Myatu E-Bike Test: Günstiges E-MTB im Detail

E-Bikes sind praktisch und in vielen Fällen eine gute Alternative zu Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Allerdings sind sie meist teuer. Beim Myatu M0126 ist das anders.

Myatu M0126: Ein Überblick

Das E-Bike Myatu M0126 mit 26-Zoll-Bereifung ist erstaunlich günstig: Es kostet nur 509 Euro und bietet trotzdem Federgabel, 21-Gang-Schaltung und Scheibenbremsen. Das E-MTB mit 26-Zoll-Rädern bietet einen gesetzeskonformen Hinterradmotor mit 250 W, außerdem eine Federgabel vorn, Scheibenbremsen vorn und hinten sowie eine Schaltung mit 21 Gängen von Shimano. Hinzu kommt ein außergewöhnliches Felgendesign, mit dem sich das Bike von der Masse der anderen Hardtails abhebt.

Die Highlights des Myatu M0126

  • Sehr niedriger Preis
  • Scheibenbremsen
  • Federgabel
  • Außergewöhnliches Felgendesign

Das Myatu M0126 kostet zum Artikelzeitpunkt mit dem Code 1VP8TH4I bei Geekmaxi nur 509 Euro - so günstig ist E-Bike-Fahren selten.

Design und Verarbeitung

Geliefert wird das Myatu M0126 wie immer in einem großen Karton. Neben dem Pedelec selbst liegen eine kurze Aufbauanleitung sowie das benötigte Werkzeug bei. Vor Rätsel stellt der Aufbau mit etwas technischem Verstand nicht und sollte von einer einzelnen Person in unter 30 Minuten bewerkstelligt werden können. Zu zweit geht es schneller und einfacher.

Bei unserem Testgerät waren alle Schrauben ordentlich angezogen, dennoch sollte man nach dem Zusammenbau noch einmal alles gründlich überprüfen. Beim Design fallen zwei Dinge direkt auf: Der fette Akku, der wenig ästhetisch auf das Unterrohr des Rahmens geflanscht ist und das außergewöhnliche Felgendesign. Der Akku ist deutlich dicker als die Rohre des Rahmens, das Dreieck zwischen Ober-, Unter- und Sitzrohr wird zu großen Teilen davon ausgefüllt. Das wirkt unproportional.

Die Felgen hingegen sind zumindest interessant und dürften älteren Interessenten aus den 80er-Jahren bekannt vorkommen. Damals gab es BMX-Räder mit ähnlichem Design, das beim Myatu-Bike auf 6 massive statt zahllose dünne Drahtspeichen setzt. Wer damals ein solches Bike hatte, war der King auf dem Schulhof. Heute ist das Design zwar außergewöhnlich, ob es allerdings schick ist, dürfte im Auge des Betrachters liegen. Eine Version mit Drahtspeichen gibt es allerdings auch.

Immerhin passt die Lackierung des Myatu M0126 zum Retro-Design, denn sie kommt in Hochglanz, während viele andere Hersteller längst auf matte Lacke gewechselt sind. Auch die farbigen Akzente auf Oberrohr und Felgen wirken etwas altmodisch - oder eben retro. Die Farbzusammenstellung scheint dabei eher etwas zufällig. Zumindest letzterer wirkt mit seinem angedeuteten Tribal-Design einfach nicht mehr zeitgemäß.

An der Verarbeitung gibt es hingegen wenig auszusetzen. Zwar setzt der Hersteller insgesamt auf einfache Komponenten, jedoch wirkt alles ordentlich, stabil und zudem ausreichend haltbar. Vom Downhill-Fahren oder ähnlich anfordernden Aktivitäten würden wir trotzdem abraten - nicht ohne Grund sind für bewusst harten Umgang gedachte E-Bikes wesentlich teurer. Das Myatu M0126 sehen wir eher in der Stadt oder mal auf einem Feldweg, da machen Fahrer bis etwa 1,80 m Größe nichts falsch.

Ausstattung und Komfort

Der vormontierte Lenker des Myato M0126 ist grundsätzlich ausreichend ergonomisch. Die Gummihandgriffe dürften für unseren Geschmack etwas dicker und somit bequemer sein, bieten aber guten Grip. Links fanden wir den Platz für die Hand etwas beengt, da der Schalter für das Frontlicht zu nah vormontiert ist. Hier dürfte eine Neuordnung der einzelnen Komponenten Abhilfe schaffen, zumal zur Lenker-Mitte hin noch Platz wäre, während sich links Lichtschalter, Bremsgriff, Schaltungshebel und Display etwas knubbeln.

Das Display ist vergleichsweise klein, einfarbig und im Querformat ausgelegt. Ein längerer Druck auf das +-Symbol aktiviert die Display-Beleuchtung. Inhalte werden daher bei Tag und Nacht gut lesbar dargestellt. Dazu gehören Fahrtzeit, Gesamtfahrstrecke, Trip und abgegebene Leistung in Watt.

Bremsen und Schaltung

Im Gegensatz zu teureren E-Bikes wie etwa dem Heybike EC 1 handelt es sich bei den Scheibenbremsen des Myatu M0126 nicht um hydraulische, sondern mechanische Bremsen. Entsprechend wird die Kraft, die die Bremshand ausübt, nicht verstärkt. Dadurch sinkt theoretisch die Bremsleistung etwa bei Nässe und es muss schlichtweg mehr Kraft aufgewendet werden.

Schlimm ist das nicht, die Bremsen des Myatu-Bikes waren bei unserem Testmodell gut eingestellt und greifen auch gut. Sorge, dass man damit nicht zeitig zum Stehen kommt, sind unbegründet. Hydraulik-Bremsen sind dennoch angenehmer, auch bei der Dosierbarkeit. Etwas Einstellarbeit benötigt bei unserem Testexemplar die Schaltung, aber das ist selbst mit wenig Vorwissen nur eine Sache von Minuten. Danach ließen sich alle 21 Gänge problemlos sortieren.

Die Gangspreizung ist dabei angenehm gewählt, sodass der kleinste Gang auch ohne Motor für Steigungen viele Kraftreserven bietet und der Fahrer sich im größten bei 25 km/h nicht zu sehr abstrampelt. Viel schneller als 25 km/h dürfte es aber auch nicht werden, dann sind die Tretbewegungen doch zu hastig. Der Sattel sieht mit seinem blau-weißen Tribal-Muster zwar wie ein Relikt aus den 90er-Jahre aus, ist aber halbwegs bequem. Auf längerer Strecke werden komfortbewusste Fahrer allerdings hinten eine Federung vermissen. Dafür gibt es bei Amazon aber schon ab 8 Euro Abhilfe.

Die vordere Federgabel verrichtet ihren Dienst unauffällig.

Motor und Fahrverhalten

Der Heckmotor des Myatu M0126 leistet dauerhaft bis zu 250 Watt und ist daher in Deutschland gesetzeskonform. In der Watt-Anzeige im Display werden bei Beschleunigung oder Anstieg zeitweise bis über 540 Watt angezeigt, auch das ist erlaubt.

Eine Anhebung der maximalen Geschwindigkeit, bis zu der der Motor unterstützt, ist auch in den tieferen Menüs (Plus und Minus gedrückt halten, dann noch mal) bei unserer europäischen Version nicht möglich. Ein Gasgriff fehlt ebenfalls, auch wenn der Anschluss dafür vorhanden ist. Durch die Anpassung der einzelnen Motorunterstützungsstufen (ab Werk 0 bis 5, maximal 1 bis 9) und der obersten Stufe auf 100 Prozent kann man allerdings bei Beschleunigung kurze Überschwinger auf (lt. Display) über 28 km/h erreichen.

Grundsätzlich weicht die Anzeige in Bezug auf Geschwindigkeit und gefahrene Kilometer allerdings nach oben ab. Unser Testgerät zeigt als normale Maximalgeschwindigkeit mit Motorunterstützung immer 24,6 km/h an, tatsächlich sind es nach GPS aber nur rund 22 km/h. Eine ähnliche Abweichung gilt auch für die gefahrene Strecke - aus echten 6 km werden lt. Hyatu M0126 auch mal gern 7 bis 8 km. Anpassen lässt sich das im Bordcomputer mangels Wahlmöglichkeit der Radgröße leider nicht.

Bis auf die genannten Einschränkungen im Auslieferungszustand, etwa dem etwas beengten Platz für die linke Hand und die Tatsache, dass das Pedelec für die 193 cm des Testers nicht ausreichend dimensioniert ist, fährt das Schnäppchen-E-Bike erstaunlich gut. Der Motor reagiert trotz einfachen Pedalsensors schön direkt und schiebt dann gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten ausreichend stark an. Auch unangenehm langes Anschieben, nachdem man längst zu treten aufgehört hat, gibt es nicht.

Beim Fahren wirkt das Bike trotz seiner rund 25,5 kg Gewicht ausreichend handlich. Beim Ausfedern hört man bisweilen die Federgabel in maximaler Position anschlagen, das wirkt nicht übermäßig hochwertig. Ansonsten arbeitet sie zwar sicht- und spürbar, aber weitgehend unauffällig und sorgt für ein stabiles Fahrverhalten. Zum Durchschlagen haben wir sie trotz eines Gewichts des Testers von etwas über 100 kg nicht gebracht.

Das vordere Licht ist an den Akku angeschlossen und lässt sich per Knopfdruck links am Lenker bequem einschaltet. Als Rücklicht liegt hingegen eins mit Akku bei, das getrennt aktiviert werden will. Vorn und hinten reicht es zum Gesehenwerden, vorn ist der Pegel und somit die Ausleuchtung etwas klein.

Akkuleistung und Reichweite

Der Hersteller gibt eine Reichweite von bis zu 80 km mit einer Akkuladung an, im Alltag erreicht man das aber nur unter Optimalbedingungen. Wenn stets die maximale Motorunterstützung abgerufen wird, geht es in den meisten Fällen nicht weit über 40 echte Kilometer am Stück hinaus. Auf dem Tacho stehen dann aber gern auch über 50 km.

Für die Stadt reicht das, auf längeren Touren sollte man sich zuvor dicke Waden antrainieren.

Alternativen

Eine Alternative ist das bereits angesprochene Heybike EC 1 (Testbericht). Es ist zwar deutlich teurer, bietet aber Hydraulik-Scheibenbremsen, kommt weiter, sieht wesentlich moderner aus und bietet eine App. Das Heybike kostet zur Feier des dritten Jahrestages des jungen Unternehmens Heybike 1299 Euro statt 1868 Euro, das gilt auch für das ST-Rad, das ebenfalls 1299 Euro kostet. Unsere Leser müssen sogar noch weniger Geld ausgeben und sparen mit dem Code TECHSTAGE noch einmal 50 Euro.

E-Bike Klapprad Test 2025: Weitere Empfehlungen

Für den E-Bike-Klapprad Test wurden 16 moderne 20 Zoll Elektro-Klapp- und Falträder von namhaften Herstellern ausführlich getestet und bewertet. So konnte ein sehr gutes Bild über die aktuellen Modelle der Saison verschaffen und den E-Bike-Klapprad Testsieger 2025 küren.

Hier sind die besten Modelle nach Bewertung:

  1. Vakole VT4 (Bewertung: 8,9 von 10)
  2. smartEC Camp-20D und Camp-20H
  3. Tern Vektron S10 (Bewertung: 9,2 von 10)
  4. SAXONETTE Compact Plus
  5. MYVELO Rio und Palma
  6. Vakole Y20 Pro (Bewertung: 8,7 von 10)
  7. MYVELO Molinar
  8. Hitway BK6S
  9. Engwe L20 SE

Die Klappräder aus diesem Test haben 320 bis 950 Wh Akkukapazität.

Tabelle: Bewertung der E-Bike Klappräder

Modell Bewertung
Tern Vektron S10 9.2
Fiido X 9.1
MYVELO Palma 8.9
Vakole VT4 8.9
MYVELO Molinar 8.8
Vakole Y20 Pro 8.7
smartEC Camp20 8.6
Engwe L20 SE 8.4
Hitway BK6S 8.3
SAXONETTE Compact 8.3
Fischer FR 18 8.3
Zündapp Z101 7.9
Engwe T14 7.4
Finbike U1 6.9

Kompakt-E-Bikes im Test

Kompakt-E-Bikes haben ihre eigene Nische gefunden, weil sie einiges sehr gut können. Allen voran: Familienrad sein. Die meisten Kompakten sind sehr gut auf einen breiten Größenbereich einstellbar - sprichwörtlich im Handumdrehen. Meistens reicht der Bereich von etwa 1,60 bis knapp 1,90 Meter Körpergröße.

Aufgrund ihrer kleinen Laufräder laufen die Kompakt-E-Bikes wieseliger als andere Bikes, was im City-Gewühl und beim Rangieren am Radständer praktisch ist und Spaß macht. Trotzdem geben Räder wie das Bergamont oder das Riese und Müller durch gleichzeitig sehr entspannten Geradeauslauf ein Sicherheitsgefühl wie ein gute 28er. Neben der ausgewogenen Lenkgeometrie liegt das natürlich auch an der guten Einstellbarkeit.

Bluewheel E-Bikes: Eine Alternative?

Bluewheel ist ein Hersteller, der zunehmend auf den E-Bike-Markt drängt und sich dort etabliert hat. Wie andere Hersteller bietet auch Bluewheel eine breite Palette von E-Bikes an. Egal ob Trekking-, City-E-Bikes oder Mountainbikes - Bluewheel hat sie alle im Sortiment.

Die Qualität von Bluewheel E-Bikes wird allgemein als hoch angesehen. Sie zeichnen sich durch robuste Verarbeitung und hochwertige Komponenten aus. Ihre E-Bikes bieten zuverlässige Leistung und Langlebigkeit, was sie zu einer beliebten Wahl macht. Die Vielfalt im Sortiment, von Trekking- und City-E-Bikes bis hin zu Mountainbikes und Falträdern, zeigt die Vielseitigkeit und den Fokus auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kunden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0