Um sich auf langen Strecken besser zu orientieren, ist das Smartphone immer mit dabei. Aber wie lässt sich die Navigationshilfe sicher am Motorrad befestigen? Immerhin sind mit einem Zweirad kurze wie lange Ausflüge problemlos möglich. Auf unbekanntem Terrain kommt dabei das Smartphone zum Einsatz, um das Fahrzeug sicher zum Ziel zu navigieren.
Warum eine Navi Halterung am Motorrad wichtig ist
Da moderne Handys sündteuer sein können, ist eine zuverlässige und stabile Halterung wichtig. Außerdem sollte sie sämtliche Vibrationen auch auf schlechtem Untergrund eliminieren, sehr variable Justierungsmöglichkeiten für den Betrachtungswinkel und praktische Einhandbedienung bieten.
Die Qual der Wahl: Verschiedene Halterungstypen
Ob für Fahrräder, Autos oder Motorräder: Handyhalterungen für Fahrzeuge gibt es in Hülle und Fülle. Um herauszufinden, welches Modell in puncto Sicherheit und Komfort am besten geeignet ist, hat das Magazin Auto Bild zehn verschiedene Produkte (unter 100 Euro) einem Praxistest unterzogen.
Testkriterien und Ergebnisse
Nachdem die unterschiedlichen Halterungen am Fahrzeug montiert wurden, galt es herauszufinden, inwiefern die Sicht auf das Cockpit während der Fahrt beeinträchtigt wird und wie gut die Modelle auf Erschütterungen reagieren - sprich es ging vor allem um die Frage nach der Sicherheit und Stabilität.
Laut Auto Bild erwies sich die Montage der Handyhalterung von SP Connect als komplizierter als gedacht, mit der beiliegenden Gebrauchsanleitung (Achtung: sie besteht nur aus Piktogrammen) war sie dennoch schaffbar. "Dafür erhält der Kunde bestens verarbeitete Frästeile aus Aluminium, keinerlei störende Grate an den Haltern und einen praktischen, hochwertigen Kurbelverschluss für die universelle Größenverstellung der Handyaufnahme", lautet das Resümee des Magazins und ergänzt: "Bei gründlicher Montage verdeckt das Handy das Cockpit nicht und befindet sich in optimaler Entfernung zum Fahrer". Ebenfalls positiv bewertet wurde, dass die Motorrad-Handyhalterung für alle gängigen Smartphones (und alle Standard-/Oversize-Lenker) geeignet sein soll.
Dabei herausgekommen ist, dass die Moto-Bundle-Handyhalterung von SP Connect mit ihrer patentierten "Twist-Lock" Befestigungstechnologie am meisten überzeugen konnte. Doch warum eigentlich?
Ebenso sollte der vielleicht nur gelegentlich montiere Tankrucksack im Reiseformat einmal aufgesattelt werden. Hier zeigte sich im Test, dass die gut im Blickfeld befestigten Halterungen samt Handy beim Lenkereinschlag früh am Tankrucksack anlagen.
Wichtige Aspekte beim Kauf
Achten Sie beim Kauf in jedem Fall auf eine möglichst stabile und sichere Montage.Der erste Schritt ist die sichere und korrekte Montage einer Handyhalterung: Komfortabel ist es schon, wenn sich eine Klemmschelle mit Rändelschraube nach kurzer Zeit stramm und sicher am Lenker des Motorrades befindet. Werkzeugfreie Montage ist praktisch und wohl nur unter dem Betrachtungspunkt der Diebstahlsicherheit nicht ideal. Manche Hersteller im Test setzen auf klassische Verschraubungen der Klemmschellen mit einer oder zwei Innensechskantschrauben. Das ist zwar für Langfinger weniger schnell demontiert, kann aber je nach Lenkerart und Konfiguration des Cockpits Probleme bereiten, wenn etwa die Schrauben in der optimalen Position der Klemme nur schlecht festzuziehen sind oder die Schrauben unten lang aus dem Gewinde hervorstehen und an einem Fahrzeugteil anstoßen.
Zu bedenken ist auch der freie Lenkeinschlag nach rechts und links sowie in beide Ausrichtungen der Halterung horizontal und vertikal, sofern die Option gegeben ist.
Lenkerdurchmesser können je nach Modell und Typ des Motorrades sehr unterschiedlich ausfallen, bei konifizierten Griffstangen verjüngt sich der Durchmesser von der Klemmung nach außen hin sogar. Dafür müssen bei den Halterungs-Sets möglichst viele verschieden dicke Gummieinsätze für die Klemmschellen beigelegt sein.
Praktisch sind sie allerdings, wenn sich auf dem Lenker partout kein Platz für die manchmal recht große Halterung finden lässt. Auch lässt sich das Handydisplay so besser und direkter in das Blickfeld bringen, der Weg der Augen vom Verkehrsgeschehen hin zur Information wird kürzer. Über das Aussehen dieses Montageortes lässt sich trefflich streiten. Ein klares Manko hingegen ist es, wenn der Adapter für die Halterung zu dick bemessen ist. Das klingt einfach, jedoch muss auf ein kleines, aber essenzielles Detail geachtet werden: Bei dem Spiegel des verwendeten Testmotorrades zum Beispiel lugten nach dem Aufstecken des Halterungsadapters nur noch wenige Millimeter des Gewindebolzens hervor. Zu wenig für eine sichere Verschraubung des Spiegels. Als Faustregel sollte immer mindestens so viel Gewinde eingedreht werden können, wie es dem Gewindedurchmesser entspricht.
Auf langen Touren kann der Akku mächtig gefordert werden, wenn die Displayhelligkeit auf max. steht und gleichzeitig GPS und mobile Daten für möglichst genaue Orientierung sorgen. Spielt dann noch die Lieblingsmusik via Bluetooth in das im Helm verbaute Headset, ist der Energiespeicher schnell auf null Prozent. Die externe Powerbank im Tankrucksack ist als Krücke okay, eleganter ist die Lademöglichkeit über einen USB-Anschluss in der Halterung oder sogar induktives Laden, wenn das Handy dafür geeignet ist.
Länge, Breite und Höhe aktueller Handys unterscheiden sich zum Teil extrem. Das muss bei den Innenabmessungen der Halterungen bedacht werden. Insbesondere bei der angegebenen maximalen Dicke (Höhe) sind die Werte oft knapp oder Angaben kaum nachvollziehbar. Wenn dann noch besonders robuste und dicke Outdoormodelle oder normale Handys in wasserdichten Hüllen (Cases) sicher eingeklemmt werden sollen, muss reichlich Platz vorhanden sein. Mindestens elf oder zwölf Millimeter hoch sollten die Schutzecken der Halteärmchen innen sein.
Ob das Smartphone in der Halterung festgeschraubt, per Federklemmung, Magnet (für die meisten Handys kein Problem, mit dem Hersteller klären!) oder Bajonettverschluss gehalten wird, ist letztlich Geschmackssache. Jede Methode kann bei ordentlich durchdachter Ausführung und Konstruktion das Handy sicher halten. Praktisch ist es auch, wenn sich der Betrachtungswinkel des Displays ohne Werkzeug ändern lässt. Auch die schnelle Formatänderung von hoch nach quer sollte im Idealfall ohne Werkzeug und Einhand während der Fahrt möglich sein.
In vielen Smartphone-Modellen sind sehr sensible Mechanikbauteile oder Sensoren etwa zur Bildstabilisierung integriert. Apple schreibt dazu beispielsweise recht allgemein: „Motorradmotoren mit hoher Leistung und großem Hubraum erzeugen intensive Vibrationen mit hoher Amplitude, die über das Fahrgestell und den Lenker übertragen werden. Es kann also zu Schäden kommen, muss aber nicht. Letztlich bleibt ein gewisses Risiko. Und die Entscheidung, ob das Smartphone am Lenker montiert wird oder nicht, muss jeder für sich treffen.
Detaillierte Betrachtung einiger Modelle
Quad Lock Handlebar Mount Pro
Der neue Testsieger Quad Lock Handlebar Mount Pro ist ein Klassiker am Motorradlenker. Er überzeugt durch sehr stabile und sichere Montage an der Griffstange, festen Halt des Handys und Einhandbedienung. Stabile, sehr sichere aber auch teure Handyhalterung mit einer Vielzahl an Ausstattungsoptionen.
Seit fast 15 Jahren tüfteln Zwei- und Mehrradbegeisterte bei Quad Lock an Smartphonehalterungen aller Art. Auf Motorrädern haben sie sich weltweit fast zum Standard entwickelt. Im Lieferumfang befinden sich die geschraubte Lenkerklemme und ein 50 mm langer Verlängerungsarm, beide edel aus Aluminium gefräst und schwarz eloxiert, dazu der sogenannte Indexkopf mit der eigentlichen Verriegelungsmechanik. Für perfekten Sitz am Lenker hat Quad Lock vier Adaptereinsätze (22,2 mm, 25,4 mm, 28,6 mm und 31,8 mm) beigelegt. Das ist eine vergleichsweise sehr große Auswahl, andere Hersteller bieten ab Werk meist nicht so viele Anpassungsmöglichkeiten. Auch ein passender Innensechskantschlüssel sowie eine extra lange Schraube für ein Distanzstück (nicht im Lieferumfang) zwischen Verlängerungsarm und Klemme sind enthalten.
Als Extra muss die zum Indexkopf passende Klebehalterung oder ein entsprechendes Case für das Smartphone gekauft werden. Die Montage des fest verschraubten Halters mit insgesamt drei Variablen zieht sich. Bis die richtige Position gefunden ist, vergehen etliche Minuten, die Einstellungsmöglichkeiten sind groß. Das ist auch gut so, denn schließlich dürfen keine wichtigen Infos oder Schalter im Cockpit verborgen werden. Der Wechsel der Displayposition vom Hoch- ins Querformat lässt sich beim Einklicken des Smartphones bequem wählen, ohne schrauben zu müssen. Allerdings kann das Format nicht während der Fahrt spontan an den Sonnenstand angepasst werden, dafür sollte man einen kurzen Stopp einlegen. Beim Fahrtest auf grobem Kopfsteinpflaster mit straffen Fahrwerkseinstellungen zeigt sich die Halterung stabil. Anders sieht es auf den gleichen Strecken mit montiertem Dämpfer aus. Schon im Stand ruckelt das Handy im Takt des Boxermotors mit und zeigt sich sehr sensibel. Auf der anschließend flott gefahrenen Holperstrecke wackelt das Gerät stark und mehr als ohne den Dämpfer, kleine Infos auf dem Display sind nicht mehr zu erkennen. Auch auf der Schnellstraße bewegt sich das Handy mehr als ohne das dämpfende Zusatzteil.
SP Connect Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+
Das Gesamtsortiment von SP Connect ist riesig, da gibt es für jede Anforderung eine optimale Lösung. Die hier getestete 3in1-Smartphone-Halterung Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+ trumpft mit Einhandbedienung und einwandfreier Verarbeitung auf.
Im Fahrtest zeigt die 3in1 von SP Connect mit dem Anti-Vibrations-Modul beste Ergebnisse. Dank des Moduls dringen selbst auf der nahezu unerträglichen Kopfsteinpflaster-Strecke nur minimale Vibrationen bis zum Handy durch, alle Informationen bleiben nicht nur gut erkennbar, sondern auch ablesbar. Auf der Schnellstraße gibt es keine Ruckeleien, das System ist sehr stabil. Mit einer Innensechskantschraube klemmt sich die Metallschelle sehr fest an den Lenker, ein etwa zehn Zentimeter langer Metallarm kann daran in feinsten Schritten bis zum optimalen Winkel per Schraube ausgerichtet werden. Die eigentliche geschraubte Telefonhalterung aus Kunststoff verbleibt zumindest während der Tagestour am Handy. In ihr befindet sich das Gegenstück zum Drehverschluss, das das Einhand eingesetzte Telefon sehr zuverlässig und stramm hält. Nur mit Werkzeug lässt sich die Halterung von hoch nach quer drehen. Bis allerdings Schelle, Auslegerarm und Bajonett korrekt und auch bei den Formatvarianten sicher zusammenpassen, ist viel Tüftelarbeit angesagt. Ohne Werkzeug lässt sich die Position hier später nicht mehr ändern. Bei der getesteten Ausführung ist die Dicke des Handys auf ca. elf Millimeter limitiert.
SP Connect bietet ein riesiges Sortiment an Sets, Zubehör, Auswahlmöglichkeiten und Ersatzteilen an, hier findet sich für jede Konfiguration geeignetes Material. Auch Halterungen mit Ladefunktion sind im Programm. Die vielen Positionierungsmöglichkeiten, die sichere Verriegelung des Handys am Halter und die komfortable Einhandbedienung machen das gute System einzigartig.
Quad Lock Mirror Mount
Als gute und zugleich sehr kompakte Halterung für die Spiegelstange zeigt sich im Test die Quad Lock Mirror Mount. Einhandbedienung und fester Halt überzeugen.
Aus dem sehr umfangreichen Halterungs-Angebot von Quad Lock haben wir die kleine, verschraubte Befestigung Quad Lock Mirror Mount mit und ohne Dämpferelement getestet. Das Handydisplay ist in beiden getesteten Fahrsituationen bestens abzulesen. Das mag auch an dem sehr kompakten Aufbau liegen, ein Verlängerungsärmchen fehlt hier, das Smartphone liegt mit nur ca. 2,5 cm Abstand dicht an der Spiegelstange (oder der dünnen Querstange von älteren Enduro-Lenkern). Immerhin drei Adapter liegen der Spiegelhalterung bei, so kann sie an 10, 12 und 14 mm Durchmesser angepasst werden. Ohne Gummiadapter passt der Halter auch an Spiegelstangendurchmesser bis 16 mm. Auch mit dem separat erhältlichen Dämpfermodul haben wir das System getestet.
Peak Design Motorcycle Bar Mount
Mit dem Prädikat »Luxusklasse« läuft die Smartphonehalterung für Motorradlenker von Peak Design Motorcycle Bar Mount. Die gefräste Aluminiumhalterung mit Kugelgelenk lässt sich sehr variabel an den Blickwinkel anpassen und mit einer Hand bedienen.
Die Peak Design Motorcycle Bar Mount ist in Ausstattung und Verarbeitung sehr gut. Ein vielfach justierbares und zur Gewichtsreduktion durchbrochenes, 6,5 cm langes Ärmchen endet in einer klemmbaren Aufnahme für den Kugelkopf der Halterung. Die Handyhalterung selbst ist mit einem nicht zu sensiblen Silikondämpfer ausgestattet, der dezent integriert ist. Darauf befindet sich die magnetische Halteplatte mit zwei kleinen, aber sehr präzise und zuverlässig einrastenden Verriegelungen. Die entsprechende magnetische Halteplatte für das Smartphone überzeugt mit großer Auflagefläche, gleichzeitig ist sie deutlich flacher als die von Quad Lock (auch als die MAG-Halterung von Quad Lock). Das erleichtert den Umgang mit dem beklebten Smartphone, es passt besser in die Hosen- oder Jackentasche. Der nicht super-sensibel gebaute Dämpfer dämpft, aber ohne allzu stark nachzuschwingen oder gar zu wackeln. Auf der groben Kopfsteinpflasterstrecke mit harter Fahrwerkseinstellung bewegt sich das Handy kaum und ist gut abzulesen. Ebenso schluckt der Dämpfer auf der glatten Asphaltstraße Vibrationen nahezu komplett, das Smartphone bewegt sich lediglich minimal. Insgesamt hinterlässt das System von Peak Design einen sehr guten Gesamteindruck.
RAM Tough Claw mit X-Grip
Der Klassiker RAM bietet Unmengen Optionen und Zubehör von Motorrad-Handyhalterungen mit Ladefunktion bis hin zu Gelenk-Verbindungsarmen. Die hier getestete Version mit Schraubklemme (Tough Claw) und der sogenannten X-Grip-Federklemmung stellt zwar eine relativ einfache Variante dar, sie macht ihren Job aber gut. Im Fahrtest dringen selbst auf grobem Kopfsteinpflaster kaum Vibrationen bis zum Handy durch, auf der Schnellstraße liegt das Smartphone absolut zitterfrei im Blick. Die recht große und sehr kräftige Fotoklemme mit Innengummierung lässt sich weit öffnen und passt so auf alle infrage kommenden Lenkerdurchmesser. Dort lässt sie sich ohne Werkzeug verschrauben, benötigt aber vergleichsweise viel Platz. Interphone und SP sind in dem Bereich viel schlanker gestaltet. Zwar verfügt diese Ausführung lediglich über ein Gelenk, das jedoch deckt einen großen Kippwinkel ab, der sich einfach ändern lässt. Der hohe Reibungswiderstand im Gelenk macht eine Überwurfmutter wie an anderen Halterungen überflüssig. Auch lässt sich die Halterung mit einer Hand und etwas Kraftaufwand zum Beispiel vom Hoch- ins Querformat verdrehen. Einhandbedienung beim Einlegen des Handys bietet RAM aber nicht: Die unter recht hoher Federspannung stehenden Metallarme des X-Grip müssen mit einer Hand geöffnet werden, gleichzeitig legt die andere das Telefon ein. Und zwar so ausgerichtet, dass seitliche Bedienknöpfe nicht betätigt werden. Das erfordert etwas Übung und gutes Zielen. Die Enden der etwa 2,4 Zentimeter hohen Arme sind mit Gummikappen überzogen, hier klemmen auch dicke Handys fest, 7-Zoll-Smartphones mit Case sind kein Problem.
Interphone Moto Crab
Als Ergebnis der Fahrtests steht bei der Interphone Moto Crab unterm Strich »nur« eine gute Note, weil das System auf Kopfsteinpflaster merklich wackelt. Hier sind die zahlreichen Gelenke Fluch und Segen zugleich, je länger eine Halterung durch Verlängerungen und Verbindungspunkte wird, desto mehr Instabilität kann entstehen. Auf der Schnellstraße gibt es nichts zu kritisieren und insgesamt macht die Konstruktion aus Kunststoff und Metall einen sehr stabilen Eindruck, wo andere Testkandidaten deutlich klappern. Für die Erstmontage muss eine Schraube per Innensechskantschlüssel festgezogen werden, für Feinjustierungen ist kein Werkzeug mehr erforderlich. Die Befestigung des Smartphones passiert nicht automatisch, zwei innen gummierte Klemmungen rechts und links müssen per Rändelschraube an die untere Hälfte der Navigationshilfe geschraubt werden, der Sitz i...
Alternativen zur klassischen Halterung
Ganz selten sieht man sie noch: die Puristen, die ihre wasserdichten Motorradkarten akkurat in den Klarsichtdeckel des Tankrucksacks gefaltet haben und sich so auf Touren orientieren. Eine noch kleinere Fraktion hat sich zusätzlich eine Art Roadbook handschriftlich notiert, ein Zettelchen, auf dem die wichtigsten Straßennamen und -nummern sowie Abbiegehinweise mit dicken Pfeilen und markante Wegpunkte vermerkt sind. Lange ist’s her!
Pro und Contra: Smartphone am Lenker
Weniger an den Halterungen für Smartphones scheiden sich die Geister, als mehr am Gerät selbst. Denn die vielfältigen Möglichkeiten, die moderne Smartphones bieten, können gleichzeitig Fluch und Segen sein.
Meinung von Service-Redakteur Thorsten Dentges
Auf Reisen schwöre ich auf Papierkarten. Wegen der guten Übersicht und weil ich keine Gedanken an Akkuladung, Software-Updates und so weiter verschwenden muss. Keep it simple! - so meine Devise. Allerdings ärgere ich mich zum Beispiel, wenn ich in der italienischen oder französischen Provinz orientierungslos verloren bin. Oder wenn ich im großstädtischen Straßenlabyrinth hilflos eine Adresse ansteuern möchte. Dann empfinde ich ein Smartphone als segensreiche Erfindung, weil es schnell wieder den Überblick verschafft. Wenn da nur nicht immer dieses lästige Herauskramen aus der Jackentasche wäre. Mit einer gut funktionierenden Halterung und dem Smartphone am Lenker sind meine zugegebenermaßen geringen Navigationsbedürfnisse gestillt, weil ich in Sekundenschnelle wieder im Bilde bin. Dann bin ich der Held, weil ich auf dem Rückweg von der Arbeit noch schnell in den Supermarkt gesprungen bin. Das Smartphone habe ich sowieso - und die überschaubare Investition in eine ordentliche Halterung für den Lenker zahlt sich schnell durch praktischen Nutzen aus.
Meinung von Daniel Lengwenus
Der Hype ums Smartphone will offensichtlich einfach kein Ende nehmen. Jetzt fangen schon Tourenfahrer an, damit ernsthaft navigieren zu wollen. Lasst doch wenigstens auf dem Motorrad mal die Hände davon! Diese Dinger halten nicht wirklich einen harten Tourentag mit allen Wettern aus. Auch nicht eingebettet in angeblich reisetaugliche, wasserdichte und gepolsterte Taschen, die heftigstem Regen standhalten sollen. Denn es bildet sich aufgrund systembedingter Erhitzung schließlich Kondenswasser und somit ein Mikroklima, das für elektronische Geräte die Hölle ist. Zudem lenken Smartphones während der Fahrt viel mehr ab als ausschließlich wegweisende Navis. Was ist, wenn von der Freundin eine Nachricht eingeht? Schnell mal lesen, um was es geht? Keine Angst, ich verdamme nun nicht alles Digitale und komme mit Karte und Kompass um die Ecke. Auch die Profis fahren mit Navi - aber mit einem richtigen. Eines, das staub- und wasserdicht und mit Handschuhen zu bedienen ist und auch mal einen Sturz verträgt.
Weitere getestete Modelle und ihre Eigenschaften
- Ullermoto Gabelbrücken-Smartphone-Tasche: Befestigung direkt an der Gabelbrücke, dämpft Vibrationen.
- Grefay Universal Handy Lenkerhalterung: Werkzeuglose Montage, geeignet für verschiedene Lenkerdurchmesser.
- Lamicall Motorrad Handyhalterung: Mit Silikondämpfern und Federn für Vibrationsschutz.
- Quad Lock Handyhalterung: Befestigung an der Bremszylinderabdeckung, Vibrationsdämpfer, optionale Wasserfestigkeit.
- Brcovan Motorrad-Handyhalterung: Vierseitige Zangenbefestigung mit Silikonarmen.
- Tiakia Handyhalterung: Aluminiumlegierung, 360 Grad drehbar, Teleskoparm mit Verriegelungsschraube.
- SPC Connect+ Moto Bundle: Wasserdichtes Weather Cover, stabile Befestigung per Drehverschluss.
- Bluefire X-Grip Universal Handyhalterung: Integrierte Ladefunktion, X-Form für schnelles Einspannen.
- Bauer Motorbike Reduced 2.0: Magnetische Tankhalterung.
- Waccet Handyhalterung: Befestigung an Rückspiegeln, wasserabweisendes Etui.
Häufig gestellte Fragen
Sind Handyhalter fürs Motorrad wasserdicht?
Nein, nicht alle Handyhalterungen fürs Motorrad sind völlig wasserdicht. Es gibt jedoch einige Modelle, die für den Einsatz bei Regen oder Nässe entwickelt wurden und stark wasserabweisend sind. Manche Hersteller bieten zusätzlich Abdeckungen für den Bildschirm an. Das ist besonders ratsam bei Handys, die nicht von Werk aus wasserdicht sind.
Was ist der beste Ort für die Motorrad-Handyhalterung?
Der beste Ort für die Handyhalterung an einem Motorrad hängt stark von den persönlichen Vorlieben und dem jeweiligen Motorradtypen ab. Insgesamt gibt es folgende Möglichkeiten:
- Lenkerhalterung: Gängigste Variante, hier wird das Handy direkt am Lenker oder an der Gabelaufnahme befestigt. Teils kann auch die Abdeckung des Bremszylinders als Basis herhalten.
- Spiegelhalterung: Alternative Lösung, wenn am Lenker kein Platz ist, allerdings weniger stabil und nicht bei allen Motorradspiegeln möglich.
- Tankhalterung: Ideal für großflächige Displays oder Navigationsgeräte - sofern diese in den Halter passen.
Kann man eine Handyhalterung fürs Motorrad auch im Auto nutzen?
Manchmal ist es machbar, eine Handyhalterung fürs Motorrad auch im Auto zu nutzen. Dazu benötigt man aber eine Möglichkeit, den Handyhalter stabil im Cockpit des Wagens zu installieren, klassischerweise an den Lüftungsgittern. Dies ist allerdings nur selten gegeben, da die meisten Handyhalterungen fürs Motorrad den Lenker umklammern. Daher ist in der Regel eine gute Auto-Smartphonehalterung die bessere Alternative. Manche Hersteller bieten allerdings universelle Adapter, die auch an auto- oder fahrradspezifisches Zubehör passen.
Kann man eine Handyhalterung fürs Auto auch fürs Motorrad nutzen?
Am Motorrad müssen Handyhalterungen sehr spezifische Anforderungen erfüllen: Wind- und Wettereinflüsse, starke Beschleunigungen und Vibrationen sind ein Stresstest fürs Handy und den:die Halter:in. Die Handyhalterungen für Motorräder sind daher in der Regel stabiler gebaut als ihre Pendants fürs Auto und auch teurer. Auch die Befestigungsmöglichkeiten sind nicht die gleichen. Daher sind Handyhalterungen fürs Auto im Regelfall nicht für Motorräder geeignet.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
- Sicherheit und Stabilität: Achten Sie auf eine sichere und stabile Montage, um Ablenkungen und Schäden am Gerät zu vermeiden.
- Kompatibilität: Stellen Sie sicher, dass die Halterung mit Ihrem Smartphone und dem Lenkerdurchmesser Ihres Motorrads kompatibel ist.
- Vibrationsdämpfung: Wählen Sie eine Halterung mit guter Vibrationsdämpfung, um die Lebensdauer Ihres Smartphones zu verlängern.
- Wetterfestigkeit: Berücksichtigen Sie den Schutz vor Wasser und Staub, besonders wenn Sie häufig bei unterschiedlichen Wetterbedingungen fahren.
- Benutzerfreundlichkeit: Eine einfache Bedienung, auch mit Handschuhen, ist entscheidend für eine sichere Fahrt.
Tabellarische Übersicht ausgewählter Modelle
| Modell | Befestigungsart | Besondere Merkmale |
|---|---|---|
| SP Connect Moto Bundle | Lenker | Twist-Lock, vibrationsarm, wasserdichtes Cover |
| Quad Lock Handlebar Mount Pro | Lenker | Stabile Montage, Einhandbedienung |
| Peak Design Motorcycle Bar Mount | Lenker | Aluminium, Kugelgelenk, magnetische Halteplatte |
| RAM Tough Claw | Lenker | Federklemmung, hohe Kompatibilität |
Verwandte Beiträge:
- Garmin Navi Motorrad wasserdicht: Test & Kaufberatung
- BMW Motorrad Navi: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Blaupunkt Motorrad Navi Test & Vergleich: Modelle & Funktionen
- Bestes MTB Navi 2024: Vergleich & Kaufberatung für Mountainbiker
- Smoby Dreirad Lenkblockierung: Ultimative Sicherheit und einfache Kontrolle für kleine Fahrer
- Shimano Alivio Ersatzteile: Die Ultimative Liste für Schnelle und Einfache Fahrradreparaturen
Kommentar schreiben