Im Zeitraum vom 3. Juni bis 22. müssen die B 463, die L 347 und der Nagoldtalradweg zwischen Ortsausgang Kentheim und Station Teinach sowie die K 4307 zwischen Ortsausgang Zavelstein und Abzweig der K 4306 nach Sommenhardt aufgrund dringender Holzernte- und Verkehrssicherungsarbeiten gesperrt werden. Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen der L347 und Lützenhardt wird im genannten Zeitraum für vier Tage voll gesperrt. Während der Sperrungen mit Ampelanlagen ist mit Wartezeiten von bis zu 10 Minuten zu rechnen. Beim Busverkehr kann es zu Verspätungen kommen.
Bau des Radwegs in Calw verzögert sich
Zu dieser Zeit begann die halbseitige Sperrung der Altburger Straße Richtung Wimberg, kurz vor der Abzweigung, die unter anderem Richtung Amtsgericht und Polizeirevier führt. Ampeln regeln seitdem den Verkehr; Autofahrer berichteten teilweise von bis zu 30 Minuten Wartezeit. Ursache des Ganzen ist der Bau des Fahrradweges, der vom Marktplatz über die Altburger Straße und dann durch den Wald auf den Wimberg führen soll.
Dieser muss an irgendeiner Stelle die Kreisstraße queren - ohne Verkehrsinsel oder dergleichen ein gefährliches Unterfangen. Unter anderem eine solche Verkehrsinsel wurde daher in den vergangenen Wochen auf der Altburger Straße errichtet. Auch eine Leitungstrasse für die Beleuchtung des Radwegs verlegten die Arbeiter in diesem Zug; nicht zuletzt ist auch bereits ein Teil des neuen Radwegs parallel zum Straßenverlauf erstellt worden.
Voraussichtlich am 12. Mai sollten die Arbeiten eigentlich abgeschlossen und die Ampelregelung wieder aufgehoben sein; das erklärte die Stadtverwaltung im März auf Anfrage unserer Redaktion. Dieser Zeitplan, so berichtete Tim Strobel, Leiter der Stabstelle Strategie und Projekte bei der Stadt Calw, wird nicht ganz einzuhalten sein. „Die Ampelschaltung wird um eine Woche verlängert, um die Montage der Leitplanken sicherzustellen“, führte Strobel auf Nachfrage aus. Die Straßenarbeiten, einschließlich der Straßenmarkierungen, seien zu diesem Zeitpunkt aber bereits abgeschlossen.
Zeitplan für den Radwegbau
Gute Nachrichten gibt es indes mit Blick auf den entstehenden Radweg selbst: „Der Bau des Radwegs liegt im Zeitplan“, erklärt der Leiter der Stabstelle Strategie und Projekte. Momentan rechne die Verwaltung damit, dass im Oktober dieses Jahres alles fertig sei. Der entstehende Radweg auf den Wimberg ist bereits seit mindestens 2018 in Planung; unter anderen wegen diverser Auflagen in Sachen Verkehrssicherheit sei es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Das hatte zuletzt Stefanie Schweigert, Pressesprecherin der Stadt Calw, im Oktober vergangenen Jahres berichtet.
Neubau der Brücke für den Radschnellweg RS 1
Seit 2019 gibt es den ersten Radschnellweg Baden-Württembergs, der von Stuttgart nach Böblingen führt; daher auch seine Bezeichnung RS 1. Bis heute wurden rund 1,5 Mio. Fahrradfahrten auf dieser Route gezählt. Doch bislang endete die schnelle Fahrt an der Kreisstraße 1057 - der als Panzerstraße bekannten Ostumfahrung von Böblingen. Diese zählt mit rund 20.000 Fahrzeugen täglich zu den meistbefahrenen Kreisstraßen des Landkreises. Mit dem neuen Einkaufszentrum auf dem Gelände der Panzerkaserne wird die Verkehrsbelastung künftig weiter steigen.
Ab sofort ist die Gefahr gebannt, denn eine der ersten Brücken, die in Baden-Württemberg im Zuge eines Radschnellwegs neu gebaut worden ist, wurde am heutigen Dienstag (22.7.) feierlich eingeweiht. Sie führt den Radverkehr in elegantem Schwung und mit geringer Steigung sicher über die Panzerstraße. Bauherr der Brücke ist der Landkreis Böblingen.
Landrat Roland Bernhard zeigte sich erfreut: „Wer Radschnellwege ernst nimmt und den Menschen eine attraktive Radinfrastruktur bieten will, darf nicht an der ersten Kreuzung den Autoverkehr wieder bevorzugen. Wir haben daher eine hochwertige Radbrücke gebaut. Baden-Württemberg baut die Radinfrastruktur kräftig aus, vor allem den Radschnellwegen kommen im RadNETZ eine hohe Bedeutung zu. Die Initiative RadKULTUR hat die Eröffnung kommunikativ begleitet.
Minister Winfried Hermann betonte: „Die neue Brücke ist ein wichtiger Bestandteil des Radschnellwegs RS 1 und schafft eine direkte, kreuzungsfreie Verbindung über die stark befahrende Kreisstraße. Radfahrende können hier künftig nicht nur komfortabler, sondern vor allem auch sicherer unterwegs sein. Unser Ziel ist es, dass Menschen gerne und mit einem guten Gefühl aufs Fahrrad steigen - auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit. Mit der neuen Brücke wird eine gefährliche und ärgerliche Kreuzung elegant überwunden.
Heiko Engelhard, Abteilungsleiter Mobilität, Verkehr, Straßen im Regierungspräsidium Stuttgart erklärte: „Durch die Förderung des Landes konnte im Verlauf des RS 1 eine bestmögliche Lösung sowohl für den Radverkehr als auch für den Autoverkehr umgesetzt werden. Die Brücke erhöht die Verkehrssicherheit aller - egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto.
Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz erklärte, dass eine attraktive Fahrradroute durch die Stadt eine Daueraufgabe sei: „Für die innerörtliche Durchbindung hat die Stadt Böblingen mit dem Umbau der Herrenberger Straße und des Elbenplatzes bereits viel erreicht.
Details zur Planung und Konstruktion der Brücke
Die Planung der Radschnellwegbrücke begann im Frühjahr 2021. Aufgrund der topografischen Lage des Verkehrsknotens auf einem Hochpunkt im Gelände, musste eine Lösung gefunden werden, die mit möglichst wenigen zusätzlichen Höhenmetern auskommt. Eine zentrale Planungsvorgabe war zudem, die Brücke mit einer maximalen Steigung von 5 Prozent auszuführen, um auch ohne elektrische Unterstützung eine durchgängig komfortable Querung zu gewährleisten. Außerdem sollte der Eingriff in die umliegenden Waldflächen möglichst gering ausfallen.
Aus diesen Rahmenbedingungen ergaben sich verschiedene Varianten für den Brückenverlauf. Als beste Lösung hat sich eine geschwungene Linienführung herausgestellt, da sich die topographische Situation der in Nordrichtung abfallenden Kreisstraße durch Verschiebung der Überquerung in Gefällerichtung dieser Straße optimal nutzen lässt. Der Verkehrsraum auf der Brücke ist fünf Meter breit. Mit Zufahrtsrampen beträgt die Gesamtlänge rund 200 Meter.
In den Handlauf der Brücke ist eine sensorgesteuerte LED-Beleuchtung integriert. Die Brücke ist für eine Mischnutzung durch Rad- und Fußverkehr ausgelegt, da zu den Pendlertageszeiten bisher kein regelmäßiger Fußverkehr festgestellt wurde und zukünftig auch nicht zu erwarten ist. Des Weiteren berücksichtigt die Planung auch Belange von mobilitätseingeschränkten Personen. Die Wegführung mit max. 5 Prozent Steigung nimmt die Umgebungssteigung auf. Sicherheitsausstattungen wie Radabweiser, Handläufe und eine Absturzsicherung ergänzen das Konzept. Die Brücke fügt sich mit ihrer geschwungenen Linienführung harmonisch in das Gelände ein.
Überbau und Stützen des Bauwerks sind als monolithische, fugenlose Stahlkonstruktion mit gelenkiger Lagerung an den Stützenfußpunkten gebaut. Der Hauptträger des Überbaus besteht aus einem filigranen Stahlholkasten mit seitlich auskragenden Konsolen. Die Hauptspannweite über die Panzerstraße beträgt 40 Meter, wobei der Stahlhohlkasten durch einen außenseitig angeordneten Stahlbogen unterstützt wird, der mit dem Überbau durch rippenartige Stahlschwerter verbunden ist und die geschwungene Linienführung aus allen Perspektiven begleitet.
Der Brückenunterbau besteht aus schmalen und in Brückenlängsrichtung orientierten Stahlbetonwiederlagern, die den Verlauf des Haupttragwerks optisch aufnehmen sowie aus 3 schlanken Stahlstützen. Dank der semi-integralen Bauweise ohne Dehnfugen oder wartungsintensive Lager, werden Erhaltungsaufwand und Betriebskosten minimiert. Durch die spezielle Konstruktion konnten ebenso die Materialaufwendungen minimiert werden. Die Stahlkonstruktion ist langlebig und korrosionsbeständig.
Finanzierung
Die Baukosten belaufen sich auf rund 5,8 Mio. Euro. Über das LGVFG-Förderprogramm erhält der Landkreis voraussichtlich einen Zuschuss in Höhe von rund 3,83 Mio. Euro vom Land und weitere rund 767.000 Euro vom Bund.
| Finanzierung | Betrag |
|---|---|
| Gesamtkosten | 5,8 Mio. Euro |
| Zuschuss vom Land | 3,83 Mio. Euro |
| Zuschuss vom Bund | 767.000 Euro |
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