Sicherheit ist eines der zentralen Themen im Straßenverkehr. Es gibt eine Vielzahl an Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, dass alle Verkehrsteilnehmer so sicher wie möglich am Ziel ankommen. Neben den Verkehrsregeln sind in diesem Zusammenhang auch technische Einrichtungen an den Fahrzeugen bzw. die Ausrüstung der Fahrer wichtig.
Das Fahrrad gehört für viele Menschen zum Alltag. Ob auf dem Weg zur Arbeit, bei einem Wochenendausflug oder beim Mountainbiken in anspruchsvollem Gelände: Die Zahl der Fahrräder auf Deutschlands Straßen wächst stetig.
Auf langen Strecken tragen die meisten Fahrradfahrenden mittlerweile einen Helm. Radfahrerinnen gehört der Fahrradhelm zur Grundausstattung.
Radfahrende sind im Straßenverkehr besonders gefährdet: Aufgrund ihrer schmalen Silhouette sind sie für Autofahrer oftmals erst spät zu erkennen. Weiterhin fehlen Sicherheitseinrichtungen wie zum Beispiel eine schützende Karosserie, Sicherheitsgurte oder Airbags. Zudem können sie hohe Geschwindigkeiten erreichen. Bei einem möglichen Sturz oder Unfall ist besonders der Kopf gefährdet - schwerste Gehirnverletzungen können Folge von Stürzen bei schon sehr geringer Geschwindigkeit sein.
Aus diesen Gründen sollte das Tragen eines Fahrradhelmes dabei für alle Radfahrenden, nicht nur für Kinder, selbstverständlich sein. Denn Fahrradhelme retten Leben!
Helmpflicht in Deutschland
Und nicht nur in Deutschland müssen bestimmte Verkehrsteilnehmer einen Helm nutzen. Eine gesetzlich festgelegte Helmpflicht ist in Europa nicht selten und sollte bei Urlaubsreisen daher nicht außer Acht gelassen werden. Wie und für wen die Helmpflicht in der StVO definiert ist, welche Sanktionen bei Verstößen drohen und ob es bestimmte Vorgaben für die Helme gibt, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.
Ja, für in § 21a StVO definierte Fahrzeuge gilt in Deutschland eine gesetzliche Helmpflicht. Diese ist unter anderem für Motorräder, Trikes und Quads zu beachten. Auf Motorrädern, Trikes, Quads und einigen E-Bikes muss demnach immer ein Helm aufgesetzt werden.
Muss auf dem Fahrrad ein Helm getragen werden? Nein, es gibt keine Helmpflicht auf dem Fahrrad. Auf dem Rad entscheidet jeder selbst, ob der Kopf per Helm geschützt wird oder nicht.
Bei sogenannten Pedelecs kommt es darauf an, um welche Art es sich handelt. Hier kann unter Umständen eine Helmpflicht gelten. Das S-Pedelec, welches bis zu 45 km/h schnell werden kann, erfüllt die Voraussetzungen aus § 21a StVO. Somit gilt auch auf diesem eine Helmpflicht.
Allerdings kommt hier die gängige Rechtsprechung zum Tragen, wonach durch den Helm Ohren, Stirn und Nacken geschützt sein müssen.
Die Bedeutung von Prüfsiegeln
Ein entscheidender Nachweis für einen verlässlichen Helm sind neben der verpflichtenden CE-Kennzeichnung vor allem das GS-Zeichen sowie das TÜV-Prüfzeichen, die erweiterte Sturztests abdecken. Dabei wird die Qualität des Fahrradhelms unter anderem durch variierende Aufprallwinkel und Langzeitbelastungen bei Hitze und Feuchtigkeit getestet.
Auch von Bedeutung in diesem Zusammenhang ist die ECE-Norm 22-05, welche in vielen Ländern der Europäischen Union den gesetzlichen Standard für geeignete Helme darstellt. In Deutschland ist das entsprechende Prüfsiegel nicht vorgeschrieben, allerdings wird empfohlen, dass Helme den Vorgaben der Norm entsprechen sollten.
Vor einer Reise sollten sich Fahrer also immer informieren, ob das ECE-Siegel Teil der Helmpflicht ist.
In EU-weiten Testverfahren nach der DIN EN 1078 (CE) muss der Helm einen Test bestehen, bei dem er unter anderem mit einem Prüfkopf einmal auf einen flachen und einen schrägen Sockel fällt, der eine Bordsteinkante imitiert. Dabei darf der Prüfkopf beim Aufprall nicht das 250-fache der Erdbeschleunigung überschreiten.
So findest du den richtigen Helm
Beim Kauf eines Fahrradhelmes solltest du zuerst auf den richtigen Sitz achten. Der Helm kann noch so cool, bunt und windschnittig aussehen: Verrutscht er im Moment des Unfalls, kann er deinen Kopf nicht schützen und im schlimmsten Fall noch mehr Schaden anrichten. Bevor du in ein Fachgeschäft gehst oder online nach einem neuen Helm stöberst, empfiehlt es sich, den Kopfumfang zu messen, um die richtige Helm-Größe zu ermitteln.
Wichtig ist daher die passende Größe. Dafür wird der Kopfumfang mit einem Maßband über Stirn und Hinterkopf gemessen, etwa einen Zentimeter über den Ohren. Anhand von Größentabellen lässt sich anschließend die richtige Helmgröße ermitteln: S (52-56cm), M (56-58cm) oder L (58-62cm). Zudem sorgen individuell einstellbare Drehrädchen und weiche Polster für einen optimalen Sitz.
Viele Hersteller bieten eine Skala an, die erste Orientierung gibt. Doch allein das Kopfmaß ist nicht ausreichend. Am besten ist es, unterschiedliche Helme zu probieren und mit dem Drehrad oder der Ratsche - beides befindet sich an der Hinterseite der Innenschale - den Helm so zu justieren, dass er perfekt sitzt, aber nicht drückt.
Wer auch bei Kälte unterwegs ist, sollte den Helm mit einer dünnen Mütze anprobieren, um die Passform unter Realbedingungen zu testen.
Nach der Anpassung muss der Helm waagerecht auf dem Kopf sitzen. „Die seitlichen Riemen sollten ein Dreieck unter dem Ohr bilden und der Kinnriemen eng anliegen, aber nicht einschneiden“, sagt Zaneta. Der Helm sollte nur an den Stellen aufliegen, die auch gepolstert sind. Die Ohren sollten frei sein.
Nach Kontrolle des optimalen Sitzes - der Helm rutscht nicht wenn du den Kopf bewegst und du hast ein gutes Gefühl - lohnt es, noch auf den Verschluss zu achten. Dieser liegt ein bis maximal zwei Fingerbreit unter dem Kinn. Auf keinen Fall sollte er dicht am Kinn anliegen oder gar einschneiden. Die meisten Hersteller bieten einen Ratschen-, Magnet- oder einen Klickverschluss an. Auch hier gilt ausprobieren, was für dich am besten passt.
Sollten Sie sich nun für den Kauf eines Fahrradhelms entschieden haben: Hier ein paar Tipps, damit Ihnen der Helm einen höchstmöglichen Schutz bieten kann. Beim Kauf muss darauf geachtet werden, dass der Helm, der ein anerkanntes Prüfzeichen wie GS, CE, DIN oder EN haben sollte, nicht wackelt oder verrutscht; Schläfen und Hinterkopf müssen sicher abdeckt sein. Die Ohren müssen unbedingt frei bleiben; die Sicht darf niemals beeinträchtigt werden. Der Helm muss sich unter dem Kinn leicht schließen und auch wieder öffnen lassen. Der Kinnriemen sollte etwa zwei Zentimeter breit, längenverstellbar und nicht aus elastischem Material sein. Mit verschieden dicken Polstern zum Auswechseln kann die Passform gut reguliert werden.
Fahrradhelm-Arten: für jeden Einsatzzweck den passenden Helm
Bist du ein Vielfahrer, der in der Freizeit überwiegend mit einem Rennrad oder Mountainbike unterwegs ist, sollte dein Fahrradhelm zum Gelände passen. So bieten Rennradhelme beispielsweise eine andere Dynamik und Belüftung als Fahrradhelme für den Mountainbiker. Auch Kinderhelme unterscheiden sich in der Form - nicht nur der grellen Farbe - von Helmen für Jugendliche und Erwachsene.
Der entsprechende Helmtyp leitet sich aus deinem Einsatzbereich ab. So gibt es Unterschiede beim Thema Sicherheit, Schutz aber auch beim Thema Komfort.
Helme für den Stadtverkehr und Touren
Gerade im Stadtverkehr oder bei der Fahrradtour am Wochenende ist das Tragen eines Fahrradhelms dringend empfohlen. Die Trekking- & Cityhelme, gerne auch Urban-Helme genannt, bieten Schutz bei einem schlichten und schicken Design. Sie zeichnen sich durch gute Einstellmöglichkeiten und cleveren Features wie Reflektoren oder Lichter aus.
Helme für Mountainbiker
In kaum einem anderen Bereich ist die Sturzgefahr so hoch wie auf dem Mountainbike. Daher ist ein geeigneter Mountainbikehelm auch absolute Pflicht. Für Trail und Allmountain-Touren haben sich Halbschalenhelme bewährt, die für einen guten Kompromiss zwischen hohem Schutz und guter Belüftung sorgen. Diese sind gerade am Hinterkopf meist tiefer geschnitten um auch diesen zu schützen.
Helme für Downhiller
Für den Einsatz auf Downhill-Strecken oder im Bikepark ist ein vollumschließender Fullface-Helm gedacht. Sie bieten den meisten Schutz und durch den Kinnbügel ist zudem auch dein Gesicht und Kiefer geschützt. Generell ist die Helmschale oft robuster und sie sind auch besser gepolstert als Halbschalen-MTB-Helme.
Helme für Rennradler
Auf dem Rennrad zählt natürlich Geschwindigkeit. So sind Rennrad-Helme besonders leicht und haben eine aerodynamische Form um besonders windschnittig zu sein. Dabei sind sie mit einer optimalen Belüftung versehen, was dir hilft immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Ihre Form sorgt bei der Kopfhaltung auf dem Rennrad für ein möglichst großes Sichtfeld.
Helme für Kinder
Im Wesentlichen unterscheidet sich ein Fahrradhelm für Kinder nicht großartig von Fahrradhelmen für Erwachsene. Bei beiden soll der Helm die gleiche Funktion erfüllen, nämlich den Kopf vor Stößen im Falle eines Sturzes zu schützen. Allerdings gibt es natürlich ein paar Unterschiede. Kinder haben einen kleineren Kopf und benötigen dementsprechend einen Kinderhelm, der genau auf ihren Kopfumfang passt. Während das Design bei Kindern oft verspielt und farbenfroh ist, kommen Helme für die Großen eher in schlichten Farben daher.
Sicherer Schutz braucht Kontrolle und Pflege
Der passende Fahrradhelm schützt allerdings nur dann zuverlässig, wenn er regelmäßig kontrolliert und gepflegt wird. Vor jeder Fahrt empfiehlt sich deshalb ein kurzer Check: Sitzt der Helm fest? Gibt es sichtbare Risse? „Nach einem Sturz muss der Helm grundsätzlich ersetzt werden“, sagt Zaneta. „Denn selbst, wenn keine äußeren Schäden sichtbar sind, kann die innere Struktur des Materials beeinträchtigt sein.“
Aber auch ohne Unfall gilt: Nach spätestens fünf Jahren - je nach Hersteller auch früher - sollte ein Helm ausgetauscht werden. Anzeichen dafür sind ein ausgeleiertes Innenfutter, brüchige Riemen oder eine spröde Schale. Um das Material zu schonen, sollten Fahrradhelme deshalb bei der Lagerung keiner intensiven UV-Strahlung ausgesetzt werden.
Den Helm richtig aufsetzen
Damit ein Fahrradhelm den Kopf beim Sturz vor Verletzungen schützen kann, muss er richtig passen und korrekt aufgesetzt werden. Er darf weder wackeln, noch sollte er über die Stirn oder in den Nacken rutschen. Um den individuell passenden Fahrradhelm zu finden, sollte das Kind in jedem Fall beim Kauf dabei sein. Fakt ist: Nicht jedes Helmmodell passt zu jeder Kopfform.
Außerdem wird ein Fahrradhelm, der dem Kind nicht nur passt, sondern auch optisch gefällt, eher getragen. Eltern sind Vorbilder: Tragen sie selbst einen Helm auf dem Rad, werden es auch ihre Kinder freiwillig tun.
Damit der Helm sicher sitzt, muss er richtig aufgesetzt werden. Zwischen den Augenbrauen und der Helmunterkante sind dann in etwa ein bis zwei Fingerbreit Platz.
Häufig werden Helme zu weit in den Nacken geschoben - aus modischen Gründen oder weil die Helmkante im Sichtfeld als störend empfunden wird. Dann kann bei einem Sturz der Helm aber in den Nacken rutschen und dort selbst Verletzungen verursachen.
Mit dem Verstellsystem im Nacken wird der Helm fixiert. Dazu darf es aber nicht zu stramm angezogen werden, weil das Kopfschmerzen verursachen kann. Der Helm sollte fest auf dem Kopf des Kindes sitzen, aber nicht drücken.
ADFC-Tipp: Unbedingt die Gebrauchsanweisung lesen. Die korrekte Einstellung der Helmgurte sollte gemäß der Herstellerangabe regelmäßig geprüft werden. Trägt das Kind eine Mütze unter dem Helm, muss der Gurt angepasst werden. Es dürfen nur dünne Mützen verwendet werden. Dicke Wollmützen verhindern, dass der Helm nah genug am Kopf sitzt. Er kann dann leicht verrutschen.
Qualität und Haltbarkeit des Fahrradhelms prüfen
In jedem Helm sollte das Herstellungsdatum vermerkt sein. Kunststoffe altern, daher sollten Helme nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden. Von Sonderangeboten ohne Herstellerdatum sollte man lieber die Finger lassen. Außerdem sollte der Helm das GS-Zeichen tragen.
Ohne Fahrradhelm auf den Spielplatz spielen
Im Straßenverkehr können Fahrradhelme Kinderköpfe bei einem Sturz vor Verletzungen schützen. Beim Klettern und Toben auf dem Spielplatz können sie aber gefährlich werden. Beim Spielen und besonders auf Spielplätzen mit Spielgeräten müssen Kinder ihre Fahrradhelme abnehmen.
Klettergerüste sind so konstruiert, dass zwischen den Sprossen immer ein Kinderkopf unbehindert hindurchrutschen kann. Trägt ein Kind aber einen Fahrradhelm, bleibt es unweigerlich in der Konstruktion hängen und kann sich dabei schwer verletzen. Auch die Haltegurte des Helms können an engen Stellen oder Seilknoten hängen bleiben und zur Strangulationsgefahr werden.
Fahrradhelme nur fürs Radfahren nutzen
Fahrradhelme sind immer ein Kompromiss zwischen optimaler Schutzwirkung und Belüftung sowie geringem Gewicht, damit der Tragkomfort möglichst hoch ist. Sie sind so konstruiert, dass sie den Kopf bei fahrradtypischen Stürzen schützen sollen.
Der ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen.
Sie möchten erst später Mitglied werden, aber sich schon jetzt für das Radfahren engagieren? Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?
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