Fahrrad Navi Test: Mehr als nur eine Alternative zum Smartphone?

Ist ein Fahrrad Navigationsgerät konkurrenzfähig zu einem Smartphone in einer Fahrrad Handyhalterung? Der folgende Artikel nimmt im Sigma ROX 12.0 Test das Fahrrad Navi genauer unter die Lupe und betrachtet dabei Montage, Bedienung und Funktionen.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Eine edle Verpackung, wertig in der Hand: Das ist der erste Eindruck des Sigma ROX 12.0 Sport. Die Verarbeitung ist sehr gut und es gibt keine störenden Ecken oder Kanten. Die Halterung ist ebenfalls hochwertig, und das Gummi zum Schutz des Fahrrads passt sich durch zwei kleine Erhöhungen gut in die Halterung ein.

Montage und Handhabung

Die Halterung sitzt gut und fest am Fahrradlenker. Die Knöpfe lassen sich gut und einfach drücken. Die Halterung wird an geeigneter Stelle am Lenker befestigt. Dies kann entweder verschraubt oder mittels Spann-Gummi erfolgen. Die lange Halterung mit dem Arm wird um den Lenker gelegt und mit einer Schraube verschlossen.

Technische Details und Funktionen

Laut Herstellerwebseite beträgt die Akkulaufzeit des Sigma ROX 12 16 Stunden (Energiesparmodus bis 40 Stunden), und das Gerät verfügt über einen internen Speicher von 8 GB. Dieser kann und sollte mit einer MicroSD Karte erweitert werden, da der interne Speicher bereits mit dem Betriebssystem und vorinstalliertem Kartenmaterial gut gefüllt ist. ANT+ Verbindungen sind möglich.

Das Fahrrad Navigationsgerät bietet sehr umfangreiche Funktionen. Sigma selbst hat diverse Videos zu den unterschiedlichen Funktionen gedreht, die in kleinen Abschnitten bestimmte Funktionen gut erklären. In der Bedienungsanleitung sind nur grundlegende Knöpfe und Hinweise zur Montage erklärt.

Software und Bedienung

Nachdem die Wlan Verbindung konfiguriert wurde, war der erste Schritt ein Firmware-Update-Check. Beim ersten Einschalten werden direkt einige Grundinformationen abgefragt, wie z.B. die Sprache, Maßeinheiten und auch Informationen zur Person. Einmal eingestellt, ist dies nicht wieder nötig, und nach dem zweiten Einschalten startet der Sigma ROX 12.0 direkt im Funktionsmodus, sodass direkt gestartet werden kann.

Hier werden ebenfalls die Daten des Fahrrads eingestellt, Radumfang und Gewicht. Auch hier können Optionen und Präferenzen zum Routenverlauf eingestellt werden. Dazu zählt der Anteil der Hauptstraßen, unbefestigte Straßen, Radwege, Einbahnstraßen und Fähren. Alarme fürs Trinken, Essen und selbst definierte Alarme sind einstellbar.

Wer die Geschwindigkeit eines Smartphones gewohnt ist, darf hier gerne etwas entspannen. Das Display vom SIGMA ROX 12.0 mag zuerst nur schwer reagieren, dies täuscht jedoch. Es ist lediglich eine kleine Verzögerung vom „Touch“ bis zum Umschalten im Menü.

Sollte das Display aus irgendeinem Grund nicht bedienbar sein, z.B. durch das Tragen von Fahrradhandschuhen, gibt es an der Seite jeweils einen Knopf, mit dem ein „nach Links wischen“ und ein „nach rechts wischen“ ausgelöst wird. Optimal für kältere und für Regentage. Die Display Helligkeit reicht auch bei Sonne aus. Es kann entweder auf „Automatisch“ oder per Hand gestellt werden.

Der Sigma ROX 12.0 ist Spritzwassergeschützt und kann auch bei schlechtem Wetter gefahren werden. Sigma erwähnt jedoch, dass er nicht beim Schwimmen mitgenommen werden sollte und in die Waschmaschine darf er auch nicht.

Funktionen und Navigation

Informationen wie die noch zurückzulegenden Kilometer, die vor einem liegende Fahrzeit, die Ankunftszeit und viele weitere Informationen können während der Fahrt angezeigt werden. Die Statistik kann sowohl auf einzelnen Tracks ausgelesen werden als auch in Summe auf alles.

Mit der Funktion "Interessante Punkte" können Sehenswürdigkeiten, Kultureinrichtungen, Restaurants, Museen aber auch Krankenhäuser und andere wichtige und interessante Orte angesteuert werden. Gerade in Regionen, in denen man sich nicht gut auskennt, kann mit dieser Funktion die Region gut erkundet werden.

Das Einzeichnen der Route ist sehr einfach: Den Kartenausschnitt auf die gewünschte Größe heranzoomen und mit dem Finger grob die gewünschte Route zeichnen. Im Makrobereich geht dies recht gut, bei Touren mehr als 40 km ist es durchaus etwas kniffelig.

Bei den Routen gibt es Optionen. Es kann bei jeder Route zwischen „Empfohlen“, „Einfach“ und „Kurz“ gewählt werden. Entsprechend der Wahl ändert sich die Tour zum Ziel. Damit der Blick nicht immer auf das Navi gerichtet sein muss, erklingt vor einer notwendigen Aktion ein Signalton.

Wer nur die Navigation benutzt, der wird später keine konkreten Aufzeichnungsdaten zur Strecke bekommen. Erst wenn auch ein „Training“ gestartet wird, werden nach Abschluss der Fahrt die Daten in den Speicher übernommen. Das Training kann im Navigations-Modus einfach mit der rechten Taste gestartet werden. Ist man fertig mit der Fahrt, drückt man zweimal die linke Taste neben dem Homebutton und erhält ein Menü, über das das Training gespeichert werden kann.

Konnektivität

Der Sigma ROX 12.0 Sport kann neben der Sigma Cloud auch mit anderen Apps und Diensten kombiniert werden. Neben Strava sind auch Komoot und GPSies und TrainingPeaks Verbindungen möglich. Bietet zum Beispiel ein E-Bike eine ANT+ Schnittstelle, können auch die Daten aus dem E-Bike Computer, z.B. von Wahoo ELEMNT Computern, angezeigt werden.

Die Anmeldung bei den Diensten ist etwas mühsam, via Wlan Verbindung wird die Webseite des Anbieters aufgerufen und über eine sehr sehr kleine Tastatur müssen im Anschluss die Logindaten eingetragen werden. Dies zwar immer nur einmal, aber dies verlangt etwas Geduld. Nach den Touren wurden die Daten immer direkt in die Strava-App übertragen, Voraussetzung dafür: Der Sigma ROX 12.0 Sport Tacho befindet sich im Wlan.

Wer seine Trainingsdaten erweitern möchte und mehr Daten aufzeichnen möchte, der kann zum Beispiel einen Tretsensor verbinden und auch ein Herzfrequenz-Sensor via Brustgurt nutzen. Mittels Ant+ wird eine stabile Verbindung hergestellt und an den ROX in Echtzeit übertragen. Bei der Tretfrequenz wird ein Sensor am Fahrrad und an der Kurbel befestigt.

Alternativen und Fazit

Es gibt nicht „das“ Navigationsgerät fürs Fahrrad. Wer sich für ein Gerät zur Fahrradnavigation entscheidet, sollte genau wissen, was er anstrebt damit zu tun. Die Vielfalt an Fahrradnavigationsgeräten wächst stetig, sodass für unterschiedliche Bedürfnisse passende Geräte zur Verfügung stehen.

Vergleich mit dem Smartphone

Zu erst muss man festhalten, ein Fahrrad Navigationsgerät ist nicht mit einem Smartphone vergleichbar. Geschwindigkeit aber auch Display-Auflösung sind merkbar unterschiedlich jedoch nicht weiter schlimm. Mit den vorinstallierten Karten wird zum Navigieren keine Internetverbindung benötigt. Das Tracking funktioniert über GPS Signale oder zusätzlichen, optionalen Sensoren. Im Sigma Rox 12.0 Sport Test ist die Bedienung ohne das Verlegen eines Kabels möglich und macht den Einsatz sehr flexibel. Im Navi-Modus hilft einem das Gerät in unbekannten Gebieten gut weiter. Bei Strecken, die man kennt, wundert man sich hier und da mal über die Routenführung, kommt jedoch auch ans Ziel.

Wichtig ist noch zu erwähnen, beim Sigma Rox 12.0 Sport kann beim Navigieren keine Hausnummer zu einer Straße eingetragen werden. Nach einer kurzen Eingewöhnung findet man sich recht schnell im Menü zurecht. Als Trainingsgerät eine gute Sache, als Navi durchaus etwas Mager.

Weitere Fahrrad Navigationsgeräte

Sie suchen das beste Fahrrad-Navi zum Gravelbiken, Mountainbiken, Rennradfahren, für Fahrrad-Trekking, Bikepacking, Bike-Bergsteigen, E-Biken, Tourenradfahren? Hier sind einige Geräte:

  • Diverse Geräte von Bryton (z.B. Bryton Rider 650, Bryton Rider 750SE)
  • Garmin Edge Explore 2
  • Wahoo ELEMNT Computer (z.B. ELEMNT BOLT v3, ELEMNT ROAM V2)

GPS-Tachos

Viele Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer kennen sie noch: die klassischen Fahrradtachos mit Kabel. Solche "GPS-Tachos" kosten in der Regel weniger als 100 Euro, bieten aber zahlreiche Zusatzfunktionen, die sie zu preiswerten Konkurrenten für Fahrrad-Navis mit Kartendarstellung machen. Dazu gehören das Aufzeichnen und Speichern von Touren oder das Erfassen von Sensordaten (z.B. Herzfrequenz).

Outdoor-GPS-Geräte

In diese Kategorie fallen universelle, für viele Outdoor-Aktivitäten geeignete GPS-Handgeräte (Wandern, Geocaching, Fahrrad, …). Zur Fahrrad-Navigation besonders gut geeignete Outdoor-GPS-Geräte sind z.B.: TwoNav Cross Plus, Garmin GPSMAP 65s, Garmin GPSMAP 67, Garmin eTrex 32X.

Smartphones

Zunächst einmal ist die Frage zu klären, ob Ihnen zur Fahrrad-Navigation ein Smartphone ausreichen würde? Meines Erachtens reicht ein Smartphone vollkommen aus, wenn Sie z.B. einer in Komoot geplanten Tour folgen wollen und keine ausgefuchsten Funktionen zum Trainieren oder Navigieren benötigen.

Optimal ist es wenn das Smartphone über eine frei programmierbare Taste verfügt, mit der Sie schnell eine App starten können (z.B. Komoot). Eine SOS-Notfallfunktion per Satellit ist sinnvoll (z.B. beim iPhone). Ein auswechselbarer Akku ist nicht zu verachten, dies bieten aber nur noch ganz wenige Smartphones (z.B. Fairphone).

Navigation mit Apps

Der Funktionsumfang von Komoot ist von fast allen anderen Fahrrad-Navi-Apps derart weit entfernt, dass man kaum um diese App herumkommt. In der kostenlosen Version lassen sich bereits gute Kartendarstellungen abrufen und Funktionen nutzen. Das Erstellen der Route, die Planung und die Navigation sind vorbildlich, sogar unterwegs sind Änderungen sehr einfach einzuplanen.

Bikemap kommt mit ähnlichen Funktionen daher wie Komoot, ist allerdings nicht so umfangreich. Wer die Route auf dem PC plant, kann sie mit der Maus ähnlich wie bei Komoot oder Google Maps anpassen. Weniger gut gefallen hat uns die Auswahl der Karten.

Der große Vorteil dieser etwas einfacheren Fahrrad-Navi-App (Maps.me) ist, dass sie kostenlos offline funktioniert - das geht sonst nur bei Google Maps oder Spezialisten wie Lotus. Wie bei den meisten anderen Fahrrad-Navi-Apps leistet Maps.me in der Stadt gute Navigationen bei einfacher Bedienung.

Die Qual der Wahl

Wer schöne Touren abseits der Stadt fahren mag, kommt mit Komoot oder Bikemap gut klar. Beide sollte man ausprobieren, um zu verstehen, ob das kostenlose Paket reicht - oder wie viel einem was genau wert ist. Wer aufs Datenvolumen schauen muss und kostenlos die flache Gegend oder Stadt erkunden mag, hat mit Maps.me eine Chance. Und Google Maps Fahrrad bleibt fürs Einfache übrig.

Letztendlich hängt die Wahl des richtigen Navigationssystems von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Ob spezialisiertes Navi, Smartphone oder GPS-Tacho - die Hauptsache ist, sicher und zufrieden ans Ziel zu kommen.

Gerät Akkulaufzeit Speicher Besonderheiten
Sigma ROX 12.0 16 Stunden (bis zu 40 im Energiesparmodus) 8 GB (erweiterbar) ANT+ Konnektivität, umfangreiche Funktionen
Garmin Edge Explore 2 16 Stunden Nicht angegeben Kompatibel mit Varia Sicherheitsprodukten, E-Bike Routing
Wahoo Elemnt Roam V2 17 Stunden 32 GB Robust, Display gut lesbar, Offroad-geeignet

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