Für viele Menschen ist ein Mountainbike für 1000 Euro eine beträchtliche Investition, besonders für Einsteiger. Der Markt bietet jedoch eine Vielzahl von Bikes mit attraktiven Preisschildern. Hardtails mit Aluminiumrahmen und einfacher Ausstattung bilden die Basis fast jedes Produktportfolios. Günstige Hardtails eignen sich perfekt, um Fahrtechnik zu erlernen und das Rad vielleicht auch im Alltag zu nutzen. Das Verhältnis aus Vielseitigkeit und Preis-Leistung ist bei Mountainbikes um 1000 Euro für viele Einsteiger attraktiv.
BIKE hat neun Hardtails für Einsteiger zwischen 1200 und 1800 Euro getestet, um herauszufinden, ob diese Bikes überhaupt noch eine Daseinsberechtigung haben.
Warum ein Hardtail immer noch sinnvoll ist
Was zeichnet ein Hardtail überhaupt aus? Was spricht für dieses einzigartige Fahrgefühl? Ein Hardtail lebt in erster Linie vom geringen Gewicht und dem ungefilterten Vortrieb. Jede noch so kleine Kraftanstrengung wird verlustfrei in Vortrieb verwandelt. Das Bike lässt sich mit spielerischer Leichtigkeit über den Trail dirigieren und verschmilzt mit dem Fahrer zu einer Einheit. Ein Hardtail kennt weder Antriebseinflüsse, noch die Notwendigkeit, einen Dämpfer blockieren zu müssen, egal, wie hart der Fahrer in die Pedale hämmert. Das gilt vor allem auf ebenen Untergründen, wo ein gefedertes Heck ohnehin keine Vorteile bringt.
Hardtails sind robust und wartungsarm
Ein weiteres nicht ganz unerhebliches Ass ziehen die Hardtails durch ihre schlichte Konstruktion aus dem Rahmen. Weniger Teile und simple Technik sprechen also klar für das Hardtail als robusten Begleiter. Dimitris anfängliche Frage nach der Daseinsberechtigung von Einsteiger-Hardtails lässt sich also definitiv mit einem Ja beantworten - auch wenn beim Fahrerlebnis, gemessen am Fully, noch viel Luft nach oben bleibt.
Details, die beim Hardtail-Test auffielen
Drei wichtige Punkte für den Kauf eines Einsteiger-Hardtails
- Einsatzbereich: Sport oder Trail? Steht der reine Ausdauer- und Fitnessaspekt mit Reserven abseits der Straße im Vordergrund, oder liegt der Fokus auf echtem Geländeeinsatz mit fordernden Trails? Im ersten Falle empfiehlt sich ein sportliches Cross Country-Bike. Wer im Gelände an der Fahrtechnik feilen will, landet mindestens beim Trail-Hardtail.
- Ausrüstung rund ums Bike: Wer bei Null startet, muss noch etwas Budget (200 - 300 Euro) für essenzielle Ausrüstung einplanen. Helm, Brille, Handschuhe und idealerweise MTB-Schuhe sind genauso notwendig wie ein Ersatzschlauch, Mini-Tool, Mini-Pumpe und oftmals nicht im Lieferumfang enthaltene Pedale.
- Sparen aufs Fully: Ist das Budget auf 1500 Euro begrenzt, führt bei der Neuanschaffung kein Weg am Hardtail vorbei. Empfehlenswerte Trailfullys, wie etwa das Vitus Mythique (BIKE 4/23), starten bei knapp unter 2000 Euro. Dafür ermöglicht das Fully einen kompromisslosen wie komfortablen Geländeeinsatz.
Die getesteten Hardtails im Detail
Im Folgenden werden einige der getesteten Hardtails detaillierter vorgestellt:
Bulls Copperhead 2 29 für 999,95 Euro
Mit den Monkey-Link-Schnittstellen für Akku-Lichter besitzt das Bulls Copperhead eine hohe Alltagstauglichkeit. Die Shimano Deore-Schaltung bietet trotz nur elf Schaltstufen einen leichten Klettergang und 180 Millimeter große Bremsscheiben leiten die Hitze auf langen Abfahrten besser ab. Lange Reach-Werte helfen mit einer stabilen Fahrlage. Die Schnellspannachsen vorne und hinten entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik. Dazu besitzt die schmale Felgen-Reifen-Kombi wenig Auflagefläche. Vor allem Schwere Fahrer könnten etwas Steifigkeit, beziehungsweise Lenkpräzision vermissen.
- Preis: 999,95 Euro
- Federweg: 110 mm
- Laufradgröße: 29”
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: 15,42 kg
Canyon Grand Canyon AL6 für 999 Euro
Der Direktversender kann mit viel Ausstattung zum fairen Preis punkten. So stellt die Shimano-Deore-Schaltung volle zwölf Gänge bereit und das Bike verfügt über stabile Steckachsen. 120 Millimeter Federweg und ein 66 Grad flacher Lenkwinkel schaffen in der Trailabfahrt Sicherheitsreserven. Auch der Rest der Geometrie ist modern, das Gewicht erfreulich. Die Reifen kommen leider in der günstigen Performance-Gummimischung von Schwalbe. Aufgrund des fehlenden Händlernetzes sind Probefahrt und Service-Leistungen leider etwas schwerer in Anspruch zu nehmen. Viele Anschraubpunkte für Zubehör!
- Preis: 999 Euro
- Federweg: 120 mm
- Laufradgröße: 27,5” (XS) / 29” (S-XL)
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: 12,76 kg
Cube Reaction Pro für 999 Euro
Das Cube Reaction ist ein wahrer Klassiker unter den günstigen Hardtail Mountainbikes und steht dank interner Zugverlegung schick da. Schaltwerk und -hebel stammen sogar aus der wertigen Shimano-XT-Gruppe und bieten mit zwölf Gängen eine große Übersetzungsbandbreite. Zahm profilierte Schwalbe-Reifen und ein Lenker-Remote, um die Federgabel während der fahrt zu straffen, animieren zu schnellen Fahrten. Zusammen mit kurzem Gabelhub dürfte das Limit auf Trails allerdings schnell erreicht sein. Mit 150 Kilo maximalem Systemgewicht kann das Cube auch schwere Lasten tragen. Für Gepäckträger und einen Seitenständer ist der Rahmen vorbereitet. Leider nur eine Flaschenhalteraufnahme. Aufgrund des schmalen Sitzrohrdurchmessers wird es schwerer eine hochwertige Teleskopstütze nachzurüsten.
- Preis: 999 Euro
- Federweg: 100 mm
- Laufradgröße: 27,5” (XS / S) / 29” (M-XXL)
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: 13,5 kg
Marin Bobcat Trail 5 für 1099 Euro
Am Style hat Marin mit zweifarbiger Lackierung und Tanwall-Reifen definitiv nicht gespart. Am günstigen Elffachantrieb der Shimano-Cues-Serie dafür schon. Ein flacher Lenk- sowie ein steiler Sitzwinkel zeugen von einem modernen Ansatz bei der Geometrie. Hiervon sollte das Marin weder im Up-, noch im Downhill aufgehalten werden. Auch eine 120-Millimeter-Gabel liebäugelt mit dem Trail-Einsatz. Wie viele günstige Hardtails rollt das Bobcat auf gesteckten anstatt verschweißten Felgen. Das macht Probleme in der Dauerhaltbarkeit etwas wahrscheinlicher. Hinten muss eine dünne Schnellspannachse herhalten.
- Preis: 1099 Euro
- Federweg: 120 mm
- Laufradgröße: 27,5” (XS / S) / 29” (M-XL)
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: k.A.
Merida Big.Nine 200 für 999 Euro
Meridas günstiges Hardtail baut auf einem schön gemachten Alu-Rahmen auf, der das Gewicht gerade noch im Rahmen hält. Eine klassisch angehauchte eher kurze Geometrie und ein steiler Lenkwinkel von 70 Grad dürften für ein agiles Handling in einfachem Gelände sorgen. Die zehn Gänge des günstigen Shimano-Cues-Antriebs können Ausflüge in steiles Gelände limitieren. Schmale Drahtreifen von Maxxis lassen Raum für Tuning. Die Wahl für Schnellspann- anstatt Steckachsen sind vermutlich dem Spardruck geschuldet. Auch die kleinen Rahmengrößen kommen mit großen 29 Zoll Laufrädern und damit guten Überrolleigenschaften.
- Preis: 999 Euro
- Federweg: 100 mm
- Laufradgröße: 29”
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: 13,8 kg
Orbea Onna 10 für 959 Euro
Dass sich Orbea mit Design auskennt, merkt man auch am Alu-Rahmen des Onna. Dessen gemäßigte Geometrie prädestiniert das Bike für den vielseitigen Allround-Einsatz. Funktionales Ausstattungshighlight ist die Shimano-Deore-Elffach-Schaltung. Der Flatbar dürfte für ordentlich Druck auf der Front sorgen - gut zum sportlichen Kilometerschrubben. Die 2,35 Zoll breiten Kenda-Reifen versprechen ein Plus an Dämpfung und Komfort. Auch hier limitiert das dünne Sitzrohr die Auswahl an nachrüstbaren Dropper-Posts.
- Preis: 959 Euro
- Federweg:
- Laufradgröße: 27,5” (XS / S) / 29” (M-XL)
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: 13,8 kg
Radon Jealous 8.0 HD für 999 Euro
Radon wirbt mit satten Rabatten und bietet das halbwegs leichte Jealous 8.0 HD derzeit für 999 statt 1699 Euro an. Wer noch eines der Schnäppchen in der passenden Größe beim Online-Versender ergattern will, muss vermutlich schnell sein, denn die Ausstattungsgüte liegt deutlich über dem Preisniveau. Dazu gehört nicht nur eine Variostütze, sondern auch eine Sram GX Zwölffach-Schaltung und ein Marken-Laufradsatz, welcher mit schmalen aber hochwertigen Reifen von Schwalbe bestückt ist. Das Jealous giert in der HD-Ausführung nach flowigen Trailfahrten und verzichtet auf eine Gepäckträgeraufnahme.
- Preis: 999 Euro
- Federweg: 100 mm
- Laufradgröße:
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: 12,2 kg
Rose PDQ AL 1 für 1199 Euro
Das preiswerte Allround-Hardtail von Rose ist nicht nur das teuerste, sondern auch das neuste Bike in dieser Auflistung. 120 Millimeter Federweg und 2,4 Zoll breite Stollenreifen von Schwalbe, die leider mit günstiger Gummimischung kommen, rüsten das PDQ fürs Gelände. Das Kürzel steht übrigens für “Pretty Damn Quick”. Das eher hohe Gewicht passt nicht ganz zum Namen. Dank breitbandiger Zwölffach-Schaltung aus dem Shimano-Deore-Regal dürften sich trotzdem ein paar Berge erklimmen lassen. Teilinnenverlegte Züge und allerlei Montagepunkte sind schöne Details am vielseitigen Einsteiger-Bike des deutschen Direktversenders.
- Preis: 1199 Euro
- Federweg: 120 mm
- Laufradgröße: 27,5” (XS / S) / 29” (M / L / XL)
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: 14,32 kg
Specialized Rockhopper Comp für 975 Euro
Huch, ein Specialized in einer Liste günstiger Hardtails? Bekannt sind die Amerikaner eher für sündhaft teure Traumbikes. Das Rockhopper aber ist mit einem ästhetischen Rahmen aus Aluminium und einer Shimano-Deore-Schaltung noch auf dem Boden geblieben. Sie wechselt zwölf Gänge auf einer günstigen Kassette von Sunrace. Erfahrungsgemäß sind auch die günstigen Reifen und Anbauteile von Specialized einen Preis-Leistungs-Tipp wert. Leider werden die Laufräder nur von Schnellspannern im Chassis gehalten.
- Preis: 975 Euro
- Federweg: 80 / 90 / 100
- Laufradgröße: 27,5” (XS-M) / 29” (L-XXL)
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Gewicht: 13,3 kg
Trek Marlin 6 Gen 3 für 899 Euro
Das schwere Marlin wirbt mit einem besonders günstigen Preis. Erstaunlich, da bereits für den aufwändigen Alu-Rahmen alleine 649 Euro aufgerufen werden. Die Hinterradachse ist zwar geschraubt aber nur fünf Millimeter dünn. Die Rockshox Gabel mit Spiralfeder wiegt viel und bietet kaum Einstellmöglichkeiten und die Maulweite der hauseigenen Felgen ist heute eher Gravel- als MTB-Standard. Die Shimano Cues-Schaltung begnügt sich mit 10 Gängen.
Weitere empfehlenswerte Hardtails unter 1000 Euro
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere interessante Optionen in der Preisklasse unter 1000 Euro:
- BMC Twostroke AL Six: Fair ausgestattet mit Shimano Deore 1x10 Schaltung und Suntour Stahlfedergabel.
- Cannondale Trail SL 4: Bessere SR Suntour Gabel und Shimano Deore 2x11 Schaltung.
- Cube Attention: Rock Shox Gabel, Shimano 2x11 Schaltung, erhältlich mit 27,5" oder 29" Laufrädern.
- Ghost Kato Pro 29 AL: Moderne 1x12 Shimano Deore Schaltung und Rock Shox Judy Gabel.
- Giant Talon 1: Große Bremsscheiben, Deore Schaltung, erhältlich bis Rahmengröße XXL.
- KTM Ultra Ride 29: Sram SX Eagle 1x12 Schaltung.
- Merida Big.Nine 300: Hohes zulässiges Gesamtgewicht und Shimano Deore 2x10 Schaltung.
- Rose Count Solo 3: Leichtestes Hardtail in dieser Übersicht mit Shimano Deore 1x12 Schaltung und Rock Shox Gabel.
- Scott Aspect 940: Suntour XCR32 Gabel und Shimano Alivio 2x9 Schaltung.
- Trek Marlin 7 Gen 3: Rock Shox Gabel und Deore Schaltung.
E-Mountainbikes im günstigen Preissegment
Auch im Bereich der E-Mountainbikes gibt es interessante Optionen im günstigen Preissegment:
- Eleglide M2: Hydraulische Bremsen, starker Motor, großer Akku und sanfte Federung.
- Telefunken Aufsteiger M925: Mittelmotor, hydraulische Scheibenbremsen und hochwertige Schwalbe-Reifen.
Tipps für den Kauf eines günstigen MTB Hardtails
Beim Kauf eines günstigen MTB Hardtails sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Einsatzbereich: Überlegen Sie sich, wo Sie das Bike hauptsächlich einsetzen werden (Touren, Trails, Alltag).
- Ausstattung: Achten Sie auf eine solide Ausstattung, insbesondere bei Schaltung, Bremsen und Federgabel.
- Gewicht: Ein geringeres Gewicht erleichtert das Bergauffahren und das Handling des Bikes.
- Rahmengröße: Wählen Sie die passende Rahmengröße für Ihre Körpergröße.
- Probefahrt: Machen Sie eine Probefahrt, um das Fahrgefühl des Bikes zu testen.
Steifigkeit der Rahmen
Die absolute Rahmensteifigkeit ist bei allen getesteten Modellen ausreichend.
Gewichte der Bikes und Komponenten
Mit Carbon-Rahmen und den leichten Laufrädern ist das Cube konkurrenzlos leicht. Durchschnittlich liegen die Bikes bei knapp 14 Kilo. Breezer reißt nach oben aus.
| Bike | Gewicht (ca.) |
|---|---|
| Cube Reaction C:62 | Sehr leicht (genaue Angabe fehlt im Text) |
| Durchschnittliche Bikes | 14 kg |
| Breezer (Modell unbekannt) | Überdurchschnittlich schwer (genaue Angabe fehlt im Text) |
Hinweis: Die hier dargestellten Informationen basieren auf den im Text genannten Daten. Für detailliertere Informationen und spezifische Messwerte wird auf den vollständigen Testbericht verwiesen.
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