Der Austausch einer Shimano 395 Bremse an einem Ghost Kato FS4 gegen eine XT Bremse erfordert besondere Aufmerksamkeit, da die Leitung für die Hinterradbremse im Rahmen verlegt ist.
Auswahl des richtigen Kits
Idealerweise wählt man ein XT im J-Kit, um die Leitung ohne Entlüften oder Neubefüllen durchziehen zu können. Dies vermeidet auch Verschmutzungen durch Öl.
Die Leitung muss getauscht werden, da die XT einen Banjo- und die 395 einen geraden Anschluss am Sattel hat. Zudem ist der Innendurchmesser möglicherweise angepasst.
Routing und Bedenken
Beim Bewegen der bestehenden Leitung zeigt sich, dass diese recht festsitzend ist. Das Ende am Oberrohr ist locker, bewegt sich aber nicht sonderlich, wenn man die Leitung am Bremssattel leicht vor- und zurückbewegt.
Die Befürchtung besteht, dass beim Durchziehen der mit Panzertape verbundenen Leitungen ein Widerstand im Motorbereich/Tretlager auftreten könnte, was zum Trennen der Verbindung führt. Dies würde eine aufwendige Fummelei bedeuten, und ein Ausbau des Motors soll vermieden werden.
Alternative Vorgehensweise
Eine Möglichkeit ist, auf das J-Kit zu verzichten und stattdessen eine fertig konfigurierte (befüllte und entlüftete) XT-Bremse zu kaufen. Die Leitungen müssen üblicherweise sowieso gekürzt werden, was bei Shimano mit sorgfältiger Arbeitsweise problemlos möglich ist.
Die neue Leitung wird kurz vor dem Hebel gekürzt und mit einem passenden abgeschnittenen Nagel bis zur Hälfte verschlossen. Die andere Seite des Nagels wird in die alte, ebenfalls abgeschnittene Leitung am Bremssattel gesteckt, und die neue Leitung wird mehr geschoben als gezogen, um sie durch den Rahmen zu führen. Diese Methode hat sich bewährt.
Sollte die alte Bremsleitung merklichen Widerstand leisten, muss zunächst für Durchgängigkeit gesorgt werden. Die Bremsleitung sollte jedoch nicht geklemmt sein, egal wo.
Das Umwickeln mit Tapes verdickt das Ganze unnötig und bietet kaum Haltbarkeit beim Schieben oder Ziehen. Ölverlust ist minimal, und nach der Montage können einige Tropfen Bremsöl in den Ausgleichsbehälter gefüllt werden.
Informationen vom Ghost Support
Die Leitung der hinteren Bremse verläuft im Unterrohr, am Motor vorbei, komplett durch den Rahmen. Erst hinten an der Kettenstrebe führt die Leitung nach außen. Daher ist das Verlegen einer neuen Bremse nicht so einfach wie bei einem „normalen“ Rad.
Hierfür muss der Motor des Bikes ausgebaut werden, da sonst das Verlegen einer neuen Leitung nahezu unmöglich ist. Es wird empfohlen, das Rad zu einem GHOST-Händler zu bringen, da der Ausbau des Motors knifflig sein kann und Kabel geklemmt werden könnten.
Es ist jedoch möglich, es selbst zu versuchen. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass beim Motor keine Kabelbinder vorhanden sind.
Allgemeine Tipps zum Verlegen von Bowdenzügen
Leichtgängige Schalt- und Bremszüge sind enorm wichtig für die Funktion des Rennrades. Verschlissene oder beschädigte Züge sollten ausgetauscht werden.
Bowdenzug kontrollieren
Prüfen Sie die Züge regelmäßig auf Beschädigungen, besonders in der Nähe der Anschläge. Quetschungen, Knicke, eingerissene Enden oder Schmutz in den Hüllen erhöhen die Reibung; Schaltung und Bremsen werden dann schwergängig und unpräzise.
Bowdenzug gut schmieren
Das beste Schmiermittel für Bowdenzüge ist Fett. Es dichtet die Enden gleichzeitig gegen Wasser und Schmutz ab. In Hülsen und Zuganschlägen schützt es vor Korrosion und Knackgeräuschen. Ziehen Sie den gut eingefetteten Zug mehrmals in der Hülle hin und her, damit sich das Fett gut verteilt.
In Qualität der Bowdenzüge investieren
Es lohnt sich, für hochwertige Züge etwas mehr Geld auszugeben. Die beschichteten Shimano-Züge verbessern die Performance aller Shimano-Schaltgruppen enorm. Auch die originalen Campagnolo-Züge sind gut. Von speziellen, abgedichteten Zug-Sets fürs Rennrad wird abgeraten, weil sie die Reibung eher erhöhen.
Schalt- und Bremszüge nicht verwechseln
Schalt- und Bremszüge sind verschieden und dürfen nicht verwechselt oder gemischt werden. Schalt-Innenzüge sind dünner als Brems-Innenzüge und haben einen kleineren Kopf. Achtung: Hier gibt es unterschiedliche Versionen von Shimano und Campagnolo! Die Shimano-Köpfe sind geringfügig größer und können sich in Campagnolo-Schalthebeln festfressen. Schalt-Außenzüge sind etwas schlanker als Brems-Außenzüge und in Längsrichtung verstärkt, damit sie beim Schalten nicht gestaucht werden. Brems-Außenzüge haben eine spiralförmige Verstärkung, das macht sie etwas flexibler beim Verlegen.
Nur Spezialwerkzeug verwenden
Verwenden Sie fürs Kürzen der Züge immer eine gute Bowdenzugzange. Die Hüllen müssen sauber und exakt rechtwinklig abgeschnitten werden. Trennen Sie die Züge oder Hüllen nicht mit Seitenschneider oder Kneifzange, da diese die Züge zu sehr quetschen.
Enden am Bowdenzug vorbereiten
Glätten Sie die Enden der abgeschnittenen Außenhüllen mit einer Feile, damit sie fest und bündig in Anschlägen und Endkappen sitzen. Weiten Sie außerdem den Kabelkanal nach dem Schnitt mit einem spitzen Gegenstand.
Kappen zurechtlegen
Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Endkappen zur Verfügung haben. Die Kappen für Schalt- und Bremszughüllen sind verschieden. Sehr wichtig ist die Quetschkappe auf dem Zugende, denn das abgeschnittene Drahtseil spleißt schnell auf und man kann sich leicht daran verletzen. Als Notbehelf eignet sich ein Speichennippel oder Klebeband; wenn man’s ganz nobel haben möchte, kann man die Enden auch verlöten.
Profi-Tipps
- Vermeiden Sie beim Verlegen der Züge enge Biegungen; die Züge sollten in weichen Bögen verlaufen, damit die Reibung so gering wie möglich bleibt.
- Für mechanisch betätigte Scheibenbremsen empfehlen sich spezielle druckstabile Brems-Außenhüllen. Sie vermitteln einen definierteren Druckpunkt und erhöhen die Bremsleistung.
- Die mit PTFE beschichteten Shimano-Züge (ab 105 aufwärts) verbessern die Funktion aller Shimano- und SRAM-Schaltungen. Sie sind zwar sensibel zu montieren, aber sehr leichtgängig und bleiben lange geschmeidig.
Kabel und Leitungen im Rahmen verlegen
Kabel und Leitungen werden in der Regel durch den Rahmen verlegt. Das bringt manche Herausforderung mit sich.
5 Tricks, wie die Leitung durch den Rahmen kommt
- Züge drin lassen: Sind die Züge noch montiert, dann ziehen Sie sie nicht komplett aus dem Rahmen. Tauschen Sie zunächst nur den Innenzug aus, dann ziehen Sie die alte Außenhülle über den Innenzug heraus und fädeln die neue darüber. Werden die Züge im Rahmeninneren hüllenlos geführt, hilft eine lange, dünne Innenzug-Hülle (Liner), um die Position des Zuges zu halten.
- Demontieren: Schrauben Sie falls möglich alle Anschläge und Zugumlenkungen vom Rahmen und fädeln Sie sie nur lose auf die Züge. Bei der Verlegung durch das Tretlagergehäuse lohnt es sich meist, die Kurbel und eventuell auch das Lager auszubauen.
- Fädelhilfe für Bowdenzug: Bei der Neuverlegung leistet ein Bremszug mit leicht gebogenem Ende gute Dienste. Er ist etwas steifer und schwerer als ein Schaltzug, lässt sich also besser fädeln. Auch ein langer, vorgebogener Draht (etwa 1 mm stark) ist eine gute Fädelhilfe, z.B. für die Leitungen hydraulischer Scheibenbremsen.
- Magnet: Mit einem starken Magneten lassen sich Züge im Rahmen von außen führen. Bei Carbonrahmen funktioniert das gut entlang der Rohrwand, bei Metallrahmen lässt sich immerhin das Ende des Zuges “fangen”.
- Staubsaugertrick: Wenn Kanten und enge Radien die Verlegung erschweren, können Sie es mit Wollfaden und Staubsauger versuchen. Dichten Sie die übrigen Rahmenöffnungen etwas ab, fädeln Sie den Wollfaden durch die Zugöffnung und versuchen Sie, ihn am anderen Ende wieder anzusaugen. An dem Faden können Sie dann einen Liner oder Innenzug durch den Rahmen ziehen.
Steuerzentrale - der Lenker
Am Lenker kommen alle Kabel an, eine saubere Verlegung ist hier besonders wichtig. Was Sie dabei beachten müssen.
Engstelle Schalthebel
Vergewissern Sie sich, wie die Schaltzüge in die Hebel gefädelt werden müssen. Meist geschieht das im entspannten Zustand durch eine Öffnung, entweder seitlich (Shimano, SRAM) oder von unten (Campagnolo) unter dem Griffgummi. Die Kanäle sind schmal und verlaufen selten gerade. Verwenden Sie am besten neue Innenzüge, deren ungekürzte Enden verlötet sind. Gegebenenfalls hilft es, die Enden etwas vorzubiegen.
Züge provisorisch fixieren
Kleben Sie die Außenhüllen zunächst mit Klebeband eng an den Lenker, bevor Sie das Lenkerband wickeln. Achten Sie darauf, dass die Hüllen fest in den Anschlägen sitzen und eng in den Lenkerbiegungen und in ihren Führungen verlaufen. Schneiden Sie erst dann die Hüllen auf Länge, nachdem Sie den Innenzug wieder weit genug herausgezogen haben. Der Lenker muss sich frei drehen lassen und die Züge dürfen sich nicht gegenseitig behindern.
Tücken der Integration von Zügen
Wenn die Leitungen durch Lenker und Vorbau verlaufen, muss die Länge auf den Millimeter passen. Wenn möglich, lassen Sie bei den Arbeiten die Außenhüllen und Bremsleitungen am Lenker montiert. Müssen sie getauscht werden, merken Sie sich ihren genauen Verlauf und die Reihenfolge und Orientierung der Einzelteile, insbesondere des Steuersatzes.
Profi-Tipps für den Lenker
- Kürzen Sie die Leitungen, wenn der Lenker in höchster Stellung steht. So bleibt etwas Spielraum, um später die Höhe zu verändern.
- Bei kleinen Rahmen kann es sinnvoll sein, die Schaltzüge vor dem Steuerrohr zu kreuzen - dann knicken sie beim Einlenken nicht so stark ab. Der Zug des Schaltwerks führt dann zur in Fahrtrichtung linken Rahmenseite, der des Umwerfers zur rechten. Kreuzen Sie die Züge erneut im oder unter dem Unterrohr.
- Manche Lenker bieten die Möglichkeit, beide Züge vorne oder einen vorne und einen hinten am Lenker zu verlegen. Welches die bessere Variante ist, hängt vom Schalthebel und der Lenkerform ab.
Elektrische Schaltungen und hydraulische Bremsen am Rennrad
Mit elektronischen Schaltungen und hydraulischen Bremsen gehört der Leitungswechsel nicht mehr zu den Routinearbeiten am Rennrad, weil sie nicht verschleißen. Dafür gibt es bei den modernen Übertragungswegen andere Dinge zu beachten.
Bremsleitungen
- Neuer Anschluss: Verwenden Sie jedes Mal, wenn Sie die Leitung von Bremskörper oder Griff lösen, ein neues, passendes Anschlussstück. Dafür muss die Leitung am entsprechenden Ende sauber abgeschnitten werden.
- Bremsleitung lang lassen: Wenn Sie die Bremsleitung lösen, dann schneiden Sie so wenig wie möglich davon ab. Oft entscheiden wenige Millimeter darüber, ob die Leitung nochmals verwendet werden kann oder eine neue montiert werden muss. Unter Umständen hilft es, erst das Anschlussstück aus der Leitung zu pulen und die Leitung dann sauber abzuschneiden - so kann man ein paar Millimeter gewinnen.
- Bremse entleeren: Pumpen Sie mit dem Bremshebel die Bremse möglichst vollständig leer. So kann auslaufendes Öl keinen Schaden anrichten.
Elektrokabel
- Stecker checken: Viele Funktionsstörungen lassen sich auf defekte Verbindungen zurückführen. Sind die Kabel alle einwandfrei, kann es auch an den Steckern liegen: Sie sind vergleichsweise schwergängig und müssen spürbar einrasten. Besonders am Schaltgriff zieht es lose sitzende Stecker gerne mal aus ihrem Sitz. Empfehlenswert ist das passende Werkzeug, mit dem man mehr Kraft aufbringen kann.
Fehlersuche
Funktioniert ein Bauteil nicht, lässt sich der Fehler bei Elektroschaltungen oft nur schwer einkreisen. Verkabeln Sie die einzelnen Verbindungen extern mit einem langen, sicher funktionierenden Kabel. So lässt sich die defekte Leitung oder die Komponente einfach finden. Achtung: Bei modernen Funk-Schaltungen arbeitet das ganze System nicht ohne das Schaltwerk.
Empfindliche Di2-Kabel
Di2-Kabel sind anfällig für Beschädigungen: Werden sie gequetscht oder reiben sich an scharfen Kanten, ist ein Kabelbruch schnell passiert. Achten Sie deshalb auf ausreichend Schutz, z.B. eine schützende Hülse im Tretlagerbereich, um Kabelscheuern zu vermeiden.
Interne Zugverlegung durch den Steuersatz
Die interne Zugverlegung durch den Steuersatz ist ein viel diskutiertes Thema. Es gibt verschiedene Systeme, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.
Grundaufbau der Systeme
Herzstück ist immer ein Plastik-Spacer, der im Steuerrohr zwischen dem Gabelschaft und dem Lager sitzt - hierdurch laufen die Leitungen durch den Steuersatz, ohne die Lager oder den Gabelschaft zu tangieren.
Klassische Lösung von Acros
Bei der „klassischen“ Lösung von Marktführer Acros laufen die Züge durch eine Plastikabdeckung auf dem Steuersatz in zwei Aussparungen in den Steuersatz. In den Aussparungen werden die Züge mit Plastikstöpseln fixiert. Unter der Abdeckung befindet sich dann der Plastik-Spacer zwischen Gabelschaft und Steuersatz. Dieser hat zu den Seiten hin Öffnungen, durch die die Züge einfach eingefädelt werden können.
Vorteile der klassischen Lösung
- Einfache Höhenverstellung des Cockpits über Spacer
- Intuitives Auseinandernehmen und Zusammenbauen des Steuersatzes
Nachteile der klassischen Lösung
- Fummeliges Einfädeln der Kabel in den Spacer
- Geduldspiel beim Aufsetzen der Lagerabdeckung
FOCUS CIS-System
FOCUS hat mit seinem CIS-System früh auf die Zugverlegung durch den Vorbau und dann in den Steuersatz gesetzt. Die Züge verschwinden hier durch eine Aussparung zwischen Lenker und Vorbauklemmung in den Vorbau und dort dann durch zwei große Löcher in weitem Bogen nach unten. Um das zu ermöglichen, werden Spacer verbaut, die auf beiden Seiten hohl sind und damit die Aussparungen bieten, die es braucht, um die Züge in den Steuersatz zu leiten. Im Steuersatz laufen die Leitungen dann durch denselben Spacer, den wir bereits aus der „klassischen“ Acros-Variante kennen.
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