Laufende Nase beim Radfahren: Ursachen und Lösungen

So schön es ist, wenn draußen alles grünt und blüht: Sobald der Pollenflug startet, beginnt für Allergiker aber auch die Zeit des Heuschnupfens. Viele Radfahrer kennen gerötete Augen, eine laufende Nase und ständiges Niesen aus leidvoller Erfahrung.

Allergien als Ursache

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf harmlose Stoffe (Allergene). Die Immunreaktion tritt vor allem an der Haut und an den Schleimhäuten auf. Allergien können in jedem Alter auftreten, und es kommt vor, dass sie mit der Zeit schwächer oder stärker werden. Die Ursachen für ihre Entstehung sind komplex. Genetische Faktoren spielen wohl ebenso eine Rolle wie gewisse äußere Einflüsse.

Bei einer hohen Pollenbelastung verderben eine triefende Nase, tränende Augen und juckende Schleimhäute leicht die Freude am Radfahren. Allergiker sollten das vermeiden, aber das bedeutet nicht immer, dass Bewegung an der frischen Luft tabu ist. Wie heftig die allergische Reaktion ausfällt, ist individuell sehr unterschiedlich, dennoch gibt es einen engen Zusammenhang zwischen der Stärke der Symptome und der Pollenkonzentration in der Luft. Es ist deshalb gut zu wissen, in welchem Zeitraum die Allergene vermehrt in der Luft sein werden.

Pollenflugzeiten

  • Januar: Erle und Hasel zählen zu den Frühblühern. Sie sind vor allem an feuchten Standorten wie an Bachläufen anzutreffen.
  • Februar: Die Pappel gehört zu den Weidengewächsen und wird gerne als Sichtschutz und als Bepflanzung für Landstraßen verwendet. Während die Pollen allergische Reaktionen auslösen können, ist die „Pappelwolle" unbedenklich.
  • März: Birkenpollen gelten als aggressive Allergene und treten schlagartig und in großer Menge auf. Ein feines gelbliches Pulver legt sich in der Blütezeit wie ein Film auf alle Oberflächen.
  • April: Im April stehen neben Birke auch noch Eiche und Buche in der Blüte. Allergische Reaktionen auf Eichen- und Buchenpollen treten oft in Form einer Kreuzallergie mit Birkenpollen auf.
  • Mai: Roggenpollen gehören zur Gruppe der Getreidepollen und verursachen häufig Beschwerden. Roggengräser produzieren reichlich Pollen mit wenig Gewicht und geringer Größe.
  • Sommer: In den Sommermonaten belasten vor allem Gräserpollen die Luft. Hochwachsende Gräser sind besonders reich an Allergenen.

Der Beginn des Pollenflugs einzelner Pflanzenarten ist nicht einheitlich. In den wärmeren Regionen Deutschlands beginnt der Pollenflug früher als in kühleren Küsten- oder Bergregionen.

Weitere Ursachen für eine laufende Nase beim Radfahren

Es gibt viele weitere Ursachen, warum beim Radfahren die Nase läuft:

  • Kälteempfindlichkeit: Bei kühlerem Wetter reagieren die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut überempfindlich auf den Temperaturwechsel.
  • Anstrengung: Bei körperlicher Anstrengung wird die Atmung verstärkt, was zu einer erhöhten Sekretproduktion in der Nase führen kann.
  • Atemwegsinfekte: Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt kann ebenfalls eine laufende Nase verursachen.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien: Lassen Sie sich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und/oder Allergien jeder Art (Pollen?) testen, wenn Ihnen permanent die Nase läuft.
  • Alterstriefnase: Hauptursache für die ständig laufende Nase im Alter ist eine altersbedingte Veränderung der Nasenschleimhaut.

Tipps zur Vermeidung und Linderung

Viele Radfahrer sind von Heuschnupfen betroffen und müssen im Frühling besonders gut auf die Signale ihres Körpers hören. Mache kürzere Fahrten - und die am besten nach einem Regenschauer. Solltest du unterwegs trotzdem Husten oder Atemnot bekommen, brich die Tour ab. In jedem Fall solltest du deine Allergie von einem Arzt diagnostizieren und therapieren lassen.

Hier sind einige Tipps, um eine laufende Nase beim Radfahren zu vermeiden oder zu lindern:

  1. Informiere dich vor deiner geplanten Tour über die Pollenbelastung in der Region. Tagesaktuelle Anzeigen berücksichtigen nicht nur sämtliche Allergene, sondern auch das Wetter und die Feinstaubkonzentration. Das Wetter kann die Konzertration der Pollen ebenso beeinflussen.
  2. Medikamente zur symptomatischen Bekämpfung von Allergien sind zwar rezeptfrei erhältlich, dennoch solltest du bei Beschwerden einen HNO-Arzt aufsuchen. Eine nicht oder schlecht behandelte Allergie kann chronisch werden und einen Etagenwechsel zur Folge haben. Um die Symptome von Heuschnupfen zu bekämpfen, gibt es eine Reihe an Medikamenten, zum Beispiel Antihistaminika, meist in Form von Spray oder Tabletten.
  3. Morgens ist die Pollenkonzentration in der Stadt am geringsten. Beton und Asphalt speichern die Wärme und sorgen für eine ausgeprägte Thermik. Auf dem Land kannst du abends hingegen besonders gut fahren. Passe die Ausflüge oder Trainingszeiten deiner Umgebung an und behalte dabei auch das Wetter im Auge.
  4. In der Allergiesaison freuen sich sogar Fahrradfahrer über Regenwetter. Das Wasser spült die Pollen regelrecht aus der Luft.
  5. Radfahren setzt einen klaren Blick voraus. Allergische Reaktionen wie geschwollene oder juckende Augen können deine Sicht beeinträchtigen. Um den Kontakt zwischen Augen und Pollen zu reduzieren, kannst du eine Sportbrille mit Seitenschutz tragen. Eine Mütze verhindert, dass sich Pollen in deinen Haaren absetzen.
  6. Nach deiner Tour solltest du deine Kleidung am besten sofort waschen, da die Pollen daran haften bleiben. Wenn du deine Montur nicht gleich reinigen kannst, solltest du sie nicht im Schlafzimmer aufbewahren.
  7. Die Dusche nach dem Sport tut nicht nur gut, sondern kann auch Allergiesymptome lindern, denn sie spült anhaftende Pollen weg.
  8. Eine Allergie kann sich negativ auf deine Leistungsfähigkeit auswirken. Viele Allergiker nehmen Medikamente, schlafen unruhig und fühlen sich körperlich geschwächt.
  9. Am Meer und in den Bergen ist die Pollenbelastung eher gering.
  10. Achten Sie auf ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Stellen Sie beispielsweise einen Luftbefeuchter oder ein Schüsselchen mit Wasser auf.
  11. Bei allergischem Fließschnupfen kann eine Hyposensibilisierung zum Erfolg verhelfen.

Was tun bei Fließschnupfen?

Folgende Hausmittel könnten Ihren Körper dabei unterstützen, Allergene oder Viren/Bakterien schneller von der Nasenschleimhaut zu entfernen:

  • Nasenspülung mit Kochsalzlösung (Nasendusche)
  • Gesichtsdampfbäder
  • Inhalationen (Kamille oder Salzwasser)

Im Falle von starken Infekten können auch Medikamente zur Abschwellung der Nasenschleimhaut den Leidensdruck reduzieren, etwa ein abschwellendes Nasenspray. Bei allergischem Fließschnupfen können Globuli, Antihistaminika oder Allergietabletten die Symptome lindern. Dies bringt jedoch keine Heilung, sondern nur eine Linderung der Belastung durch den Fließschnupfen.

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