Fahrrad Nachläufer Test: Welcher ist der Beste für Ihr Kind?

Wenn die Kleinen das Radfahren erst einmal gelernt haben, wollen viele nicht mehr passiv bei Mama oder Papa hinten drauf sitzen. Trotzdem wollt ihr vielleicht längere Strecken fahren. Das ist mit den viel kleineren Rädern ohne Gangschaltung aber viel anstrengender als auf beispielsweise 28 Zoll-Rädern. Steigungen stellen eine zusätzliche Herausforderung dar. Also kommt das Kind nach wenigen Kilometern auf den Kindersitz oder in den Anhänger. Doch wohin mit dem Kinderrad?

Außerdem wollen einige Kinder auch gar nicht mehr hinten drauf, sobald sie entdeckt haben, wie schön es ist, auf dem eigenen Rad zu sitzen. Euer Kind möchte also selbst fahren, hat aber noch nicht die Ausdauer. Dann ist es super praktisch, das kleine Rad einfach hinter eures zu hängen und den Nachwuchs sozusagen abzuschleppen. Ihr werdet zur Zugmaschine und die kleinen Radler können weiter in die Pedale treten. Oder eben auch nicht.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Sicherheit. Seid ihr selbst auf dem Rad, könnt ihr euren kleinen Verkehrsanfänger nur schwer wieder einfangen. Im Schlepp habt ihr eure Kinder sicher hinter euch. Bei uns ist genau das "Problem" aktuell: Unsere fünfjährige Tochter fährt schon gut mit ihrem kleinen Fahrrad bei uns in der Spielstraße. Für den echten Straßenverkehr fehlt ihr aber einfach noch die Übung. Deshalb haben wir uns für diesen Fall nach einem geeigneten Abschleppsystem umgeschaut.

Es gibt zwei Arten von Nachläufern: Eigenständige Nachläufer - auch Trailerbikes gennant - und Abschlepp-Systeme für Kinderfahrräder.

Verschiedene Arten von Fahrrad Nachläufern

1. Trailerbikes

Trailerbikes gleichen einem Fahrrad ohne Vorderrad. Eine vom Lenker ausgehende Stange verbindet den Trailer mit dem Zugfahrrad. Die Befestigung erfolgt am Sattelrohr, am Gepäckträger oder an der Hinterradachse mithilfe eines Bolzens. Die hintere Hälfte des Nachläufers entspricht optisch sowie funktional einem Fahrrad - mit Sattel, Pedalen, Antrieb und Hinterrad.

Weeride und Weehoo sind günstige Optionen in diesem Bereich. Der Streamliner ist ein hochwertiger, gefederter Nachläufer und für holprige Strecken geeignet. Achte immer auf die feste und sichere Verbindung des Nachläufers mit dem Zugfahrrad.

Vorteile von Trailerbikes:

  • Stabile Verbindung
  • Mit Gangschaltung erhältlich, sodass auch bei hohen Geschwindigkeiten mitgetreten werden kann

Nachteile von Trailerbikes:

  • Unterwegs kein Wechsel zum selbst-Fahren möglich
  • Deutlich teurer

2. Abschlepp-Systeme für Kinderfahrräder

Das Abschlepp-System ist eine Zugvorrichtung für das Kinderfahrrad. Eine Teleskopstange verbindet das Hinterrad des Zugrads mit dem Vorderrad des Kinderrads. Diese Nachläufer nach Tandem-Prinzip eignen sich für Kinder die bereits zu groß für einen Fahrradanhänger sind, jedoch zu jung für die selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr.

Beim Follow-Me-System ist die Hinterradachse des Zugrads mit der Vorderradachse des Kinderfahrrads durchgehend verbunden. Der geringe Radabstand sorgt für einen direkten und spurtreuen Nachlauf des gezogenen Rads. Der Trail-Gator ist eine Kupplungsstange und wird am Steuerrohr des Kinderrads befestigt. Falls davor Bremszüge verlaufen oder eine Frontleuchte angebracht ist, kann es zu Schwierigkeiten bei der Montage kommen.

Die Krümmung der Stange sorgt für die Anhebung des Vorderrads. Diese Verbindung eignet sich für kurze Strecken, etwa zum Kindergarten oder Spielplatz.

3. Tandemstangen

Als Tandemstange werden allgemein Stangen bezeichnet, die hinten unter dem Fahrradsattel am Rahmen eines Fahrrad befestigt werden können. Die Stange ragt dann über das Hinterrad hinaus und erlaubt es, am anderen Ende die Gabel des Vorderrads eines kleineren Fahrrads zu befestigen. Die Befestigungsmechanismen unterscheiden sich zwischen den einzelnen Herstellern und Modellen, ebenso die Länge der Stange, der Winkel der Biegung und die Stabilität. Die Stangen werden in der Regel ohne Fahrrad verkauft und rangieren im Preis zwischen 50 Euro und 300 Euro.

Die Tandemstange ist umstritten, denn ihre Sicherheit hängt von regelmäßiger fachkundiger Wartung und der Fahrsicherheit sowohl der Eltern als auch des Kindes ab. Bei kurvigen Strecken ist es fast unmöglich, das Tandemgefährt aus Elternrad und Kinderrad stabil zu halten, während gerade Strecken ungleich anspruchsloser sind. Das Problem liegt in der Stange: Die Tandemstange wird fest mit dem Rad des Kindes verschraubt sowie mit dem Rad eines Elternteils.

Wenn Kinder sich ziehen lassen und nicht selbst Pedalen, achten sie aber nicht so sehr auf die Strecke inklusive der Kurven. Sie kippen mal zur einen Seite, mal zur anderen. Diese schwankenden Bewegungen überträgt die Tandemstange im Test auf das Elternfahrrad. Dadurch sind die Schwankungen extrem schwer auszugleichen.

Für die Sicherheit von Eltern und Kind mit Tandemstange spielen nicht nur Strecke, Tandemstange und die Fahrkünste eine Rolle, sondern auch die Bauart der verwendeten Fahrräder und deren Schwerpunkte. Die Tandemstange konnte im Test nicht an jedem beliebigen Fahrrad befestigt werden.

Für längere Strecken, Radreisen und Trekking ist die Tandemstange aus Sicherheitsgründen ebenso wenig geeignet wie für kurze Strecken im Stadtverkehr. Dafür ist das Fahrverhalten der Kinder im Tandemverband einfach zu unsicher und unberechenbar. Im Test hat sich die Tandemstange aber für kürzere und mittlere Strecken in verkehrstechnisch ruhigen Gebieten bewährt.

Die Stange sollte nicht dauerhaft am Rad angebracht sein. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn die Kinderbeine ermüden und die Kraft zum selbständigen Weiterfahren fehlt. Wie der Test gezeigt hat, sollte die Tandemstange nur dann genutzt werden, werden sowohl Eltern als auch Kinder sehr sicher Fahrrad fahren. Sehr kleine Kinder, die noch unsicher fahren, sowie Babys im Anhänger oder Kinderwagen dürfen auf keinen Fall per Tandemstange transportiert werden. Auch Hunde sollten auf keinen Fall an der Tandemstange mitlaufen.

Die Tandemstange wird vor allem von Kindern geliebt, die sich im Test stets selbst entscheiden können, ob sie gerade Leiber selbst treten oder sich von den Eltern auf dem Zugfahrrad ziehen lassen. Das macht insbesondere längere Fahrradausflüge sehr viel weniger anstrengend. Für Eltern ist vorteilhaft, dass die Tandemstange im Vergleich zu einem Fahrradanhänger oder Trailer kostengünstig ist und sich leichter handhaben lässt als ein hochwertiger Kindersitz.

4. Abschleppseile

Abschleppseile haben einen ganz anderen Zweck: Sie schaffen keine feste Verbindung wie Stange oder Kupplung. Euer Kind kann und muss weiterhin frei lenken und zum Beispiel auch schnell reagieren, wenn ihr bremst. Daher ist so ein Abschleppseil nur für Kinder geeignet, die schon richtig fit sind auf dem Rad. Wenn ihr eurem größeren Kind aber etwas Schwung mitgeben wollt oder für sportliches Fahren abseits der Straßen, kann man durchaus auf solche Seile zurückgreifen. Das Ziehen hilft in anstrengenden Passagen wie Steigungen, zum Beispiel beim Mountainbiken.

Die Seile gibt es übrigens in unterschiedlichen Systemen: Einige sind dehnbar, andere bieten eine automatische gefederte Aufrollung, die verhindert, dass sich das Seil verheddert:

Vorteile von Abschleppseilen:

  • Preisgünstige Anschaffung
  • Einfache Montage auch unterwegs
  • Kind kann mit Schwung unterstützt werden beim Sporteln

Nachteile von Abschleppseilen:

  • Nur für sehr geübte Radel-Kinder geeignet
  • Nicht für den Einsatz im normalen Straßenverkehr gemacht

Alternativen zum Fahrrad Nachläufer

Nachdem Tandemstangen fürs Fahrrad nicht wirklich den besten Ruf genießen, suchst du womöglich nach einer passenden Alternative. Wichtig ist erst mal abzuklären, ob in deinem Land der Kindertransport mit E-Bike erlaubt ist. In Deutschland und Österreich ist der Transport ausschlißelich mit E-Bikes bis 25km/h erlaubt. S-Pedelecs sind für den Kindertransport mit dem Fahrrad also nicht zugelassen. Anders ist die Situation in der Schweiz: sowohl E-Bikes bis 20km/h, als auch Elektrovelos bis 45km/h sind für den Kindertransport erlaubt.

Von der Montage einer Tandemstange am E-Bike raten wir tendenziell eher ab. Die Konstruktion ist generell ziemlich labil und bei einem E-Bike erreicht man dann doch recht hohe Geschwindigkeiten, was in uns noch weniger Vertrauen hinsichtlich Stabilität der Tandemstange weckt.

Die FollowMe-Tandemkupplung hingegen eignet sich für die Montage am E-Bike. Besonders im Straßenverkehr würden wir uns nicht auf die häufig sehr instabilen und wackeligen Systeme verlassen. Die Konstruktionen verhindern auch spontane Reaktionen und Wendemanöver, die im Straßenverkehr notwendig sein können. Kurzum: Die Tandemstangen sind zwar günstig, wirklich geeignet sind sie aber für den Straßenverkehr oder längere Strecken nicht. Wenn es nur darum geht das Kind einige Meter auf dem gerade verlaufenden Fahrradweg zu ziehen, können sie aber durchaus eingesetzt werden.

Besser ist es auf sicherere Alternativen, wie die FollowMe Kupplung, zurückzugreifen. Dank zahlreicher Produkttests haben wir uns Expertenwissen im Bereich Fahrradtransport-Lösungen angeeignet.

1. Lastenräder

Im Alltag ist es oft praktisch, wenn man gleich zwei Kinder mit dem Fahr­rad mitnehmen kann. Dafür gibt es mitt­lerweile etliche Möglich­keiten: Kindersitz plus angehängtes Kinder­fahr­rad, verschiedenste Lastenräder, bei denen Kinder in einer Trans­portbox oder auf dem Gepäck­träger Platz nehmen oder der klassische Fahrradanhänger. Doch welche Variante ist praktisch, gut fahr­bar, komfortabel und vor allem sicher für die Kinder?

Der Auto­mobilclub hat exemplarisch einzelne Modelle dieser Gruppen ausgewählt und neben Hand­habungs- und Fahr­prüfungen etliche Sicher­heits­tests durch­geführt: Der ADAC prüfte, wie robust die Gurt­systeme sind, ob sich Kinder während der Fahrt verletzen können und ob das Gefährt sicher steht oder umfallen kann.

Hundert­prozentig sicher sind Kinder in keiner der Trans­port-Varianten, die Schwächen und Stärken im ADAC-Test haben wir jeweils zusammengefasst. Generell gilt: Umsichtig fahren und Gefahrensituationen vermeiden.

Lastenrad ist nicht gleich Lastenrad - es gibt etliche Varianten.

  1. Hand­habung und Fahr­verhalten dieser Variante kommt einem normalen Fahr­rad am nächsten. Die ADAC-Tester vergaben für Hand­habung und Fahr­verhalten vielfach gute Noten. In den Sicher­heits­tests des ADAC schnitt diese Lastenfahr­rad-Variante insgesamt am besten ab. Durch die hohe Sitz­position auf dem Gepäck­träger wurden die Kinder-Dummys beim Aufprall des Autos nicht getroffen. Voraus­setzung für Sicherheit ist aber, dass sichere Fahr­radkinder­sitze auf dem Gepäck­träger montiert werden.

  2. Bei zweispurigen Lastenrädern sitzt eine Trans­portbox zwischen zwei Vorderrädern, sodass die Kinder während der Fahrt stets im Blick­feld sind. In den Sicher­heits­tests bot dieses System dagegen die beste Standsicherheit.

  3. Das „Long John“ ist ein Lastenrad-Typ mit je einem Rad vorne und hinten, wobei zwischen den Rädern ein großer Abstand besteht. Die Trans­portbox sitzt bei dieser Variante zwischen Lenker und Vorderrad. Das Fahr­verhalten des Long John fand der ADAC durchweg in Ordnung. In den Sicher­heits­tests des ADAC hatte das Rad ähnliche Probleme wie das zweispurige Lastenrad: Die Seiten­wände der Boxen schützen im Crashtest zwar etwas beim Aufprall.

2. Fahrradanhänger

Ein Fahr­rad­anhänger ist die klassische Lösung für das Problem Kinder­trans­port. Er lässt sich meist schnell ans normale Fahr­rad koppeln und oft auch als Buggy-Ersatz für bis zu zwei Kinder nutzen. Der ADAC hat je einen gefederten und ungefederten Fahr­rad­anhänger geprüft: Insgesamt schnitten beide in puncto Komfort und Hand­habung besser ab als die anderen Systeme.

In den Sicher­heits­tests des ADAC über­zeugen die Anhänger in der gefederten wie ungefederten Variante insgesamt am meisten − im Vergleich etwa zu Lastenrädern und Kinder­sitzen. Beim Seiten­crash schneiden die Anhänger insgesamt okay ab, allerdings kann die nied­rige Sitzhöhe zum Problem werden.

Tipp: Deutlich einfacher ist das Ziehen eines Anhängers natürlich mit einem E-Bike.

Auswahlkriterien für einen Fahrrad Nachläufer

Bei der Auswahl eines Nachläufer Fahrrads ist es wichtig, dass man sich zuerst überlegt, wo und wie häufig man das Rad nutzen möchte. Für diejenigen, die das Rad nur gelegentlich für kurze Strecken nutzen möchten, reicht ein einfaches Modell mit kleinerem Akku und geringerer Reichweite vollkommen aus.

Achten Sie auf folgende Angaben:

  • Die Art des Motors (z.B.
  • Die Größe des Akkus (z.B.
  • Die maximale Geschwindigkeit (z.B.
  • Die Art der Bremse (z.B.
  • Das Gewicht des Rades (z.B.

Empfehlungen und Bestseller

Hier findest Du die Top 15 im Bereich „Nachläufer Fahrrad“:

  • Angebote und Empfehlungen (siehe Originaltext)

Eine Liste der Bestseller unter der Kategorie „Nachläufer Fahrrad“ findest Du hier. Hier kannst Du Dich orientieren, welche Produkte andere Nutzer besonders oft gekauft haben.

  • Angebote und Bestseller (siehe Originaltext)

Hersteller von Tandemstangen

Es gibt nicht allzu viele Hersteller, die eine Tandemstange im Angebot haben. Da sowohl der ADAC als auch ADFC und Stiftung Warentest vor einigen Jahren die Tandemstange einiger Hersteller förmlich in der Luft zerrissen haben aufgrund der berechtigten Sicherheitsbedenken, sind viele Modelle inzwischen vom Markt verschwunden. Trotzdem und trotz permanenter Nachbesserungen von Seiten der Hersteller schafft es auch heute noch nicht jede Tandemstange im Test, ein TÜV Siegel zu bekommen.

  • Woom: Der Hersteller Woom sich der Produktion funktionaler Kinderräder verschreiben, die unbedingt Spaß machen sollen.
  • Profex: Irrelevant, ob Sie einen Fahrradkorb oder einen Fahrradcomputer benötigen: Profex hat es im Programm.
  • Trail Gator: Die Tandemstange von Trail Gator wird über verschiedene Online-Handelsplattformen auch in Europa vertrieben und lässt sich relativ leicht anbringen und entfernen.
  • Peruzzo: Den Hersteller Peruzzo gibt es seit 1972. Gegründet als Hersteller für Fahrräder und Fahrradteile (insbesondere Ketten), expandierte Peruzzo bereits 1979, sprang in den 1980er Jahren auf den Boom der Mountainbikes an und stellt heute alles Mögliche in Sachen Fahrrad her.
  • Follow me: Follow me ist kein Hersteller von Fahrrädern oder Fahrradteilen, sondern hat sich auf die Tandemstange spezialisiert.

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