Die Zahl der gemeldeten Fahrraddiebstähle nahm in den letzten Jahren zwar nicht zu, aber die Schadenshöhe steigt dennoch an. Das soll unter anderem daran liegen, dass sich Fahrraddiebe auf hochwertige Räder spezialisiert haben. Damit ihr nicht auch Teil der Diebstahlstatistik werdet, bietet Bosch das ConnectModule und das Flow+ Abo an. Wir haben den GPS-Tracker und den Premium-Service für euch getestet.
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Das Bosch ConnectModule im Detail
Für alle E-Bikes mit einem Bosch Smart System bietet der schwäbische Motorenhersteller nun den eigenen Ortungsdienst mit entsprechender Hardware an. Das Bosch ConnectModule ist ein kleines Ortungsgerät mit integriertem Bewegungssensor, einem GPS-Tracker und einem Mobilfunkmodul (LTE & NB-IoT).
Das ConnectModule besitzt zwei Kabelanschlüsse, um sich in die Verbindung vom Motor zum Display oder vom Motor zur Steuereinheit einzuklinken. Dafür liegt dem Nachrüst-Kit ein kurzes Kabel bei. Ein Ende geht zum Motor, das andere zur LED-/Purion 200-Remote, dem System-Controller oder einem Kiox 300/500-Display - je nachdem, was an eurem E-Bike gerade verbaut ist. Habt ihr eine Kabel-Remote und ein Kiox-Display am Bike, wandert das ConnectModule in die Kabelverbindung vom Motor zum Display.
Wenn unter dem Motor-Cover genug Platz für das Modul vorhanden ist, gestaltet sich die Installation kaum schwieriger, als den Elektrogrill im Garten mit einer Kabeltrommel an der Wohnzimmer-Steckdose anzuschließen. Als letzten Schritt müsst ihr in der Bosch Flow-App den Flow+ Service aktivieren und euch mit eurem E-Bike verbinden.
Preise und Verfügbarkeit
Für das Nachrüst-Kit verlangt Bosch 139 €, bei Online-Händlern ist es jedoch bereits ab 100 € zu haben. Zusätzlich zum einmaligen Anschaffungspreis werden laufende Kosten für den Flow+ Service fällig, denn das ConnectModule überträgt seine Position über das Mobilfunknetz. Der Mobilfunknetzbetreiber will aber auch entsprechend entlohnt werden. Nach einem kostenlosen Probejahr schlägt das Folgejahr mit 39,99 € zu Buche, oder man wählt ein monatlich kündbares Abo für 4,99 € pro Monat.
Auswahl der richtigen Variante
Die erste Hürde beim Einbau des ConnectModule ist die Auswahl der passenden Variante. Es gibt zwei Modelle, eines für E-Bikes mit Bosch Performance Line CX- und Cargo Line-Motoren, und eines für Performance Line-Antriebe. Die Modelle weisen unterschiedliche Halteplatten auf, die jeweils nur zum entsprechenden Motor passen. In den meisten Fällen wird das ConnectModule direkt am Motor befestigt. Dem kompakten Bosch Performance Line SX-Motor fehlt die Befestigungs-Option komplett, dennoch lässt sich oft noch eine freie Ecke im Unterrohr finden - z. B.
Funktionen des Bosch ConnectModule und Flow+
Die eBike Lock-Funktion ist bereits ab Werk Teil eines jeden Bosch Smart System-Antriebs. Mit der eBike Lock-Funktion wird der Motor beim Ausschalten gesperrt und kann nur durch das Smartphone oder ein Kiox-Display wieder entsperrt werden. Mit eBike Alarm stoßen Ortungsfunktionen sowie die Alarm- und Benachrichtigungs-Funktionen hinzu. Ein neues Feature ist die „Parkposition“.
Hat man nach einer durchzechten Nacht ein Taxi nach Hause genommen und kann sich nicht mehr daran erinnern, wo man gestern zuletzt war und das E-Bike abgestellt hat? Das funktioniert auch, wenn ihr im gestrigen Delirium nach der linken Ausfahrt im Kreisverkehr gesucht habt und dabei solange Kreise gedreht habt, bis der E-Bike-Akku leer war.
Dieser Akku lädt sich selbstständig über den Haupt-Akku auf. Das passiert nicht nur dann, wenn das E-Bike eingeschaltet ist. Das ConnectModule kann auch das E-Bike aus dem Standby aufwecken und eine sogenannte Service Charge vornehmen. Laut Bosch findet das bei ausgeschalteten E-Bikes alle 4-14 Tage statt.
Alarmfunktionen im Detail
Hat man in der Flow-App den Bike-Alarm aktiviert, folgt auf eine verdächtige Bewegung im ausgeschalteten Zustand ein schnelles Piepen. Der Alarm klingt wie ein PKW-Einparkassistent, wenn man nur noch 5 cm bis zur Stoßstange des Hintermanns frei hat. Außerdem geben die LEDs an der Remote eine verräterische Lightshow von sich, und das Display zeigt „eBike gesperrt“ an. Lässt sich ein abgebrühter Dieb durch die audiovisuellen Signale jedoch nicht beirren, startet das ConnectModule die zweite Stufe des Alarmtons. Dann springt für circa 1 Minute ein etwas lauteres Hupen an, das nach einer PKW-Alarmanlage klingt.
Interessanterweise verfügt das ConnectModule selbst über keinen Lautsprecher, sondern macht sich den Lautsprecher des Motors zunutze. Wer die abschreckende Wirkung des Alarms in Frage stellt und keine Aufmerksamkeit durch einen Fehlalarm auf sich ziehen will - der auch durch einen ungeschickten Rempler ausgelöst wird -, der kann die Alarmtöne deaktivieren.
Tracking-Modus
Registriert das E-Bike im geschützten Zustand Bewegungen, sendet es eine Benachrichtigung an das Smartphone. Verändert sich dann noch der Standort, wird der Tracking-Modus aktiviert. Im Tracking-Modus ist das ConnectModule laut Bosch so konzipiert, dass es bis zu einer Woche lang Positions-Aktualisierungen liefern kann. Um den Akku zu schonen, werden Standort-Aktualisierungen nur dann abgeschickt, wenn auch Bewegungen verzeichnet werden.
Transport-Modus
Hat man vor, mit dem E-Bike zu verreisen, lässt sich der Transport-Modus aktivieren. Das E-Bike bleibt weiterhin durch die eBike Lock-Funktion geschützt, aber alle Alarm- und Tracking-Funktionen sind vorübergehend deaktiviert. Ironischerweise wählt Bosch für den Transport-Modus ein Flugzeugsymbol, wo doch so gut wie keine Airline E-Bikes mit an Bord nimmt, zumindest nicht mit Akku. Das Dumme daran ist, dass man den Transport-Modus nur in Bluetooth-Reichweite mit dem Smartphone wieder deaktivieren kann, aber nicht aus der Ferne. Wird das E-Bike vom Heckgepäckträger an der Autobahnraststätte oder aus dem Fahrradabteil im Reisezug gestohlen, während man kurz aufs stille Örtchen verschwindet, dann lässt es sich nicht mehr orten.
Fazit
Einfacher als mit dem ConnectModule war es noch nie, ein Bosch E-Bike mit einem GPS-Tracker samt Mobilfunkmodul auszurüsten. Und dank der Integration in das Bosch Smart System fällt die Funktionalität höher aus als bei vergleichbaren Drittanbieter-Lösungen. Das Beste ist aber, dass erste Bike-Hersteller bereits mitziehen und den elektronischen Diebstahlschutz ab Werk verbauen.
Über den Autor
In seinem früheren Leben war Rudolf in der Innovationsförderung tätig und hat Patentbewertungen im Millionen- und Milliardenbereich durchgeführt. Heute widmet er sich als Redakteur für DOWNTOWN und E-MOUNTAINBIKE nicht weniger spannenden Aufgaben. Als Data-Nerd beschäftigt er sich intensiv mit Zukunftsthemen wie Connected Mobility, testet aber natürlich auch gerne die neuesten Bikes, und zwar täglich. Entweder beim Pendeln oder zusammen mit dem Team bei unseren großen Vergleichstests. Der technisch orientierte Diplom-Betriebswirt ist so vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser. Beispiele gefällig? Rudolf beherrscht u. a. Front-, Side- und Backflip - zwar nicht auf dem Bike, aber per pedes in der Stadt. Seine Parkour-Karriere hat er mittlerweile jedoch an den Nagel gehängt. Darüber hinaus spricht er Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und etwas Esperanto. Beim Versuch, sich selbst Japanisch beizubringen, ist er jedoch kläglich gescheitert. Wichtig zu wissen: Im HQ ist Rudolf bekannt, gefürchtet und (manchmal auch) gehasst für seinen trockenen Humor im Ricky-Gervais-Stil.
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