MTB-Schuhe: Breite Zehenbox im Test

Die MTB-Schuhe im Test wollen die perfekten Allrounder sein, mit strammem Tritt zum Gipfel und mit festem Halt im Pedal wieder ins Tal. Und wenn das Gelände mal zu unwegsam wird, geht es auch zu Fuß bequem weiter.

Worauf kommt es bei MTB-Schuhen für Trail & Enduro an?

Dabei haben sich die Trail- und Enduro-Schuhe in den letzten Jahren stark verändert. Konnte man früheren Modellen ihren Einsatzzweck förmlich ansehen, ähneln einige von ihnen aktuell eher Skate-Sneakern als Bike-Schuhen. Was nicht verkehrt sein muss, denn die flachen Sohlen stehen gerade auf Pedalen mit Plattform besonders sicher und lassen sich - auch wenn sie nicht maximal steif sind - noch gut berghoch treten. Wer viele Höhenmeter sammelt oder nach der Bestzeit auf der Enduro-Strecke schielt, sollte trotzdem einen Schuh mit steiferer Sohle wählen.

Während man noch vor wenigen Jahren mit kippeligen Profilen durchs Gelände stöckelte, steht man mit dem aktuellen Jahrgang meist fest am Boden verwurzelt. Nahezu jeder Hersteller setzt auf rutschfestes Gummi von Vibram, SUPtraction oder einer Eigenmarke. Doch ein griffiger Name allein macht noch kein gutes Profil. Auf schwach konturierten Sohlen verliert man auf feuchten Wiesen, losem Waldboden oder moosigen Felsen schnell den Halt. Rollen die MTB-Schuhe dann auch noch schlecht ab, hebt es die Ferse schon mal hinten aus dem Schuh.

Wie sieht der optimale Verschluss aus?

Spannend ist auch die Frage nach dem idealen Verschlusssystem: klassische Schnürung, Drehverschluss, Klett oder eine Kombination aus verschiedenen Optionen? Die sechs Bike-Schuhe hier haben sie alle im Angebot.

Drehräder lassen eine feine Anpassung auch während der Fahrt zu. Bei nur einem Rädchen fehlt es jedoch meist an Spannung im Bereich der Zehen. Die klassische Schnürung ist zwar etwas aufwendiger, dafür lassen sich die MTB-Schuhe über den gesamten Bereich sauber an den Fuß anpassen. Tipp: Fädelt man die Schnürsenkel von außen nach innen durch die Laschen, halten sie beim Schnüren besser die Spannung. Flache Senkel funktionieren in der Regel zudem besser als runde.

Optimal ist allerdings weder die eine noch die andere Variante, denn erst in Kombination mit einem Klettverschluss wird ein “Schuh” draus. Sowohl in Verbindung mit einem Drehverschluss als auch mit Schnürsenkel bringt ein einfacher Klettriemen zusätzlich Spannung und fixiert den Fuß. Das verbessert nicht nur die Kraftübertragung, sondern verhindert auch, dass es beim Schieben die Ferse lupft. Gerade in Verbindung mit eh schon nassen Socken könnte das sonst für unangenehme Reibung sorgen und der Tour ein jähes Ende bereiten.

Test: 6 MTB-Schuhe für Trail & Enduro - Details & Bewertung

Im Folgenden werden sechs MTB-Schuhe für Trail und Enduro getestet und bewertet:

Crankbrothers Mallet Trail Lace

Der Mallet Trail ist ein echter Komfort-Treter und packt den Fuß bequem in weiche Polsterung. Die Zehen haben viel Bewegungsfreiheit, die Ferse guten Halt - beim Treten wie beim Laufen. Praktisch: Die Schnürsenkel lassen sich hinter einer Lasche verstecken. Mit seiner flachen Sohle steht der Mallet sicher auf dem Pedal und bietet zudem ausreichend Steifigkeit. Profil und Gummi generieren aber nicht ultimativ viel Grip beim Laufen.

  • Preis: 170 Euro
  • Gewicht: 884 g
  • Passform: Voluminöser Zehenbereich; ansonsten mittelbreit

Northwave Rockit Plus

Der Rockit kommt dem Ideal klassischer Tourenschuhe schon sehr nahe: komfortable Passform, wenn auch etwas schmal, griffige Vibramsohle mit ordentlichem Profil und robustes Obermaterial. Auch wenn der Drehverschluss umständlicher als das Boa-System arbeitet, fixiert er den Fuß doch optimal im Schuh und lässt sich zudem in Mikro-Schritten öffnen und schließen.

  • Preis: 150 Euro
  • Gewicht: 780 g
  • Passform: Mittelbreit bis schmal und eher flach geschnitten

Scott MTB Shr-Alp Evo Boa

Wenn der schlanke Schnitt passt, bekommt man hier einen top Trail-Schuh, der viel Komfort und Schutz bietet sowie passabel belüftet ist. Der einzelne Boa-Verschluss fixiert den Fuß sicher im Schuh. Man steht stabil und fest verbunden auf dem Pedal. Auch die Kraftübertragung stimmt. Dank breitem Cleat-Kanal findet man leicht in die Bindung.

  • Preis: 160 Euro
  • Gewicht: 896 g
  • Passform: Durchgehend mittel bis breit und recht voluminös

Shimano GE7

Shimanos leichter Trail-Schuh schmeichelt den Füßen mit sehr hohem Tragekomfort. Der GE7 trägt und läuft sich fast wie ein Sneaker. Über die Kombi aus Schnürung und Klett lässt er sich sauber an den Fuß anpassen. Im Gelände liefern Gummimischung und Profil guten Grip.

  • Preis: 170 Euro
  • Gewicht: 874 g
  • Passform: Mittelbreit bis schmal, mit deutlich weiterer Zehenbox

Suplest Trail Performance

Lange hatten die Schweizer keinen Trail-Schuh im Programm und vollziehen nun direkt eine Punktlandung: top Tragekomfort, hervorragende Kraftübertragung und sicherer Stand auf dem Pedal. Der Suplest eignet sich bestens für anspruchsvolle Trail- und Enduro-Touren. Auch abseits des Pedals überzeugt er mit gutem Grip und robuster Bauweise.

  • Preis: 199 Euro
  • Gewicht: 1146 g
  • Passform: Durchgehend mittelbreit, etwas mehr Volumen in Zehenbox

Vaude Moab Tech Pro AM

In technischem Gelände punktet der Moab mit viel Schutz an Zehen und Knöchel. Zudem erzeugt die flache und steife Sohle ein hohes Maß an Kontrolle und Standsicherheit auf dem Pedal, rollt dafür beim Schieben kaum ab. Das robuste Obermaterial ist wenig anschmiegsam, zudem bringt der Boa-Verschluss kaum Zug auf die vorderste Schlaufe - ein typisches Problem.

  • Preis: 180 Euro
  • Gewicht: 1084 g
  • Passform: Mittelbreite Passform mit flachem Spann

Fahrradschuh Checkliste: Diese Merkmale sind im Test wichtig

Bei der Auswahl von Fahrradschuhen gibt es einige wichtige Merkmale zu beachten:

  • Modell: Rennradschuhe, Mountainbikeschuhe, Trekkingschuhe, Indoor-Schuhe
  • Tragekomfort: Schuhgröße, Schuhbreite, Fußform, Polsterung
  • Belüftung: Atmungsaktive Materialien, Belüftungsöffnungen

Die richtige Breite der Gravelschuhe ist entscheidend für Komfort und Leistungsfähigkeit

Klassische Schuhleisten sind oft zu schmal und entsprechen nicht der natürlichen Form des Fußes, was zu einer Einengung im Vorfußbereich führen kann. Diese Enge kann Druckstellen verursachen und die Durchblutung beeinträchtigen. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch die Kraftübertragung auf das Pedal beeinträchtigen.

Ein Radschuh soll eng und stabil am Fuß sitzen, trotzdem soll der Fuß nicht eingeengt und seiner natürlichen Form beraubt werden. Folgen von zu engen Schuhen können Schmerzen, Taubheitsgefühle und Kribbeln sein.

Verschlusssysteme für Radschuhe

Klettverschluss, Schnürsenkel oder ein Drehverschluss: Verschlussysteme für Radschuhe gibt es viele und sind letztendlich eine Frage der persönlichen Vorlieben und des Preises.

Klicksysteme für Radschuhe

Beim Kauf von Radschuhen ist die Wahl des richtigen Klicksystems entscheidend, da es den Kontaktpunkt zwischen Schuh und Pedal bestimmt und somit die Effizienz und Kontrolle beeinflusst.

Auf dem Gravelbike werden hauptsächlich Schuhe mit dem 2-Loch-System verwendet. Es zeichnet sich durch seine beidseitig einrastenden Cleats und eine Bauweise mit in der Sohle versenkten Cleats aus, die das Gehen im Gelände erleichtert. Außerdem funktioniert der Einrastmechanismus auch bei verschmutzten Cleats und Pedalen.

Weitere getestete Modelle:

Neben den oben genannten Modellen wurden auch folgende Schuhe getestet:

  • DMT GK1
  • Fizik Vento Proxy
  • Fizik Vento Ferox Carbon
  • Northwave Hammer Plus
  • Northwave Rockster 2
  • Q36.5 Unique Adventure Gravelschuh
  • Bont Cycling Vaypor G Li1
  • Shimano XC5
  • Vaude AM Moab Tech
  • Vaude AM Moab Mid STX
  • Shimano ET5
  • Specialized 2FO Roost Flat Syn

Flatpedale vs. Klickpedale bei MTB-Schuhen

Stefan Frey, BIKE-Testredakteur: Ganz klar Klickies. Sie haben meist die steifere Sohle und bringen die Kraft besser aufs Pedal, das spart auf langen Touren Körner. Außerdem muss ich nicht ständig nach der optimalen Position auf dem Pedal suchen und kann mich voll auf den Trail konzentrieren.

Stefan Herrmann, Fahrtechnikprofi: Wer es nicht eilig hat, sollte auf Flat-Schuhe setzen. Sie fördern einen aktiven Fahrstil, weil man für die Verbindung mit dem Bike eine Bogenspannung zwischen Fuß, Beinen, Rumpf und Armen erzeugen muss.

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