Motorradfahrer mit Katze: Weltreise-Erfahrungen

Die Idee, mit einem Tier auf eine lange Reise zu gehen, mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, doch für manche Motorradfahrer wird sie zur Realität. Insbesondere die Reise mit einer Katze stellt besondere Herausforderungen dar, bietet aber auch einzigartige Erlebnisse.

Die Begegnung und der Reisebeginn

Martin Klauka, ein Motorradfahrer aus Rosenheim, fand während einer Tour durch Marokko eine kleine, ausgesetzte Katze namens Mogli. Da er keine Möglichkeit sah, sie zurückzulassen oder in Deutschland unterzubringen, entschied er sich, sie mit auf seine geplante Weltreise zu nehmen. Dies war der Beginn eines ungewöhnlichen Abenteuers.

Dass Martin die Tour zusammen mit einer Katze macht, das war eigentlich gar nicht geplant. Mogli war ihm kurz vor dem Start bei einer anderen Tour durch Marokko zugelaufen, wollte nicht wieder weg und ist so Martins Reisebegleiterin geworden.

Im März 2017 fand er dann während seiner Reise durch Marokko eine kleine, zwei Monate alte Katze auf der Straße - der Anfang eines ganz neuen Reisekapitels von Martin und Mogli.

Planung und Vorbereitung

Eine Reise mit einer Katze erfordert sorgfältige Planung. Martin musste sicherstellen, dass Mogli alle notwendigen Papiere und Impfungen hatte. Zudem musste er Futter und Katzenstreu in ausreichender Menge mitführen, besonders in Regionen, in denen diese Produkte schwer erhältlich sind.

Ich habe sie dann in Deutschland aufgepäppelt und mich darum gekümmert, dass sie alle Papiere hat, damit da alles rechtens ist.

Ich habe teilweise bis zu fünf Kilo Katzenfutter dabeigehabt. Gerade in Gegenden, wo ich nicht wusste, ob wir etwas bekommen. Etwa im Iran oder in Pakistan. Für diese Gegenden habe ich mir im Vorfeld immer extra viel eingepackt.

Die Herausforderungen unterwegs

Das Reisen mit einer Katze bringt einige Einschränkungen mit sich. Martin musste seine Routen und Unterkünfte sorgfältig auswählen, um sicherzustellen, dass Mogli sich wohl und sicher fühlte. Nicht alle Hotels und Restaurants erlaubten Tiere, und in manchen Ländern, wie dem Iran, war es schwierig, geeignete Unterkünfte zu finden.

Ich konnte mit ihr auch nicht in Hotels oder Restaurants rein.

In Iran haben wir zum Beispiel kein Hotelzimmer bekommen, das ich mir hätte leisten können.

Die eingeschränkte Ortswahl ist nicht das Einzige, das Martin in Kauf nimmt, um mit Mogli reisen zu können. Schon simple Dinge wie Sand für das Katzenklo oder Katzenfutter seien nicht überall erhältlich. Manchmal fühle es sich an, wie mit einem Kind zu reisen, sagt er.

Zudem musste Martin seine Fahrweise anpassen, um Mogli nicht zu gefährden. Er fuhr langsamer und vermied Offroad-Strecken, um Erschütterungen zu minimieren.

Oft fährt er mit 30 km/h Slalom um Schlaglöcher herum, damit es keine Erschütterungen gibt und entscheidet sich gegen Off-Road-Routen, obwohl diese zum Fahren reizvoller wären.

Sicherheit

Die Sicherheit von Mogli stand immer an erster Stelle. Martin sorgte dafür, dass Mogli während der Fahrt gesichert war und baute sogar eine kleine Klimaanlage in ihren Rucksack ein, um sie vor extremer Hitze zu schützen.

Auf den Reisen war Martin wichig, Mogli immer an einer Leine zu haben, damit sie nicht durch plötzliche Geräusche davon läuft oder auf die Straße rennt.

Da sie durch viele, sehr heiße Länder reisen, hat Martin irgendwann beschlossen, in den ehemaligen Kamerarucksack, in dem Mogli mitfährt, eine kleine Klimaanlage einzubauen.

Auch vor wilden Tieren musste Martin Mogli schützen. In Indien gab es Begegnungen mit Leoparden, die eine ständige Bedrohung darstellten.

Eines Abends saß ich am Schreibtisch und Mogli am Fenster hinter einem Fliegengitter aus Metall. Auf einmal gab es einen lauten Knall. Als ich hochschaute, sah ich einen Leoparden am Gitter, der gerade versucht hatte, Mogli zu reißen.

Besondere Erlebnisse und Begegnungen

Trotz der Herausforderungen bot die Reise mit Mogli auch viele positive Erlebnisse. Mogli wurde oft zum Eisbrecher und half Martin, mit Einheimischen in Kontakt zu treten. Die Reaktionen der Menschen waren vielfältig, von Begeisterung bis zu Ablehnung, aber meistens überwog die Neugier und Freundlichkeit.

Die Leute denken halt: 'Hey, der kümmert sich so gut um das Kätzchen, der kann kein böser Kerl sein!'. Da ist dann die Vertrauensfrage ganz schnell geklärt.

In der Türkei war Mogli auch ein richtiger Türöffner, weil die Türken einfach sehr katzenverliebt sind.

In Indien ist das Konzept von Katzen als Haustier auch nicht so weitverbreitet … ja, ich sehe uns da auch als eine Art Botschafter.

Die emotionale Bindung

Die Reise schweißte Martin und Mogli eng zusammen. Mogli wurde zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens und gab ihm ein Gefühl von Zuhause, egal wo sie sich gerade befanden.

Wo Mogli ist, fühle ich mich zuhause. Damit kommt dann auch keine Einsamkeit auf.

Wenn ich abends ins Zimmer komme und sie wartet, fühlt sich das ganz anders an als ein leeres Hotelzimmer.

Ein Blick zurück

Martin Klauka und seine Katze Mogli haben auf ihrer Reise viele unvergessliche Momente erlebt und zahlreiche Länder bereist. Ihre Geschichte zeigt, dass es möglich ist, mit einem Tier ein außergewöhnliches Abenteuer zu erleben, auch wenn es mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Die emotionale Bindung und die besonderen Begegnungen machen die Reise jedoch zu einer einzigartigen Erfahrung.

60.000 Kilometer - von Rosenheim nach Österreich, Slowenien über Kroatien, Bosnien, Montenegro, Albanien, Mazedonien und Griechenland. Von dort rüber in die Türkei, weiter in den Iran und bis an den Persischen Golf. Danach: Oman, Pakistan, Nepal und Indien.

Zusammenfassung der Reiseetappen von Martin Klauka und Mogli:

Region Länder
Europa Rosenheim (Deutschland), Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro, Albanien, Mazedonien, Griechenland, Türkei
Asien Iran, Pakistan, Nepal, Indien, Oman

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