Eine Muskelzerrung ist eine häufige Verletzung, die fast jeder einmal erlebt - sei es beim Sport, im Alltag oder durch eine unbedachte Bewegung. Dabei überdehnen die Muskelfasern, was zu Schmerzen, Spannungsgefühlen und eingeschränkter Beweglichkeit führen kann. Muskelzerrungen entstehen oft plötzlich und können sehr unangenehm sein, doch zum Glück sind sie meist gut therapierbar und heilen in den meisten Fällen von selbst wieder aus. Muskelverletzungen machen im Sport etwa 35 % aller Verletzungen aus.
Was ist eine Muskelzerrung?
Bei einer Muskelzerrung werden die Muskelfasern durch eine plötzliche Überdehnung belastet, ohne dabei zu reißen. Es handelt sich also um eine Störung der Muskelspannung, die durch die Zerrung erhöht ist. Diese Art von Muskelverletzung tritt oft bei schnellen, abrupten Bewegungen oder hoher körperlicher Belastung auf, etwa beim Sport oder bei ungewohnten körperlichen Aktivitäten. Dies führt zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Muskels, begleitet von Schmerzen und Spannungsgefühlen. Im Vergleich zum Muskelfaser- oder Muskelbündelriss geht die Muskelzerrung ohne Kontinuitätsunterbrechung des Muskels einher.
Ursachen einer Muskelzerrung
Eine Muskelzerrung entsteht durch eine Überdehnung der Muskelfasern, ohne dass diese reißen. Die häufigste Ursache ist eine plötzliche oder ungewohnte Bewegung, etwa beim Sprinten, Springen oder bei abrupten Richtungswechseln, insbesondere wenn der Muskel nicht ausreichend aufgewärmt wurde. Auch eine Überbelastung oder eine zu schnelle Steigerung der Trainingsintensität können zu einer Zerrung führen. Muskuläre Dysbalancen, bei denen einige Muskelgruppen stärker oder schwächer sind als andere, erhöhen ebenfalls das Risiko, da der Körper die Belastung ungleichmäßig verteilt. Eine weitere Ursache ist die Ermüdung der Muskulatur, da erschöpfte Muskeln langsamer auf Belastungen reagieren und ihre Schutzfunktion verringert ist. Zusätzlich können äußere Einflüsse wie kalte Temperaturen die Muskeln versteifen und anfälliger für Verletzungen machen. Die plötzlichen Bewegungen beim Sprinten können eine Muskelzerrung begünstigen.
Symptome einer Muskelzerrung
Die Symptome einer Muskelzerrung entwickeln sich oft schleichend: Ein plötzliches, unangenehmes Gefühl der Anspannung oder ein Ziehen im Muskel sind erste Anzeichen. Die Beschwerden betreffen dabei nur einen begrenzten Muskelabschnitt. Der verletzte Muskelbereich fühlt sich häufig verhärtet oder empfindlich an und Bewegungen sind schmerzhaft oder eingeschränkt. Im Gegensatz zu anderen Muskelverletzungen wie einem Muskelriss ist bei einer Zerrung normalerweise kein Geräusch wie ein Knacken oder Reißen zu hören. Oftmals ist es anfangs sogar möglich, dass der Betroffene sich weiter sportlich betätigt. Etwa 92 % aller Muskelverletzungen betreffen die untere Extremität. Besonders häufig treten Muskelverletzungen im Bereich der Oberschenkelrückseite und der Adduktoren auf. Aber auch der Quadrizeps oberhalb des Knies und die Wadenmuskulatur zählen zu den gefährdeten Bereichen.
Muskelzerrung in der Wade
Eine Muskelzerrung in der Wade betrifft meist den Musculus gastrocnemius oder den tiefer liegenden Musculus soleus. Diese Verletzung entsteht oft durch plötzliche Belastungen wie z. B. beim Sprinten oder beim abrupten Abstoppen, aber auch durch Überbelastung oder unzureichendes Aufwärmen. Typische Symptome sind ein ziehender Schmerz in der Wade, der bei Belastung zunimmt, sowie eine spürbare Verhärtung der Muskulatur. In manchen Fällen kann es zu Schwellungen oder eingeschränkter Beweglichkeit kommen.
Behandlung einer Muskelzerrung
Unmittelbar nach einer Muskelzerrung sollte die Kühlung des betroffenen Bereichs im Vordergrund stehen. Verwenden Sie daher kühlende Gels oder Salben, z. B. mit Menthol. Präparate aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika wie z. B. Ibuprofen wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Achten Sie darauf, in der Akutphase keine durchblutungsfördernden Salben auf die Haut aufzutragen, da diese Schwellungen verstärken können. Nach etwa zwei Tagen sind solche Salben aber erlaubt. Sie helfen dem Körper, den verletzten Muskel mit Sauerstoffen und Nährstoffen zu beliefern. Eine Muskelzerrung sollte in den ersten 48 Stunden gekühlt werden, um Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren.
In der Akutphase lindert Kühlung die Beschwerden. Zudem sollte das betroffene Bein geschont werden. Das Tapen der Wade kann die Heilung unterstützen, indem es die Muskulatur entlastet, die Durchblutung fördert und die Bewegungen stabilisiert. Nach der Akutphase kann Taping eine hilfreiche unterstützende Maßnahme sein. Es stabilisiert die Muskulatur, reduziert die Belastung und fördert die Durchblutung, was die Heilung begünstigen kann. Massagen können bei einer Muskelzerrung hilfreich sein, jedoch erst nach der Akutphase. In den ersten 48 Stunden sollte der schmerzende Muskel geschont und gekühlt werden. Massagen können in dieser Phase die Schädigung der Muskelfasern verstärken. Sobald die akuten Schmerzen und Schwellungen nachlassen, können leichte Massagen die Durchblutung fördern, Verspannungen lösen und den Heilungsprozess unterstützen.
Nach der Akutphase einer Muskelzerrung in den ersten zwei Tagen steht die Förderung der Heilung und die Wiederherstellung der normalen Muskelfunktion im Mittelpunkt. Physiotherapie spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Nachbehandlung: Leichte Dehnübungen helfen, die Muskulatur schrittweise wieder elastisch zu machen, während gezielte Kräftigungsübungen die Funktion und Stabilität des Muskels verbessern. Ergänzend können Massagen eingesetzt werden, um Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern. Das Tapen oder die Verwendung von Bandagen bietet zusätzliche Stabilität und entlastet die betroffene Muskulatur. Dies kann die Rückkehr zu alltäglichen Aktivitäten oder sportlichen Belastungen unterstützen. Dabei ist es wichtig, die Muskulatur langsam und schrittweise wieder zu belasten, um eine erneute Verletzung zu vermeiden.
Muskelfaserriss: Ursachen, Symptome und Behandlung
Durch abrupte Bewegungen, beispielsweise beim Sport, können Muskelfasern reißen. Ein Muskelfaserriss macht sich meist mit einem plötzlichen, stechenden Schmerz bemerkbar.
Was ist ein Muskelfaserriss?
Wenn sich Menschen bewegen, belasten sie ihre Muskeln. Diese bestehen aus mehreren Baueinheiten: Einzelne Muskelfasern bilden Faserbündel, die wiederum Stränge und somit einen ganzen Muskel formen. Kommt es beim Sport zur Überlastung eines Muskels, können Muskelfasern überdehnen und schließlich reißen. Bleibt es bei der Dehnung, entsteht eine Muskelzerrung. Bei einem Muskelfaserriss reißen einzelne oder mehrere Fasern. Meist macht sich diese Verletzung mit einem plötzlichen Schmerz in der betreffenden Gliedmaße bemerkbar. Je nach Schweregrad kann sie nicht mehr belastet werden und ist zunächst fast bewegungsunfähig. Häufig kommt es zu Muskelfaserrissen bei Sportarten, die mit schnellen Bewegungen, Sprints, Drehungen und Stopps verbunden sind. Dazu zählen zum Beispiel Tennis, Fußball oder Rugby.
Ursachen und Risikofaktoren
Ermüdung, kalte Witterung, Infektionen und verschiedene weitere Einflüsse können das Risiko für einen Muskelfaserriss erhöhen. Bei einem Muskelfaserriss werden kleinste Baueinheiten eines Muskels zerstört. Die einzelnen Fasern bilden Bündel, die zusammengenommen einen Muskel ausmachen. Die Verletzung tritt typischerweise bei Skelettmuskeln auf, zum Beispiel beim Biceps femoris, der sich auf der Hinterseite des Oberschenkels befindet und umgangssprachlich als „Beinbeuger“ bekannt ist. Durch eine Überbelastung oder seltener auch Schläge oder Unfälle können kurzzeitig Kräfte auf den Muskel einwirken, denen er nicht standhalten kann. Verschiedene Faktoren fördern einen Muskelfaserriss. Muskelfaserrisse gehören zu den häufigsten Sportverletzungen. Besonders häufig ist eine Verletzung im Oberschenkel. Dies kann von einer leichteren Muskelzerrung über einen Muskelfaserriss bis hin zum Riss eines ganzen Muskels reichen.
Wie erkennt man einen Muskelfaserriss?
Bei einem typischen Muskelfaserriss kommt es zu einem plötzlichen und stechenden Schmerz.
Behandlung eines Muskelfaserrisses
Als Erste Hilfe empfehlen Ärztinnen und Ärzte Maßnahmen nach der PECH-Regel:
- P wie Pause: die sportliche Aktivität beenden und ruhen
- E wie Eis: die Verletzung mit einem kalten Umschlag kühlen
- C wie Compression: einen Druckverband anlegen
- H wie Hochlagern: das betroffene Körperteil hochlegen
Wichtig zu wissen: Zur Behandlung werden auch Physiotherapie, Schmerzmittel wie Ibuprofen oder entzündungshemmend wirkende Glukokortikoide sowie Therapien mit eigenem Blut oder Gewebe angeboten. Studien belegen bislang nicht, dass sich dadurch Beschwerden lindern oder die Heilung verkürzen lässt.
Nach einer Muskelzerrung oder einem Muskelfaserriss an Oberschenkel oder Wade sind zunächst 1 bis 2 Tage Schonung wichtig. Danach beginnt man am besten langsam mit mobilisierenden Übungen, die allmählich gesteigert werden. Meist lässt sich das Bein im Alltag und beim Sport dann schnell wieder normal belasten.
Muskelzerrungen und Muskelfaserrisse heilen für gewöhnlich von allein - ganz ohne Medikamente oder Operation. Nach einer kurzen Ruhepause ist es sinnvoll, mit angepassten Bewegungen zu starten und das Bein nicht zu lange ruhigzustellen. Behutsam ausgeführte Übungen können die Regeneration der Muskulatur fördern. Wichtig ist dabei, dass die Bewegungen nahezu schmerzfrei möglich sind. Ein leichtes Ziehen ist kein Problem.
Die Belastung des Muskels wird schrittweise gesteigert. Neben Übungen für Kraft und Beweglichkeit eignen sich solche, die den Rumpf stabilisieren und das Körperbewusstsein verbessern. Sie sind auch wichtig, um erneuten Verletzungen vorzubeugen - denn nach einer Muskelverletzung ist das Risiko dafür besonders hoch. Welche Übungen sich eignen, kann man mit Physiotherapeutinnen oder -therapeuten, Ärztinnen oder Ärzten besprechen.
Übungen zur Rehabilitation
Bei sogenannten exzentrischen Übungen wird der Muskel unter Anspannung gedehnt. Damit lässt sich zum Beispiel die Beinmuskulatur kräftigen.
- Auf den Rücken legen, beide Beine anwinkeln und die Füße aufgestellt lassen.
- Die Ferse des verletzten Beins auf dem Tuch vom Po wegschieben, bis das Bein fast gestreckt ist. Das Bein dabei nicht belasten und sich für diese Bewegung 3 Sekunden Zeit nehmen.
- Diese Übung 6- bis 8-mal wiederholen.
- Den Oberkörper langsam nach vorne neigen und gleichzeitig das gesunde Bein nach hinten anheben. Oberkörper und gesundes Bein bilden die ganze Zeit eine Linie. Das Standbein bleibt möglichst durchgedrückt. Sich für diese Bewegung 3 Sekunden Zeit nehmen.
- Diese Übung 6- bis 8-mal wiederholen.
Wie lässt sich einem Muskelfaserriss vorbeugen?
Wie lange dauert die Heilung und ab wann sind leichte Bewegungen, wie Spazierengehen, aber auch Sport wieder möglich? Muskelfaserrisse kommen besonders häufig im Bein, Arm oder in der Schulter, aber auch in der Leistengegend oder im Po vor. Beim Oberschenkel ist meist die Muskulatur hinten betroffen, die sogenannte Hamstringmuskulatur. Risse in den Muskelfasern treten vielfach bei der Ausübung von Sportarten wie Fußball, Handball, Tennis, Squash sowie im Kurzstreckensprint auf. All diese Sportarten zeichnen sich entweder durch plötzlich auftretende maximale Belastungen der Muskulatur (Sprints) oder einen schnellen Wechsel von Abbremsen und Beschleunigen aus. Risse von Muskelfasern oder Muskelfaserbündeln im Oberarm oder in der Schulter können zudem leicht durch das Heben sehr schwerer Gegenstände ausgelöst werden.
Können die in der Muskulatur wirkenden Kräfte nicht mehr abgefangen werden, kommt es zu einer Überdehnung der Muskelfasern. Die Folge einer solchen Dehnung ist zunächst einmal eine Muskelzerrung: Die anatomische Struktur des Muskels bleibt dabei unverletzt, es kommt also nicht zu einer Zerstörung von Muskelzellen. Muskelzerrungen machen sich in der Regel durch ein leichtes oder auch etwas stärkeres Ziehen im betroffenen Muskel bemerkbar. Der Muskel kann aber weiterhin normal bewegt werden. Hat man sich eine Zerrung zugezogen, sollte man die Bewegung sofort beenden und den Muskel schonen. Zusätzlich empfiehlt es sich, die betroffene Stelle zu kühlen. Wird der Muskel noch stärker belastet, kann es zu einem Muskelfaserriss, beziehungsweise einem Muskelbündelriss kommen. Dabei verspürt man einen stechenden Schmerz in der Muskulatur. Im Gegensatz zu einer Zerrung ist ein Muskelfaserriss immer mit einer Strukturveränderung in der Muskulatur verbunden: Es kommt zu einer Zerstörung von Muskelzellen sowie einer Einblutung ins Gewebe und damit auch zu einer eingeschränkten Funktion des Muskels. Bei einer maximalen Beanspruchung des Muskels kann es auch vorkommen, dass nicht nur einzelne Muskelfasern oder Bündel von Fasern, sondern der gesamte Muskel reißt. In einem solchen Fall spricht man von einem Muskelriss. Dabei kommt es zu starken Einblutungen ins Gewebe sowie einem möglichen Totalausfall der Muskelkontraktion.
Häufige Patientenfragen zur Muskelzerrung
Bei einer Muskelzerrung kann ein Facharzt für Orthopädie oder ein Sportmediziner weiterhelfen. Die Heilungsdauer nach einer Muskelzerrung ist sehr unterschiedlich und hängt von der Schwere der Verletzung, der betroffenen Muskulatur und individuellen Heilungsprozessen ab. In der Regel dauert die Heilung einer leichten Zerrung etwa ein bis zwei Wochen. Schwere Fälle, die mit ausgeprägten Schmerzen und Verspannungen einhergehen, können vier bis sechs Wochen oder länger in Anspruch nehmen.
Eine Muskelzerrung entsteht, wenn die Muskelfasern über ihre natürliche Dehnungsgrenze hinaus belastet werden, ohne dass es zu einem Riss kommt. Im Gegensatz dazu liegt ein Muskelfaserriss vor, wenn einzelne oder mehrere Muskelfasern aufgrund einer zu starken Belastung reißen. In schweren Fällen können größere Bereiche des Muskels verletzt sein. Es treten plötzliche, stechende Schmerzen auf, die oft von einem Bluterguss oder einer Schwellung begleitet werden. Beim Muskelkater kommt es zu Mikroverletzungen der Muskeln, die durch intensive Belastung entstehen.
Wir empfehlen, nach einer Muskelzerrung etwa 2 bis 6 Wochen Pause zu machen. Achten Sie darauf, dass bei der Bewegung keine Schmerzen auftreten und beginnen Sie mit leichten Belastungen.
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