Medaillenregen für Orbea! Die ehemalige spanische Waffenmanufaktur hat sehr erfolgreich auf E-Bikes umgesattelt und so gleich zwei Jahre in Folge mit dem Orbea WILD in unserem großen E-Mountainbike-Vergleichstest den Testsieg geholt.
Dazu tritt das 22,5 kg leichte Bike mit MyO-Konfigurator und einem Preis von 11.728 € an. Außerdem haben wir eine budgetfreundliche Alu-Variante, das Orbea WILD H20, im Test aufgenommen. Wie die beiden im direkten und gesamten Vergleich abschneiden? Die Details erfahrt ihr hier.
Durch den MyO-Konfigurator von Orbea konnten wir das Bike ganz nach unseren Vorlieben aufbauen lassen. So kommt zwar ein etwas schräger Preis zustande, doch hat man den Vorteil, Fahrwerk, Reifen und alle weiteren Komponenten aus einem breiten Angebot nach den eigenen Wünschen auswählen zu können. Wie unser Custom-Aufbau sich gegen die Bikes von der Stange geschlagen hat und was wir für eine Ausstattung gewählt haben?
Der Rahmen fällt nach hinten hin sportlich aggressiv ab und das Oberrohr bildet eine schnittige Linie mit den Sitzstreben. Auffällig ist auch der Motor und Dämpferbereich: Orbea hat den Bosch Performance Line CX-Motor sauber in den Rahmen integriert, während der FOX FLOAT X2 Factory-Dämpfer senkrecht dazu positioniert ist.
Er ist eingeschlossen von zwei filigranen Carbon- bzw. Alu-Streben und verwaltet 170 mm Federweg. Der Bosch-Motor generiert 85 Nm Drehmoment - gespeist vom fest integrierten Bosch PowerTube mit 600 Wh Kapazität. Das heißt zum Laden muss das Bike immer zu einer Stromquelle gebracht werden.
Eine volle Ladung erhält der Akku erst nach über 4,5h, was den Spaß schnell trüben kann, wenn man vergessen hat das Bike rechtzeitig anzustecken. Der Ladeport befindet sich links oberhalb des Motors und wird mit einem hochwertigen Drehverschluss verschlossen. Hier kann auch der optionale Range Extender Bosch PowerMore mit 250 zusätzlichen Wh angeschlossen werden.
Er wird mit einem einfachen Verschlussmechanismus direkt am Trinkflaschenhalter befestigt, sodass ihr ganz einfach zwischen Trinkflasche und Range Extender wechseln könnt.
Das Runde muss ins Eckige. Der Ladeport schließt hochwertig und ist gut erreichbar.
An der Front arbeitet die neueste FOX 38 Factory GRIP X2-Federgabel, die mit einer sensiblen Dämpfung und zahlreichen Einstellmöglichkeiten in Low- und Highspeed Druck- und Zugstufe überzeugt. Am Heck arbeitet der FOX FLOAT X2 Factory-Dämpfer, der für zuverlässige Traktion und Kontrolle sorgt und die gleiche breite Einstellbarkeit wie die Gabel bietet.
Die FOX Transfer Factory 2025 Dropper Post mit satten 240 mm Hub bietet maximale Bewegungsfreiheit bergab. Geschaltet wird mit der SRAM XX Eagle AXS Transmission, die präzise Gangwechsel auch unter Last ermöglicht.
Für Verzögerung sorgt die Shimano XTR-Vierkolbenbremse mit 200-mm-Bremsscheiben vorne und hinten. Die hauseigenen OQUO MC32 Team Power Alu-Laufräder in 29” sind mit einer MAXXIS-Reifenkombination bestückt: ASSEGAI vorne und Minion DHR II hinten.
Max. Gesamtgewicht 140 kg
Tritt man entspannt in die Pedale und lässt sich bergauf schieben, zeigt sich das Orbea WILD alles andere als wild. Stattdessen bietet es eine kraftvolle und souveräne Unterstützung, mit der ihr in einer entspannten Sitzposition den Gipfel erreicht Die Gewichtsverteilung ist ausgeglichen, sodass weder auf Händen noch Gesäß zu viel Druck lastet.
Der Hinterbau filtert auch feine Unebenheiten zuverlässig raus und sorgt für eine starke Traktion, ohne auffallend stark zu wippen. Selbst lange Anstiege fühlen sich entspannt an - das WILD zieht euch mit dem Bosch CX-Motor konstant nach oben und liefert Shuttle-Feeling auf Forststraßen.
Wird der Uphill technisch, bleibt das Bike unbeirrt auf Kurs. Selbst im sehr steilen Terrain behält das Vorderrad immer Bodenhaftung, ohne dass viel Nachdruck nötig ist. Das Fahrwerk reagiert sensibel im verblockten Gelände und hält das Heck auch in engen Passagen am Boden.
Die DH-Reifen können mit wenig Luftdruck gefahren werden und „verzahnen sich“ mit dem Untergrund, sodass mit der starken Traktion und dem guten Grip selbst steile Kletterpassagen möglich sind. Es fährt sich sehr intuitiv und vermittelt euch ein souveränes Fahrgefühl sowie viel Sicherheit dank der hohen Front.
Mit seinem einfachen, berechenbaren Handling sorgt es dafür, dass sich jeder Fahrer, ob Neuling oder erfahrener Pilot, sich von Anfang an wohlfühlt. Trotz seiner großzügigen 170 mm Federweg lässt sich das Orbea über Wellen gut pushen und Geschwindigkeit generieren.
Wer eine aktive Linienwahl auf dem Trail bevorzugt, muss etwas mehr Körpereinsatz bringen - oder sich dem Bike mit vollem Vertrauen hingeben. Denn das WILD nimmt auch grobe Steinfelder und Geröll-Passagen in Angriff, ohne mit der Wimper zu zucken.
Während die hohe Laufruhe auf ruppigen, steilen Abfahrten jede Menge Vorteile bringt, nimmt es den Fahrern auf langsameren Trail-Abschnitten, in denen sich das WILD etwas unterfordert fühlt, ein wenig vom Flow. Wer etwas weniger Geld in die Hand nehmen will, ist außerdem auch mit dem Orbea WILD H20 gut beraten.
Der Alu-Rahmen sieht dem Carbon-Pendant zum verwechseln ähnlich und liefert trotz günstiger Ausstattung die gleiche Uphill-Performance und Agilität. Erst auf sehr groben und schnellen Passagen stößt das günstigere Fahrwerk etwas an seine Grenzen und wirkt überfordert. Bei Orbea ist WILD eher ein Antonym für ‘zähmbar’.
Das Orbea WILD spricht sowohl Einsteiger als auch fortgeschrittene Fahrer an. Es ist äußerst laufruhig, agil genug und einfach zu fahren. Gleichzeitig vermittelt es viel Sicherheit und nimmt auch den steilsten Trails den Schrecken.
Das Orbea WILD kann den Hattrick nicht voll machen. Der dritte Testsieg in Folge wäre die Kirsche auf einer Sahnetorte, wobei es die Kirsche nicht wirklich braucht. Das WILD ist immer noch eines der besten Bikes im Test: laufruhig, schnell und absolut intuitiv.
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