Seit vielen Jahren ist es für einige Motorradfahrer selbstverständlich, eine Nackenstütze (Neck Brace, NB) zu tragen. Diese steife Schulterauflage, bekannt aus Motocross und Formel 1, dient dem Schutz der Halswirbelsäule bei Stürzen. Der Sinn dahinter ist, die Überstreckung der Nackenmuskulatur zu verhindern, indem der Helm vorne, hinten und seitlich abgestützt wird.
Erfahrungen mit Nackenstützen
Viele Fahrer berichten positiv über den Nutzen von Nackenstützen. Ein Fahrer, der seit sieben Jahren eine Nackenstütze von BMW trägt, betont, dass er persönlich nicht mehr ohne fährt. Er glaubt, dass ein Kopf mit Helm durch das Mehrgewicht eine erhebliche zusätzliche Beschleunigung erfährt und die Nackenstütze hilft, diese zu bändigen.
Ein anderer Fahrer berichtet, dass ihm eine Nackenstütze von Ufo das Leben gerettet hat: "Ohne den Nackenschutz hätte ich eine üble Verletzung oder Lähmung davongetragen! Anstatt meinen Hals/Nacken zu spüren hat sich der ganze Druck/Wucht über den Nackenschutz auf meine Schultern übertragen! So wie es sein soll."
Es ist wichtig zu beachten, dass weder ein Sicherheitsgurt, noch ein Schutzhelm oder ein Nackenstützensystem vor allem und jedem schützen kann. Viele sind jedoch überzeugt, dass wenn das System nur einmal vor Schlimmerem schützt, es die Investition wert war!
Kritische Stimmen und Aspekte
Trotz der positiven Erfahrungen gibt es auch kritische Stimmen. Einige Experten warnen davor, dass bestimmte Nackenstützen im Falle eines Sturzes wie ein Hebel wirken und Wirbelverletzungen verursachen können. Es wird betont, dass die Energie beim Sturz nicht optimal abgeleitet wird und somit den Wirbel schädigen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Wenn der Helm im Gesichtsbereich hängen bleibt, während der Körper weiterzieht, kann dies ebenfalls negative Auswirkungen auf das Genick haben.
Es wird auch diskutiert, wie oft der zu schützende Bereich statistisch als Verletzung auftaucht. Im Rallyesport scheint das Problem präsenter zu sein als im Motocross oder Endurosport.
Nackenschutz Motocross Vergleich 2025
Ein aktueller Vergleich von Nackenstützen für Motocross aus dem Jahr 2025 zeigt verschiedene Modelle und ihre Eigenschaften:
| Modell | Material | Farbe | Vorteile |
|---|---|---|---|
| O'Neal Youth 0528-204 | Schaumstoff | Schwarz | Besonders leicht, besonders gut anpassbar, sehr hohe Schutzwirkung |
| O'Neal Tron | Kunststoff | Schwarz | Besonders hohe Schutzwirkung, lässt sich sehr gut anpassen, leicht |
| Alpinestars Jugend 6741018-177-L-XL | Schaumstoff | Schwarz-Orange | Besonders leicht, besonders gut anpassbar, besonders hohe Schutzwirkung |
| Alpinestars BNS Tech-2 | Kunststoff | Schwarz | Sehr hohe Schutzwirkung, lässt sich sehr gut anpassen, leicht |
| Ortema OSP-005 | Kunststoff | Schwarz | Sehr hohe Schutzwirkung, lässt sich sehr gut anpassen, in mehreren Größen erhältlich |
| O'Neal 10002705 | Schaumstoff | Schwarz | Sehr leicht, auch gut fürs Kartfahren geeignet |
| O'Neal D60 Nackenschutz | Kunststoff | Schwarz | Besonders leicht, besonders gut anpassbar, besonders hohe Schutzwirkung |
| Acerbis Mefo Sport X-Roll Nackenschutz | Kunststoff | Schwarz-Rot | Besonders leicht, besonders gut anpassbar, besonders hohe Schutzwirkung |
Auswahlkriterien und Empfehlungen
Bei der Auswahl einer Nackenstütze sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:
- Passform: Die Nackenstütze muss eng am Körper anliegen, um eine optimale Schutzwirkung zu gewährleisten.
- Material: Es gibt Modelle aus Schaumstoff, Kunststoff oder Carbon. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile in Bezug auf Gewicht, Schutzwirkung und Komfort.
- Anpassbarkeit: Einige Modelle lassen sich individuell anpassen, um den bestmöglichen Sitz zu gewährleisten.
- Kompatibilität: Die Nackenstütze sollte mit der restlichen Schutzausrüstung (Helm, Brustpanzer) kompatibel sein.
Es ist ratsam, verschiedene Modelle auszuprobieren und sich von Fachleuten beraten zu lassen, um die passende Nackenstütze für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Marken und Modelle im Detail
BMW Neck Brace System (NBS)
Das BMW NBS wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Chris Leatt entwickelt. Es ist in zwei Ausführungen erhältlich (Carbon oder Kunststoff) und teurer als die einfache Ausführung des Alpinestars BNS. BMW konzentriert sich auf Offroad-Sicherheit und bietet verschiedene Anbauteile zur Anpassung an den Fahrer.
Alpinestars Bionic Neck Support (BNS)
Der Alpinestars BNS ist eine kostengünstige Option, die aus unfalltechnischer Sicht optimiert wurde. Er ist in zwei Ausführungen erhältlich (Carbon) und bietet eine gute Passform. Alpinestars bietet auch Endurojacken an, die für die Verwendung des BNS vorbereitet sind.
Ortema ONB Neck Brace
Das Ortema ONB Neck Brace hat sich im Test als klarer Testsieger bewiesen. Besonders auffällig ist die Hufeisenform, die am oberen Rücken aufliegt und eine bessere Kraftverteilung ermöglicht. Ein weiterer Vorteil des Ortema ONB Neck Brace ist sein geringes Gewicht und der sehr stabile Rahmen aus Hochleistungskunststoff. Durch die von Ortema entwickelte Nackenstütze wird die Auslenkung des Kopfes bei hohem Impact um bis zu 30% reduziert.
Fazit
Nackenstützen können einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit von Motorradfahrern leisten, insbesondere im Gelände. Es ist wichtig, die verschiedenen Modelle und ihre Eigenschaften zu kennen, um die passende Wahl zu treffen. Kritische Stimmen sollten ebenfalls berücksichtigt werden, um mögliche Risiken zu minimieren. Letztendlich ist die Entscheidung für oder gegen eine Nackenstütze eine persönliche Abwägung, die auf den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben basiert.
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