Ein guter Helm, egal ob Mountainbike Helme oder Rennradhelme, ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt beim Radfahren. Wie jedes andere Ausrüstungsteil (Fahrrad Protektoren, Fahrradhandschuhe) weisen sie mit der Zeit einen Verschleiß auf. Die Experten vom Helmexpress Magazin sind der Frage auf den Grund gegangen, ab wann man den Fahrradhelm austauschen sollte.
Expertenmeinungen zum Austausch von Fahrradhelmen
So lange ein Fahrradhelm unbeschädigt ist, braucht man keinen neuen - oder? Experten sind anderer Ansicht: „Spätestens alle drei bis vier Jahre sollte man den Helm austauschen“, rät Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad.
Hannelore Herlan von der Deutschen Verkehrswacht sagt, dass es für Laien nahezu unmöglich ist zu erkennen, ob der Schaumstoff bereits Schäden hat. Wann sollte ich meinen Fahrradhelm austauschen? Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten.
Faktoren, die die Lebensdauer eines Fahrradhelms beeinflussen
Um die Frage zu beantworten, wann Sie Ihren Fahrradhelm austauschen sollten, gilt es einige Aspekte zu berücksichtigen. So ist die Fahrradhelm Haltbarkeit in Abhängigkeit davon, wie oft dieser genutzt wird. Die Pflege des Helmes ist ebenfalls von Bedeutung.
Die Nutzungsdauer eines Helms beginnt mit dem Kauf und der ersten Benutzung des Artikels. Experten empfehlen, den Helm nach Beginn der Nutzungsdauer alle 3 bis 5 Jahre auszutauschen. Dies liegt daran, dass die Helmschale durch verschiedene Faktoren, insbesondere durch UV-Strahlung, beschädigt werden kann. UV-Strahlung führt dazu, dass das Material des Helms mit der Zeit spröde wird und an Schutzwirkung verliert.
Der Schaumstoff der Helme sei nur bedingt vor UV-Strahlen geschützt, sagt Fehlau. Nach und nach führe die Sonneneinstrahlung daher zur Verrottung des harten Stoffes, das Material wird also porös und brüchig. Zudem kann der Helm auch ohne einen Sturz feine Mikrorisse im Material bekommen - etwa durch leichte Stöße beim Transport. Dadurch wird die innere Statik gestört, die Sicherheit nimmt ab.
Unfall und Materialermüdung
Fahrradhelme sind nicht für die Ewigkeit ausgelegt und schützen Radfahrer auch nicht mehr ausreichend, wenn erste Abnutzungserscheinungen sichtbar werden. Es ist wichtig, einen Fahrradhelm sofort auszutauschen, wenn er in einen Unfall verwickelt war. Für die Sicherheit ist dies von enormer Bedeutung, selbst wenn der Schaden nicht gravierend erscheint. Fahrradhelme sollen Ihren Kopf im Falle eines Sturzes schützen.
Ein abgenutzter Fahrradhelm bietet möglicherweise keinen ausreichenden Schutz im Falle eines Sturzes. Der Schaum im Inneren des Helms kann komprimiert werden. Dieser Umstand vermindert dessen Fähigkeit, Stöße zu absorbieren. Die Riemen nutzen sich ebenfalls nach und nach ab.
Es gibt keine feste Regel, wann Sie Ihren Fahrradhelm nach einem Sturz wechseln sollten oder nicht. Es gilt jedoch ein paar Aspekte zu beachten. Wenn der Helm sichtbare Schäden aufweist, muss er ersetzt werden. Man sollte sich stets vor Augen führen, dass ein Fahrradhelm nur dann effektiv ist, wenn er in gutem Zustand ist. Wenn der Schaum im Inneren des Helms komprimiert wurde, bietet der Helm im Falle eines weiteren Sturzes nicht mehr denselben Schutz. Das Ersetzen eines Fahrradhelms nach einem Unfall ist uneingeschränkt zu empfehlen.
Selbst ohne Sturz und wenn äußerlich keine Schäden zu erkennen sind, nimmt die Schutzwirkung deines Helms aufgrund der Materialermüdung ab. Die Werkstoffe, aus denen ein Helm gefertigt ist, unterliegen einer Alterung, die je nach Gebrauchsbedingungen schneller oder langsamer voranschreitet. Auch Witterungseinflüsse wie UV-Strahlung oder Feuchtigkeit setzen dem Material zu und verringern die Nutzungsdauer.
Aber nicht nur das Material von Außen- und Innenschale wird spröde und verliert an effektiver Stoßdämpfung, auch Schnallen und Riemen werden porös, können beschädigt werden, brechen oder reißen. Sie sind aber entscheidend für die optimale Anpassung des Helms an deinen Kopf. Nur ein Helm, der richtig und fest sitzt, bietet auch optimalen Schutz bei einem Unfall.
Ist dein Fahrradhelm häufig im Einsatz, kannst du ihn drei bis fünf Jahre lang benutzen. Für einen selten benutzten Helm verlängert sich die Lebensdauer auf bis zu acht Jahre.
Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer
Es ist wichtig, dass Sie Ihren Fahrradhelm regelmäßig ersetzen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Sie im Falle eines Sturzes den bestmöglichen Schutz erhalten. Die Faustregel, den Fahrradhelm alle 3-5 Jahre auszutauschen, sollte nur als Richtwert angesehen werden.
Beachte, dass nicht nur Stürze und die Alterung des Materials die Lebensdauer deines Helms verkürzen. Mit der richtigen Pflege und sorgsamem Umgang kannst du die Lebensdauer positiv beeinflussen. Berücksichtigst du die folgenden drei Tipps, kannst du selbst einen Beitrag zur Langlebigkeit und Sicherheit deines Helms leisten.
- Schütze deinen Helm vor Witterungseinflüssen
Lasse ihn nicht zu lange in der Sonne liegen. Schone ihn bei starkem Regen mit einer Regenhaube.
- Sorge für achtsame Lagerung
Gib deinem Helm einen festen und am besten lichtgeschützten Platz, an dem er sicher liegt und nicht herabfallen kann. Schon kleine Stöße können großen Schaden anrichten. Lege ihn mit der Kopföffnung nach unten in ein Regal. Nutze nicht die Riemen als Aufhängung, damit diese nicht unnötig strapaziert werden. Um das Material zu schonen, meide die Aufbewahrung des Helms in der Nähe starker Wärmequellen oder an einem zu kalten Ort.
- Schmücke deinen Helm nicht mit Aufklebern
Lösungsmittel, die aus dem Klebstoff austreten, können das Material des Helms schädigen.
Prüfe deinen Helm regelmäßig. Du bist es gewohnt, deinen Fahrradhelm zu nehmen und loszufahren? Schau dir deinen Helm von Zeit zu Zeit genau an. Risse, Dellen oder Löcher schränken die Sicherheit deines Helms ein.
Zusätzliche Informationen
Die Empfehlung vieler Helm-Hersteller, einen Fahrradhelm bereits nach wenigen Jahren im Einsatz gegen einen neuen auszutauschen, verunsichert viele Radfahrer. Immer wieder erreichen uns Leserbriefe mit der bangen Frage, ob denn der eigene Rennrad-Helm noch sicher sei? Viele mit dem Hinweis, man habe ihn immer gut gepflegt und er zeige auch keinerlei Dellen oder Risse. Solle man sich also tatsächlich schon nach ein paar Jahren von seinem teuren Kopfschutz trennen?
Dass ein Helm, der bei einem Unfall oder Sturz auf ein Hindernis geprallt ist, anschließend ausgetauscht werden sollte, auch wenn er möglicherweise keine oder nur leichte Spuren einer Beschädigung zeigt, gilt als Konsens; viele Hersteller bieten für diesen Fall auch kulante Unfallersatz-Regelungen an: Ab Kaufdatum zwei bis drei Jahre (je nach Hersteller) alte, beschädigte Helme kann man beim Händler gegen einen vergleichbaren neuen Helm eintauschen und erhält darauf beispielsweise 50 Prozent Rabatt.
Aber auch ohne Sturz kann ein Rennrad-Helm leiden Quetschmarken auf der Schale, die beispielsweise durch den Transport im voll gepackten Radkoffer entstanden sein können, sind zumindest ein Alarmsignal. Selbst wenn der Helm auf den ersten Blick unbeschädigt wirkt, können die Styroporkügelchen unter der äußeren Polycarbonatschale gelitten haben. Dann ist die volle Schutzwirkung nicht mehr gewährleistet. Auch die aggressive UV-Strahlung der Sonne und große Temperaturschwankungen schwächen den Verbund zwischen den kleinen, weißen Kügelchen mit der Zeit. Unklar ist jedoch, wie lange es dauert, bis die Schutzwirkung merklich nachlässt. Helme besitzen nun mal keine eingebaute Sonnenstunden-Uhr, und ihre Besitzer gehen mal mehr, mal weniger achtsam mit ihrem Kopfschutz um.
Aus technischer Sicht bleibt die Frage, wann genau ein Fahrradhelm sein Lebensende erreicht hat, deshalb offen. Kommt ein Austausch nach drei Jahren Gebrauch, den viele Hersteller empfehlen, vielleicht viel zu früh? Die Helmanbieter sind zumindest per EURichtlinie und Norm zu einem Hinweis auf die Verfallszeit verpflichtet. Präzise handelt es sich dabei um die Norm EN 1078:2012 und die Richtlinie 89/686 für die persönliche Schutzausrüstung (PSA), die besagt, dass die Helmen beiliegende Benutzerinformation, neben Hinweisen zur Pflege und dem bestimmungsgemäßen Gebrauch, ein Verfallsdatum oder die Verfallszeit enthalten muss.
Herstellungsdatum
Die Uhr tickt ab dem Herstellungsdatum, weshalb ein Blick darauf beim Kauf ratsam ist: Ein Schnäppchen könnte sich als bereits lange lagernder Ladenhüter entpuppen, der gemäß der Herstellerempfehlung schon nach einem oder zwei Jahren ausgetauscht werden müsste. Achten Sie deshalb beim Kauf auf den kleinen Aufkleber mit dem Herstellungsdatum innen im Helm.
Crashtest
Um dem Verfallsdatum auf der Basis von Fakten näher zu kommen, hat TOUR Leser gebeten, gebrauchte, mindestens fünf Jahre alte Helme für einen Crashtest nach der Norm EN 1078 zur Verfügung zu stellen. Insbesondere haben wir nach Modellen gefragt, die wir beim Test in TOUR 8/2010 im Neuzustand ebenfalls nach der EN 1078 überprüft hatten. Von den damals elf Modellen erhielten wir sechs für den aktuellen Crash-Test: gebrauchte Helme von Alpina, Giro, MET, Scott, Specialized und Uvex, im Alter zwischen sechs und neun Jahren - und von jedem Modell drei Exemplare als Mindestanzahl für einen Crash-Test.
Ergebnisse des Crashtests
Den Norm-Crash-Test haben wir in Zusammenarbeit und unter Aufsicht mit dem Helm-Hersteller Uvex in Fürth durchgeführt, der auf der gleichen Prüfmaschine und mit den gleichen Verfahren testet, wie es beispielsweise auch der TÜV Rheinland oder die Materialprüfungsanstalt MPA der Uni Stuttgart tun. Jeder der 18 alten Helme musste dabei jeweils einen Aufschlag auf einen kreisförmigen Stahlsockel überstehen und auf einen Stahlkeil, der einen Bordstein nachbildet; dabei darf eine maximale Beschleunigung von 250 g, dem 250-fachen der Erdbeschleunigung, innerhalb weniger Millisekunden nicht überschritten werden.
Beim Härtetest schlugen die in die Jahre gekommenen Kopfschützer, beladen mit dem sensorgespickten Prüfkopf, 36-mal auf die stahlharten Prüfsockel. Und 36-mal haben wir uns gefragt: "Hat er gehalten?" Teils präsentierten sich die vom Aufprall geschundenen Helme in sichtbar desolatem Zustand - bei Alpina, Giro oder Uvex klafften sichtbare Risse im schwarzen Schaumstoff, insbesondere nach dem anspruchsvollen Bordstein-Crash, bei dem der Helm so ausgerichtet wird, dass der Sockel genau in die schwächste Stelle ins größte Belüftungsloch keilt. Das jedoch sei "normal", versichert Prüferin Nicola Grahl, und es sei bei fabrikneuen Helmen nicht anders. Vielmehr kommt es nämlich darauf an, dass der Prüfkopf keine höheren Beschleunigungswerte als 250 g misst. Und hier ist das finale Ergebnis eindeutig positiv: Keiner der alten Helme hat versagt und das Norm-Limit überschritten. Unsere Stichprobe mit den 18 Helmen hat ergeben, dass das Stoßdämpfungsvermögen durchschnittlich nur um 10 g nachgelassen hat. Kurz: Auch ältere Helme sind sicher!
Crash-Replacement und Ersatzteile
Nach einem Sturz mit Aufprall auf hartem Untergrund darf der Helm nicht weiter benutzt werden, da die Innenschale nicht auf Anhieb sichtbare Risse bekommen haben könnte. Würde man mit einem vorgeschädigten Helm erneut stürzen, hätte er nicht mehr seine volle Schutzfunktion, vermeidbare Schädelverletzungen wären die Folge. Als Anreiz zum Tausch bieten die Helmhersteller aus Kulanz Unfallersatz-Regelungen an (Crash Replacement). Sie gelten in der Regel für zwei bis drei Jahre ab Kaufdatum und bieten einen neuen Helm zum halben Neupreis beim Tausch gegen den alten.
Interview mit einem Experten
Bevor der Ingenieur vor neun Jahren zu Uvex kam, war er unter anderem beim deutschen Motorradhelm-Hersteller Schuberth angestellt. Heute verantwortet der aktive Radfahrer das Qualitätsmanagement der Sport-Sparte des Fürther Unternehmens, zu dessen Produkten nicht nur Fahrrad-, sondern auch Reit- und Skihelme gehören
TOUR: Die Helminnenschale aus geschäumtem Polystyrol, kurz EPS, übernimmt beim Helm die Stoßdämpfer-Funktion. Gibt es hier Unterschiede bei der Qualität?
Dautermann: Etwa 80 Prozent aller Hersteller verwenden das gleiche Material vom österreichischen Hersteller Sunpor. Im Vergleich zu Verpackungs- oder Dämm-Material, das man unter dem Begriff Styropor kennt, sind die Schaum-Kügelchen dichter gepackt, und das Material hat höhere Dämpfungseigenschaften.
TOUR: Nur ein passender Helm schützt optimal. Gibt es sichere Erkenntnisse, inwieweit ein zu kleiner oder zu großer Helm die Schutzwirkung beeinträchtigt?
Dautermann: Helme mit einer Konfektionsgröße für sehr unterschiedlich große Köpfe sind so ausgelegt, dass die Dämpfungsanforderungen erfüllt werden. Trägt man jedoch einen zu großen Helm, muss der Kopf des Radlers beim Aufprall größere Beschleunigungswerte aushalten, und das Verletzungsrisiko steigt.
TOUR: Was passiert in technischer Hinsicht, wenn die Helmschalte älter wird? Wird der Helm mit der Zeit einfach bröseliger?
Dautermann: Umgangssprachlich könnte man das so bezeichnen. Tatsächlich spricht man von Alterung beim EPS, verursacht durch UV-Strahlung in Form von Sonnenlicht und Temperaturwechseln. Mit den Jahren lassen die Bindungskräfte zwischen den Kügelchen etwas nach, was man jedoch mit bloßem Auge nicht erkennen kann.
TOUR: Woher stammt die Empfehlung der Hersteller, seinen Helm nach ein paar Jahren gegen einen neuen zu tauschen?
Dautermann: Dazu sind wir laut EU-Richtlinie verpflichtet. Ohne dieses "Haltbarkeitsdatum" in der Dokumentation, das ab dem Herstellungsdatum gilt, dürften wir den Helm gar nicht in den Handel bringen. Ein Tipp: Das Herstellungsdatum findet sich als Prägung oder Aufkleber in der Helmschale. Es vergeht zwar ungefähr ein halbes Jahr von der Produktion bis zur Lieferung an den Handel, aber einen Ladenhüter kann man so leicht identifizieren.
TOUR: Wie sollte man seinen Helm richtig pflegen?
Dautermann: Ebenso wie der Altershinweis ist auch die Pflege des Helms vom Hersteller in der Benutzerinformation anzugeben. Kurz: Der Helm sollte nicht mit Lösungsmittel gereinigt werden, sondern lediglich mit lauwarmer Seifenlauge. Zudem sollte man den Helm keiner Hitze über 60 Grad aussetzen und ihn bei Nichtgebrauch trocken und vor Sonnenlicht beziehungsweise UV-Strahlung geschützt aufbewahren.
Zusammenfassung
Es ist wichtig, einen Fahrradhelm regelmäßig auszutauschen, um die bestmögliche Schutzwirkung zu gewährleisten. Experten empfehlen einen Austausch alle 3 bis 5 Jahre, aber die tatsächliche Lebensdauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Nutzungshäufigkeit, der Pflege und der Einwirkung von UV-Strahlung. Achten Sie auf das Herstellungsdatum und prüfen Sie den Helm regelmäßig auf Schäden. Nach einem Sturz sollte der Helm immer ausgetauscht werden.
| Faktor | Auswirkung auf die Lebensdauer |
|---|---|
| Häufigkeit der Nutzung | Häufige Nutzung verkürzt die Lebensdauer |
| Pflege | Gute Pflege verlängert die Lebensdauer |
| UV-Strahlung | UV-Strahlung verkürzt die Lebensdauer |
| Stürze | Ein Sturz macht einen sofortigen Austausch erforderlich |
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