Woran erkennt man echte Bike-Rookies? Sie reiben sich auf dem Trail die Augen. Nicht vor Rührung über die Schönheit des Mountainbike-Sports, sondern weil ihnen Schmutzpartikel, Insekten und Fahrtwind tränende Augen bescheren. Hochgeschleuderte Steinchen, Schlamm und in den Trail ragende Äste können ernsthafte Augenverletzungen hervorrufen. Eine gut mit dem Gesicht abschließende Brille gehört daher auf jede Biker*innen-Nase! Und es tut sich einiges im Angebot der fahrradspezifischen Augenschützer.
Dieser Artikel bietet einen detaillierten Test und Vergleich von verschiedenen Mountainbike-Brillen (MTB-Brillen) verschiedener Preiskategorien, darunter Modelle von Alpina, Evil Eye und Oakley. Der Fokus liegt auf selbsttönenden Brillen, die sich automatisch an wechselnde Lichtverhältnisse anpassen. Es werden die Vor- und Nachteile verschiedener Modelle beleuchtet, um Bikern die Wahl der optimalen Brille für ihre Bedürfnisse zu erleichtern.
Warum eine spezielle Bike-Brille?
Eine Sonnenbrille gehört für die meisten Biker so selbstverständlich zur Ausrüstung wie Fahrradpumpe und Ersatzschlauch. Dabei ist sie für viele mehr als nur reiner Schutz vor Sonne, Fahrtwind oder Flugobjekten. Gerade die aktuell so angesagten Shield-Modelle mit besonders großen Scheiben punkten mit einer zusätzlichen Portion Style.
Selbsttönende Brillen: Die Innovation für wechselnde Bedingungen
Jüngste, bahnbrechende Innovation: selbsttönende Brillen, deren Abdunkelung und Aufhellung per Solarzelle und revolutionär schnell funktioniert. In Sekundenbruchteilen dunkeln diese Scheiben stufenlos durch zwei Schutzlevel ab und hellen sich ebenso flott wieder auf. Das Argument, Bike-Brillen seien entweder im Wald zu dunkel oder auf dem freien Berg zu hell, ist damit entkräftet. Vorausgesetzt, man hat das nötige Kleingeld übrig. Ab 290 Euro geht’s erst los, die sündhaft teure Evil Eye kostet fast 680 Euro! Technikbegeisterten Nerds wird ihre Funktion ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubern, denn ihre Tönung arbeitet rasant wie auf Knopfdruck.
Die automatische Verdunklung der klassischen phototropen oder photochromen Gläser beruht auf in den Scheiben eingeschmolzene oder als Schicht aufgetragene Silberverbindungen, die bei Kontakt mit UV-Strahlung ihre chemische Struktur verändern und dadurch für die Tönung der Scheibe sorgen. Nimmt die UV-Strahlung ab, gehen die Moleküle wieder in ihre ursprüngliche Form zurück.
Um einen möglichst breiten Einsatzbereich abzudecken, sollte die Anfangstönung der Brille möglichst klar sein. Nur dann sind die Gläser im Übergang zwischen Tag und Nacht ausreichend hell und bieten auch bei Nachtfahrten mit Licht ausreichend Sicht. Die meisten Modelle im Test wechseln ihre Tönung zwischen den Filterklassen zwei und drei. Wirklich nachttaugliche Kandidaten beginnen dabei bei einer kaum wahrnehmbaren Abdunklung von 20 bis 25 Prozent.
Für Fahrten im Auto sind selbsttönende Brillen in der Regel nicht geeignet. Weil moderne Autoscheiben einen Großteil der UV-Strahlung filtern, ist die Reaktion der photoaktiven Moleküle im Brillenglas stark eingeschränkt. Der UV-Schutz hingegen bleibt auch bei nicht getönter Scheibe in vollem Umfang erhalten.
Die Nachteile der Selbsttönung
An und für sich eine tolle Sache, doch die klassischen photochromen Brillen haben gleich mehrere Makel. Die Scheiben tönen nur langsam. Während die meisten Modelle in zehn Sekunden gut 50 Prozent abdunkeln, vergehen bis zu zwei Minuten, bis die Scheibe wieder klar ist - viel zu lange, wenn man mit Highspeed in ein Schattenstück brettert. Die Geschwindigkeit und Intensität der Verdunklung ist auch von der Temperatur abhängig. Je kälter, desto schneller erfolgt der Prozess und desto dunkler wird das Glas. Ein Problem können daher etwa neblige Wintertage darstellen. Zudem funktionieren die meisten selbsttönenden Brillen hinter UV-absorbierenden Autoscheiben nicht.
Tönungswechsel in Echtzeit
Aber aufgepasst: Die Lösung für all die Probleme liefert der italienische Hersteller Out Of mit der Bot 2+. Dafür setzt der Hersteller auf eine elektronische photochrome Technologie. Dank eines eingebauten Solarpanels sollen sich diese Gläser in weniger als einer Sekunde verdunkeln, ohne dass Batterien benötigt werden. Das Panel misst die Intensität des sichtbaren Lichts - nicht des UV-Lichts - und versorgt einen Flüssigkristallfilm, der die Tönung der Gläser in Echtzeit anpasst. Zudem wird diese reaktionsschnelle Flüssigkristalltechnologie, die auch in Hochleistungs-Schweißerschutzmasken zum Einsatz kommt, nicht von Temperaturschwankungen beeinträchtigt.
Die Konstruktion ist genial: Leicht erhöht zwischen den Augen befindet sich ein Solarzellenmodul, das eine elektronisch geregelte Abdunkelung und Aufhellung der Scheibentönung speist. So dunkelt die Scheibe nur ab, wenn auch Sonnenlicht im Bereich der Augen auf die Brille fällt, und keine zusätzliche Stromversorgung - etwa per Batterie - ist notwendig. Die Reaktionszeiten sind extrem gering. Out Of: 0,09 Sekunden, React: 0,1 Sekunden, Evil Eye: 0,6 Sekunden.
Sämtliche Modelle mit elektronischer Photochromatik weisen aber eine mehr oder minder starke Grundtönung auf. Die React (im Bild) ist mit Schutzstufe S2 im Vergleich am dunkelsten. Die Abdunkelung erfolgt jeweils über zwei Tönungsstufen. Zudem verlangt die Platzierung der Solarzelle über der Nasenöffnung der Brille eine Mindestbauhöhe der Scheibe.
Testergebnisse im Detail
Im Folgenden werden einige der getesteten Brillen detaillierter vorgestellt:
Evil Eye E-sense Next
Testsieger. Die E-Sense Next punktet mit einer sehr angenehmen Reaktionsgeschwindigkeit der Photochromie: überaus schnell, aber nicht zu schnell, sodass unter rasant wechselnden Lichtverhältnissen beim Fahren im Wald oder in einer Allee kein unangenehmes „Flackern“ durch ständiges Aufhellen und Abdunkeln entsteht. Die Einstellbarkeit der Winkel von Bügel und Nasenstegen gewährleistet festen Sitz. Rundherum schließt die Scheibe sehr dicht ab und schützt das Auge perfekt, doch der dicke seitliche Rand erzeugt einen kleinen „toten Winkel“. Nur in einer Größe (L) erhältlich.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 679 Euro
- Gewicht: 37 g
- Tragekomfort: 4/5 ⭐️
- Schutz: 5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 3.5/5 ⭐️
- Gewicht: 1.5/5 ⭐️
- Ausstattung: 4/5 ⭐️
Out Of Bot2+
Dank ihrer sehr flexibel anpassbaren Bügelenden und des breit gummierten, rutschfesten Nasenstegs sitzt sie sehr komfortabel und ohne Druckstellen. Die Positionierung der Solarzelle über dem Mittelsteg bewirkt eine Bauhöhe von 29 mm über der Nasenöffnung, womit sie mit vielen Helmen kompatibel ist - hier ist dennoch ein Passform-Check sinnvoll. Die Reaktion auf Lichteinfall geschieht blitzschnell, was bei wiederholten, flotten Lichtwechseln leicht irritierend sein kann. Der weit ums Auge reichende Rahmen schließt perfekt schützend ab und beengt das Sichtfeld kaum.
- Testergebnis: gut
- Preis: 379 Euro
- Gewicht: 34 g
- Tragekomfort: 4/5 ⭐️
- Schutz: 5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 3.5/5 ⭐️
- Gewicht: 2/5 ⭐️
- Ausstattung: 3/5 ⭐️
React Optray Ruby
Das günstigste Modell der elektronisch gesteuerten selbsttönenden reagiert überaus schnell und schützt das Auge super vor Blendung. Passformseitig ist eine Anprobe ratsam - denn aufgrund fehlender Anpassungsmöglichkeiten an Nasenauflage und Bügelenden können die Scheiben je nach Gesichtsform weit abstehen, was den Tragekomfort und den Schutz vor Fahrtwind beeinträchtigt. In heftigen Trail- und Rüttelpassagen neigt sie daher auch zu leichtem Rutschen. Auf breiten Nasenrücken sitzt sie hoch. Das Sichtfeld ist störungsfrei und ausreichend breit. Baut 30 mm hoch.
- Testergebnis: gut
- Preis: 289 Euro
- Gewicht: 36 g
- Tragekomfort: 3/5 ⭐️
- Schutz: 3.5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4/5 ⭐️
- Gewicht: 1.5/5 ⭐️
- Ausstattung: 3/5 ⭐️
100% S3
Groß und breit sitzt die Scheibe der S3 auf der Nase und schützt hervorragend mit nur minimal spürbarem Fahrtwind. Bietet ein sehr großes Sichtfeld, das nur am unteren Rand durch kurze Rahmenteile unterbrochen wird. Diese erzeugen leichte Reflexionen. Mit 34 mm Bauhöhe über der Nasenöffnung kann sie an den Helm stoßen. Die dunkelrote Tönung mit Verspiegelung schärft die Untergrundwahrnehmung auf dem Trail. Kommt inklusive einer klaren Wechselscheibe, der Austausch gelingt mit wenig Kraftaufwand. Obwohl die Anpassung limitiert ist, bietet sie guten Tragekomfort.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 159 Euro
- Gewicht: 34 g
- Tragekomfort: 3.5/5 ⭐️
- Schutz: 4.5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4.5/5 ⭐️
- Gewicht: 2/5 ⭐️
- Ausstattung: 4/5 ⭐️
Alpina Sonic HR V
Schiebt man die Sonic HR V für guten Wangenabschluss nahe ans Gesicht, fällt die im abgesetzten Zustand schmale Bügelweite von 85 mm auf, die dank der flexiblen Bügel einen starken Halt erzeugt, an breiten Köpfen aber drücken kann. Die Scheiben schützen dann prima vor Fahrtwind und Schmutz, stehen unten aber immer leicht ab. In dem aufgeräumt wirkenden Sichtfeld fällt nur der wuchtige Nasensteg auf. Ausgestattet mit photochromen Scheiben, erzielt die Alpina eine ausreichend schnelle Tönung, die das Auge zuverlässig und angenehm abdunkelt, vor Blendung schützt.
- Testergebnis: gut
- Preis: 130 Euro
- Gewicht: 31 g
- Tragekomfort: 4/5 ⭐️
- Schutz: 4/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4/5 ⭐️
- Gewicht: 2.5/5 ⭐️
- Ausstattung: 2.5/5 ⭐️
Bliz P001
Die im Starter*innenfeld des XC-Worldcups prominent sichtbare Marke (sprich „Bliss“) liefert mit der P001 eine günstige Bike-Brille mit zahlreichen, teils knallig-getönten Scheibenvarianten. Die zum Test vorliegende Tönung Coral Orange/Mirror Blue hellt diffuse Lichtverhältnisse auf, wirkt aber nicht anstrengend. Dank verformbarer Bügelenden und Nasenauflage sitzt die in drei Größen verfügbare Brille hochkomfortabel, bei Erschütterungen rutschfest. Die 30 mm hoch bauende Scheibe schützt das Auge rundum super, das Sichtfeld wird durch den schlanken Rahmen kaum beengt.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 109 Euro
- Gewicht: 30 g
- Tragekomfort: 4.5/5 ⭐️
- Schutz: 5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4.5/5 ⭐️
- Gewicht: 3/5 ⭐️
- Ausstattung: 1.5/5 ⭐️
Julbo Intensity
Wie ein Hauch von nichts sitzt die superleichte Julbo auf der Nase. Trotz fehlender Anpassungsmöglichkeiten waren weder Druckstellen noch Rutschen zu verzeichnen, der Nasensteg klebt sich geradezu fest. Aufgrund des komplett störungsfreien Sichtfelds könnte man fast vergessen, dass man einen Augenschutz trägt. Dieser fällt aufgrund der eher schmalen Scheiben, die zudem an den Seiten leicht abstehen, auch etwas schlechter aus: Bei hoher Geschwindigkeit kann Fahrtwind ans Auge gelangen. Die photochromen Scheiben des Testmodells erzeugten eine allzeit angenehme Tönung.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 215 Euro
- Gewicht: 19 g
- Tragekomfort: 5/5 ⭐️
- Schutz: 3.5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 5/5 ⭐️
- Gewicht: 5/5 ⭐️
- Ausstattung: 3/5 ⭐️
Oakley Velo Kato
Die Optik der Oakley mag gewöhnungsbedürftig sein, den exzellenten Tragekomfort will man nach der ersten Ausfahrt mit der Hingucker-Brille nicht mehr missen. Perfekt „wickelt“ sich die lange Bügelkonstruktion samt Scheiben um den Kopf, das hohe Gewicht ist nicht spürbar. Für guten Abschluss mit der Gesichtskontur sorgen Nasenpads in zwei Stärken. Diese ragen sehr dominant ins Sichtfeld, ansonsten ist der Blick frei von Störungen. Auch der Schutz ist top, nur minimaler Fahrtwind kann an der Nasenpartie eindringen. Der Transport ist aufgrund der nicht einklappbaren Bügel umständlich.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 304 Euro
- Gewicht: 41 g
- Tragekomfort: 5/5 ⭐️
- Schutz: 4.5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4.5/5 ⭐️
- Gewicht: 0.5/5 ⭐️
- Ausstattung: 2.5/5 ⭐️
Pit Viper The Midnight Try-Hard
Mit perfektem Schutz punktet die knallig-bunte Pit Viper. Ihre große Scheibe schmiegt sich mit perfekter Krümmung an das Gesicht, der Rahmen schließt super ab und hält Fahrtwind und Schmutz vom Auge ab. Ihre langen, dicken, nicht verformbaren Bügelenden stoßen jedoch mitunter an Helm oder dessen Tragesystem, hier ist ein Kompatibilitäts-Check Pflicht. Top Ausstattung mit einer Wechselscheibe, die ohne eine untere Randfassung kommt und ein größeres Sichtfeld und einen näheren Abschluss der Scheibe zur Wangenpartie ermöglicht. Der Wechsel gelingt mühelos.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 130 Euro
- Gewicht: 40 g
- Tragekomfort: 4/5 ⭐️
- Schutz: 5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4/5 ⭐️
- Gewicht: 1/5 ⭐️
- Ausstattung: 4/5 ⭐️
Poc Elicit Toric
Sehr leichte Brille, deren Sitz mittels dreier, unterschiedlich großer und dicker Pads so eingestellt werden kann, dass die Scheibe nahezu perfekt anliegt und top schützt. Entsprechend fällt auch der Tragekomfort hoch aus. Die weich gummierten Bügelenden bescheren keine Probleme mit diversen Helm-Arten, zudem erzielen sie sehr festen Halt. Die von Zeiss designte Tönung ist effektiv und wirkt beinahe beruhigend, der Wechsel zur klaren Variante geht problemlos von der Hand. Das Sichtfeld wird seitlich durch die etwas prominenten Bügelanker gestört, ist ansonsten aber tadellos.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 270 Euro
- Gewicht: 24 g
- Tragekomfort: 4.5/5 ⭐️
- Schutz: 4.5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4/5 ⭐️
- Gewicht: 4/5 ⭐️
- Ausstattung: 4.5/5 ⭐️
Rudy Project Astral Sphere
So muss eine Bike-Brille sitzen! Die große Scheibe der Astral Sphere bietet ein absolut störungsfreies Sichtfeld und schließt perfekt an Wangen, Nase und Stirn ab, ohne dabei unangenehm an die Wimpern zu stoßen. Zwar ist nur der Nasensteg verformbar, die leicht eingebogenen Bügelenden legen sich aber perfekt um den Kopf und bieten starken Halt, ohne einzuengen. Mit ihrer photochromatischen Scheibe schützt sie ausreichend schnell vor Blendung und reicht recht weit um den Kopf herum, wodurch auch Lichteinfall von hinten nicht ins Auge reflektiert werden kann.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 200 Euro
- Gewicht: 26 g
- Tragekomfort: 4.5/5 ⭐️
- Schutz: 4.5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 5/5 ⭐️
- Gewicht: 3.5/5 ⭐️
- Ausstattung: 2/5 ⭐️
Scott Stride
Durch ihre leicht kontrastverstärkende, angenehm getönte Scheibe werden Trail-Details gut sichtbar. Obgleich sie keinerlei Anpassungsoptionen besitzt, ist der Halt super, wenn sie denn passt. Für Halt sorgen unter anderem die mit kräftigen Rillen versehenen, langen Gummierungen an den Bügeln, die sich jedoch leicht „kratzig“ tragen. Durch die große Nasenaussparung bringt man die Scheibe mit Leichtigkeit sehr nah ans Gesicht, wodurch sie super schützt und ein hohes und breites, fast störungsfreies Sichtfeld bietet. Lediglich am unteren Rand steht die Scheibe leicht ab.
- Testergebnis: gut
- Preis: 120 Euro
- Gewicht: 28 g
- Tragekomfort: 4/5 ⭐️
- Schutz: 4.5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4/5 ⭐️
- Gewicht: 3/5 ⭐️
- Ausstattung: 2/5 ⭐️
Smith Defy
Die beliebten Chromapop-Scheiben sorgen auch bei der Defy für starke Kontraste bei starker Tönung. Für manch eine*n mag das im Wald zu viel des Guten sein, die Brille wird entsprechend mit einer Wechselscheibe ausgeliefert. Der Scheibentausch benötigt Kraft und Versiertheit, sonst könnte die Brille Schaden nehmen. In der Praxis liefert sie ein prima Sichtfeld ohne größere Irritationen, die Scheiben stehen aber seitlich etwas ab, wodurch Fahrtwind und UV-Reflexionen von hinten ins Auge gelangen können. Die straff sitzenden, schmalen Bügel können an breiten Köpfen drücken.
- Testergebnis: gut
- Preis: 175 Euro
- Gewicht: 28 g
- Tragekomfort: 4/5 ⭐️
- Schutz: 3/5 ⭐️
- Sichtfeld: 4/5 ⭐️
- Gewicht: 3/5 ⭐️
- Ausstattung: 3/5 ⭐️
Swisseye Racer
Eigentlich hätte sie die volle Punktzahl in der Bewertung des Komforts verdient, da sie durch verformbare Bügelenden und eine anpassbare Nasenauflage ideal einstellbar ist und sehr rutschfest sitzt. Die Scheibe baut mit mehr als 32 mm jedoch so hoch über der Nasenöffnung, dass sie an sehr vielen Helmen mit dem unteren Rand kollidiert. Wenn’s da aber passt, sitzt sie top, bedeckt zudem die Augenpartie ideal.
- Testergebnis: sehr gut
- Preis: 194 Euro
- Gewicht: 32 g
- Tragekomfort: 3.5/5 ⭐️
- Schutz: 5/5 ⭐️
- Sichtfeld: 5/5 ⭐️
- Gewicht: 2.5/5 ⭐️
- Ausstattung: 5/5 ⭐️
Weitere getestete Modelle
Neben den oben genannten Modellen wurden auch folgende Brillen getestet:
- 100% S2
- Alpina S-Way QVM+
- BBB Fullview PH
- Bollé Lightshifter
- Evil Eye Vizor Pro
- Julbo Rush
- Oakley Flight Jacket
- Rockrider XC Race
- Rose PS 07 Photocromic
- Rudy Project Cutline
- Scott Shield LS
- Smith Attack Mag MTB
- Sweet Protection Ronin
- Uvex Sportstyle 804 V
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Der Trend der letzten Jahre, immer mehr Brillen mit exorbitant großen Monoscheiben anzubieten, hat zwar großen Style auf die Trails gebracht, aber zu spürbaren Inkompatibilitäten mit vielen Helmmodellen geführt, was sich auch in unserem ausgiebigen Praxistest wieder gezeigt hat. Denn die modernen Scheiben bauen sehr hoch über der Nase und stoßen daher oft an den Helm. Daher haben wir den Abstand vom oberen Brillenrand zum - bei allen Brillen vorhandenen - einzigen Referenzpunkt an der Oberkante der Öffnung für die Nase gemessen.
Ergebnis: Brillen mit einer Bauhöhe über 30 Millimetern stoßen bei sieben willkürlich gewählten Helmen häufig an deren Unterkante. Wer diese Brillen für einen Kauf favorisiert, sollte checken, ob sie mit dem Helm kompatibel sind. Spannend: Selbst Brille und Helm vom gleichen Hersteller können miteinander kollidieren.
Da es zu vielen Brillen diverse Scheibenoptionen gibt, haben wir Brillen mit Wechselscheiben, photochromatischen und nicht wechselbaren Scheiben in unserem Test bunt gemischt. Brillen mit photochromatischen Scheiben erhielten dafür einen Zusatzpunkt bei der Ausstattung, wurden also wie eine Brille mit zwei Scheiben gewertet.
Überlege Dir, wo und wie Du die Brille einsetzen möchtest: Für Rennradfahrer sind leichte, aerodynamische Modelle mit großem Sichtfeld gut geeignet. Mountainbiker profitieren von robusten Gläsern und guter Rundumsicht. Für Alltagsradler oder Pendler sind Komfort und Vielseitigkeit entscheidend.
Filterklassen von Sonnenbrillen in der Übersicht
Von völlig klar bis ziemlich dunkel - diese Filterkategorien gibt es bei Sonnenbrillen:
- Filterkategorie 0
- Geeignet für bewölkte Tage und Dämmerung
- Blendschutz: Bis 20 % des Lichts werden absorbiert
- Filterkategorie 1
- Geeignet für bedeckte Tage
- Blendschutz: Bis 57 % des Lichts werden absorbiert
- Filterkategorie 2
- Geeignet für Sommertage in unseren Breiten (Mitteleuropa)
- Blendschutz: Bis 82 % des Lichts werden absorbiert
- Filterkategorie 3
- Geeignet für Aufenthalte im Schnee, in den Bergen und am Meer in Südeuropa
- Blendschutz: Bis 92 % des Lichts werden absorbiert
- Filterkategorie 4
- Geeignet für Aufenthalte im Hochgebirge oder auf Gletschern - zum Autofahren ungeeignet!
- Blendschutz: Bis 97 % des Lichts werden absorbiert
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