Mützen für unter den Fahrradhelm im Test

Wer im Winter Rad fahren will, braucht eine Mütze. Handelsübliche Mützen aus Wolle sind aber meist zu dick: Der Helm passt nicht mehr oder man gerät durch die eng angedrückte Mütze leicht ins Schwitzen. Sogenannte Unterhelmmützen sind aus einem dünnen Material, sie passen unter den Helm, schützen vor Wind und führen im Idealfall auch Schweiß ab.

Grunddesigns von Unterhelmmützen

Bei uns im Test sind zwei Grunddesigns vertreten: Die sogenannte Beanie, deren Design an eine Badekappe erinnert, und Modelle mit einem Schirmchen wie eine Baseball-Kappe. Beide Schnitte lassen sich jedoch zumindest bei den Wintermodellen über die Ohren ziehen und schützen auch im Nacken vor Kälte.

Vorteile der Beanies

Der Vorteil der Beanies: Sie lassen sich platzsparender zusammenlegen und so besser in Taschen stecken. In der Regel sitzen sie auch bequemer, da sie mit nur einem Spanngummi auskommen.

Vorteile der Caps

Die Caps hingegen haben einen Schirm, der die Augen vor Regentropfen und Sonnenstrahlen schützen soll.

Einzelne Modelle im Test

Endura Pro SL Winter Cap

Die Pro SL Winter Cap ist eine Mütze im Baseballkappen-Design mit kleinem Schirm und Verlängerungen für die Ohren und den Nacken. Das Material ist außen wasserabweisend und eher glatt, innen ist es angeraut und weich. Ein kräftiger Gummizug hält die Mütze auf dem Kopf. Durch die Spannung kann der Schirm vorne jedoch etwas an der Stirn drücken. Die Verlängerung für Ohren und Nacken ist mit einem etwas schwächeren Gummizug im unteren Bereich ausgestattet. Im Test sitzt die Kappe sicher unter einem Helm und verrutscht nicht. Das winddichte Material ist dünn, wärmt aber gut. Es ist so dicht, dass tatsächlich auch Geräusche gedämmt werden - ein Effekt, den wir bei anderen Mützen nicht erlebt haben. Bei Temperaturen um null Grad lässt sich dauerhaft fahren, kälter wurde es im Testzeitraum nicht. Bei Regen bleibt der Kopf trocken, der kleine Schirm schützt die Augen aber kaum vor den Tropfen. Auch bei tief stehender Sonne ist die Schutzwirkung des kleinen Schirmchens überschaubar.

Endura hat Reflektionsstreifen auf den Schirm gedruckt und gibt ihm so eine Daseinsberechtigung über die Ästhetik hinaus, ebenso finden sich die Streifen im Nackenbereich. Ob die kleinen Streifen tatsächlich die Sichtbarkeit im nächtlichen Straßenverkehr erhöhen, ist schwer abzuschätzen. Endura bietet die Kappe nur in schwarz an, aber in zwei Größen.

Das gefällt:

  • Die Mütze ist aus dünnem und leichtem Material, sie wärmt dennoch gut.
  • Wind und Regen werden gut abgehalten.

Das weniger:

Der starke Gummizug kann in der Stirn etwas drücken.

Für wen sich die Endura Pro SL Winter Cap eignet:

Alle, die Wert auf eine leichte, wind- und wasserdichte Unterhelmmütze legen.

Vaude Bike Windproof Cape III

Die Bike Windproof Cape III ist eine Unterhelmmütze in Beanie-Form. Außen kommen zwei unterschiedliche Materialien zum Einsatz: Der gesamte Kopfteil besteht aus einem wind- und wasserabweisenden Polyestergarn, das Vaude nach eigenen Angaben aus recycelten PET-Flaschen gewinnt. Der Bereich um die Ohren und im Nacken besteht aus einem weicheren Stoff. Innen ist die Mütze mit Fleece ausgekleidet.

Insgesamt ist der Stoff mit seinen zwei Schichten relativ kräftig, passt aber immer noch gut unter einen Helm. Das Stretch-Material sorgt für einen eng anliegenden Sitz. Der Bereich an den Ohren ist mit einem Gummizug verstärkt, sodass von unten keine Kälte hereinziehen kann.

In der Praxis wärmt die Mütze und schützt vor Wind. Auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist sie einsetzbar. An den Ohren ist sie allerdings nicht ganz so warm wie etwa die Kappen von POC oder Endura. Regen hält sie gut ab. Vaude bietet sie in drei Farben und in vier Größen an.

Das gefällt:

Sie schützt den Kopf vor Kälte, Wind und Regen.

POC Thermal Cap

Die Thermal Cap folgt dem Baseball-Cap-Design, ergänzt um Abdeckungen für die Ohren und den Nacken. Der Schirm ist größer als etwa bei der der Endura-Kappe und erfüllt so seine Aufgabe ganz gut, vor Sonnenstrahlung und Regentropfen zu schützen. Er lässt sich aber auch hochklappen - zumindest bei unseren Testhelmen passte das gut. POC gibt zwar an, dass die Thermal Cap für die eigenen Helme optimiert sei - aber es spricht nichts dagegen, sie mit Helmen anderer Marken zu tragen.

POC hat die Mütze fein verarbeitet: Die Nähte sind weich, das zentrale Spanngummi ist mit einem weichen Stoff überzogen, der den Schweiß gut aufnimmt. Der doppelte Stoff ist innen sehr weich und angeraut: Das macht die Unterhelmmütze sehr warm. POC gibt an, dass die Mütze wasser- und windabweisend sei. Beschichtet ist der Stoff allerdings nur im vorderen Kopfbereich.

Die Konsequenz: Zwar ist die Mütze überall warm, kalten Wind spürt man im Test bei 3 Grad über null jedoch an den Ohren, obwohl die eigentlich sehr gut abgedeckt sind.

Die Thermal Cap gibt es in dem von uns getesteten Zink-Orange und in schwarz. POC bietet sie in zwei Größen an.

Das gefällt:

Die Mütze ist sehr gut verarbeitet und sitzt so perfekt, dass man sie fast vergisst.

Gore Beanie

»Windstopper« heißt das von Gore entwickelte Material, das gleichzeitig atmungsaktiv und winddicht sein soll. Gore verarbeitet es bei der Beanie-Mütze im gesamten vorderen und oberen Bereich bis in den Nacken hinein. Innen befindet sich ein weicher, Fleece-artiger Stoff, der für die Wärmeisolierung sorgt. Über den Ohren haben die beiden Stofflagen (hier ohne »Windstopper«) versetzte Schlitze. Durch diese können die Bügel einer Brille auf die Ohren geschoben werden.

Das funktioniert tatsächlich - abhängig von der Brille. Die geraden Bügel eine Radsportbrille lassen sich leicht einschieben. Brillenbügel einer klassischen Sehhilfe sind jedoch in der Regel hinter dem Ohr gebogen. Uns ist es im Test nur mit einem Spiegel und Zupferei mit beiden Händen gelungen, eine Alltagsbrille durch die Schlitze unter die Mütze zu bekommen.

Die Befürchtung, durch die Schlitze käme auch Fahrtwind, bestätigt sich im Test nicht. Im Gegenteil: Da die Mütze nicht von der Haut gehoben wird durch die Brille wie bei anderen Modellen, zieht es eher weniger an den Ohren. Vorsicht: Mit der Mütze reißt man sich die Brille vom Kopf. Also erst die Brille, dann die Gore-Mütze absetzen.

Am unteren Rand befindet sich ein Gummizug, der für festen Sitz sorgt. Die Spannung kann sich nach einiger Zeit als Druck bemerkbar machen. Besonders unter den Ohren und im Nacken. Bei einer Fahrt mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt zeigt sich, dass das Konzept von Gore jedoch insgesamt aufgeht: Die Mütze wärmt sehr gut und schützt auch vor kaltem Wind.

GripGrab Winter Cycling Cap

Die Winter Cycling Cap besteht aus zwei Materialien: Der Kappenteil (inklusive Schirm) ist aus glattem und winddichtem Polyester, der untere Teil über Ohren und Nacken aus Fleece. Ist es warm, lässt sich der gesamt Fleece-Teil nach oben klappen. Der kleine Schirm ist vorn mit reflektierenden Elementen versehen und kann ebenfalls nach oben geklappt werden. Die eigentliche Kappe hat einen umlaufenden, innen gepolsterten Gummizug. Ein zweites Gummiband sorgt dafür, dass das Fleece unterhalb der Ohren eng anliegt.

Das Konzept von GripGrab geht weitgehend auf: Die Kappe wärmt gut und ist auch bei Fahrtwind ausreichend warm. Das gilt auch für den Ohrenbereich aus Fleece. Der Gummizug sorgt dafür, dass kein Fahrwind eindringen kann. Das Material selbst ist an den Ohren nicht so dicht wie etwa das »Windstopper«-Material von Gore oder wie die Kappe von Endura. Aber in unserem Test blieben die Ohren zumindest bei Stadtfahrten warm. Und das Fleece fühlt sich angenehm an.

GripGrabs Winter Cap gibt es nur in Schwarz und in drei Größen.

Das gefällt:

Die Mütze ist flexibel und sitzt angenehm unter dem Helm.

POC Avip Road Beanie

Der Avip Road Beanie von POC besteht aus einem dünnen Stretch-Material, das innen angeraut ist. POC verzichtet auf Gummierungen - der elastische Stoff sorgt für sicheren Halt. Auch über den Ohren sitzt das Modell eng. Ungewöhnlich: Bei den Beanies von POC sitzt das aus reflektierenden Elementen bestehende Logo hinten. Ob es sichtbar ist (und tatsächlich Scheinwerferlicht reflektieren kann) hängt vom jeweiligen Helm ab. Der sehr dünne Stoff sitzt jedoch sehr gut unter jedem Helm und stört überhaupt nicht. Der Preis für den guten Sitz ist eine weniger starke Isolation: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wird es nach einiger Zeit kühl am Kopf. Grob geschätzt eignet sich der Avip Road Beanie für Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad, unter dem Gefrierpunkt würden wir eher zu einem der Konkurrenzprodukte raten. Winddicht ist das Polyester-Polyamid-Elasthan-Gemisch aber.

Die Avip Road Beanie gibt es in einer Universalgröße in Schwarz und Zink.

Das gefällt:

Die Unterhelmmütze ist dünn, sehr leicht und stört nicht.

Das weniger:

Im Nacken ist zumindest für den Tester etwas zu viel Stoff, der Falten schlägt.

Weitere Modelle im Überblick

Hier eine Übersicht weiterer getesteter Modelle und ihrer Eigenschaften:

  • 45NRTH Lung Cookie: Eignet sich eher für die Antarktis-Expedition. Der Nasen-/Mundschutz aus Windstopper lässt sich runterklappen, das doppelte Merino-Gewebe reicht bis weit in den Nacken- und Halsbereich.
  • Endura BaaBaa Merino Skullcap: Die Merino-Schafe blöken, weil sie für dieses leichte Mützchen ihren Winterpelz opfern mussten. Wir haben dafür warme Ohren. Allerdings nur an nicht zu kalten Tagen, die BaaBaa-Mütze ist nämlich recht dünn und verzichtet rundherum auf einen Windstopper-Einsatz.
  • Giro Merino Winter Cap: Was aussieht wie Sherlock Holmes’ Deerstalker, entpuppt sich als ziemlich bequeme Helmmütze für kühle Tage. Die Wärmer für die Ohr­wascheln lassen sich hochklappen, der kurze Schirm schützt vor tief stehender Sonne und Regentropfen.
  • Gore Bike Wear Universal SO Thermo Helmet Cap: Im Winter weiß man oft nicht so recht, wohin mit den Brillenbügeln. Unter die Mütze, über die Mütze? Gore sagt mittenrein und versieht die warme Softshell-Kappe mit Bügelschlitzen. So steht an den Ohren nichts ab, der kalte Wind bleibt draußen.
  • Pearl Izumi Barrier Headband: Stirnbänder waren schon in der Schule uncool. Unterm Helm sieht das allerdings keiner. Dort wärmt die halbe Mütze die Ohren und kühlt gleichzeitig den Kopf, ein Windstopper schützt die Stirn vor Fahrtwind. Top: Für Mädels gibt es eine Öffnung für den Pferdeschwanz.
  • Vaude Bike Windproof Cap III: Mit der roten Vaude-Kappe glüht die Birne nicht nur optisch, auch unter der Mütze wird es dank Windstopper warm wie am Kaminfeuer. Ohren- und Nackenpartie reichen extra-weit nach unten. So hat selbst eisiger Wind keine Chance, an die sensiblen Lauscher vorzudringen.

Fahrradhelm-Unterziehmützen im Vergleich (2025)

Hier ist eine tabellarische Übersicht einiger Fahrradhelm-Unterziehmützen, basierend auf einem Vergleich vom August 2025:

Modell Material Flatlock-Nähte Vorteile Nachteile
Puma Fahrradhelm-Unterziehmütze 90% Polyester, 10% Elasthan Ja Puma-Katzenlogo, UV-Schutz Ohne Kühlfunktion
Gripgrab Leichte Sommer Cycling Cap 100% Polyester Ja UV- und Schweißschutz, Waschmaschinengeeignet Nicht wasserbeständig
Vaude Bike Cap 94% Polyamid, 6% Elasthan Ja Wind- und wasserdicht, Atmungsaktiv, Schnelltrocknend Ohne Kühlfunktion
Gripgrab Fahrradhelm-Unterziehmütze 65% Polyamid, 25% Polyester, 10% Elasthan Ja Kühlfunktion, UV-Schutz, Atmungsaktiv Nicht wasserbeständig, Kein UV-Schutz
Vaude Bike Windproof Cap III 100% Polyester Ja Weiches Fleece innen, Winddicht, Atmungsaktiv, Schnelltrocknend Ohne Kühlfunktion
Hikenture Helm-Unterziehmütze 90% Polyester, 10% Elasthan Ja Winddicht, Schnelltrocknend, Wasserabweisend, Ohrenschutz Kein UV-Schutz, Keine anderen Farben verfügbar
Hikenture Unterziehmütze Damen 43% Polyester, 42% Nylon, 15% Elasthan Ja Hoher Tragekomfort, Zopfloch, Brillenöffnungen, Atmungsaktiv Ohne Kühlfunktion, Kein UV-Schutz
Cuticate 2er Laufmütze Sportmütze 100% Polyester Ja Leichtes und atmungsaktives Material, Schnelltrocknend Nicht wasserbeständig

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Funktionsfasern bieten beste Atmungsaktivität und hohen Tragekomfort. Normale Wollmützen sind für einen Fahrradhelm suboptimal, da sie zu dick sind und die Schutzwirkung des Helms beeinträchtigen können. Spezielle Unterziehmützen bestehen daher in der Regel aus Funktionsfasern, die atmungsaktiv sind. Die Fasern passen sich außerdem der Kopfform besser an und werfen weniger Falten. Geachtet werden sollte darauf, dass die Mütze möglichst wenige und keine dicken Nähte hat.

Wird die Mütze hauptsächlich im Winter getragen, muss sie unbedingt über die Ohren und möglichst tief in den Nacken reichen. Dabei ist darauf zu achten, dass sie keine Falten wirft, wenn der Kopf in den Nacken gelegt wird - schmerzhafte Druckstellen könnten sonst die Folge sein. Die Ohrenpartie kann bei einigen Mützen heruntergeklappt oder heruntergezogen werden - ein Funktionsdetail, das äußerst sinnvoll ist, da sich die Mütze somit flexibel der Jahreszeit beziehungsweise der Lufttemperatur angepasst werden kann.

Windstopper Material

Für Radfahrer, die weniger kälteempfindlich sind, gibt es Unterziehmützen, die allein aus Funktionsfasern bestehen. Sie reichen in der Regel für die Übergangszeit im Herbst oder Winter aus. Wird es draußen kälter oder ist das Haar schon schütterer, empfiehlt sich der Griff zu einem Modell mit einem Windstopper-Einsatz. Aus diesem Grund haben sich Modelle durchgesetzt, die lediglich an der Stirn sowie im Ohrenbereich mit einem Windstopper versehen sind, die restliche Mütze besteht allein aus Funktionsfaser. Diese Modelle schützen effektiv die besonders sensiblen Bereiche und gewährleisten trotzdem, dass die Gefahr eines Wärmestaus gering ist.

Alternativen

Als Alternativen zu einer Unterziehmütze haben sich Stirnbänder sowie Schlauchtücher (Buffs) bewährt. Letztere sind besonders beliebt, da sie flexibel entweder als Stirnband, Hals- und Kopftuch oder sogar als Ersatzmütze getragen werden können. Im letzteren Fall sollte das Material allerdings nicht zu dick auftragen, denn auch hier gilt: Nur wenn die Mütze den Sitz des Helms nicht beeinträchtigt, bleibt dessen volle Schutzwirkung erhalten.

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