Google Maps eignet sich hervorragend als kostenloses Navigationssystem fürs Fahrrad. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Navis könnt ihr mit Google Maps Fahrrad-Touren unternehmen. Die App kann eine spezielle Fahrrad-Route berechnen, die euch über Wege führt, die ihr mit dem Auto nicht befahren könnt. Allerdings solltet ihr vorher einige Einstellungen vornehmen, um die Google Maps-Fahrrad-Navigation zu optimieren.
Google Maps mit dem Fahrrad nutzen
Google-Maps als Fahrrad-Navi funktioniert, wie andere Navigationsgeräte auch. Ebenso wie bei der normalen Autonavigation, berechnet die App nach Möglichkeit mehrere Touren und überlässt euch die Auswahl, welche ihr nehmen wollt.
Offline-Karten
Seit Mitte letzten Jahres bietet Google Maps auf dem Smartphone eine Download-Funktion: Sie melden sich dazu am Google-Konto an, markieren in der App einen Kartenausschnitt und tippen auf „Download“. Die geladenen Karten werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht, sofern sie nicht aktualisiert werden. Das Kartenmaterial solltet ihr euch mit der oben stehenden Anleitung aufs Handy herunterladen.
Fahrradroute berechnen
Eine Fahrradroute in Google Maps unterscheidet sich - außer hinsichtlich der Wege und Straßen - nicht von der Autonavigation. Ihr bekommt auf Wunsch alle Abbiegepunkte angesagt und könnt auf der Karte live euren Standort sehen - ein GPS-Signal vorausgesetzt. Tippt auf den zutreffenden Ort und schon beginnt Google Maps mit der Berechnung. Allerdings befindet sich Google Maps beim Start im Auto-Modus und ihr müsst erst unterhalb der Zielangabe auf das Fahrrad-Icon tippen, um Google Maps zur Fahrradnavigation zu bringen.
Ihr bekommt nun bis zu drei verschiedene Routen angezeigt. Nach einer Routen-Neuberechnung könnt ihr mit dem Finger in der Karte auf die gewünschte Route tippen, um sie auszusuchen. Unten im Fenster bekommt ihr unten die Länge und geschätzte Dauer der Route angezeigt. Außerdem eine Einschätzung des Geländes, wie beispielsweise „Überwiegend eben“. Gibt es Besonderheiten auf der gewählten Route, werdet ihr mit einem gelben Ausrufezeichen darauf hingewiesen. Das können etwa Privatstraßen sein.
Tippt auf „Starten“, um die Tour zu beginnen. Jetzt wird die Karte um euren Standort zentriert und eine Stimme sagt euch die nächste Kreuzung an. Wenn euch das zu nervig ist, könnt ihr in Google Maps bei der Fahrradtour die Sprachführung ausschalten. Rechts oben im Fenster befindet sich ein Lautsprecher-Icon. Tippt es an und wählt dort aus, ob der Lautsprecher stummgeschaltet werden soll. Ihr seht auf der Karte jederzeit, wo ihr seid. Die gesamte Route ist in der Karte blau markiert. Gleichzeitig seht ihr oben eine Richtungsangabe und darunter die Richtung des nächsten Wechsels angezeigt. Uhr könnt euch die Ansage aber auch auf einen Kopfhörer liefern lassen, um nichts zu verpassen.
Alternativen zu Google Maps
Navigation mit der Google-App funktioniert gut. Die Kartendarstellung und die Sprachansagen sind klar verständlich. Allerdings kennt die App nicht alle Schleichwege und führt bei unseren Testfahrten zu oft über stark befahrene Straßen, wo auch eine Route abseits vorhanden ist.
Komoot
Komoot ist mehr als nur eine App - es ist die beliebteste Routenplanungs- und Navigationsplattform für Outdoor-Enthusiast*innen. Die große Community erstellt ständig neue Tourenvorschläge - inklusive genauer Wegbeschreibung und Schwierigkeitsgrad. Die App bringt Online-Planung direkt aufs Bike, funktioniert aber auch unabhängig vom Web. Sie ist sehr präzise und stabil, einige Funktionen sind kostenpflichtig. Dieser Anbieter hat sich auf die Navigation für Wanderer und Radfahrer spezialisiert und die entsprechenden Karten sind auch offline verfügbar… allerdings nur gegen Bezahlung.Die erste Karte ist bei Komoot kostenlos. Falls ihr immer im selben Gebiet unterwegs seid, kostet euch das Offline-Kartenmaterial also nichts.
Doch auch sonst kommt ihr mit Komoot noch relativ günstig davon:
- Gegen eine Einmalzahlung von 29,99 Euro erhaltet ihr die Karten der ganzen Welt - inklusive Updates. Manchmal gibt es darauf sogar Rabatt, sodass ihr aktuell (März 2025) zum Beispiel nur 19,99 Euro dafür zahlen müsst.
- Ein größeres Region-Bundle eurer Wahl kostet 8,99 Euro und für 3,99 Euro bekommt ihr eine einzelne Region. Darin inbegriffen sind Updates, Offlinekarten und Sprachausgabe.
Andere Apps und Geräte
Hier sind einige andere Apps und Geräte, die für die Fahrradnavigation nützlich sein können:
- Bike Citizens: Diese Navigations-App wurde speziell für urbane Radfahrer entwickelt.
- ViewRanger: Diese App richtet sich eigentlich an Wanderer, eignet sich aber auch hervorragend für Radfahrer.
- Falk Maps & Routenplaner: Die beste Navigations-App für Fahrradtouristen.
- Bikemap: Über 4,5 Millionen Routen in mehr als 100 Ländern - Bikemap ist ein riesiges Routenportal für Mountainbike, Rennrad, E-Bike oder Pedelec.
- Naviki: Naviki setzt standardmäßig auf eine Online-Karte, die Offline-Variante kostet 5,49 Euro.
- Fahrradcomputer mit Farbdisplays: Eine andere Alternative mit Offline-Karten sind Fahrradcomputer mit Farbdisplays. Als Beispiel nennen wir hier das Navi iGPSPORT BSC300, das bei Amazon gut bewertet wird und zu einem günstigen Preis erhältlich ist. Die nötigen Karten holt man sich von der Homepage und überträgt sie dann an das Navi - kostenlos.
Tipps für die Nutzung von Fahrrad-Navigations-Apps
Besonders bei Navigations-Apps oder Video-Tutorials kann das Datenvolumen sehr hoch sein. Deshalb empfiehlt es sich, Apps bereits im WLAN herunterzuladen - vor Beginn der Tour. Vor jeder Tour sollte geprüft werden, ob alle benötigten Karten bereits installiert sind. Aktiver Standortdienst, Bluetooth und ein dauerhaft eingeschaltetes Display verbrauchen viel Energie. Wenn das Smartphone lange als Navi dient, sollten unnötige Funktionen deaktiviert werden - und eine Powerbank ist Pflicht. Alternativ: ein Dynamo mit USB-Anschluss.
Routenplanung für die Fahrradtour
Vor nahezu jeder Tour steht für mich die Routenplanung. Ob für eine kurze Ausfahrt, eine Tagestour oder das mehrtägige Bikepacking-Abenteuer, ich weiß gerne, was mich unterwegs ungefähr erwartet, wo es die besten Pausenorte oder die schönsten Landschafts-Highlights gibt. Daher ist für mich eine möglichst sorgfältig geplante Route oft essentiell für eine gelungene Radtour.
Wie findest du neue und spannende Radwege?
- Fahrradroute planen durch GPS Portale: Hier findest du Touren von anderen Radfahrern.
- Strava: Die drei folgenden Funktionen helfen dir, gute Touren in Strava zu finden.
- Segmente: Dies sind kleine Wettbewerbe.
- Strava Cycle Friends: Findet die Radfahrer deiner Region.
- Heatmaps: Die Fahrradmatrix sieht alles.
- Geocaching - Fahrrad Schnitzeljagd: Die kleinen Dosen sind überall versteckt und zeigen dir manch versteckten Ort.
- Kontakte mit anderen Radfahrern: Überall gibt es Treffen für gemeinsame Trainingsfahrten.
Jetzt hast du einige Inspirationen, um deine Fahrradtour zu planen.
ADFC-Tipps, wie Radfahrende für Radreise und Fahrradtour die richtige Route finden können
Deutschland hat 320 Radfernwege und ungezählte Themenrouten sowie lokale Radrouten. Eine Auswahl präsentiert der Routenfinder auf www.adfc-radtourismus.de. Hier lässt sich nach Bundesland, Region, Radroute, Eigenschaften oder Routenlänge filtern.
Hotspots meiden
Vor allem während der Pandemie stieg das Interesse der Menschen an Tourentipps für wenig frequentierte Orte und Routen. Aber auch vor der Pandemie war der „Overtourism“ für viele Sehenswürdigkeiten Deutschlands eine Herausforderung.
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