihre Eigenschaften

Unabhängig davon ob ein einteiliger Lederkombi oder Hose und Jacke getrennt angeschafft werden: Zunächst stellt sich die Frage nach dem richtigen Material. Noch in den neunziger Jahren stellte sich diese Frage kaum, Motorradbekleidung wurde beinahe ausschließlich aus Leder gefertigt. Der Vorteil des Naturmaterials besteht in der hohen Abriebfestigkeit. Wie bereits erwähnt besteht die besondere Problematik eines Sturzes darin, dass Du oft viele Meter über treibenden Asphalt rutschst. Die dabei entstehende Reibung sorgt für die schwersten Verletzungen, die Motorradfahrer sich üblicherweise zu ziehen. Wenn Du Dich bereits nach Motorradbekleidung umgesehen und eine Lederjacke oder gar eine Kombi in der Hand hattest, kannst Du erahnen, worin die Nachteile der Tierhaut liegen: Lederklamotten sind schwer. Zudem ist Leder bei weitem nicht zu Atmung aktiv, wie häufig angenommen. Die Hersteller versuchen der Problematik des Hitzestaus zu begegnen, indem die Bekleidung an bestimmten Stellen perforiert wird. Sogenanntes "Cool Leather" soll die dicke Lederjacke auch in den Sommermonaten attraktiv machen. Immer häufiger wird Leder auch mit Funktionsmembran, darunter GoreTex, kombiniert. Dadurch soll auch eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit erreicht werden.

Textilkleidung als Alternative

Textilbekleidung ist üblicherweise weiter geschnitten, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Im Alltag besteht ein Vorzug darin, dass Du die Textiljacke auch als Freizeitjacke tragen kannst. Der weitere Schnitt sorgt aber dafür, dass die Projektoren nicht perfekt in Position gebracht werden können. Zudem können auch aktuelle Entwicklungen nichts daran ändern, dass die Abriebfestigkeit nicht mit jener von Leder mithalten kann. Die Regendichtigkeit ist bei Textil üblicherweise höher. Wenn Du aber ab und an längere Regenfahrten meistern musst, solltest Du ohnehin über eine günstige Regen-Überziehkombi nachdenken. Ein weiterer Vorteil für Textil ist insbesondere im Einstiegssegment der geringere Kaufpreis. Im Premiumbereich kommen Kevlar und Cordura hinsichtlich der gewünschten Eigenschaften nahe an das Leder ran, was allerdings auch seinen Preis hat.

Einteilige vs. Zweiteilige Kombis

Wurde die Wahl für eine Kombi grundsätzlich getroffen, besteht zumindest bei Leder die Auswahl zwischen einteiligen und zweiteiligen Kombis. Für die einteilige Variante spricht vor allem der Sicherheitsaspekt, denn es kann beinahe ausgeschlossen werden, dass eine Körperpartie bei einem Sturz ungeschützt ist. Zweiteilige Kombis überzeugen durch höheren Komfort - schon allein weil der Einstieg einfacher vonstatten geht. Außerdem ist es möglich, die Jacke im Sommer durch ein luftigeres Modell auszutauschen. Verbindungsreißverschlüsse sorgen dafür, dass das Motorrad Hose und Jacke fest zusammenhalten. Im Alltag stellt sich die Frage realistischerweise kaum, denn schon der Besuch der Toilette ist mit dem Einteiler nicht einfach. Wie bereits erwähnt, fällt das Gewicht von Lederbekleidung vergleichsweise hoch aus. Moderne Materialmixe erlauben aber die Verbindung der hohen Schutzwirkung des Leders mit einer vergleichsweise geringen Masse. Du solltest dabei allerdings beachten, dass leichte und trotzdem sichere Bekleidung auch besonders teuer ist. Das Thema Gewicht spielt vor allem eine wichtige Rolle, wenn Du auf der Rennstrecke Bestzeiten erreichen oder die Textiljacke auch in der Freizeit tragen möchtest.

Protektoren: Der Lebensretter

Genau genommen ist das Wort "Protektor" in Verbindung mit der Ausrüstung zum Motorradfahren rechtlich geschützt: Nur Produkte, die nach der EN 1621 getestet und CE-geprüft wurden, dürfen sich Protektoren nennen. Beim Sturz soll von diesen festen Kunststoffeinlagen die Aufprallenergie absorbiert und auf eine größere Fläche verteilt werden. Die Wirkung ist hoch, aus einem Knochenbruch ohne Protektor kann durch die Sicherheitseinlage in eine Prellung umgewandelt werden. Die Bekleidung ist zumeist nicht mit entsprechenden Protektoren, sondern nur mit dafür vorgesehenen Taschen ausgestattet. Die aus festem Schaumstoff bestehenden Schutzpolster müssen separat gekauft und eingesetzt werden. Dabei solltest Du darauf achten, dass die Polster fest sitzen und nicht verrutschen können. Hinsichtlich der Qualität sind die Unterschiede nicht so groß, wenn von einigen Billigprodukten abgesehen wird. Diese erkennst Du leicht an der geringen Festigkeit und Größe.

Materialien im Detail

Für Lederkombis wird meistens Rinderleder verwendet. Zur grundsätzlichen Unterscheidbarkeit von Leder und Textil wurden bereits einige Worte verloren. Dennoch gibt es auch hier große Unterschiede hinsichtlich Schutzwirkung und Komfort. Beim Leder kommt üblicherweise Rindleder zum Einsatz, welches günstig und gut verfügbar ist. Deutlich besser - aber folglich auch teurer - ist Känguru-Leder. Der Vorteil liegt darin, dass dieses Leder leichter, weicher und trotzdem abriebfest ist. Nubuk- und Nappalleder bieten keine besondere Schutzfunktion, sind aber besonders weich. Diese Lederarten werden häufig an Griffen oder gut sichtbaren Stellen aufgenäht, um die Optik und Taktik zu verbessern. Cool Leather besteht aus konventionellem Rindleder, eine spezielle Einfärbung und Bigbandbehandlung sorgt für eine bessere Reflexion der Sonnenstrahlen - weshalb dieses Leder vor allem im Sommer deutlich angenehmer zu tragen ist. Unterschiedlich fällt auch die Dicke des Liedes aus: Das Minimum liegt bei 1,0 mm das Maximum bei etwa 1,5 mm. Die Mehrzahl der Produkte dürfte in der goldenen Mitte liegen.

Die Materialvielfalt der Textilien ist immens, weil hier eine Reihe unterschiedlicher Hersteller eigene Produkte auf den Markt bringen, die auch eine eigene Bezeichnung erhalten. Häufig handelt es sich um Polyester und Polyamid, welches eine hohe Abrieb- und Reißfestigkeit sicherstellt. Bei hochwertiger Bekleidung findet sich auch Aramid, welches extrem temperaturbeständig ist. Zu den bekannten Aramidfasern gehören Kevlar und Nomex.

Klimamembranen und Belüftung

Vor allem bei Textilkleidung gehört eine Klimamembran zur üblichen Ausstattung mittlerweile dazu. Die Aufgabe dieser Materialschichtung liegt darin, den Schweiß vom Körper nach außen zu transportieren und gleichzeitig vor Fahrtwind zu schützen. Der Membran gelingt dies, indem der Schweiß in Form von Wasserdampfmolekülen abtransportiert wird. Eine solche Ausstattung gehört mittlerweile zum Standard von Motorrad Hose und Jacke, die Problematik liegt eher am Fahrer selbst: Gerne werden insbesondere Motorradjacken mit Membrane in der Maschine gewaschen, was mit einiger Zuverlässigkeit für eine Zerstörung sorgt. In jedem Fall solltest Du Dich genauestens darüber informieren, wie die Klimamembrane geflickt werden soll.

Insbesondere Textilkleidung wird häufig auch mit Belüftungsreißverschlüssen ausgestattet - wobei sich um ein nützliches Ausstattungsmerkmal handelt, damit die Fahrt auch bei hohen Temperaturen noch angenehm ist. Ansonsten solltest Du darauf achten, dass sich die Kleidung weit verstellen lässt. Diverse verstellte Optionen erlauben es Dir, die Bekleidung entsprechend Deiner Anatomie anzupassen. Nicht weniger wichtig ist das verhindern des "Flatterns" im Wind. Kann beispielsweise der Ärmel nicht fest verzögert werden, greift genau an dieser Stelle der Fahrtwind dann - was besonders unangenehm ist. Sofern Du Dir nur eine einzige Motorradjacke kaufen möchtest, solltest Du natürlich auf ein möglichst universelles Modell achten.

Weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände

Weiterhin sollte die Motorradbekleidung um einen Nierengurt ergänzt werden. Der Nierengurt erfüllt keine Stützfunktion, er schützt ausschließlich die Nieren vor Zugluft. Wenn Du bereits von Nierenleiden betroffen warst, wirst Du dieses Utensil besonders zu schätzen wissen. Besonders hohe Anforderungen muss der Gurt also nicht erfüllen, weshalb es hier auch ein etwas günstigeres Modell sein darf. Preiswerte Nierengurte sind aus Neopren gefertigt, teurere aus Leder.

Fazit zur Motorradkleidung

Schon aus Komfortgründen sollte nicht auf spezielle Motorradkleidung verzichtet werden - eine flatternde Jeans ist auf Dauer keine Alternative. Das Hauptargument für die Lederkombi oder Motorrad Hose und Jacke ist aber zweifelsohne der Sicherheitsaspekt. Im Falle eines Sturzes sind es die Protektoren und die hohe Abriebfestigkeit, die möglicherweise Dein Leben retten oder zumindest schlimmere Verletzungen abwenden können. Daran solltest Du nicht sparen, auch wenn Motorradbekleidung heute schon recht günstig erhältlich ist. Einteilige Kombis gibt es ab 200 Euro, für eine höhere Qualität solltest Du mindestens die doppelte Summe rechnen. Zweiteiler sind zumeist etwas teurer; insbesondere wenn Premium-Qualität angeschafft werden soll, musst Du eine vierstellige Summe kalkulieren.

Motorrad-Führerscheinklassen in Deutschland

Wer Motorradfahren will, braucht einen Motorradführerschein. Es gibt verschiedene Motorrad-Führerscheinklassen, mit denen man den Schritt zum Motorradfahrer machen kann. Je nach Alter und Fahrzeugtyp braucht man einen anderen Führerschein. In Deutschland gibt es 16 Führerscheinklassen, davon sind vier Motorrad-Führerscheinklassen, also den Krafträdern zugeordnet und sind unbefristet gültig. Die kleinste Klasse zum Führen von Krafträdern ist der Führerschein der Klasse AM, der sogenannte Roller-Führerschein. Die höchste Klasse ist die Führerscheinklasse A, mit der du alle Motorräder ohne Einschränkung fahren darfst. Für alle Motorrad-Führerscheinklassen muss sowohl eine theoretische als auch praktische Prüfung abgelegt werden.

Die Führerscheinklasse AM (Rollerführerschein)

In Deutschland ist der erste Zweirad-Führerschein ab 15 Jahren für Kleinkrafträder (Mofa und Roller) möglich. Seit 2021 gilt deutschlandweit die Regelung, dass man bereits ab 15 Jahren den Rollerführerschein erwerben kann, das entspricht dem Führerschein der Klasse AM. Der AM Führerschein ist der kleinste der Motorrad-Führerscheinklassen.

Fahrzeuge der Klasse AM

Zur Motorrad-Führerscheinklasse AM zählen verschiedene Fahrzeugtypen. Der Klassiker darunter ist der Motorroller. Das Mindestalter von 16 Jahren für den Führerschein der Klasse AM war bis zum Jahr 2020, abhängig vom Bundesland. Zu beachten ist beim Erwerb des Führerscheins der Klasse AM mit 15 Jahren lediglich, dass dieser nur in Deutschland gültig ist. Fahrten ins Ausland sind erst nach dem 16. Geburtstag möglich. Hier erreicht der Führerschein seine volle Gültigkeit. Beim erwerb des Rollerführerscheins mit 15 jahren wird in den Führerschein die Schlüsselziffer 195 eingetragen. das bedeutet, dass die Fahrerlaubnis der Klasse AM mit der Auflage erteilt wurde, dass diese bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres nur in Deutschland gilt. Für diese Führerscheinklasse gilt eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Ausbildung für den AM Führerschein

Die Führerschein-Ausbildung für den Rollerführerschein Klasse AM ist zweiteilig. Du musst also auch für diesen Führerschein eine theoretische und praktische Ausbildung machen. Der theoretische Unterricht besteht aus 12 Doppelstunden Grundstoff und zwei Doppelstunden Zusatzstoff speziell zum führen von Zweirädern.

Wenn du noch nicht weißt, ob du später ein großes Motorrad fahren willst, kann der Rollerführerschein den Traum vom Motorradfahren auch erst entfachen. Alle Motorrad-Führerscheinklassen beinhalten eine zweiteilige Ausbildung aus Theorie und Praxis.

Die Führerscheinklasse B196

Am 20. Dezember 2019 stimmte der Bundesrat für die 14. Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnisverordnung. Damit ist der Weg frei für die vom Bundesminister für Verkehr vorgeschlagene Liberalisierung zur Nutzung von Leichtkraftrollern und Leichtkrafträdern mit 125 Kubikzentimeter und max. 11 KW (15 PS) Leistung.

Beim Führerschein der Klasse B196 handelt es sich ausdrücklich nicht um eine unkontrollierte Nutzungsfreigabe leichter Roller und Motorräder für alle. Der Gesetzgeber setzt neben der 5-jährigen Fahrpraxis im PKW und einem Mindestalter von 25 Jahren eine umfangreiche und sicherheitsorientierte Schulung in Theorie und Praxis voraus - verzichtet aber auf eine Prüfung. Damit eröffnet sich für viele Menschen in Deutschland die Möglichkeit, preis- und verbrauchsgünstige Mobilität zu nutzen, entweder als umweltfreundliche Verkehrsalternative im Großstadtverkehr oder als effiziente Individuallösung auf dem Land.

Nachteil: Ein Aufstieg in höhere Klassen ist, anders als beim A1 Führerschein, nicht ohne weiteres möglich. Um ein Motorrad mit mehr Leistung fahren zu dürfen, muss man einen neuen Führerschein erwerben.

Die Führerscheinklasse A1

Die Führerscheinklasse A1 ist der kleinste der Motorradführerscheine. Mit dem A1 Führerschein kannst du Motorräder mit einer maximalen Motorleistung von 11 kW fahren. Außerdem darf das Verhältnis von Leistung und Gewicht lediglich 0,1 kW/kg betragen. Der 125 ccm-Führerschein ist Dein Einstieg in die Motorradwelt. Die Führerscheinklasse AM ist im Führerschein der Klasse A1 enthalten. Damit hast du eine größere Auswahl an Fahrzeugen, die du mit diesem Führerschein fahren darfst.

Ausbildung für den A1 Führerschein

Die Ausbildung besteht aus 16 Theoriestunden á 90 Minuten, 12 Stunden davon vermitteln den Grundstoff und vier Einheiten sind spezielle Motorrad-Theorie. Im Anschluss folgt die Theorieprüfung. Der Praxisunterricht besteht aus 12 Sonderfahrten á 45 Minuten die sich aus 5 Überlandfahrten auf Land- und Bundesstraßen, 4 Autobahnfahrten und 3 Nachtfahrten bzw. Dunkel- oder Beleuchtungsfahrten zusammensetzen. Zusätzlich wirst Du Übungsstunden brauchen, um dich ausreichend auf die praktische Prüfung vorzubereiten.

Seit Dezember 2019 ist der Schritt zum Motorradfahren leichter. A1 in B macht es möglich. Mit dem 125er-Führerschein basierend auf der Führerscheinklasse A1 kannst du früh Erfahrungen mit dem Motorradfahren sammeln und bereits nach zwei Jahren in mit einer verkürzten praktischen Prüfung von 40 Minuten in die nächsthöhere Klasse A2 aufsteigen. Eine erneute Theorieprüfung musst du nicht ablegen.

Die Führerscheinklasse A2

Mit 18 Jahren hast du die Wahl zwischen dem Autoführerschein (Klasse B) und der Führerscheinklasse A2 für Motorräder. Mit dem A2 Führerschein darfst Du Motorräder mit einer Leistung bis zu 48 PS (35 kW) fahren, wobei die ursprüngliche Leistung der gedrosselten Maschine nicht mehr als 70 kW betragen darf. Die Ausbildung für den Motorradführerschein der Klasse A2 setzt sich zusammen wie der Führerschein der Klasse A1 (siehe oben). Mit bestandener Prüfung hast du zunächst zwei Jahre Probezeit und kannst im Anschluss deinen Führerschein von A2 auf A erweitern. Hierfür musst du eine Praxisprüfung bei der Fahrschule absolvieren. Um dich bestens auf die Führerscheinprüfung, auch beim Aufbau-Führerschein, vorzubereiten, kann es sinnvoll sein einige Übungsstunden zu nehmen.

Die Führerscheinklasse A

Mit der Motorrad-Führerscheinklasse A darfst Du nach bestandener Prüfung alle Motorräder fahren. Die Führerscheinkalsse A ist der größte der Motorradführerscheine, weshalb häufig vom “offenen Motorradführerschein” gesprochen wird. Voraussetzung für den Direkteinstieg zum Motorradfahren ohne Beschränkungen gilt ein Mindestalter von 24 Jahren. Für dreirädrige Fahrzeuge gilt ein Mindestalter von 21 Jahren.

Mit dem Führerschein der Klasse A, darfst du alle Motorräder fahren, ohne Drosselung oder andere Einschränkungen. Abhängig vom Mindestalter und dem Fahrzeugtyp, den du fahren möchtest, entscheidest du über deinen Weg zum Motorradführerschein. Auch wenn du heute noch nicht den offenen Führerschein machen kannst, kannst du später jederzeit auf deine Erfahrungen zurückgreifen, die Du mit deinem ersten Roller oder Motorrad gesammelt hast.

Die Wahl der richtigen Fahrschule

Wenn du dich schon für eine der Motorrad-Führerscheinklassen entschieden hast, willst du sicherlich nicht mehr lange warten, bis es endlich losgeht. Als nächsten Schritt solltest du dich nun auf die Suche nach der richtigen Fahrschule machen. Die Wahl der richtigen Fahrschule ist entscheidend für einen erfolgreichen Motorradführerschein und für den Spaß am Motorradfahren bereits während der Ausbildung.

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