Muskelkater nach dem Motorradfahren: Ursachen und Behandlung

Muskelkater ist ein Muskelschmerz, der nicht nur Sportler nach dem Training plagt. Er kann auch nach dem Motorradfahren auftreten. Hier erfahren Sie, wie er entsteht und was dagegen hilft.

Was ist Muskelkater?

Beim Muskelkater handelt es sich um allgemeine Muskelschmerzen, die vor allem nach ungewohnten Abbremsbewegungen im Training entstehen. Früher nahm man an, Muskelkater entstehe aufgrund erhöhter Laktatkonzentrationen im Muskel.

Jedoch zeigen lichtmikroskopische Aufnahmen feinste Risse (Mikrotraumen) in den Z-Scheiben. Die Z-Scheiben oder Z-Linien sind die Anker für die einzelnen Sarkomere, die wiederum als kleinste kontraktile Einheit eines Muskels fungieren. Die Sarkomere und somit die Aktin- und Myosin-Filamente eines Sarkomers sind somit über die Z-Scheiben miteinander verbunden und ergeben in ihrer Gesamtheit die Muskelfaser.

Muskelkater zählt aufgrund des Auftretens der Mikrotraumen zu den indirekten Muskelverletzungen und ist zwischen einer ermüdungsbedingten Verhärtung der Muskulatur und der Muskelzerrung einzuordnen. Abzugrenzen ist er von Muskelkrämpfen.

Wie entsteht Muskelkater?

Muskelkater entsteht nach ungewohnten oder besonders starken Belastungen der Muskelfasern.

Wenn man nach einer langen Pause wieder einer Aktivität oder ungewohnten Bewegungen nachgeht, kommt es zu Muskelkater, einem Schutzmechanismus. Dies geschieht auch bei gut trainierten Läufern.

Demnach ist ein Muskelkater nach einem Marathon anders bedingt als derjenige, der nach hohen mechanischen Belastungen auftritt, wie etwa dem Bergablaufen oder explosiven, isometrischen Bewegungen.

Muskelkater im Sinne einer Muskelverletzung entsteht besonders durch exzentrische Bewegungen (Treppe abwärts oder bergab laufen), also Bewegungen, bei denen sich ein Muskel aktiv verlängern muss, führen zu Muskelkater.

Und so kommt es genau zu den Schmerzen: Zwischen den Z-Scheiben der Muskulatur befinden sich die Sarkomere. Ein Sarkomer ist die kleinste kontraktile Einheit eines Muskels. Im Inneren dieser Einheit befinden sich die Muskeleiweiße Aktin und Myosin. Diese ziehen sich zusammen, sobald das Gehirn über die Nervenbahnen Signale für die körperliche Aktivität an den Muskel sendet. Dadurch kontrahiert der angesteuerte Muskel und die Bewegung findet statt. Geschieht dies zu abrupt oder mit einer ungewohnt hohen Wiederholungszahl, kommt es zur Verletzung innerhalb dieser Strukturen. Weil sich innerhalb der Sarkomere keine Nervenenden befinden, führt die Verletzung dieser Strukturen während des Trainings noch nicht zu Schmerzen. Wenige Stunden später kommen allerdings die außerhalb dieser Zellen liegenden Schmerzrezeptoren mit den Abbauprodukten in Berührung: der Muskelkater ist da.

Stoffwechselbedingter Muskelkater entsteht, wenn bei einem langen und intensiven Lauf ein Energiemangel in den Zellen entsteht, der die Muskelzellen schädigt. Die nachfolgende Entzündung beschleunigt die Reparaturvorgänge innerhalb der Zelle und sorgt für den muskelkatertypischen Schmerz in der Muskulatur.

Die Überbelastung wird meist durch härteres (also längeres oder schnelleres) Training oder eine ungewohnte Trainingsgestaltung (Intervalle, Fahrtspiel, neue Übungen, andere Bodenbeschaffenheit, Gegenwind) hervorgerufen.

Folge: winzige Risse in den Muskelfasern, in die langsam Wasser eintritt und dabei schmerzhafte Gewebeschwellungen bis ins Bindegewebe verursacht. Das dauert bis zu einem Tag, daher setzt ein Muskelkater erst verzögert ein. Die betroffenen Muskeln fühlen sich während des Heilungsprozesses steif und hart an, schmerzen bei Bewegungen.

Häufigste Ursachen für Muskelkater

  • Du hast die schmerzauslösende Übung zu lange nicht durchgeführt.
  • Die Übung war besonders schwierig oder erschöpfend, zum Beispiel bei einem Wettkampf.
  • Du hast das Übungsprogramm gewechselt und dadurch ungewohnte Bewegungsabläufe durchgeführt.

Ist Muskelkater gefährlich?

"Muskelkater ist nicht gefährlich. Genieß ihn. Er ist ein Zeichen, dass du hart trainiert hast", erklärt Geisler. Muskeln wachsen nur, wenn es beim Workout zu Mikrorissen in den Muskelfasern kommt.

Spätestens nach 12 Wochen sind die Muskelfasern aber so kräftig, dass dein gewohntes Workout keine Herausforderung mehr darstellt und der Katzenjammer ausbleibt.

Aber: Selbst gut trainierte Sportler können sich Muskelkater einfangen - wenn sie beispielsweise ungewohnte Bewegungsmuster erlernen. Meist dauert es etwa eine Woche, bis die Reparaturprozesse in den Muskeln abgeschlossen sind.

Muskelkater - die Symptome

Muskelkater beginnt frühestens einige Stunden nach ungewohnten oder besonders intensiven Belastungen. Die Muskeln schwellen an, sind steif, hart, kraftlos und druckempfindlich.

Es entstehen Schmerzen wie bei einer Entzündung, meist in einer kompletten, bisher untrainierten Muskelgruppe. Es kommt außerdem zu einer schmerzbedingten Einschränkung der Beweglichkeit in den angrenzenden Gelenken, deren Ursache jedoch keine strukturellen Schädigungen im Sinne einer ernsthaften Verletzung sind.

Die Schmerzen erreichen etwa 24 Stunden nach der ursächlichen sportlichen Betätigung ihren Höhepunkt und können bis zu einer Woche anhalten. Die Muskeln schmerzen bei Bewegung, Belastung, Druck und Dehnung.

Meist bessern sich die Schmerzen bei kontinuierlichen Bewegungen wie Gehen, Walken oder Radfahren nach spätestens zehn Minuten, nehmen aber wieder zu, sobald man länger sitzt oder steht und danach wieder beginnt, sich zu bewegen. Während die Muskelschmerzen bereits nach zwei Tagen wieder abnehmen, bleiben eine leichte Muskelschwäche sowie die eingeschränkte Beweglichkeit meist noch ein bis zwei Wochen bestehen.

Was hilft wirklich gegen Muskelkater?

Die schlechte Nachricht zuerst: Du kannst ihn nicht wegtrainieren oder den Heilungsprozess wesentlich beschleunigen, weiß Experte Geisler. Wer am nächsten Tag die gleichen intensiven Übungen macht, die den Muskelschmerz verursacht haben, verlangsamt den Prozess sogar.

Schnelle Hilfe gegen den Schmerz der Muskelfasern gibt es trotzdem:

Sport

Bewegung tut gut - solange du nicht Vollgas gibst. Grund: Stresshormone, die ins Blut schießen, lindern den Schmerz vorübergehend. Sie gewöhnen sich daran und empfinden den Schmerz nicht mehr so stark.

Radfahren beispielsweise fördert die Durchblutung. Aber: Überlaste die schmerzende Muskulatur nicht! Mach keine Kraftbelastung, solange du Schmerzen hast.

Pause

Gib deiner Muskulatur Zeit zur Erholung, sonst nimmt sie am Ende ernsthaft Schaden. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt mit dem Training der entsprechenden Muskelgruppe aus oder trainiert nur leicht, bis der Kater abgeklungen ist, was nach spätestens 10 Tagen der Fall sein sollte.

Sportsalben

Sie sollen die Durchblutung fördern und können dadurch bei der Regeneration der Muskulatur helfen. Außerdem kann das Einreiben wie eine Art Lymphdrainage wirken. Der Vorteil: Die Gewebeflüssigkeit wird besser abtransportiert, und die Schwellung geht zurück.

Bäder

Sie unterstützen die Durchblutung zusätzlich. Besser sind Wechselduschen. Der mehrfache Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser härtet ab, fördert die Regeneration, beugt Muskelkater vor, strafft die Haut und schützt vor Krampfadern.

Sauna

Zur Linderung der Schmerzen sind Saunagänge beliebt, die Wirksamkeit ist aber bislang nicht wissenschaftlich bewiesen.

Magnesium

Magnesium nimmt zusätzlich Spannung aus der Muskulatur.

Richtige Ernährung

Trink ausreichend Wasser, Tee oder isotonische Getränke und achte darauf, was du zu dir nimmst. Wichtig ist eine eiweißhaltige, gesunde Ernährung. Wenn du nach dem Sport nichts essen magst, ist auch ein Proteinshake eine gute Wahl.

Massagerollen

Direkt nach dem Training können Massagen mit Faszienrollen oder Faszienbällen die Ausschüttung der Entzündungsproteine reduzieren und verspannte Muskeln lockern. Aber Achtung: Klassische Massagen können die Regeneration sogar behindern, da die verletzten Fasern abermals strapaziert werden.

Schone die betroffene Muskelpartie bis der Schmerz abgeklungen ist.

Was kann man gegen Muskelkater tun?

Man kann das Laufen trotz Muskelkater fortsetzen, jedoch sollte die Intensität heruntergeschraubt werden, damit die Verletzungen in den Muskelfasern abheilen können. Tipp für besonders starken Muskelkater: einfach mal eine schnelle Walking-Runde einlegen.

Denn beim Gehen vermeiden Sie die stärkeren Aufprall- und Abstoppbewegungen der Laufbewegung und schonen die Muskulatur vorübergehend. Das Bewegungsausmaß Ihrer regelmäßigen Dehnübungen sollten Sie nur langsam steigern. Schwimmen und Fahrradfahren helfen, den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Sinnvoller sind Lymphdrainagen, die den Abtransport der Abbauprodukte aus dem Gewebe fördern. Eisabreibungen, Wechselbäder und leichtes Bewegungstraining sind ratsam, um den Stoffwechsel im Gewebe zu beschleunigen. Mit einer Vitamin-E-reichen Ernährung unterstützen Sie die Regeneration des Muskels.

Entzündungshemmende Medikamente sollten bei Muskelkater nicht eingenommen werden, da sie einen negativen Einfluss auf die Regeneration haben können. Normalerweise bleibt Muskelkater folgenlos.

Kann ich mit Muskelkater weiter trainieren?

Nein. Muskelkater ist eine Folge ungewohnter Bewegung und Überbelastung der Muskeln. Resultat: Die Muskelfaserstruktur wird beschädigt, kleinste Risse treten auf, entzünden sich, Wasser dringt ins Muskelgewebe ein.

Weiteres Training könnte zu Verletzungen führen. Schone die betroffene Muskelgruppe, bis der Schmerz abgeklungen ist, mach ein leichtes Mobilisationstraining oder fahr Fahrrad. Nur so kann das Gewebe verheilen.

Die richtige Strategie: ein bisschen kürzertreten und nicht ganz so intensiv trainieren, bis der Kater abgeklungen ist. Du darfst also ruhig weiter laufen, aber bitte locker!

Kann ich Muskelkater vorbeugen oder verhindern?

Die beste Vorbeugung ist kontinuierliches Training. Denn trainierte Athleten haben selten Muskelkater. Plus: Wärme dich vor jedem Workout 5 bis 10 Minuten auf. Das fördert die Durchblutung und vermindert das Verletzungsrisiko.

Weitere Vorbeuge-Tipps:

  • Mach ein Cool-Down
  • Trink Kirschsaft
  • Trink Kaffee
  • Iss Ingwer

Wie kann man Muskelkater vorbeugen?

  • Wärmen Sie sich vor schnellen Läufen mindestens zehn Minuten lang in moderatem Tempo auf und bereiten Sie Ihre Muskeln so auf die bevorstehende Belastung vor.
  • Bauen Sie Mobilisationsübungen in Ihr Aufwärmprogramm ein.
  • Das Training sollte dem aktuellen Trainingszustand angepasst sein und nur langsam gesteigert werden.
  • Muskelkater reguliert sich bei gut durchdachtem und regelmäßigem Training von selbst, da die gleiche Belastung nie über einen längeren Zeitraum Muskelkater hervorrufen kann.

Die gute Nachricht ist nämlich: Nach dem Muskelkater zieht die gleiche ungewohnte Bewegung oder Übung immer weniger Schmerzen und kleinere Schäden des Gewebes nach sich.

Die 7 größten Mythen zum Muskelkater:

  1. Muskelkater kommt von übersäuerten Muskeln
  2. Muskelkater kann man wegtrainieren
  3. Stretching hilft gegen Muskelkater
  4. Kühlen hilft gegen Muskelkater
  5. Das Workout ist nicht effektiv, wenn der Kater ausbleibt
  6. Massagen lindern
  7. Schmerztabletten helfen

Muskelkater und Motorradfahren

Manche begeisterte Motorradfahrer werden früher oder später auf das Problem stoßen, dass sie von längeren Touren Rückenschmerzen bekommen. Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, weswegen ein gut gemeinter Tipp nicht reicht, um allen gerecht zu werden.

Der Einfluss der Lenkerhöhe auf den Oberkörper ist enorm, denn sie beeinflusst substantiell die Haltung des Körpers und Belastung auf die Handgelenke. Ist die Höhe zu niedrig eingestellt, können Schmerzen im Rücken, in den Schultern und auf den Handgelenken auftreten. Dasselbe gilt auch, wenn der Lenker zu schmal oder zu stark gekrümmt ist.

Auch die richtige Sitzhöhe muss erstmal gefunden werden, um Rückenschmerzen nachhaltig zu vermeiden. Vor allem sollte man darauf achten, dass die Füße ohne Probleme den Boden im Stand berühren können. Ist der Sitz zu hoch oder breit, kann das nicht gewährleistet werden, was zu Verspannungen im Oberkörper führt. Ist der Sitz hingegen zu tief eingestellt, kommen sich Arme und Beine in die Quere.

Die Positionierung der Fußrasten hat ebenfalls Einfluss auf den Körper des Motorradfahrers. Ist diese zu eng, werden die Beine schnell müde. Das führt dazu, dass die Beine einschlafen, was mit Schmerzen verbunden ist, die bis in den Rücken strahlen können. An lange Motorradtouren ist dann nicht mehr zu denken. Sind die Fußrasten hingegen zu weit positioniert, wodurch die Kniewinkel zu weit voneinander abstehen, kann keine Kontrolle über das Motorrad gewährt werden.

Die richtige Lenkerhöhe, Sitzposition und Positionierung der Fußrasten kommt auf das jeweilige Motorrad an. So befinden sich bei einem Sportmotorrad der Lenker und der Sitz auf derselben Höhe. Die Fußrasten sind hoch positioniert und der Fahrer sitzt entsprechend stark nach vorne geneigt. Hier ist die Gefahr gegeben, dass das Gewicht sehr stark auf den Handgelenken lastet.

Sportmuffel müssen jetzt stark sein, denn es gibt nur eine Lösung für alle Arten von Rückenschmerzen beim Motorradfahren: Kraftsport. Denn durch Krafttraining wird die Rückenmuskulatur gestärkt, was den Rücken auf lange Sicht stabilisiert. Das Beste ist, dass diese Art von Sport zusätzlich als Prophylaxe dient.

Fazit: Muskelkater ist ein gutes Zeichen

Muskelkater ist ein gutes Zeichen, denn er signalisiert, dass du ein intensives Training absolviert hast. Die Schmerzen kommen von winzig kleinen Verletzungen bzw. Traumen innerhalb der Muskulatur, vor allem im Bereich des Bindegewebes. Der Körper repariert diese kleinen Schäden derart perfekt, dass sie hinterher ein höheres Belastungsniveau aushalten (z. B. durch Muskelwachstum).

Tabelle 1: Relative Häufigkeit verbauter Zubehörteile und Motorradeinstellungen

Zubehörteil/Einstellung Häufigkeit
Lenkererhöhung 15%
Verstellbare Fußrasten 20%
Spezialsitzbank 10%
Fahrwerksanpassung 30%

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0