MTB Fahren im Winter: Tipps für sichere und spaßige Touren

Der Winter ist da! Das muss aber nicht automatisch das Ende Ihrer Mountainbike-Saison bedeuten. Sie möchten eine neue Herausforderung? Dann ist das Mountainbiken im Winter genau das Richtige! Mit der richtigen Fahrtechnik und geeigneter Ausrüstung erobern Sie mit dem MTB auch im Winter die Trails. Auf verschneiten und matschigen Trails stellen Sie Ihre Fähigkeiten auf die Probe und feilen an Ihrer Technik.

Trotz dieser schwierigen Verhältnisse ist das kein Grund, das Radfahren aufzugeben und auf den Frühling zu warten, um wieder loszulegen. Es ist soweit: Der Winter hält Einzug und mit ihm die niedrigen Temperaturen, der Schlamm und die Nacht. In diesem Artikel finden Sie unsere Tipps, wie Sie auch im Winter Mountainbike fahren können.

Vorbereitung ist alles

Noch wichtiger als im Sommer ist im Winter die Planung. Die Wettervorhersage ist im Winter sehr wechselhaft. Kurze Tage und Kälte sind nicht unbedingt die beste Kombination, wenn man die Abzweigung verpasst hat und sich verfahren hat. Zuerst sollten Sie sich die Wettervorhersage ansehen, die im Winter sehr wechselhaft ist. Deswegen ist es sinnvoll im Winter neben GPS-Gerät und Handy, auch immer eine Powerbank, ganz old school eine analoge Karte und vielleicht sogar einen Kompass dabei zu haben. Planen Sie daher immer passende Kleidung ein.

Die richtige Kleidung

Mit dem MTB im Winter ohne die richtige Ausrüstung - das kann ziemlich unangenehm werden. Wir haben für Sie wichtige Tipps gesammelt, wie Sie sicher im Winter mountainbiken und worauf Sie bei Ihrer winterlichen MTB-Tour achten sollten. Denn Kälte, Dunkelheit und Co. machen Ihnen einen Strich durch die Rechnung, wenn Sie nicht richtig vorbereitet sind. Damit auch dem Spaßfaktor nichts im Weg steht, sollte die passende Kleidung für kalte Tage nicht fehlen.

Wenn Sie im Winter Mountainbike fahren, müssen Sie Ihre Kleidung an das Wetter und die Temperatur anpassen. Wenn die Temperaturen mild sind, sollten Sie sich für eine Caprihose, eine technische Unterwäsche und ein langärmeliges Trikot entscheiden. Für den Fall der Fälle sollten Sie auch eine Jacke einplanen. Tragen Sie Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, also mehrere Schichten übereinander, die Sie nach Bedarf an- und ausziehen können. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihre Kleidung atmungsaktiv und wasserfest ist.

An diesem Körperteil ist das Prinzip der drei Schichten von größter Bedeutung.

  • Langarmtrikot: Diese zweite Schicht speichert die Wärme oder kann je nach Produkt Wärme erzeugen. Dieses Trikot muss isolierend und atmungsaktiv sein. Je nach Wetter und Temperatur kann es auch ohne Jacke getragen werden.
  • Jacke: Ob wärmend, wasserdicht oder winddicht, diese äußere Schicht soll dich vor den äußeren Elementen (Wind, Regen) schützen. Die Jacke muss atmungsaktiv sein, damit die Feuchtigkeit abtransportiert wird und Sie trocken bleiben. Ein Bestseller ist und bleibt die Castelli Gabba.

30 bis 40 % des Wärmeverlusts gehen über den Kopf verloren. Ziel ist es also, Ihren Kopf und Ihre Ohren warm zu halten, indem Sie sich für eine Mütze oder ein Stirnband entscheiden. Für das untere Gesicht gibt es Schläuche, die Ihren Hals vor kühlen Winden schützen.

Das Kältegefühl wird sich zuerst an den Händen und Füßen bemerkbar machen, wo Sie Taubheit und Kribbeln verspüren werden. Um dies zu vermeiden und damit Ihre Tour ein Vergnügen bleibt, sollten Sie unbedingt lange Handschuhe mit einer wasser- und winddichten Außenmembran und einem wärmenden Innenfutter tragen.

Bei Temperaturen unter 15 °C ist es ratsam, eine lange Radhose mit Hosenträgern zu tragen. Diese Träger behindern die Atmung nicht und sorgen für zusätzliche Wärme. Die Träger der Radhosen sind leicht und werden aus Netzgewebe hergestellt, um eine optimale Atmungsaktivität zu gewährleisten. Für einen optimalen Schutz vor äußeren Einflüssen sollte die Radhose über wasserabweisende (oder wasserdichte) und winddichte Membranen verfügen.

Wie bei den Händen wird das Kältegefühl zuerst in diesem Körperteil spürbar sein. Ein guter Schutz der Füße ist daher für eine entspannte Fahrt unerlässlich. Ein Paar Socken aus Merinowolle hält die Wärme und leitet die Feuchtigkeit ab. Um Ihre Füße vor Wind und Wasser zu schützen, können Sie sich für ein Paar Neopren-Schuhüberzieher entscheiden. Praktischerweise haben Überschuhe in der Regel einen durchgehenden Reißverschluss auf der Rückseite, reflektierende Elemente und Verstärkungen an strategischen Stellen (vor allem bei Mountainbikes). Schließlich gibt es noch spezielle MTB- oder Straßenschuhe für winterliche Bedingungen.

Reifenwahl und Reifendruck

Eis, Schnee und Matsch bedeuten für Mountainbikereifen eine echte Herausforderung. Bei niedrigen Temperaturen und widrigen Witterungsverhältnissen musst du dich auf die Traktion deines Reifen verlassen können. Spätestens wenn die Straßen und Fahrradwege von Schnee und Eis bedeckt sind, sind Spike-Reifen für das sichere Fahrradfahren unverzichtbar.

Bist Du nur bei schönem Wetter auf befestigten Wegen unterwegs, musst Du nicht unbedingt etwas beachten. Auf wurzeligen und felsigen Trails solltest Du bei Temperaturen oberhalb der Nullgradgrenze auf ein grobstolliges Profil achten. Damit hast Du deutlich mehr Grip. Bist Du auf weichem Waldboden oder im Schlamm unterwegs, dann rüste auf Schlammreifen um. Bei Temperaturen unter null Grad sind Spikereifen genau das richtige. Bewegst Du das Bike hauptsächlich auf Straßen, reichen schwach profilierte Mäntel mit wenigen Spikes aus, die an den Außenrändern sitzen und je nach Reifendruck den Boden berühren. Auf Eis und schneebedeckten Trails greifst Du am besten auf Spikereifen für Mountainbikes zurück.

Auch bei Spikereifen solltest du dich am empfohlenen Minimaldruck des Reifen orientieren, denn dann greifen die Spikes am besten. Zudem ist für den richtigen Halt auf der Straße der passende Reifendruck das A und O. Indem du den Luftdruck verringerst, kannst du für mehr Haftung sorgen. So erhöhst du nämlich die Auflagefläche des Reifens und sorgst automatisch für mehr Grip.

Hier eine kleine Übersicht von Schwalbe Reifenmodellen:

Reifenmodell Eigenschaften
Marathon Winter Plus Maxmale Sicherheit, exzellenter Grip, hoher Fahrkomfort, SmartGuard Einlage
Ice Spiker Pro Bis zu 402 Spikes, sorgt für außerordentliche Traktion
Schwalbe Winter Zuverlässige Kontrolle auf glatten Eisflächen, ideal für Anfänger im Schnee

Beleuchtung nicht vergessen

Größter Limitierungsfaktor auf den winterlichen Trails? Das Tageslicht. Natürlich sollte in der dunklen Jahreszeit die richtige Beleuchtung an Ihrem Mountainbike nicht fehlen. Wichtig ist deshalb eine gute Beleuchtung, wenn Du nach Feierabend noch losziehen willst. Verwenden Sie eine leistungsstarke Front- und Rückleuchte für eine gute Sicht auf den Trails. Beim Kauf solltest Du darauf achten, dass der Trail flächig, weit und gleichmäßig hell ausgeleuchtet wird. Dies erreichen die Hersteller über speziell geformte Reflektoren und Linsen bzw. durch mehrere Leuchtdioden im Scheinwerfer. Ob Du die Lampe lieber am Lenker oder am Helm befestigst, ist Geschmackssache. Sitzt die Lampe am Helm, wird das Sichtfeld optimal ausgeleuchtet, am Lenker bekommst Du einen langen, flachen Strahl, bei dem Du Bodenunebenheiten und Wurzeln besonders gut sichtbar machst. Stellen Sie vor Fahrtbeginn sicher, dass die Akkus vollständig geladen sind.

Fahrtechnik anpassen

Beim Mountainbiken im Schnee und bei Glätte auch darauf an, die Fahrtechnik den Bedingungen anzupassen. Wer auf dem MTB im Winter falsch bremst, kann schnell auf der Nase landen. Deine Fahrtechnik grundlegend ändern musst Du im Winter nicht, allerdings solltest Du vorausschauender fahren, Deine Geschwindigkeit den Bedingungen entsprechend anpassen und frühzeitig bremsen. Die Bremswirkung ist auf rutschigen Oberflächen grundsätzlich deutlich geringer als bei trockenen Untergründen. Da das Vorderrad eher zum Ausbrechen neigt, liegt der Fokus auf der Hinterradbremse. Vollbremsungen dagegen sind bei Schnee und Eis nicht sinnvoll. Nehmen Sie sich die Zeit, um vor Ihrer Tour ein paar Testbremsungen durchzuführen.

Besonders heikel ist das Fahren von Kurven beim Mountainbiken im Schnee. Hier besteht die Gefahr, dass Ihr Bike trotz der Lenkbewegung nicht um die Kurve kommt oder zur Seite wegrutscht. Beim Kurvenfahren sollten Sie den Körperschwerpunkt auf beide Reifen verteilen. Wenn Sie Ihr Bike in die Kurve neigen, befindet sich das Pedal der Kurveninnenseite oben, sodass es nicht am Boden einhakt.

Sie möchten mit Ihrem MTB bei Schnee bergauf fahren? Auch das ist möglich! Wenn Sie mit einem E-MTB unterwegs sind, sollten Sie eine geringe Unterstützungsstufe einstellen. So bringt der Motor nicht zu viel Kraft auf, denn dadurch würde das Hinterrad eher durchdrehen. Wie beim Kurvenfahren ist auch hier die Gewichtsverteilung wichtig. Bei Uphill-Fahrten benötigen Sie viel Grip auf dem hinteren Reifen, daher sollten Sie am besten auf dem Sattel sitzenbleiben.

Weitere Tipps für die Wintertour

  • Wählen Sie gut zugängliche Trails, die auch bei Schnee passierbar sind. Nehmen Sie Hilfsmittel zur Navigation mit. Wir empfehlen: Vertrauen Sie immer auf Ihre Intuition.
  • Beim Mountainbiken im Winter sind kalorienreiche Snacks, die bei Minusgraden nicht einfrieren, die ideale Verpflegung für unterwegs. Müsli- oder Energieriegel, Bananen oder Powergels sind platzsparend und gleichzeitig die idealen Energielieferanten.
  • Beim Biken im Winter kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren.
  • Allein biken kann im Winter schnell gefährlich werden. Deshalb gilt: Gemeinsam fährt man sicherer. Suchen Sie sich Gleichgesinnte und verabreden Sie sich zum Mountainbiken im Schnee.
  • Auf schlammigen Böden dagegen sind Schlammreifen mit langen Stollen eine gute Wahl. Bei Schnee und Eis sorgen Spikereifen für mehr Sicherheit.
  • Die Reinigung und Pflege Ihres Mountainbikes ist im Winter besonders wichtig, denn Streusalz, Matsch und Co. stellen eine Belastung für das Bike dar. Nach Ihren Touren heißt es also: Gründlich putzen, ölen und warten.

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