Hartgesottene Radler fahren auch bei frostigen Temperaturen. Dabei sollte der Kopf unter dem Helm aber schön warm sein. Das geht auf verschiedenen Wegen. Die praktischste Lösung dafür seien Helmmützen, sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Doch wie sieht es eigentlich mit einer Mütze unterm Helm aus? Schließlich wird es immer kälter draußen und der Fahrtwind lässt die Ohren noch mehr frieren. Aber schränkt eine Mütze die Sicherheit eines Fahrradhelmes nicht massiv ein?
Sicherheitsrisiko: Dicke Mütze unter dem Fahrradhelm
Eine dicke Wintermütze unterm Fahrradhelm ist ein No-Go! "In der Tat sollte man unter dem Helm keine normale, dicke Mütze tragen", stellt Micha Gebhardt vom ADAC fest. "Hier besteht die Gefahr, dass der Helm verrutscht und nicht mehr optimal schützt."
Auch Dunja Schenk rät zu Radmützen, am besten von den Helmherstellern selbst. "Die sind dünn genug und so geschnitten, dass der Helm dennoch drauf passt und die Ohren warm bleiben." Auch sie betont, wie wichtig es sei, danach nochmal anzuprobieren: "Der Helm muss mit Radmütze neu angepasst bzw. eingestellt werden, damit er weiterhin schützt."
Denn falsch sitzende Helme bieten nicht nur weniger Schutz. Sie können auch zur Gefahr werden, wenn sie bei einem Sturz in den Nacken rutschen. „Das kann im schlimmsten Fall zu ernsthaften Verletzungen an der Wirbelsäule führen”, so Filippek.
Alternativen zur dicken Wintermütze
Die Experten sind sich also einig. ADAC-Sprecher Gebhardt befürwortet die speziellen, dünnen und atmungsaktive Unterziehmützen auch: "Außerdem gibt es - in der Regel passend zum jeweiligen Helm - Überzüge, die vor Wind und Regen schützen, und bedenkenlos benutzt werden können."
- Helmmützen: „Die sind dünn und erinnern an Badekappen.” Beim Kauf sollten Radfahrer auf Winddichtheit Wert legen, rät der Experte. Zudem muss der Helm auch mit Mütze ordentlich sitzen. Deshalb nimmt man den Helm am besten mit ins Fachgeschäft.
- Spezielle Fahrradmützen: Dabei gibt es spezielle Radmützen, die genau für diese winterlichen Einsätze konzipiert wurden. Zu denen rät auch René Filippek vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) - aber ergänzt: "Wichtig ist, dass die dünne Mütze den Kopf eng umschließt, sodass der Helm trotzdem noch gut sitzt. Wenn der Helm nur noch gerade so auf den Kopf passt und das Verstellsystem schon ohne Mütze ganz offen ist, ist wahrscheinlich auch eine dünne Mütze schon zu viel."
- Schlauchtücher: Ein weiteres nützliches Accessoire gegen einen kalten Kopf auf dem Sattel sind Schlauchtücher. „Die sind vielseitig einsetzbar.” Radler können damit ihren Hals schützen und sich das Textil bei Bedarf über die Nase ziehen. Selbst als Kopftuch bewährt es sich.
- Helmüberzug: Je nach Kälteempfinden kann Radlern bereits ein Helmüberzug ausreichen. Der Stoff soll zwar in erster Linie vor Regen schützen, schließt aber auch die Belüftungsöffnungen des Helms und hält so den Wind ab. „Das hilft oft schon”, weiß Filippek.
Worauf Sie beim Kauf einer Helmmütze achten sollten
Da zwischen Schädel und Schale kaum Raum bleibt, sollte die Helmmütze idealerweise dünn sein und nicht auftragen. Möglichst wenige und flache Nähte sind dafür von Vorteil; Nahtkreuzungen oder Verdickungen können auf Dauer ebenso unangenehm drücken wie umlaufende Nähte genau auf Höhe der Ohren. Ob man eine Mütze mit oder ohne Schirm bevorzugt, ist, wie so oft, eine Frage persönlicher Vorlieben. Grundsätzlich darf der Schirm nicht zu steif sein, sonst entsteht am Übergang zur Mütze eine Kante, die insbesondere unter engen Helmen schmerzhaft auf Stirn und auf Schläfen drücken und rote Striemen hinterlassen kann.
Zum Tragekomfort gehört ebenfalls, ob eine Helmmütze mehr oder weniger Windgeräusche am Ohr verursacht. Beeinflusst wird das sowohl durch den Schnitt beziehungsweise den Sitz der Mütze über den Ohren als auch vom verwendeten Material. Unter leichtem, netzartigem Mesh ist es naturgemäß lauter als unter dickerem Stoff; liegt der Stoff ums Ohr herum eng an, wird es darunter in der Regel leiser sein, als wenn der Fahrtwind unter den Rand schlüpfen kann.
Welche Radmütze für den Winter?
Witterung, die Belastungsintensität auf dem Rad und individuelles Kälteempfinden entscheiden darüber, welche Helmmütze die richtige ist. Die leichtesten Modelle wiegen etwa 20 Gramm, haben lediglich vorn im Stirnbereich eine winddichte Membran, während der Rest aus großporigem und dampfdurchlässigem Material besteht, das Ohren und Nacken knapp bedeckt. Wer’s kuscheliger mag oder auch leichter friert, findet seine Lieblingsmütze wahrscheinlich bei den etwas dickeren und schwereren Modellen ab 30 Gramm. Bei den wärmsten und dichtesten Mützen sind Windschutz und Polster rundherum großflächig verarbeitet, sie halten mollig warm und Fahrtwind zuverlässig fern. Allerdings kann es darunter schon bei leichter Anstrengung fast zu warm werden.
Sicherheitstipps fürs Fahrradfahren im Winter
- Sichtbarkeit: Vor allem im Winter ist Sichtbarkeit von besonderer Bedeutung. Am besten reflektiert schon der Helm oder der Überzug, aber auch an der Kleidung und am Rad sollten reflektierende Elemente angebracht werden.
- Richtiger Sitz des Helms: Ganz wichtig, nicht nur im Winter, ist auch der richtige Sitz des Helms. Am besten man setzt zuerst die Unterziehmütze auf und richtet den Helm dann gerade auf dem Kopf aus. Mit dem Rädchen wird dann der Kopfring so fest eingestellt, dass der Helm nicht verrutscht.
- Helmtest: Helm ohne Mütze aufsetzen. Einstellsystem schließen und versuchen, den Helm auf dem Kopf zu verschieben. Sitzt der Helm korrekt, geht das gar nicht oder nur mit viel Kraftaufwand. Dann wiederholt man den Versuch mit Mütze unterm Helm. Lässt sich der Helm nun leichter verschieben und bewegen, ist das ein schlechtes Zeichen und man sollte es lieber lassen.
Den Helm richtig aufsetzen
Damit der Helm sicher sitzt, muss er richtig aufgesetzt werden. Zwischen den Augenbrauen und der Helmunterkante sind dann in etwa ein bis zwei Fingerbreit Platz. Mit dem Verstellsystem im Nacken wird der Helm fixiert. Dazu darf es aber nicht zu stramm angezogen werden, weil das Kopfschmerzen verursachen kann. Der Helm sollte fest auf dem Kopf des Kindes sitzen, aber nicht drücken.
Der Kinnriemen sollte so locker sitzen, dass noch ein Finger zwischen Gurt und Kinn passt.
Qualität und Haltbarkeit des Fahrradhelms prüfen
In jedem Helm sollte das Herstellungsdatum vermerkt sein. Kunststoffe altern, daher sollten Helme nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden. Von Sonderangeboten ohne Herstellerdatum sollte man lieber die Finger lassen. Außerdem sollte der Helm das GS-Zeichen tragen.
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