Naloo Chameleon MK2 - 20 Zoll Kinderfahrrad im Test

Sportliche Kinder Mountainbikes sind das Steckenpferd der Schweizer Firma Naloo. Das CHAMELEON MK2 - 20 lässt keine Zweifel über den Einsatzbereich aufkommen: Es wurde entwickelt, um dem Nachwuchs Fahrspaß auf der Straße und im leichten Gelände zu vermitteln.

Gewicht & Ausstattung

Weil Kinder ein sehr geringes Körpergewicht haben, ist es für sie besonders wichtig auch ein leichtes Bike zu haben. Mit 7,9 kg kann man dem CHAMELEON MK2 - 20 durchaus das Prädikat "leicht" und damit auch "gut" verleihen. Mit einer starren Gabel spart Naloo zusätzlich Gewicht.

Die Reifen sind der einzige Kontaktpunkt zum Untergrund. Das macht sie zu einem der wichtigsten Bauteile für das Fahrgefühl eines Kinder Mountainbikes. Mit 1,75 Zoll kann man die Kenda Reifen durchaus als schmal bezeichnen. Sie rollen sicher gut, bieten aber wenig Grip und Komfort. Das mildert den Fahrspaß im Gelände.

Bei Kinder Mountainbikes müssen sich die Bremsen mit wenig Handkraft bedienen lassen. Die V-Brakes (Felgenbremsen) sind leicht und technisch extrem simpel. Das ist für Kinder Mountainbikes meist zweckmäßig. In den Punkten Dosierbarkeit und Bremspower sind sie jedoch den Scheibenbremsen unterlegen.

Die Shimano Schaltung mit acht Gängen ist im Kinderbikebereich Standard. Sie funktioniert, hat aber auch noch Verbesserungspotential.

Kinder wachsen extrem schnell. Für Eltern ist es also wichtig, dass man das Bike über einen gewissen Zeitraum "mitwachsen" lassen kann, um nicht im Jahresrythmus ein neues Bike kaufen zu müssen. Die Teleskopstütze lässt sich wegen ihrem Hub nur bedingt im Sattelrohr versenken. Bei kleinen Kindern könnte es also schwer werden die optimale Sattelhöhe zum Treten einzustellen.

Größeneinschätzung & Ergonomie

Die Kurbellänge ist vor allem bei Kinder Mountainbikes ein extrem wichtiges Maß. Nur mit kurzen Kurbeln können Kinder ergonomisch in die Pedale treten. Die 114 mm kurzen Kurbeln zeigen, dass sich die Naloo Produktmanager mit diesem Thema auskennen.

Naloo im Vergleich zu anderen Kinderfahrrädern

Neben Naloo gibt es noch weitere Hersteller, die hochwertige Kinderfahrräder anbieten. Dazu gehören Woom, Frog, Kubike und Puky. Jeder Hersteller hat seine eigenen Besonderheiten und Stärken.

Woom

Das Woom 3 kostet 359 Euro, plus 15 Euro für "Leggie", den Ständer. Zumindest fährt sich das Woom so leicht, wie es das Gewicht verspricht. Nur 5,4 Kilogramm wiegt das Modell ohne Pedale - das leichteste Rad im Test. Der rechte Bremshebel für das Hinterrad ist grün - das hilft nicht nur beim Unterscheiden von vorne und hinten, sondern auch beim Lernen von rechts und links. Die Griffe des Woom 3 sind besonders dünn und ergonomisch geformt - perfekt für Kinderhände. An den Enden gibt es dicke Puffer, das schützt die Finger beim Umkippen. Der Lenker erinnert an einen BMX-Rad - das hat keine wirkliche Funktion, sieht aber cool aus.

Frog

Das Frog 44 kommt aus Großbritannien. Der feuerrote britische Frosch ist mit 6,4 Kilogramm deutlich schwerer als das Woom 3. Statt Rücktritt wird mit zwei Bremshebeln für vorne und hinten gestoppt, die Kette ist nicht verkleidet, der Ständer ist direkt unter dem Tretlager montiert, was sich als Nachteil erweist. Dafür hat das Frog 44 den breitesten Sattel, hier sitzt es sich am bequemsten von allen Kinderrädern im Test. Mit 395 Euro ist das Kinderrad teurer als das Woom 3 und mit einer Kategorisierung von vier bis fünf Jahre kürzer einsetzbar.

Kubike

Das Kubike 16L MTB zitiert Mountainbike-Elemente und ist am hochwertigsten verarbeitet. Es sieht ein wenig sportlicher aus und die Reifen sind etwas breiter und dicker. Nach dem Woom 3 ist es mit 5,72 Kilogramm das leichteste Kinderrad im Test - und das schnellste. Das liegt daran, dass es das größte Kettenblatt besitzt. 409 Euro kostet das Kubike 16L MTB, 439 Euro die Custom-Made-Variante, bei der sich einzelne Komponenten, zum Teil gegen Aufpreis, anpassen lassen.

Naloo Chameleon

Die 16-Zoll-Version eignet sich von drei bis sechs Jahren, beziehungsweise von einer Körpergröße von 91 bis 11o Zentimeter. Die Altersangabe dürfte ziemlich genau hinkommen. Möglich ist das durch ein Konzept, das Naloo "Adaptive Frame" nennt, ein Rahmen, der sich anpasst. Das Sitzrohr ist etwas schräger als bei den anderen Modellen, sodass mit zunehmender Größe beim Ausziehen der Sattelstütze das Kind weiter vom Lenker wegrückt.

ADAC Kinderfahrrad Test 2024

Der ADAC hat 2024 insgesamt 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen auf Handhabung, Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Sicherheit und Schadstoffe geprüft. Viele der getesteten Fahrräder haben einen stolzen Preis.

Ergebnisse im Überblick

Mit acht der getesteten Kinderfahrräder für den Einstieg ins Radfahren erhält über die Hälfte das ADAC Urteil "gut". Vier Räder bekommen das Urteil "befriedigend", eines das Urteil "ausreichend" und eines fällt mit "mangelhaft" durch. Mit dem Testsieger Woom und dem zweitplatzierten Puky erzielen zwei namhafte Hersteller das beste Ergebnis. Wer ein qualitativ hochwertiges Kinderfahrrad sucht, muss mit einem Preis von 300 bis über 400 Euro rechnen.

Positiv fiel auf, dass der Bremshebel und die Sattelhöhe ohne Werkzeug einstellbar sind. Hilfreich in der Bedienung der Bremsen ist in jedem Fall, dass der hintere Bremshebel farblich markiert ist.

Technische Schwächen

Technische Schwächen zeigte besonders das Fahrrad Royal Baby Freestyle mit den schlechtesten Bremsen im ADAC Test. Das führte letztendlich zum vorletzten Platz im Test mit dem ADAC Urteil der Note "ausreichend".

Schadstoffe in Griffen

Überraschend ist, dass nur die zwei preisgünstigsten Modelle im Test (Royal Baby Freestyle und B'Twin 500 Robot) frei von Schadstoffen sind. Bei allen anderen Kinderfahrrädern wurden Schadstoffe in den Griffen und auch im Sattel gefunden. Das Kinderrad MX 16 2023 von Orbea, das immerhin rund 360 Euro kostet, hatte mit dem Weichmacher DPHP Schadstoffe in den Griffen und musste dadurch auch abgewertet werden.

Zulässiges Gesamtgewicht beachten

Generell ist es von Vorteil, wenn das erste Kinderfahrrad ein geringes Eigengewicht hat. Auch das zulässige Gesamtgewicht (Eigengewicht Fahrrad und Gewicht des Kindes) für ein Kinderfahrrad ist wichtig und muss altersgerecht sein. Ein 16-Zoll-Kinderfahrrad sollte deshalb mindestes 30 Kilo Gesamtgewicht oder mehr zulassen.

Positiv fallen dagegen die Hersteller Woom (Testgewinner) und Puky auf. Denn sie geben ein zulässiges Gesamtgewicht von 60 Kilo an, was sehr gut ist. Das Kinderfahrrad von Woom ist mit 5,9 Kilo Eigengewicht zudem das leichteste Fahrrad im ADAC Test.

Praxis-Tipps für Eltern

Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen. Dabei sollten Sattelhöhe, Lenkerposition und die Erreichbarkeit der Bremshebel so eingestellt sein, dass diese vom Kind einfach bedient werden können. Deshalb ist das Tragen eines gut sitzenden Fahrradhelms immer unerlässlich.

Details der Naloo Fahrräder

Als Newcomer auf dem Kinderfahrrad Markt muss Naloo sich natürlich etwas überlegen um die Eltern und Kinder zu überzeugen. Naloo bietet hochwertige Kinderfahrräder an und verfolgt ein ähnliches Konzept wie woom oder early rider. Es wird also in erster Linie auf die Bedürfnisse des Kindes geachtet und kindgerechte Fahrräder entwickelt die dann zu höheren Preisen verkauft werden können.

Besonderheiten der Naloo Fahrräder

„Superleichte smarte Kindervelos zu fairen Preisen“ so beschreibt Naloo seinen Anspruch.

„Superleicht“

Mit Kinderfahrrädern die schwer sind kann man heute wohl nur noch schwer den Markt betreten. Vergleichen wir das Naloo Chameleon 16 mit 6.1 kg Gewicht mit dem woom 3 das 5,4 kg wiegt scheint Naloo beim Gewicht zwar sehr leicht aber nicht ganz superleicht zu sein. Aber, das Gewicht ist ja nur ein Kriterium unter vielen und sollte nicht überbewertet werden.

„Smart“

Wir beziehen das auf das „Adaptive Frame Design“ von Naloo. Diese Rahmen haben einen besonders tiefen Einstieg. Auch das Tretlager ist stark abgesenkt weshalb die Füße leichter den Boden erreichen können. Außerdem lässt sich der Sattel niedriger stellen als beim woom und der Sattel wandert beim Herausziehen der Sattelstütze stärker nach hinten als bei anderen Rädern. Damit wächst der Abstand zwischen Sattel und Lenker stärker.

Der smarte Rahmen soll also dafür sorgen, dass die Kinder früher auf ein größeres Fahrrad passen und es länger nutzen können wenn sie größer werden. Es fällt auf, dass das Naloo 16 für Kinder von 93-110 cm Körpergröße passen soll. Das woom 3 jedoch von 105 - 120 cm. Das woom 2 mit 14 Zoll Rädern soll von 95 - 110 cm passen. Das 16 Zoll Naloo ist also eher vergleichbar mit dem 14 Zoll woom 2.

„faire Preise“

Zur Zeit kostet das Naloo 16 aber deutlich mehr als ein woom 2. Das ist auch nicht verwunderlich solange woom viel höhere Stückzahlen hat.

Das passende Naloo Fahrrad

Es gibt bei Naloo zwei verschieden Reihen in den gängigen Größen: die Chameleon Räder sind die „normalen Räder“ mit dem mitwachsenden Rahmen und sinnvoller Straßen-Ausstattung. Die Chameleons sind damit die perfekt Begleiter auf alltäglichen Wegen. Es gibt ein Chameleon in 16, 20, 24 und 26 Zoll jeweils in fünf verschiedenen Farben.

Außerdem gibt es noch Hill Bill genannte Mountainbikes in 20 bis 26 Zoll Größe. Diese verzichten auf den mitwachsenden Rahmen sondern versuchen einen Kompromiss mit der Sportlichkeit zu finden. Auch haben sie eine sehr sportliche Ausstattung mit Scheibenbremse, Federgabel und bis zu 11 Gängen.

Dies sind reinrassige Sportgeräte die ihre Stärken abseits befestigter Wege zeigen können. Für die täglichen Wege und lange Strecken sind sie nicht ideal. Auch kosten die sportlichen Extras natürlich mehr und auch das Gewicht ist höher als bei den reduzierten Chameleon Rädern.

Name Preis Gewicht Größe Reifen Alter Material Bremse Schaltung
Naloo Chameleon 16 MK2 ab € 399,00 6,1 kg Körpergröße: 93-110 16 Zoll 3-6 Jahre Alu V-Brake -
Naloo Chameleon 20 MK2 ab € 499,00 7,9 kg Körpergröße: 105-125 20 Zoll 4,5-7,5 Jahre Alu V-Brake 8 Gang Kettenschaltung
Naloo Chameleon 24 ab € 549,00 8,9 kg Körpergröße: 115-140 24 Zoll 6-10 Jahre Alu V-Brake 8 Gang Kettenschaltung

20 Zoll Kinderfahrrad Vergleich

Nach dem Anfänger-Fahrrad ist es Zeit für das erste richtige Fahrrad für dein Kind? Bei der 20 Zoll Größe machen Kinderfahrräder einen großen Schritt. Die Schrittlänge des Fahrers muss zur Sattelhöhe passen. Dann passt ein Fahrrad.

Die meisten 20 Zoll Fahrräder passen von ihrer Sattelhöhe für Kinder mit einer Schrittlänge von ungefähr 52 bis 60 cm. Die meisten Hersteller geben eine Altersempfehlung von 6 bis 8 Jahren.

Fahrrad Größe Körpergröße Beinlänge Alter
20 Zoll ca. 120 - 135 cm ca. 55 - 65 cm ca. 6 - 8 Jahre

Worauf man bei einem Kinderfahrrad achten sollte

Neben der richtigen Größe des Fahrrads und dem Gewicht, welches eine wirklich große Rolle spielt, sollten natürlich gute Bremsen und eine hochwertige Gangschaltung verbaut sein. Diese reagiert sofort, ist unheimlich leicht zu bedienen, so dass man in Sekundenschnelle reagieren kann.

Auch die Ergonomie des Antriebs ist ein wesentlicher Bestandteil eines guten Kinderfahrrades. Eine smarte Idee für Eltern, die nicht jedes Jahr ein neues Bike kaufen wollen. Wer also gerne längere Touren mit seinen Kindern fahren möchte oder im Gelände unterwegs ist, der sollte versuchen immer möglichst große Laufräder zu verwenden. Allerdings sollte das Kind immer noch mit dem Rad fahren und nicht das Rad mit dem Kind.

Beim Thema Bremsen zeigt sich aus unserer Sicht sehr schnell ob sich die Hersteller wirklich mit dem Thema Kinder-Bikes beschäftigt haben. Häufig sind hier viel zu große und schwergängige Hebel verbaut. Manche setzten auf Rücktritt, was wir aber absolut nicht empfehlen. Wichtig ist dabei immer, dass kleine Kinderhände bequem den Hebel erreichen.

Verglichen mit unseren MTB´s ist der Widerstand deutlich höher.

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