Fahrrad Fakten: Was Sie über das Radfahren in Deutschland wissen sollten

Beinahe jeder Deutsche besitzt ein Fahrrad oder E-Bike. Das Zweirad ist für uns Fortbewegungsmittel, Freizeitobjekt und Spaßfaktor in einem. Radsport boomt: Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) feierte dieses Jahr zum zehnten Mal in Folge einen Mitgliederzuwachs.

Wer meint, ein Verstoß als Radfahrer sei nicht so schlimm, der täuscht sich: Es drohen Bußgelder und auch der Führerschein kann in Gefahr sein. Bußgelder und Punkte gibt es auch für Radfahrer. Wer alkoholisiert Fahrrad fährt, riskiert seine Fahrerlaubnis. Radler haben keinen Vorrang an Fußgängerüberwegen mit Zebrastreifen.

Bußgelder und Gesetze für Radfahrer

Hier sind einige wichtige Informationen zu Bußgeldern und Gesetzen für Radfahrer in Deutschland:

  • Wenn der Bußgeldkatalog keinen extra Tatbestand für Radfahrer enthält, reduziert sich der vorgesehene Bußgeldregelsatz um die Hälfte.
  • Schon eine Fahrt mit ab 0,3 Promille kann strafbar sein, wenn Sie entsprechende Ausfallerscheinungen haben.
  • Ab 1,6 Promille gilt die Alkoholfahrt auch ohne Ausfallerscheinungen als Straftat. Dafür gibt es Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg und eine Geldstrafe von etwa 30 Tagessätzen.
  • Zusätzlich wird ab 1,6 Promille eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Wer diese nicht besteht, verliert auch seine Fahrerlaubnis.
  • Für Radfahrer gelten an Ampeln mit Radwegen eigene Lichtzeichen bzw. Fahrradampeln. Sind keine vorhanden, sind für Radfahrer die Ampeln für den Fahrverkehr entscheidend.
  • Ja, als Radfahrer dürfen Sie vorsichtig und langsam an stehenden Fahrzeugen vorbeifahren, wenn genügend Platz ist.

Gehweg, Radweg und mehr

  • Nur wenn das Zusatzzeichen "Radfahrer frei" aufgestellt ist, dürfen Radfahrer mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg fahren. Auch in Fußgängerzonen kann das Radeln durch dieses Schild frei gegeben werden.
  • Das Fahrrad auf dem Gehweg schieben ist erlaubt, wenn Sie dabei keine Fußgänger behindern.
  • Ist kein Radweg vorhanden, müssen Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr den Gehweg benutzen, bis zum vollendeten zehnten dürfen sie ihn benutzen. Fußgänger haben dabei immer Vortritt und dürfen nicht gefährdet werden. Der Nachwuchs darf deshalb nur langsam fahren. Eine Aufsichtsperson ab 16 Jahren darf Kinder unter 8 Jahren ebenfalls mit dem Fahrrad auf Gehwegen begleiten.

Helmpflicht und Musikhören

  • Nein. Ein Helm ist aber jedem Fahrradfahrer zu empfehlen. Sollte Radfahren als Sport betrieben werden, trägt der Radfahrer zudem bei einem Unfall eine Mithaftung, wenn er keinen Helm trägt - auch wenn ihn sonst kein Verschulden trifft.
  • Ja, solange sie nicht zu laut aufgedreht ist. Die Musik darf auf keinen Fall das Fahren oder die Wahrnehmung beeinträchtigen. Das gilt auch für Kopfhörer und Ohrstöpsel.

Zebrastreifen und Radwege

  • Der Vorrang an einem Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen (Zeichen 293) gilt zwar ausschließlich für Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Aber ein Radfahrer darf über den Zebrastreifen fahren, muss dabei allerdings den Querverkehr durchfahren lassen.
  • Wenn ein Radfahrer möchte, dass der Verkehr wie bei Fußgängern anhält, muss er dort absteigen und sein Rad über den Zebrastreifen schieben.
  • Grundsätzlich dürfen auch Radfahrer die Fahrbahn benutzen. Die Benutzung des Radweges kann allerdings durch drei Verkehrszeichen angeordnet werden.
  • Ist ein links verlaufender Radweg durch die genannten Verkehrszeichen in der Gegenrichtung freigegeben, so besteht in dieser Fahrtrichtung ebenfalls Benutzungspflicht. Für Rennradfahrer gibt es keine Ausnahmen von der Radwegbenutzungspflicht. Auch sie müssen vorhandene Radwege nutzen, wenn es vorgeschrieben ist und die Benutzung für sie zumutbar ist.
  • Es gibt unterschiedliche Arten von Verkehrswegen für Radfahrer: Radwege, Radfahrstreifen, Schutzstreifen und Fahrradstraßen. Mit Pop-up-Radwegen ist in den vergangenen Jahren ein neue Form entstanden. Dabei werden vorübergehend Fahrbahnen für den Autoverkehr in Radwege umgewandelt. Sie sind gelb markiert.

Nebeneinander fahren und Bundesstraßen

  • Ja, sie dürfen nebeneinander fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Für Kfz, die Radfahrer überholen möchten, gilt: Sie müssen einen Mindestabstand zu Radfahrern, Fußgängern und E-Scootern halten. Außerorts sind das mindestens zwei Meter, innerorts 1,5 Meter. Übrigens: Auch für Radfahrer gilt das Rechtsfahrgebot. Sie dürfen nicht mitten auf der Fahrbahn fahren, sondern müssen sich möglichst weit rechts halten.
  • Das kommt auf die genaue Kennzeichnung der Straße an. Ein quadratisches blaues Schild (Zeichen 331.1) mit einem weißen Auto darauf weist die Straße als Kraftfahr- bzw. Schnellstraße aus. Hier gilt eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h. Das heißt, Fahrradfahrer sind hier nicht auf der Fahrbahn erlaubt. Auf Bundes- und Landstraßen ohne Verkehrszeichen 331.1 schon. Auch hier gilt: Gibt es einen benutzungspflichtigen Radweg, müssen Fahrradfahrer dort fahren.
  • Ja, aber es muss dabei immer die persönliche Eigenart des Tieres berücksichtigt werden. Größere, schnell laufende Hunde dürfen von Fahrrädern aus an der Leine geführt werden, wenn das mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist.

Weitere interessante Fakten rund ums Radfahren

Klimaschutz durchs Fahrradfahren: Wer seinen täglichen Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurücklegt und auf das Auto verzichtet, tut etwas für seine Gesundheit und das Klima unseres Planeten - das ist Fakt. Bereits bei einem sehr kurzen Arbeitsweg von nur fünf Kilometern spart aufs Jahr gerechnet ca. Günstiges Vergnügen: Im weltweiten Schnitt kostet ein Fahrrad 189€. Dabei sind sowohl einfache Fahrräder als auch komplexe und gut ausgestattete E-Bikes miterfasst. Durch den steigenden Marktanteil der im Schnitt teureren E-Bikes ist der Preis in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Immer mehr E-Bikes: Ein immer größerer Anteil der verkauften Räder entfällt auf E-Bikes. Schlauer durchs Fahrradfahren: Räumliche Vorstellungskraft, Konzentrationsfähigkeit und sogar die Anzahl der Nervenzellen im Hippocampus erhöhen sich bei regelmäßigem Radfahren. Fahrradfahren als Grundfertigkeit: Bei einer Erhebung gaben 97% der Deutschen an, auf einem Fahrrad fahren zu können. Zum Vergleich: Bei einer DLRG Umfrage gaben immerhin 12% an, nicht bzw. Raus in die Natur: Im Jahr 2020 haben wir Deutschen etwa 330.000.000 Tagesausflüge mit dem Rad unternommen. Das sind etwa doppelt so viele, wie noch zwei Jahre zuvor.

Bereits 2017 wurden mehr als 200.000 Diensträder verwendet. Anbieter wie Jobrad und Co. Packesel Fakt: Der Absatz von Lastenrädern zum Transport von Einkäufen, Haustieren und dem eigenen Nachwuchs ist 2020 auf ca. 78.000 gestiegen. Fleißige Diebe: Die Zahl der jährlich in Deutschland gestohlenen Räder geht zwar weiter leicht zurück - 300.000 Räder wurden dennoch zuletzt pro Jahr entwendet. Kuriose Rekorde: Das Fahrrad ist nicht nur praktisch, auch kuriose Rekorde werden immer wieder aufgestellt. Keine Angst: Nach Vorstellung des Fahrrads warnten Wissenschaftler davor, der ständige Fahrtwind könnte zu einem „Fahrradgesicht“ führen. Fahrradfahren verboten: Einen schönen Radausflug an die Nordsee? Ja, aber bitte nicht nach Helgoland. Hier ist das Radfahren verboten. Eine Ausnahme wird lediglich für Kinder gemacht, zwischen Oktober und April darf der Nachwuchs radeln.

Unfallstatistik und Sicherheit

Jahr für Jahr verunfallen tausende Radfahrer auf deutschen Straßen. Während 20% der Radfahrer ohne Unfallgegner verunglücken, waren bei den restlichen 80% hauptsächlich Autofahrer als Unfallgegner dabei. Schutz vorm „Dooring“: Das Erfassen von Radfahrern durch das plötzliche Öffnen der Fahrertür eines geparkten PKW gehört zu den gefährlichsten Unfallhergängen. In den Niederlanden hat man bereits in der Fahrschule eine gute Prävention entwickelt: Beim so genannten „Dutch Reach“ wird die Fahrertür mit rechts geöffnet - durch die notwendige Drehung im Oberkörper werden Autofahrer genötigt, einen Schulterblick zu machen und so Unfälle verhindert.

Bis zur erneuten Erfindung des Luftreifens im Jahr 1888 waren Fahrräder mit Vollgummireifen oder geschmiedeten Eisenrädern ausgestattet. Neben einer nennenswerten Gewichtsreduzierung nahm vor allem auch die Lärmbelästigung durch Fahrräder drastisch ab - Pannensets zum Flicken der Reifen waren hingegen wohl bereits wenige Monate nach Einführung des Reifens erhältlich. Bei einer Auktion wurde das Tour de France Rennrad von Radprofi Lance Armstrong versteigert. Bereits 1817 wurde die „Schnelllaufmaschine“ im damaligen Preußen entwickelt.

Durch regelmäßiges Radfahren steigt das allgemeine Wohlbefinden. Bewegung und frische Luft setzt Endorphine frei und trägt zur aktiven Stressminimierung bei. Schutz vor Infekten und Atemwegserkrankungen: Durch das Stärken der Atemmuskulatur und eine verbesserte Belüftung der Lunge durch das Radfahren wird das Immunsystem und die Lunge gestärkt.

E-Bike-Boom

Seit Jahren boomt das Geschäft mit E-Bikes und Pedelecs. Wie viele sind in Deutschland unterwegs? Und warum steigen Menschen überhaupt in den Sattel?

  • 2019 gaben immerhin 42 Prozent an, beim nächsten Fahrradkauf ein E-Bike beziehungsweise ein Pedelec gegenüber einem mit reiner Muskelkraft betriebenen Rad zu bevorzugen. Und das setzen sie auch in die Tat um: 2020 waren 38 Prozent (1,95 Millionen) der verkauften Räder elektrisch - doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Der Bestand hat sich auch entsprechend von 3,0 Millionen im Jahr 2016 auf 7,1 Millionen im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Damit fährt rund jedes elfte Rad heute elektrisch.
  • Fahrradhändler freuen sich über die steigende Nachfrage nach E-Bikes. Denn ein Standard-E-Bike kostete 2020 mehr als 2.800 Euro, deutlich mehr also als die 1.279 Euro für ein Durchschnittsfahrrad. Unter allen Modellen sind E-Bikes damit die teuersten, noch vor Rennrädern (2.313 Euro) und Mountainbikes (1.415 Euro).
  • Vergangenes Jahr verkauften sie in Deutschland Fahrräder und E-Bikes in einem Gesamtwert von 6,44 Milliarden Euro. Ein großer Unterschied zum Vorjahr: 2019 lag der Umsatz noch bei 4 Milliarden Euro, 2018 nur bei gut 3 Milliarden Euro.

Weniger Fahrraddiebstähle, mehr Unfälle

  • Doch entweder werden Letztere schlechter - oder die Fahrradschlösser besser. Woran es auch liegen mag: Die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Fahrraddiebstahl ist deutlich gesunken. 1994 wurden noch fast 530.000 Fahrräder geklaut. 2020 wurden nur rund 260.000 Räder geklaut - noch mal ein klarer Rückgang seit den Anfängen des E-Bike-Booms vor einigen Jahren, als die Diebstahlzahlen meist über 300.000 lagen, und der niedrigste Wert der vergangenen 33 Jahre.
  • Möglicherweise ist auch deshalb die Zahl der Fahrradunfälle gestiegen. Nachdem in den Jahren zuvor die Zahl der in Unfälle involvierten Radfahrer in der Regel zwischen 70.000 und 80.000 schwankte, waren es 2018 plötzlich 88.000. Auch 2019 blieb die Zahl hoch. Und die Zahl der getöteten Fahrradfahrer steigt nach 40 Jahren konstanten und deutlichen Rückgangs seit 2017 wieder - wenn auch nur leicht (2017: 382, 2019: 445).

E-Bikes im Alltag

  • Die meisten verkauften E-Bikes sind auf längere Fahrradtouren durch die Natur ausgelegt. Rund zwei Drittel der verkauften Pedelecs waren 2020 Trekking- oder Mountainbikes. Dadurch können neben ambitionierten Sportlern auch Hobbyradler längere Touren durch die Natur bewältigen. Dagegen war nur gut ein Viertel für den Stadtverkehr vorgesehen. Aber immerhin 4 Prozent der E-Bikes waren Lastenräder - damit lassen sich schwere Einkäufe und Lieferungen deutlich leichter transportieren.
  • Top-Motivator dafür, in die Pedale zu treten, ist laut einer Umfrage der Umweltschutzgedanke (56 Prozent). Es folgen Gesundheit (48 Prozent), geringere Kosten (44 Prozent) und Flexibilität (37 Prozent). Und: 29 Prozent macht das Radfahren einfach mehr Spaß - ob mit oder ohne E-Bike. Am häufigsten kommt das Rad auf dem Weg zum Einkaufen zum Einsatz. Aber auch der Weg zur Schule, Uni oder Arbeit ist ein oft genannter Nutzungsgrund.

Radsport und seine Vorteile

Radsport ist weit mehr als Tour de France und Rennrad: Er vereint viele Disziplinen, vom Straßenradsport, Bahn und Mountainbike über BMX, Cyclocross und Gravel bis zu Hallenradsportarten wie Kunstradfahren, Radball oder Einradfahren. Radfahren ist ein echtes Wundermittel für Körper und Geist. Schon 4,5 Kilometer täglich senken laut WHO-Studien das Risiko für Herzinfarkt um bis zu 50 %. Auch das Risiko für bestimmte Krebsarten sinkt durch regelmäßige Bewegung. Zusätzlich wirkt Radfahren wie ein Booster für das Gehirn: Es verbessert die Konzentrationsfähigkeit, kurbelt die Kreativität an und kann sogar depressive Symptome lindern.

Als emissionsfreies Verkehrsmittel reduziert es CO₂, Feinstaub und Lärm. Im Vergleich zum Auto können pro Kilometer rund 150 Gramm CO₂ eingespart werden. Im Alltag summiert sich das schnell. Gleichzeitig verbessert Radfahren die Luftqualität in Städten und sorgt für mehr Lebensqualität. Radsport ist ein Teamsport, obwohl man allein im Sattel sitzt. Im Verein, bei Ausfahrten oder Feierabendtouren entstehen schnell neue Kontakte. Studien zeigen: Gemeinsames Sporttreiben verbessert das seelische Wohlbefinden, senkt Stress und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl.

Zahlen und Fakten im Überblick

Wie viele Fahrräder gibt es in Deutschland? Wie viele Stunden Sex entsprechen einer auf dem Fahrrad? Was sparen Radfahrer der Volkswirtschaft? Und was ist der Rekord für die längste in 24 Stunden gefahrene Strecke auf dem Fahrrad?

Einige interessante Zahlen

  • 73.000.000 Fahrräder gab es laut Zweirad-Industrie-Verband 2016 in Deutschland. Das sind rund 0,9 Fahrräder pro Person. Oder anders ausgedrückt: Im Schnitt besaß 2016 nahezu jeder Mensch in Deutschland ein eigenes Fahrrad.
  • Ein Mensch, der regelmäßig mit dem Rad fährt, zum Beispiel zur Arbeit pendelt, spart den Gesundheitssystemen 2000 Euro pro Jahr. Das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ermittelt.
  • Aufgestellt hat ihn der österreichische Ultra-Radfahrer Christoph Strasser Mitte Oktober 2017. Einen vollen Tag lang fuhr er auf der Radrennbahn in Grenchen im Kreis. Dabei umrundete der Langstreckenfahrer die 250 Meter lange Bahn 3767 Mal mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 39,24 km/h. Außerdem ist Strasser auch amtierender Titelträger des Race Across America, dem Ultramarathon-Radrennen, das von der West- zur Ostküste der USA führt.
  • So viele Kalorien verbraucht ein Mensch durchschnittlich während einer Stunde Fahrradfahren. Das sind so viel wie zwei Stunden Rasenmähen oder sieben Stunden Sex.
  • Euro muss ein Autofahrer in Deutschland zahlen, wenn er auf einem Radweg parkt. Das ist im europaweiten Vergleich das niedrigste Bußgeld.

Rund 300.000 Fahrräder werden laut Polizei jährlich in Deutschland geklaut. Das sind fast 822 Räder am Tag. Und dabei werden nur die bei der Polizei angezeigten Fälle miteinbezogen, die Dunkelziffer liegt vermutlich in ähnlichen Sphären. Um ganze acht Prozent lässt sich der Luftwiderstand von Radrennfahrern verringern - wenn sie ihre Beine rasieren. So lautet zumindest die Erkenntnis aus einem Windkanaltest, der im Frühjahr 2017 in Kalifornien durchgeführt wurde.

Geschwindigkeiten und Fahrverhalten

Die Durchschnittsgeschwindigkeiten beim Fahrradfahren liegen für Ungeübte bei 10 km/h bis 20 km/h. Bei der Tour de France liegt die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit eines Fahrers bei 41 km/h. normale Fahrräder liegt seit 2005 bei 50 km/h, mit besonders aerodynamischen Fahrrädern bei 56 km/h. Verlagert der Fahrer sein Gewicht auf das Hinterrad, sind geringere Lenkkräfte nötig. Richtungskorrekturen. Beugt man sich vor und belastet das Vorderrad, sind größere Lenkkräfte nötig.

Für jeden Fahrradtyp gibt es hierzu eigene Richtlinien, für die die eigene Schrittlänge zu beachten ist. positioniert und anschließenden waagrecht bzw. parallel zum Boden gehalten werden.

Irrtümer und Fakten zum Radfahren

  • Tatsächlich können längere Ausfahrten im Rennsattel zu einem Taubheitsgefühl im Genital führen. Dann sind mehrtägige Pausen angesagt. Und theoretisch sind auch Erektionsstörungen denkbar, die aus der mangelhaften Blutversorgung im Genitalbereich resultieren. Wer sich dennoch sorgt oder hin und wieder Taubheitsgefühle hat: Ein breiterer, gut gepolsterter Sattel kann eine Lösung sein.
  • Alle anderen können, müssen aber nicht befahren werden. Meist handelt es sich bei den nicht gekennzeichneten Radwegen nämlich um solche, die den Anforderungen der StVO nicht entsprechen. Zudem wird man als Radfahrer auf der Fahrbahn besser wahrgenommen.
  • Allerdings ist die Promillegrenze beim Radfahren recht hoch angesetzt: Theoretisch erlaubt sind immerhin bis zu 1,6 Promille. Wer allerdings einen Unfall verursacht oder auch nur auffällig fährt, der muss schon ab einem Blutalkoholwert von 0,3 Promille mit empfindlichen Sanktionen rechnen.
  • Tatsächlich sah die StVO lange vor, dass ein verkehrstaugliches Fahrrad mit einen fest montierten Dynamo ausgestattet sein musste. Das gilt seit 2013 nicht mehr.
  • Doch, dürfen sie. Macht zwar kaum jemand (außer mit Lastenrädern oder Rädern mit Anhänger), ist aber nicht verboten. Warum auch? Autofahrer tun es ja auch - und nehmen dabei sehr viel mehr Platz weg. Grundsätzlich aber kann man sein Zweirad sowohl auf dem Gehweg als auch auf der Fahrbahn abstellen.
  • Tatsächlich ist es grundsätzlich erlaubt, sich beim Radeln mit aufmunternden Beats zu motivieren. Aber die Menge macht das Gift: Wer sich zu laut beschallt, vermindert seine Reaktionsfähigkeit im Verkehr.
  • So lange die Radfahrer den Verkehr nicht behindern, dürfen sie nebeneinander fahren. Und es gibt noch zwei weitere Fälle, in denen nebeneinander gefahren werden darf: Sobald 16 oder mehr Radfahrer und Radfahrerinnen gemeinsam unterwegs sind, spricht man von einem geschlossenen Verband - und der darf paarweise fahren. Auch in gekennzeichneten Fahrradstraßen ist es erlaubt.

Aktuelle Zahlen aus der Fahrradbranche (Stand 2024)

Hier eine Tabelle mit aktuellen Zahlen aus der Fahrradbranche in Deutschland:

Kennzahl Wert (2024) Quelle
Anzahl der E-Bikes in Deutschland 15.700.000 ZIV
Verkaufte E-Bikes in Deutschland 2.100.000 ZIV
Gesamtumsatz mit Fahrrädern und E‑Bikes in Deutschland 6.300.000.000 Euro ZIV
Durchschnittspreis eines Fahrrads (inkl. E-Bikes) 1.645 Euro ZIV
Anzahl der verkauften Lastenräder in Deutschland 220.500 ZIV

Diese Zahlen verdeutlichen die wachsende Bedeutung von E-Bikes und Lastenrädern auf dem deutschen Markt.

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