In diesem Artikel erfährst du, wie Fahrrad Nabenlager zerlegt und gewartet werden, welches Werkzeug du dazu benötigst und wie du die einzelnen Komponenten austauschst oder reparierst. Wenn du all diese Arbeiten selber beherrschst, kannst du viel Geld sparen, denn der Service im Fahrradladen ist sehr teuer.
Weil der Arbeitsablauf an der Hinterradnabe um einiges komplexer ist, als an der Vorderradnabe, beschränken wir uns hier auf die Beschreibung aller Wartungsarbeiten am Fahrrad Nabenlager im Hinterrad. Die Anleitung lässt sich dann leicht auf die Vorderradnabe übertragen. Die gesamte Beschreibung bezieht sich im weiteren Verlauf auf die Shimano-XT-Nabe FH-T780. Das ist eine gängige Nabe für 9-fach-Kettenschaltung. Die gesamte Anleitung ist aber auf viele andere Shimano-Naben übertragbar. Für Produkte anderer Hersteller wird die Schritt für Schritt Erklärung möglicherweise anders aussehen, aber das konstruktive Prinzip wird ähnlich sein.
Fühlst du, dass die Räder deines Fahrrads nicht mehr reibungslos drehen? Hörst du ungewöhnliche Geräusche beim Treten? Diese Probleme können auf eine schlecht eingestellte oder nicht gewartete Fahrradnabe zurückzuführen sein. Es ist wichtig, regelmäßig die Fahrradnabe zu reinigen, um eine optimale Leistung und Langlebigkeit deiner Laufräder zu gewährleisten. Die Nabe ist das Herzstück der Fahrradlaufräder. In dieser zylindrischen Komponente befinden sich die Lager und die Achse, zwei wesentliche Elemente für die Drehbewegung. Zudem hält die Nabe die Bremsscheibe und verbindet sich über die Speichen mit der Felge. Wenn du keine regelmäßige Wartung durchführst, leidet die Leistung deines Fahrrads, und Reparaturen können teuer werden.
Aufbau der Hinterradnabe
Die Hinterradnabe besteht im Wesentlichen aus:
- Nabenkörper
- zwei Kugellagern mit Dichtungen
- Freilauf
- Kassette
- Hohlachse
- Schnellspannachse
Die Wälzlager sitzen links außen im Nabenkörper und rechts außen an der Stirnseite des Freilaufs. Dabei befindet sich die äußere Lauffläche im Nabenkörper bzw. Freilauf und die innere Lauffläche auf den sogenannten Konen. Diese Konen werden über ein Innengewinde von der Hohlachse aufgenommen. Über dieses Gewinde wird auch das Lagerspiel grob eingestellt.
Auf der rechten Seite nimmt die Hinterradnabe den Freilauf auf. Dieses Bauteil ist nichts anderes als ein Mitnehmer, der in Fahrtrichtung die Zugkraft der Kette überträgt, in die entgegengesetzte Richtung jedoch quasi durchrutscht („frei läuft“). Dadurch brauchst du nicht pedalieren, wenn das Fahrrad rollt.
Die Kassette (das Ritzelpaket) wird axial auf den Freilauf aufgesteckt und mit einem Abschlussring über ein Feingewinde verriegelt. Mit der Schnellspannachse wird die Hinterradnabe dann im Fahrrad-Rahmen fixiert.
Der Verschleiß am Fahrrad Nabenlager
In diesem Verbund gibt es gleich mehrere Teile, die einem Verschleiß unterliegen:
- Die Wälzlager: Sie müssen richtig eingestellt sein, sonst werden die Laufflächen und auch die Kugeln beschädigt. Und sie müssen immer gut gefettet sein, damit sie ihre Laufeigenschaft behalten. Dringt durch die Dichtungen Wasser ins Lager, wird das Fett mit der Zeit ausgewaschen und das Lager läuft möglicherweise trocken. Es bildet sich Rost auf den Laufflächen und den Kugeln. Auch Schmutz wird über eintretendes Wasser ins Lager verschleppt. Dadurch werden die Laufflächen beschädigt. Wenn es im Lager knackt, ist es oft schon zu spät für eine Wartung.
- Der Freilauf: Der Freilauf ist im Inneren ein filigraner Mechanismus mit Sperrklinken, die über einen Federring unter Spannung gehalten werden und im Fahrbetrieb über Sprungstufen rutschen. Durch übermäßige Belastung und mangelhafte Robustheit verschleißen die Sperrklinken im Freilauf derart stark, dass es zum Bruch der Sperrklinken oder zum Verlust der Federspannkraft kommen kann. Dann blockiert der Freilauf oder er rutscht durch.
- Die Kassette: Die Kette überträgt die durch Pedalieren aufgebrachte Zugkraft auf die Ritzel der Kassette. Durch die einwirkenden Kräfte verschleißen mit der Zeit die häufig benutzten Ritzel. Die Zahn-Zwischenräume werden mit der Zeit größer und die Kette hat mehr Spiel. Irgendwann rutscht die Kette dann auf diesen Ritzeln durch.
Der Verschleiß an den einzelnen Bauteilen am Fahrrad Nabenlager vollzieht sich in der Regel schleichend. Und durch regelmäßige Wartung und bedachtes Fahrverhalten kannst du diesen Verschleiß auch minimal halten und somit einen notwendigen Austausch einzelner Teile hinauszögern. Im Folgenden sind alle wesentlichen Wartungsarbeiten aufgeführt und beschrieben.
Arten von Fahrradnaben und ihre Eigenschaften
Die Fahrradnabe kann je nach Achsentyp und Bauweise variieren. Die gängigsten Varianten sind:
- Schnellspann-Nabe: Weit verbreitet bei Rennrädern und Citybikes. Verfügt über eine Spannachse, die mit einem Schnellspanner befestigt wird.
- Steckachsen-Nabe: Bietet höhere Stabilität und wird oft bei Mountainbikes und High-End-Rädern verwendet. Die Achse wird von einer Seite eingeführt und festgeschraubt.
- Boost-Nabe: Häufig bei modernen MTBs zu finden. Sie erhöht die Steifigkeit, indem sie die Nabenbreite und den Speichenabstand vergrößert.
Jede Nabenart beeinflusst die Widerstandsfähigkeit, Stabilität und Wartungsfreundlichkeit deines Fahrrads. Daher ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen, bevor du Anpassungen vornimmst.
Wie oft sollte die Nabe gereinigt werden?
Die Wartung der Fahrradnabe hängt von der Nutzung und den Fahrbedingungen ab. Allgemeine Empfehlungen:
- Gelegentliche Nutzung (1-2 Mal pro Woche in der Stadt): Wartung alle 6 Monate.
- Häufige Nutzung auf Schotter- oder Waldwegen: Wartung alle 3 Monate.
- Intensive Nutzung bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit: Wartung alle 1-2 Monate.
Falls sich das Rad nicht mehr frei dreht oder ungewöhnliche Geräusche auftreten, empfiehlt es sich, die Wartung vorzuziehen, um größere Schäden zu vermeiden.
Wichtige Werkzeuge für die Wartung der Nabe
Bevor du beginnst, stelle sicher, dass du die folgenden Werkzeuge zur Hand hast, um den Prozess zu erleichtern:
| Werkzeug | Hauptverwendung |
|---|---|
| Kettenpeitsche | Zum Entfernen der Kassette |
| Zahnkranzabzieher | Entfernt die Kassette vom Hinterrad |
| Konusschlüssel (15 oder 17 mm) | Zum Einstellen oder Lösen der Nabenlager |
| Lagerfett | Schmiert die internen Komponenten der Nabe |
| Schlitzschraubendreher | Erleichtert das Entfernen der Kugellager |
| Pinzette | Für präzises Handling kleiner Teile |
| Tücher | Zum Reinigen der Nabenkomponenten |
So wartest du die Naben deines Fahrrads Schritt für Schritt
Wenn du die folgenden Schritte genau befolgst, wirst du deine Fahrradnabe reinigen und sicherstellen, dass die Naben deines Fahrrads für viele Kilometer einwandfrei laufen.
- Kassette und Bremsscheibe entfernen: Beginne mit dem Hinterrad. Verwende die Kettenpeitsche und den Zahnkranzabzieher, um die Kassette zu entfernen. Falls dein Fahrrad Scheibenbremsen hat, entferne auch die Bremsscheibe.
- Kontermutter lösen: Entferne die Staubkappe auf der linken Seite und benutze einen Konussschlüssel (15 oder 17 mm), um die Kontermutter zu lösen.
- Innenachse entfernen: Sobald die Kontermutter gelockert ist, ziehe die Achse vorsichtig heraus. Dieser Schritt ermöglicht den Zugang zu den Lagern.
- Kugellager entfernen: Verwende einen Schlitzschraubendreher, um die Kugellager vorsichtig herauszunehmen, und zähle sie, um sicherzustellen, dass keine verloren geht.
- Jedes Bauteil gründlich reinigen: Jetzt, da alle Teile ausgebaut sind, ist es an der Zeit, sie gründlich zu reinigen. Verwende ein trockenes Tuch, um oberflächlichen Schmutz zu entfernen, und einen spezifischen Entfetter, um alte Fettreste zu lösen.
- Bauteile, die gereinigt werden müssen:
- Konuslager: Achte darauf, dass sie nicht übermäßig abgenutzt sind.
- Nabengehäuse: Entferne alle Partikel, die das Drehen beeinträchtigen könnten.
- Kugellager: Reinige sie vorsichtig und überprüfe sie vor der Wiedermontage.
- Innenachse: Eine gute Wartung verhindert Rostbildung.
Tipp: Verwende einen Pinsel oder ein Wattestäbchen, um schwer erreichbare Stellen zu reinigen.
- Die Nabe schmieren und Kugellager einsetzen: Trage eine gleichmäßige Schicht Fett für Kugellager im Inneren der Nabe auf. Überprüfe vor dem Einsetzen der Kugellager deren Zustand. Falls sie abgenutzt oder korrodiert sind, ersetze sie durch neue.
Tipp: Verwende spezielles Fett für Fahrradlager, da andere Schmiermittel schnell austrocknen oder mehr Schmutz anziehen können.
- Setze die Zentralachse ein und stelle die Konen ein: Sobald die Kugellager an ihrem Platz sind, führe die Zentralachse auf der rechten Seite der Nabe ein. Gehe dann auf der linken Seite wie folgt vor:
- Drehe die Konusmutter, bis sie die Kugellager berührt.
- Setze die Mutter auf und ziehe sie fest, aber nicht zu stark.
- Drehe das Rad, um sicherzustellen, dass die Bewegung flüssig und ohne Widerstand ist.
Tipp: Wenn die Achse zu fest angezogen ist, dreht sich das Rad nicht richtig. Ist sie zu locker, hat sie Spiel. Finde die richtige Balance.
- Justiere die Zentralachse präzise: Verwende einen 15-mm-Konussschlüssel, um die Zentralachse gleichmäßig festzuziehen. Beachte dabei folgende Empfehlungen:
- Sanfte Drehung: Falls sich das Rad nicht frei dreht, lockere es leicht.
- Kein Spiel: Falls sich die Achse seitlich bewegt, ziehe sie etwas fester.
Tipp: Eine falsche Einstellung kann die Lager beschädigen. Nimm dir also die nötige Zeit für eine präzise Justierung.
- Ziehe die Kontermutter fest: Setze die Kontermutter auf und ziehe sie mit dem Konussschlüssel fest. Stelle sicher, dass die Einstellung stabil ist, ohne die Drehung der Nabe zu blockieren.
Wichtig: Falls die Kontermutter nicht richtig festgezogen ist, kann sich die Achseneinstellung mit der Zeit lösen.
- Überprüfe die Einstellung und teste das Rad: Bevor du die Wartung abschließt, befolge diese Schritte, um sicherzustellen, dass alles korrekt montiert ist:
- Drehe das Rad mit der Hand: Es sollte sich sanft bewegen, ohne Widerstand oder ungewöhnliche Geräusche.
- Teste die Achse: Sie sollte weder Spiel haben noch zu fest angezogen sein.
- Überprüfe die Konen: Sie sollten gut eingestellt sein und sich nicht leicht lösen.
Denke daran: Regelmäßige Wartung verhindert vorzeitigen Verschleiß und verbessert die Leistung deines Fahrrads.
Diese zehn Schritte zur Wartung der Fahrradnabe gelten für beide Räder. Natürlich ist das Vorderrad einfacher, da es keine Kassette hat. Falls du diese Wartung regelmäßig durchführst, werden sich deine Räder immer reibungslos und effizient drehen.
Lagerspiel einstellen
Im Groben stellst du das Lagerspiel über den linken Außenkonus ein. Der rechte Außenkonus verbleibt immer fest montiert auf der Hohlachse. Die Feineinstellung des Lagerspiels erfolgt später über den Schnellspanner, wenn du das Laufrad im Rahmen fixierst.
Die Grobeinstellung der Fahrrad Nabenlager
Zum Lösen der Kontermutter auf der linken Seite der Nabe ist der Ablauf wie folgt:
- Staubkappe abziehen
- mit einem 17er Konusschlüssel (ein besonders flacher Maulschlüssel) in die Nut des Konus greifen
- mit einem Inbusschlüssel 5 mm die außen liegende Kontermutter ergreifen und die Verbindung lösen (Rechtsgewinde).
Das Lagerspiel veränderst du nun über eine andere Position des Konus auf der Hohlachse. Mit der neuen Einstellung ziehst du nun die Kontermutter wieder fest. Jetzt prüfst du das Lagerspiel durch Kippeln an der Achse gegenüber dem Nabengehäuse und durch Drehen der Achse. Meist musst du dich hier über mehrere Wiederholungen an die richtige Position des Konus herantasten, weil sich das Lagerspiel durch das Festziehen der Kontermutter schon wieder verändert. Die Achse sollte sich am Ende leicht drehen lassen und ein minimales Spiel haben, dann sind die Lager für die Feineinstellung perfekt vorbereitet.
Die Feineinstellung der Fahrrad Nabenlager
Die Feineinstellung erfolgt danach per Schnellspanner. Und durch genau diesen Stauchdruck beeinflußt du das Lagerspiel in den beiden Nabenlagern. Setze das Hinterrad in den Fahrradrahmen ein und spanne es mit der Schnellspannachse leicht fest. Je nach Bedarf veränderst du jetzt die Spannung beim Schließen des Schnellspanners und prüfst dabei immer wieder durch Kippeln am Laufrad, ob die Lager noch Spiel haben oder nicht. Das Fahrrad Nabenlager ist perfekt eingestellt, wenn es gerade eben kein Spiel mehr hat und das Laufrad sich nach dem Ausrollen selbständig wieder in die andere Richtung bewegt. Denn zu stramm bedeutet Pressung der Kugeln im Laufbetrieb und zu locker führt zu unkontrolliertem Abrollen der Kugeln. Und beides zerstört die Laufflächen im Lager. Erreichst du mit dem Schnellspanner keine perfekte Einstellung, musst du an der Hinterradnabe die Kontermutter wieder lösen und die Einstellung des linken Konus entsprechend verändern. Man tastet sich also mit mehreren Wiederholungen an die korrekte Einstellung heran. Die Prozedur kann etwas Zeit kosten, aber das Lager dankt es dir. Nach meiner Erfahrung sind die Fahrrad Nabenlager vom Hersteller werksseitig schon viel zu stramm eingestellt. Es lohnt sich daher auf jeden Fall, das Lager nach der beschriebenen Prozedur bereits „vor“ der ersten Nutzung bestmöglich einzustellen.
Kassette ausbauen / austauschen
Um die alte Kassette von der Hinterradnabe zu entfernen, musst du mit einem Spezial-Werkzeug die Abschlussscheibe lösen. Zur Auswahl stehen hier mehrere verschiedene Werkzeug-Ausführungen. Das Standard-Werkzeug von Shimano: Mit dem Kassettenabzieher TL-LR15 löst du den Verschlussring der Kassette. Zum Gegenhalten benötigst du die Kettenpeitsche TL-SR20 um die Freilauf-Funktion zu überbrücken.
Hast du die Abschlussscheibe entfernt, kannst du das gesamte Ritzelpaket vom Freilauf herunternehmen. Dabei sind die beiden kleinsten Ritzel in der Regel einzeln aufgesteckt, alle anderen Ritzel sind zu einem geschlossenen Paket vernietet.
Du kannst bei der Demontage und Montage eigentlich nichts falsch machen, denn die Verzahnung auf dem Freilaufkörper weist an einer Stelle eine breitere Nut auf. Und alle Teile der Kassette passen somit radial nur in einer eindeutigen Position auf den Freilauf.
Willst du die Kassette lediglich reinigen, ist dieser Ausbau nicht erforderlich. Da reicht es, wenn du mit Lappen und dünner Flaschenbürste ans Werk gehst und das Hinterrad samt Kassette dabei im eingebauten Zustand über die Pedale in Drehung hältst. Doch für den Austausch der Kassette, die Wartung am Fahrrad Nabenlager und die Demontage des Freilaufs ist es erforderlich, die Kassette von der Nabe zu entfernen.
Fahrrad Nabenlager zerlegen, reinigen und neu fetten
Der Ablauf Schritt für Schritt:
- auf der rechten Seite die Kassette entfernen (wie oben beschrieben)
- auf der linken Seite der Nabe die Staubkappe abziehen
- mit 17er Konusschlüssel und 5er Inbusschlüssel die Kontermutter lösen
- den linken Konus abschrauben
- die Achse nach rechts aus dem Nabenkörper ziehen, dabei aufpassen, dass auf der rechten Seite keine der 13 Kugeln verloren geht (die 11 Kugeln auf der linken Seite sitzen in einem Käfig)
- danach die Kugeln aus den Lagerschalen entfernen.
Auf der rechten Seite musst du hierfür zunächst ganz vorsichtig die flache Dichtungsscheibe entfernen, die von oben das Lager abdeckt. Für die Entnahme der Kugeln sind dann eine Pinzette und/oder ein kleiner Magnet sehr nützlich.
Nun reinigst du die Lagerschalen, Kugeln und Konen und prüfst vor allem die Laufflächen auf den Konen auf Verschleiß. Weisen sie Beschädigungen auf, müssen die Konen ausgetauscht werden. Allerdings bekommst du diese Konen nicht oder nur ganz selten selbst in gut sortierten Bikeshops als Einzelteile zu kaufen. In der Werkstatt findet sich manchmal aber eine Sammelkiste ausgebauter Einzelteile, in der du auf Anfrage selber nach passendem Ersatz stöbern darfst. Ich hatte über diesen Weg schon mehrmals Glück und es ersparte mir Kauf und Montage einer komplett neuen Hinterradnabe. Du kannst dir aber auch über Internet-Shops den passenden Ersatz kaufen. Dafür musst du lediglich über die genaue Bezeichnung der Nabe suchen. In unserem Fall also nach „Konus für FH-T780“. Alternativ suchst du mit der Artikelnummer des Konus exakt nach dem passenden Ersatz.
Neben den Konen prüfst du aber auch die Kugeln und die Lagerschalen auf Macken oder Riefen. In der Regel zeigt sich auf den Konen der erste Verschleiß. Doch auch die Kugeln können schon Abnutzungs- oder Korrosionserscheinungen aufweisen. An den äußeren Lagerschalen hatten wir bisher noch nie Schäden.
Sind alle Teile unbeschädigt, fettest du die Lagerschalen, legst die Kugeln mit der Pinzette in das Fettpolster in der Lagerschale und baust alles wieder zusammen.
Tipp zum richtigen Fett: Aus meiner Erfahrung ist Castrol LMX das mit Abstand beste Wälzlagerfett für die Nabenlager. Es ist sehr resistent gegen alle äußeren Einflüsse und hat beste Laufeigenschaften. Auch in den einschlägigen Foren der Biker-Szene wird dieses Fett seit Jahren stets hochgepriesen.
Allerdings ist es wie alle guten Wälzlagerfette Lithium-verseift und greift daher Teflon-Dichtungen an. Ich halte dieses Fett deshalb immer in etwas Abstand zu Dichtungen, die meiner Vermutung nach aus Teflon (PTFE) bestehen. Und noch wichtiger: ein gutes Wälzlagerfett ist druckstabil und daher auch nicht als Schmierstoff für festsitzende Verbindungen geeignet. Du solltest also sehr genau darauf achten, dass dieses Wälzlagerfett nicht zwischen Konus und Kontermutter oder auf das Gewinde der Hohlachse gelangt. Denn sonst erreichst du keinen wirklich sicheren Festsitz beim Kontern und die Verschraubung wird sich mit der Zeit von selber lockern!
Nach der Montage erfolgt das Einstellen des Lagerspiels wie oben schon beschrieben.
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