MTB Reifen 27.5 x 2.6 Test: Schwalbe Eddy Current im Fokus

Der Reifen - ein endloses Thema in der MTB-Szene. Wieso? Ganz einfach, weil erst der Reifen einem das Fahren im Gelände ermöglicht und somit maßgeblich über die Qualität der Ausfahrt entscheidet.

Aufgrund des E-Bike-Booms der letzten Jahre haben viele Reifenproduzenten mit der Entwicklung von E-MTB Reifen, welche speziell an die Bedürfnisse von E-Bikern angepasst sind, begonnen. So auch der deutsche Reifenspezialist Schwalbe, der diese Saison mit seinem ersten E-MTB spezifischen Reifen, dem Eddy Current an den Start gegangen ist. Schwalbes erster E-MTB spezifischer Reifen, der Eddy Current soll durch außerordentlichen Grip und besonders hohe Pannensicherheit überzeugen. HIBIKE Gravity Teamfahrer Nick hat den Eddy Current ausgiebig getestet.

Technische Details des Schwalbe Eddy Current

Den Eddy Current gibt es als zweiteiliges Set bestehend aus Front- und Rear-Version. Schwalbe geht bei beiden Versionen keine Kompromisse ein, so gibt es den Eddy nur als Addix Soft Compound und mit der verstärkten SuperGravity Karkasse für maximalen Grip und höchste Pannensicherheit. Den Eddy Current gibt es ausschließlich als Addix Soft Compound und mit der verstärkten SuperGravity Karkasse.

Schwalbe empfiehlt 29“x2.4 Front- und 27.5“x2.8 als Rear-Version, für die Tubeless-Nutzung. Demnach soll der Vorderreifen für eine optimale Spurführung sorgen, während der Hinterreifen, durch die weiche Gummimischung, für eine Menge Grip sorgt. Ähnlich wie das Äußere des Reifens, ist dieses Größenkonzept aus dem Motocross-Sport bekannt.

Beim Eddy Current handelt es sich um klassische Faltreifen.

  • Karkasse: Super Gravity, 67TPI (Tubeless ready)
  • Gewicht Vorderreifen: 1.307g (Nachgewogen, 29 x 2,4 Zoll)
  • Gewicht Hinterreifen: 1.437 g (Nachgewogen, 27,5 x 2,8 Zoll)
  • Gummimischung: ADDIX Soft für den maximalen Grip.

Der designierte Einsatzbereich des Eddy Current reicht von All-Mountain über Enduro bis hin zu Gravity-Einsätzen.

Erster Eindruck und Montage

Bereits nach Öffnen des Pakets fällt Eines sofort auf: Der Eddy Current ist ein Monster! Die Verpackung des Reifens ist um einiges größer als von Schwalbe gewohnt, auch im Vergleich zu Schwalbe Reifen der selben Maße. Durch die Öffnung des Schwalbe Kartons kann man die gigantischen Stollen des Reifens bereits erkennen. Durch die Öffnung des Schwalbe Kartons kann man die gigantischen Stollen des Reifens erkennen.

Ein weiteres optisches Detail: Auf dem EDDY CURRENT ist die Dimension des Reifens, einige Male, zwischen den Stollen, abgebildet. Performance und Langlebigkeit ist hier die Devise! Man könnte meinen es handle sich um einen Motocross Reifen! Dies ist jedoch gar nicht so unwahr, denn Schwalbe orientierte sich bei der Entwicklung an Erfahrungen aus dem Motocross-Sport. Und die Gemeinsamkeit mit Motocross-Bereifung ist gar nicht so weit hergeholt, denn Schwalbe orientierte sich bei der Entwicklung tatsächlich an Erfahrungen aus dem Motocross-Sport. Bei einem E-Bike mit bis zu 25 kg und einem Drehmoment von 75 Nm wirken tatsächlich ähnlich hohe Kräfte wie bei einem MX-Bike auf die Lauffläche des Reifens.

Das hohe Gewicht, welches Schwalbe für den Eddy Current angibt, wurde von der Waage bestätigt. Dies lässt sich auf die massiven Sollen, die eher wie Blocks aussehen, aber auch auf die Dimension des Reifens, sowie die SuperGravity Karkasse zurückführen.

Die Montage ging wie üblich sehr unkompliziert von statten. Die Reifen konnten dank Schwalbe Easy-Fit mit einer Kompressorpumpe, welche nur einmal gefüllt wurde, direkt ihren Sitz in der Bontrager Line 40 Felge finden. Testfelge Bontrager Line 40. Testfelge Bontrager Line 40.

Schwalbe Eddy CURRENT mit Easy Fit Fluid.

Fahreigenschaften und Performance

Im Testzeitraum wurden die Reifen auf Herz und Nieren geprüft. Bei nahezu jeder Wetterbedingung wurde gefahren, ob Eis und Schnee, Sonne und Staub, oder Regen und Matsch. Auf der Straße ist kaum ein Unterschied der Rolleigenschaften zu spüren. Im Wald angekommen konnte ich jedoch deutlich mehr Grip verspüren, sowie ein entsprechend langsameres Rollen im Leerlauf.

An sich konnte ich von der weichen ADDIX Soft Gummimischung auch bei der Auffahrt profitieren - besonders wenn es steil und technisch wurde. Im Downhill boten die Reifen ordentlich Grip und gaben ein sicheres Gefühl. Im Wald angekommen konnte ich jedoch etwas mehr Grip verspüren, sowie ein entsprechend langsameres Rollen. An sich konnte ich von der weichen Addix Soft Gummimischung auch bei der Bergauffahrt profitieren - besonders wenn es steil und technisch wurde.

  • Bike-Gewicht ca.
  • Testort: Pfälzer Wald, Wasgau
  • Trailprofil: flache und steinige Singletrails, Spitzkehrentrails, „Loam“-Endurotrails.

Spurführung und Grip

Bewundernswert ist die Spurführung des Eddy Current Front, einmal in der richtigen Linie, verlässt man diese erst wieder, wenn man es wirklich möchte. Der Vorderreifen rollt äußerst stabil über Wurzeln und Steine, und lässt den Fahrer so in stetigem Flow auf und ab fahren. Einmal in der richtigen Linie, verlässt man diese erst wieder, wenn man es wirklich möchte. Der Vorderreifen rollt äußerst stabil über Wurzeln und Steine.

Niedriger Reifendruck stört den Wirbelstrom (deutsch für Eddy Current) nicht - im Gegenteil - der dadurch entstehende Grip unterstützt bei technischen oder ruppigen Bergauf- und Bergabfahrten den Fahrfluss. Auf Forstwegen oder Straßen wurde dies jedoch zum Nachteil. Bei besonders weichem Untergrund, wie z.B.

Bremsverhalten

Den „Anker auszuwerfen“ ist bei einem E-MTB durchaus ein Thema von Relevanz. Das hohe Gewicht von ca. 25 kg erschwert das Anhalten, besonders bei hohen Geschwindigkeiten, enorm. Die Folgen sind Verlust von Grip und ein unruhiger Hinterbau. Auch bei unseren Testreifen ist dies der Fall gewesen. Besonders auf hartem und trockenem Untergrund, dem sogenannten „Hardpack“, lies die Bremstraktion des Eddy Current noch Luft nach oben. Die massiven Blocks kommen dabei kaum ins Wanken, wodurch der Reifen sozusagen über Steine und Staub einfach ein Stück weiterstolpert. Auf sogenannten „Hardpack“, lies die Bremstraktion des EDDY CURRENT noch Wünsche offen.

Bei nassem und lockerem Untergrund sind die stabilen Blocks in der Mitte des EDDY CURRENT jedoch sehr hilfreich.

Dämpfung und Komfort

Schwalbe bietet den Eddy Current nur in der Addix Soft Gummimischung an. Durch das hohe Gewicht des E-Bikes spürt man Schläge oftmals stärker als auf einem MTB. Die weiche Gummimischung gleicht dies gekonnt aus. Während der Testzeit fühlte ich mich oftmals besser gedämpft als vor dem Test. Während der Testzeit fühlte ich mich oftmals besser gedämpft als vor dem Test. Die Dämpfung der Reifen lässt nichts zu wünschen übrig - top!

Allround-Performance

Bergab performte der Eddy Current stets berechenbar. Es gab keinen Trail, auf welchem ich mich unwohl oder unsicher fühlte. Der Eddy Current liefert auf sandigen Singletrails einen guten Grip, ebenso wie auf Flowtrails oder steinigen Downhillstrecken. Lediglich das Fehlen der bereits erwähnten Bremstraktion auf „Hardpack“-Trails ist hier zu nennen. In weichem, lehmigen Untergrund ist der Eddy Current jedoch der ein echtes Brett. Die stabilen Außenstollen fräsen sich in jeder Kurve tief in den Untergrund und liefern verlässlichen Grip. Ebenso performen die Mittelstollen, sobald gebremst wird tadellos.

Mit dem Eddy Current hat es Schwalbe geschafft einen hervorragenden Allrounder fürs E-MTB zu entwickeln. Traktion, Rolleigenschaften und Dämpfung überzeugen bis ins letzte Detail. Besonders der extreme Pannenschutz wirkt sich bei Bikes mit fast 25 Kg aüßerst positiv aus. Darüber hinaus ist das Reifenpaar für Jedermann geeignet, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener.

Über Schwalbe

Vom Ruhrgebiet aus erobert Schwalbe seit 1973 die Fahrradwelt. Was als Import koreanischer „Swallow“-Reifen begann, entwickelte sich zum Inbegriff für Fahrradreifen „Made in Germany“ und einer riesigen Modellvielfalt. Ob Stadtflitzer, Cross-Country- oder Downhill-Bikes: Die deutsche Traditionsmarke hat den passenden Reifen parat.

Seit der Eurobike 2023 präsentiert sich das Unternehmen mit einem überarbeiteten Markenauftritt: neues Logo, neue Flankengestaltung - kurze Zeit später folgten außerdem frische Produktideen wie die neuen Radialreifen. Damit will Schwalbe nun nicht weniger als die Konstruktion moderner MTB-Reifen revolutionieren. Gelingt dieser Schachzug?

Schwalbe Karkassen im Detail

Bei Schwalbe erfolgt die Benennung der Karkassen relativ gut nachvollziehbar. Hier wird mehr oder weniger der Einsatzzweck hinter die Bezeichnung „Super” gehängt. Die fünf Karkassen Super Race, Super Ground, Super Trail, Super Gravity und Super Downhill bieten ein großes Spektrum von leichten, schnell rollenden Karkassen bis hin zu robusten, mehrlagigen Konstruktionen für härteste Einsätze.

Super Race

Der Fokus bei der Super Race-Karkasse liegt auf niedrigem Rollwiderstand und geringem Gewicht. Daher befindet sich nur eine schmale Schutzeinlage im Bereich der Lauffläche.

Super Ground

Die Super Ground-Karkasse möchte Pannenschutz und ein gutes Rollverhalten vereinbaren. Es handelt sich bei der Super Ground-Karkasse um eine typische einlagige Karkassenkonstruktion, bei der drei Lagen Karkassenmaterial mit 67 TPl im Bereich der Lauffläche übereinanderliegen. Für erhöhten Pannenschutz hat Schwalbe eine Schutzeinlage von Wulst zu Wulst eingearbeitet. Sie erhöht vor allem den Schnittschutz an den Seitenwänden und sorgt obendrein dafür, dass die Super Ground-Reifen auch ohne Dichtmilch gut die Luft im Reifen halten.

Die Super Ground-Karkasse markiert aber definitiv das unterste Ende der Skala für Trail- und Enduro-Biker. Für den harten Trail-Einsatz sind die Seitenwände zu dünn, ab etwa 80 kg Körpergewicht gehören Pinch-Flats am Hinterrad zur Tagesordnung.

Super Trail

Die Super Trail bzw. bei Radialreifen als Trail Pro bezeichnete Karkasse ist analog zur Super Ground-Karkasse als einlagige Konstruktion mit 67-TPI-Karkassenmaterial aufgebaut. Sie setzt aber zusätzlich noch auf eine Gummieinlage an der Seitenwand, die als Durchschlagschutz dient und dem Reifen insgesamt mehr Stabilität verleiht.

Schwalbe sieht das Einsatzgebiet dieser Karkasse sehr breit gefächert. Mit dem moderaten Gewicht soll sie dennoch genügend Pannenschutz liefern, um sich neben All Mountain- und Trail-Einsätzen auch bis in Enduro-Gefilde vorzuwagen. Verglichen mit dem Testfeld liefert die leichte Super Trail-Karkasse im aktuellen Labortest mit Radialaufbau jedoch nur im unteren Bereich ab. Sie bietet einen soliden Schutz bei Durchschlägen, der vergleichbar mit der Hardwall-Karkasse von Pirelli ist, jedoch etwas geringfügiger als der von MAXXIS EXO+ Karkasse ausfällt. Damit empfiehlt sich die Trail-Karkasse von Schwalbe für Enduro-Einsätze nur am Vorderrad.

Super Gravity

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann mit der Super Gravity- bzw. Gravity Pro-Karkasse am Enduro-Bike gar nicht falsch liegen. Denn in Sachen Pannenschutz spielt sie ganz vorne mit. Im Gegensatz zur Super Trail-Karkasse kommt sie mit vier statt drei Lagen Karkassenmaterial mit 67 TPI daher, welche mit der Schutzeinlage von Wulst zu Wulst sowie der Gummieinlage an der Seitenwand kombiniert sind. Damit erreicht die Gravity-Karkasse von Schwalbe sehr gute Werte bei Durchstich und Durchschlag.

Besonders beim Durchstich glänzt die Schwalbe Gravity-Karkasse, wo sie auch Downhill-Karkassen anderer Hersteller deutlich übertrifft. Hier muss sie sich nur der hausinternen Downhill-Karkasse geschlagen geben.

Super Downhill

Viel hilft viel: Die Super Downhill-Karkasse von Schwalbe ist eine klassische zweilagige Karkassenkonstruktion, bei der sechs Lagen mit 68-TPI-Karkassenmaterial auf der Lauffläche und vier Lagen an der Seitenwand auch bei niedrigen Luftdrücken noch ausreichend Schutz bieten sollten. Doch nicht nur die Karkassenlagen sind doppelt ausgeführt, auch die schon in den Super Trail- und Super Gravity-Karkassen eingesetzte Gummieinlage am Reifenwulst ist bei der Super Downhill-Karkasse gleich zwei Mal vorhanden. Das soll die Seitenwände noch weiter stabilisieren und den Durchschlagschutz maximieren.

Beim Durchschlagtest im Labor liefert die Schwalbe Super Downhill-Karkasse mit knapp 600 mm Fallhöhe einen sehr guten Wert, der nur noch von der Specialized GRID Gravity-Karkasse und MAXXIS DH-Casing getoppt werden konnte. Beim Schutz gegen Durchstiche macht Schwalbe allerdings niemand etwas vor. Hier erzielt die Super Downhill-Karkasse die besten Werte im Test.

Schwalbe Radialreifen

Neu bei Schwalbe sind seit August 2024 die sogenannten Radialreifen, bei denen die Karkassenfäden in einem wesentlich stumpferen Winkel nahe 90° verlaufen statt der normalerweise üblichen 45° von Diagonalreifen. Zum Zeitpunkt des Tests gibt es vier Modelle, die den neuen Karkassenaufbau nutzen: Albert, Shredda Front und Shredda Rear sowie den Klassiker Magic Mary.

Schwalbe verspricht gravierende Vorteile: Durch die punktuelle Verformbarkeit sollen die Pneus mehr Grip, mehr Dämpfung, mehr Sicherheit und satte 30 % mehr Auflagefläche bei gleichem Druck liefern.

Es gibt jedoch auch einen Nachteil, den Schwalbe sogar selbst eingesteht: Reifen mit Radialkarkasse weisen - bedingt durch ihre Verformungsfreudigkeit - einen höheren Rollwiderstand auf. Bei einem Magic Mary mit Ultra Soft-Mischung fällt der Rollwiderstand mit Gravity Pro-Radialkarkasse in unserem Labortest etwa 4,3 Watt höher aus als beim gleichen Modell mit 45° Super Gravity-Karkasse.

Mit einer Luftdruckerhöhung kann dem natürlich entgegengewirkt werden - laut Schwalbe klappt das, ohne dass die Vorteile der Radialkarkasse dabei verloren gehen. Selbst bei 50 % mehr Reifendruck sollen Reifen mit Radialkarkasse noch immer eine um 15 % erhöhte Auflagefläche gegenüber Reifen mit herkömmlichem Karkassenaufbau bieten.

Unserer Erfahrung nach empfiehlt es sich tatsächlich die Radialreifen mit etwa 0,2 bar mehr Luftdruck zu fahren - auf Hardpack-Strecken geht sonst merklich Geschwindigkeit verloren und man muss hier und da deutlich mehr in die Pedale treten, um Sprünge zu schaffen. Ist der richtige Druck eingestellt, wird man auf dem Trail mit einer sehr guten Dämpfung und einem hohen Gripniveau belohnt. Wegen der guten Verformbarkeit stellt sich das Gefühl ein, als würde der Reifen Hindernisse nicht nur überrollen, sondern geradezu umschlingen.

Aktuell gibt es Radialreifen nur in zwei der fünf Karkassenbauweisen: als Trail Pro und Gravity Pro. Während eine Ground Pro-Karkasse vermutlich den Zweck verfehlen würde, wäre eine Downhill Pro-Radialkarkasse vermutlich für viele interessant. Wir sind sicher, dass Schwalbe diese noch liefern wird.

Vergleich: Diagonalreifen vs. Radialreifen

Schwalbe betont, dass die Radialkarkasse zwar die namensgebende Konstruktionsweise mit anderen Karkassenfädenwinkeln nutzt, doch die Anzahl der Karkassenlagen bzw. die Materialstärke unverändert ist. Damit soll weiterhin ein gutes Pannenschutzniveau erzielt werden.

Jedoch erreicht die Radial-Version der Gravity-Karkasse im Labor schlechtere Pannenschutzwerte als ihr Pendant mit konventioneller Diagonal-Bauweise. Zwar berücksichtigt der ohne Luft durchgeführte Durchstichtest nicht, dass sich der Reifen in der Realität beim Kontakt mit spitzen Hindernissen verformen kann; allerdings zeigt auch der mit Luftbefüllung durchgeführte Durchschlagversuch beim Radialreifen ein etwas schlechteres Ergebnis. Damit liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Vorteile der Radialkarkasse mit einem etwas geringeren Pannenschutz einhergehen und man gegebenenfalls zur nächst stabileren Karkasse greifen sollte, wenn hoher Pannenschutz die oberste Priorität ist.

Schwalbe Gummimischungen

Schwalbe hat für das Mountainbike-Segment vier unterschiedliche Gummimischungen entwickelt. Aus welcher dieser Mischungen ein Reifen aufgebaut ist, erkennt man bei Schwalbe nicht nur am Schriftzug an der Reifenflanke, sondern darüber hinaus auch auf der Lauffläche durch einen farbigen Streifen.

  • ADDIX Speed: Schwalbes schnelle XC-Race-Mischung, deren Hauptaugenmerk auf der Verringerung des Rollwiderstands liegt. Sie wird daher ausschließlich mit Reifenprofilen für den XC-Einsatz kombiniert.
  • ADDIX Speedgrip: Schwalbes Universal-Compound, der die umfangreichste Einsatzbandbreite der Schwalbe-Gummimischungen bedient. Daher ist ADDIX Speedgrip in der größten Anzahl der Mountainbike-Reifen vertreten. Man findet die ADDIX Speedgrip-Gummimischung sowohl bei Reifen für den XC-Einsatz als auch bei den etwas grobstolligeren All Mountain- und Trail-Reifen wie Nobby Nic, Wicked Will und Hans Dampf. Für den Trail- und All Mountain-Einsatz ist die ADDIX Speedgrip-Gummimischung für ein schnell rollendes Setup am Hinterrad empfehlenswert, wo der Kompromiss aus Grip und niedrigem Rollwiderstand gut aufgeht.
  • ADDIX Soft: Die aggressivsten Reifenmodelle für den Enduro- und Gravity-Einsatz bauen bei Schwalbe mindestens auf die ADDIX Soft-Gummimischung. Dieser Compound soll gegenüber ADDIX Speedgrip ein gutes Plus an Dämpfung und Grip liefern, ohne dass der Rollwiderstand durch die Decke geht. Das macht ADDIX Soft zu einem vielseitigen Compound, der nicht nur im Gravity-Bereich gut funktioniert. Kombiniert mit dem entsprechenden Profil fällt der Rollwiderstand in unserem Labortest nämlich erstaunlich niedrig aus. Es gibt daher auch für den Trail-Einsatz keinen Grund, einen Reifen mit der schneller rollenden ADDIX Speedgrip-Gummimischung am Vorderrad zu fahren. Wenn Abfahrten im Fokus stehen, empfiehlt sich ADDIX Soft definitiv für Trail-Einsätze auch am Hinterrad.
  • ADDIX Ultra Soft: Während die ADDIX Soft-Mischung noch einen vielseitigen Kompromiss darstellen soll, ist ADDIX Ultra Soft ganz klar als kompromisslose Gummimischung für maximale Kontrolle bergab konzipiert. Die Gummimischung mit dem höchsten Grip und der höchsten Dämpfung von Schwalbe soll zudem ganzjahrestauglich sein. Insbesondere in Verbindung mit einem Radialreifen ergibt sich eine exzellente Dämpfung.

Weitere Schwalbe Reifenmodelle

Schwalbe Albert

Während der Albert in seiner Namensgebung - im Vergleich zu seinem Vorgänger - abgespeckt hat, hat der Reifen in puncto Stollenanzahl eher zugelegt. Sein geschlossenes Profil soll damit vor allem auf härteren Böden gut performen und zudem die besten Rolleigenschaften unter den Radialreifen liefern.

Das von uns getestete Modell liefert mit ADDIX Soft-Mischung trotz Radialkarkasse mit 36,7 Watt ein gutes Ergebnis. Wer die Vorzüge der Radialkarkasse nutzen möchte, aber beim Rollwiderstand nicht über die Stränge schlagen will, für den empfiehlt sich der Albert - insbesondere am Hinterrad, denn auch hier profitiert man von der Dämpfungswirkung. Mit Ultra Soft-Mischung macht der Albert auch am Vorderrad eine gute Figur, denn er ist dank seines breiten Grenzbereichs gut berechenbar.

Der Albert wird wahlweise mit 2,5″ oder 2,6” Breite sowie den Karkassen Trail Pro oder Gravity Pro angeboten.

Schwalbe Hans Dampf

Als Allrounder für All Mountain und Enduro konzipiert, soll der Hans Dampf sowohl bergab als auch bergauf punkten. In der Tat rollt der Hans Dampf mit der von uns getesteten Super Gravity-Karkasse und ADDIX Soft-Gummimischung im Labor sehr leicht und befindet sich in den Top 3 Rollwiderstandswerten im Test.

Mit der ebenfalls erhältlichen ADDIX Speedgrip-Gummimischung können Uphill-Fanatiker nochmal ein paar Watt einsparen - für die meisten ist die ADDIX Soft-Mischung jedoch die goldene Mitte aus Rollwiderstand und Abfahrts-Performance am Hinterrad. In puncto Grip und Traktion kann der Hans Dampf seine Alleskönner-Qualitäten jedoch nicht ganz verbergen. Beim Einsatz im Bikepark geht es - wenngleich noch kontrollierbar - merklich rutschiger zu als mit grobstolligeren Reifen.

Beim Hans Dampf kann neben den zwei Optionen bei der Gummimischung auch zwischen zwei Breiten ausgewählt werden: 2,35” und 2,6” stehen hier zur Verfügung. Zudem gibt es den Hans Dampf in Super Trail- und Super Gravity-Karkasse.

Schwalbe Tacky Chan

Schwalbe vermarktet den Tacky Chan als ihren schnellsten Downhill-Reifen, der sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad gut funktionieren soll. Tatsächlich rollt er nur geringfügig schlechter als ein Hans Dampf, bietet aber spürbar mehr Abfahrts-Performance durch seine gute Bremstraktion. Er ist leichter als ein Magic Mary und bietet laut Schwalbe die stabileren Seitenstollen. Nach unserer Erfahrung ist der Grenzbereich des Tacky Chans breiter, dafür jedoch nicht so hoch wie bei einem Magic Mary.

Ganze vier Karkassen stehen beim Tacky Chan zur Wahl: Super Ground, Super Trail, Super Gravity und Super Downhill. Bis auf die Version mit Super Downhill-Karkasse kann zwischen ADDIX Soft- und ADDIX Ultra Soft-Gummimischung gewählt werden.

Schwalbe Big Betty

Der Big Betty ist ein echter Klassiker im Schwalbe Portfolio, der schon in den 90er-Jahren auftauchte. Zwischenzeitlich verschwand der Reifen, ist nun wieder voll zurück auf dem Trail. Auch der Big Betty hat spürbar mehr Abfahrts-Performance als der Hans Dampf bei einem verkraftbar erhöhten Rollwiderstand. In ADDIX Soft-Mischung bietet der von uns getestete Big Betty mit Super Gravity-Karkasse neben einem niedrigeren Rollwiderstand auch eine hohe Pannensicherheit.

In Verbindung mit der sehr guten Bremstraktion ist der Big Betty damit ein hervorragender Allround-Hinterradreifen für den harten Enduro-Einsatz. Der Klassiker Big Betty ist in diversen Ausführungen erhältlich. Mit 2,4” und 2,6“ Breite, ADDIX Soft- und ADDIX Ultra Soft-Mischung sowie Super Trail-, Super Gravity- und Super Downhill-Karkassenausführung.

Schwalbe Magic Mary

Der Magic Mary ist als Allrounder für den Gravity-Einsatz am Vorderrad konzipiert. Der grobstollige Reifen mit seinen massiven Seitenstollen bietet eine hervorragende Kurvenführung auf weichen Böden. Zum Zeitpunkt des Tests wird der Magic Mary sowohl als Radial- als auch als Diagonalreifen angeboten. Wir sind beide Varianten mit derselben Gummimischung gefahren und konnten somit die Unterschiede feststellen. Die Radial-Version punktet mit einem Plus in Sachen Dämpfung und Grip. Für den Einsatz am Vorderrad würden wir daher die Radial-Version stets bevorzugen.

Beim von uns gewichteten Pannenschutz-Gesamtwert erzielt der Magic Mary mit Super Downhill-Karkasse den Spitzenwert des Testfelds. Wir vermissen noch eine Downhill Pro-Radialkarkasse des Magic Mary im Reifen-Portfolio!

Die Radial-Version ist mit Trail Pro- und Gravity Pro-Karkasse jeweils mit 2,5” Breite erhältlich.

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