Die Suche nach dem Kick und das Spiel mit der Geschwindigkeit im Grenzbereich können Bikern das Leben kosten. Das Todes-Risiko ist für Motorradfahrer deutlich gestiegen. Im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern sind 2022 10,6 % mehr Fahrer tödlich verunglückt als noch 2012. Besonders gefährdet sind junge Biker: Die unter 25-Jährigen sind an einem Drittel aller Unfälle beteiligt.
Tödliche Unfälle gefilmt: Eine Analyse
Immer wieder kommt es vor, dass Motorradfahrer ihre Fahrten mit Helmkameras filmen und dabei tragische Unfälle aufzeichnen. Diese Aufnahmen werden oft zur Analyse der Unfallursachen und zur Prävention eingesetzt.
Fallbeispiele
Mehrere tragische Fälle verdeutlichen die Gefahren, die mit riskantem Fahrverhalten verbunden sind:
- David Holmes: In England veröffentlichte die Mutter eines verunglückten Motorradfahrers das Video der Fahrt. David Holmes war am Abend des 8. Juni 2013 schnell unterwegs. Mit seinem Motorrad fährt er in der englischen Grafschaft Norfolk auf der Landstraße A47 entlang. Die silberne Yamaha überholt einen Kleinwagen, hat locker über 150 Stundenkilometer drauf. Als ein anderes Fahrzeug Holmes schneidet, kann er nicht mehr ausweichen. Die Helmkamera des 38-Jährigen filmt den Unfall. Holmes schreit, dann folgen die die Geräusche des Zusammenstoßes. Der 38-Jährige ist bei dem Unfall ums Leben gekommen.
- Unterfranken: Mit einer Helmkamera hat ein Motorradfahrer in Unterfranken seine Tour gefilmt, bei der er tödlich verunglückte. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war der 41-Jährige am Samstagnachmittag nach einer Kurve in Pfarrweisach (Landkreis Haßberge) von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Erst etwa zwei Stunden nach dem Unfall fand ein Fahrradfahrer den Toten. Die Polizei hofft, den genauen Unfallhergang mit Hilfe der Aufzeichnungen der Helmkamera rekonstruieren zu können.
- Hagen: Ein 18-jähriger Motorradfahrer aus Hagen hat im August seinen Unfall mit einer Helmkamera gefilmt. Er fährt 120 Stundenkilometer bei zugelassenen 30, missachtet eine rote Ampel und wagt riskante Überholmanöver. Als der 18-jährige Motorradfahrer schließlich zu schnell über eine Bodenwelle fährt, verliert er die Kontrolle über seine Maschine und stürzt. Mit schweren Verletzungen wird der junge Mann, der gerade erst seinen Führerschein hat, Mitte August schließlich ins Krankenhaus geliefert.
Die Rolle von Helmkameras
Die Polizei hofft, den genauen Unfallhergang mit Hilfe der Aufzeichnungen der Helmkamera rekonstruieren zu können. Die Aufnahmen "sollen sehr anschaulich die Gefährlichkeit von verantwortunglosem Verhalten im Straßenverkehr zeigen", heißt es in dem Beitrag vom 5. November. Die Polizei setzt mit diesem Material ein deutliches Warnsignal: „Die Aufnahmen zeigen, viel deutlicher als ein Pressetext, wie gefährlich verantwortungsloses Verhalten im Straßenverkehr ist. Durch den hohen Verbreitungsgrad werden auch andere Verkehrsteilnehmer gewarnt und sensibilisiert.“
Verkehrssicherheit und Prävention
Diese schockierenden Aufnahmen sind Teil einer Polizeikampagne gegen zu schnelles Fahren. Sie soll die Gefahren von überhöter Geschwindigkeit im Straßenverkehr aufzeigen und Raser abschrecken. Auch die Polizei in Norfolk hält das Video für geeignet, um Motorradfahrer zu warnen. Auch weil Holmes durch seine Raserei eine erhebliche Mitschuld am Unfall trage. "Holmes war eindeutig ein Risiko eingegangen und musste dafür den Preis bezahlen", sagt Hauptkommissar Chris Spinks.
Appell der Angehörigen
"Wenn wir auch nur einen Unfall verhindern und eine Familie davor bewahren können, das zu erleiden was wir durchmachen mussten, war der Tod Davids nicht umsonst", sagt die 62-Jährige in dem Video. Es sei für die Familie nicht einfach gewesen, sich dazu durchzuringen, diesen schrecklichen Unfall zu zeigen, schildert die Mutter.
Verantwortung und Vorbildfunktion
In sozialen Netzwerken werden sie tausendfach angeschaut: Videos von riskanten Motorrad-Manövern. Für "exactly" ordnet der bekannte Motorrad-Influencer Sören Aulbach alias "Blackout" Clips ein und stellt mit Blick aufs Publikum klar: "Die Leute sind sensationsgeil." Unfälle, Streitigkeiten und Konfrontationen mit der Polizei würden am besten geklickt.
Illegales Wendemanöver führt zu tödlichem Unfall
Der Fall hatte 2022 bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil sie den Unfall mit einem Motorradfahrer durch ein illegales Wendemanöver verursacht und anschließend ein Foto des sterbendes Opfers gemacht hatte. Die Richter urteilten, sie habe durch ein illegales Wendemanöver den Tod des Motorradfahrers verursacht - auch wenn dieser zu schnell unterwegs war. "Die Angeklagte war überzeugt, an der Stelle gefahrlos wenden zu können", so die Richterin.
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