Ducati DesertX Rally ab 2024
Die DesertX Rally, eine noch sportlichere Modellvariante der Ducati-Enduro mit besonders feinen Fahrwerkskomponenten, soll ab Januar 2024 in den Handel kommen. Ducati präsentierte die DesertX Rally am 3. Oktober 2023, die Auslieferung der neuen Modellvariante ist ab Januar 2024 geplant. Überaus stolzer Preis: ab 21.590 Euro. Das sind fast 5.000 Euro mehr als für die Standard-Ausführung der Ducati DesertX (ab 16.790 Euro, Stand Oktober 2023).
Was bekommt man für den Aufpreis?
Auf den ersten Blick zu erkennen ist die Ducati DesertX Rally an der Sonderlackierung namens "Iron Giant" in Rot, Weiß und Schwarz sowie am hohen Kotflügel vorn im klassischen Enduro-Stil. Doch das und die Zusatzbezeichnung Rally sind hier mehr als nur Show. Diese neue Modellvariante ist tatsächlich eine hochgerüstete - im wahrsten Sinne des Wortes - Ausführung der DesertX.
Sport-Enduro-Fahrwerk mit längeren Federwegen
Kayaba (KYB) liefert die voll einstellbaren Komponenten zum rot inszenierten Stahl-Gitterrohr-Rahmen der Ducati DesertX Rally. Bei der Upside-down-Telegabel handelt es sich um eine verstärkte 48er-Ausführung mit Closed Cartridge und 250 Millimeter Federweg - 20 Millimeter mehr - sowie mit Kashima-Beschichtung an den Gabelholmen und Kohlenstoff-Beschichtung (DLC) an den Gleitrohren. Dazu serviert Ducati aus Aluminium gefräste Gabelbrücken und, an ebenfalls gefrästen Halterungen, einen voll einstellbaren Lenkungsdämpfer von Öhlins.
Mit größerem Kolben ist das Federbein an der Aluminium-Hinterradschwinge verstärkt, und damit ergeben sich ebenfalls 20 Millimeter mehr Federweg (240 statt 220 mm). Damit steigt die Sitzhöhe von sportlichen 875 Millimeter auf noch sportlichere 910 Millimeter. Die als Original-Zubehör angebotene niedrigere Sitzbank senkt das bei Bedarf auf 885 Millimeter ab. Jedenfalls hat die DesertX Rally mit 280 Millimeter Bodenfreiheit 30 Millimeter mehr - und dazu einen Motorschutz aus leichtem Carbon.
Weitere Merkmale der DesertX Rally
Weitere Leckerbissen - nicht nur optische - an der DesertX Rally sind die Räder. Denn deren Naben sind aus Aluminium-Vollmaterial gefräst und mit Speichen aus Carbonstahl an ebenfalls besonders robusten Excel-Aluminiumfelgen von Takasago eingespeicht. Übernommen werden die konsequenten Enduro-Formate der Reifen: 90/90-21 vorn und 150/70-18 hinten, hier jeweils mit Schlauch. An wesentlichen Eckdaten des Fahrwerks ändert sich nichts: Lenkkopfwinkel 62,4 Grad, Nachlauf 122 Millimeter, lediglich der Radstand verlängert sich geringfügig von 1.608 auf 1.625 Millimeter.
Hoher DesertX-Standard sind die Bremsen mit den beiden 320er-Scheiben vorn samt radial angeschraubten Monoblock-Vierkolbenzangen von Brembo sowie der 265er-Scheibe hinten mit Zweikolbenzange von Brembo. Und das schräglagenoptimierte ABS von Bosch. Ebenso für die Rally-Variante übernommen wird die schräglagenoptimierte Schlupfregelung mitsamt Wheelie Control und diversen Einstellmöglichkeiten. Zudem an Bord sind das Farb-Display im 5-Zoll-Hochformat mit Connectivity, der LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht, Steckdosen (USB und 12 Volt) sowie Tempomat und automatische Blinkerrückstellung.
Motor und Gewicht
Last but not least wird die DesertX Rally vom unveränderten Testastretta-Twin mit 937 Kubik, Wasserkühlung und jeweils 4 desmodromisch gesteuerten Ventilen pro Zylinder angetrieben. Er stellt bis zu 110 PS (81 kW) bei 9.250/min sowie maximal 92 Nm Drehmoment bei 6.500/min zur Verfügung. Zum 6-Gang-Getriebe gibt’s den Quickshifter. Zudem ist der Schalthebel - wie der Fußbremshebel - für die Rally-Variante aus Aluminium gefräst.
Trotz ihrer aufgerüsteten Hardware wiegt die DesertX Rally laut Ducati lediglich 1 Kilo mehr als die Standard-Ausführung. Das bedeutet: 203 statt 202 Kilogramm Trockengewicht. Bei unverändertem Benzintankvolumen von 21 Liter.
Ducati Multistrada V2 und V2 S neu für 2025
Nach Streetfighter V2 und Panigale V2 steckt Ducati den neuen V2-Motor mit 890 Kubik auch in die Multistrada V2. Mit 115 PS im leichteren Chassis. Dazu gibt's Elektronik-Updates und ein Schnabel-Facelift. Nachdem Ducati auf der EICMA 2024 die Hüllen von der Streetfighter V2 und der Panigale V2 gezogen hatte war klar, dass weitere Modelle aus Bologna den neuen V2-Motor mit 890 Kubik und variabler Ventilsteuerung - ohne Desmodromik - bekommen. Auf der Intermot 2024 in Köln schob Ducati die neue Multistrada V2 nach.
Neuer Motor und Leistung
Für die neue Ducati Multistrada V2 ist der neue V2-Motor allerdings anders konfiguriert worden. Leistet er in Streetfighter und Panigale 120 PS bei 10.750/min und liefert 93 Nm bei 8.250/min, fallen die Werte bei der Reiseenduro Multistrada etwas geringer aus. Für sie gibt Ducati 115 PS und 92 Nm bei gleichen Drehzahlen an. Ein kleines Minus, mit dem Reiseenduristen lässig leben können, zumal bei 3.500/min bereits über 70 Prozent des verfügbaren Drehmoments für einen starken Antritt bereitstehen sollen. Touristischer Nutzung kommt zudem die etwas größere Schwungmasse an Generator und Pleueln entgegen.
Gewicht und Fahrwerk
Bei einem anderen Minus übertrifft die neue Ducati Multistrada V2 ihre beiden neuen V2-Schwestern sogar noch: beim Gewicht. Dank neuem, angeblich 54,9 Kilogramm leichtem Triebwerk und neuem, ebenfalls leichterem Fahrwerk mit Aluminium-Frontrahmen und angeschraubtem Stahl-Gitterrohr-Heck sowie zweiarmiger Aluminium-Schwinge wiegt die neue Multistrada V2 laut Ducati erstaunliche 18 Kilogramm weniger als das Vorgänger-Modell: 199 Kilogramm - allerdings ohne Sprit im Tank.
Standard-Komponenten für die Ducati Multistrada V2 sind die Upside-down-Gabel und das Federbein von Marzocchi. Die S-Variante mit semi-aktivem Skyhook-Fahrwerk wiegt 3 Kilo mehr.
Design und Komfort
Anpassungen gab es auch beim Design der neuen Ducati Multistrada V2: Das typische Multi-Gesicht bleibt erhalten, allerdings fällt der Schnabel kürzer aus, und der höheneinstellbare Windschild hat eine mittlere Wölbung für besseren Schutz. Zudem wandern die Blinker in die Verkleidung, die jetzt seitliche Luftleitkanäle aufweist. Darüber hinaus zieht sich die Tankverkleidung am Ende und an den Seiten weiter nach unten, bildet glattere Flächen.
Der höheneinstellbare Fahrersitz der neuen Ducati Multistrada V2 (Sitzhöhe 830 oder 850 Millimeter) erhält wie der Soziusplatz neu geformte Polster.
Elektronik und Ausstattung
Fast so üppig wie die Sitze fällt auch das Elektronikpaket aus: 5 Fahrmodi ("Sport, "Touring", "Urban", "Enduro" und "Wet") sind mit an Bord, die feste Werte fürs Kurven-ABS, die Traktions-, Wheelie- und Motorbremskontrolle aufweisen, sich daneben aber auch individuell abstimmen lassen. Nach wie vor moderat "Enduro" sind die 170 Millimeter Federweg vorn und hinten sowie die Reifenformate an den Aluminium-Gussrädern: 120/70 ZR 19 vorn, 170/60 ZR 17 hinten.
Alle Infos stellt das 5 Zoll große TFT-Display der neuen Ducati Multistrada V2 bereit, mit 3 verschiedenen Anzeige-Modi. Weitere Features: Quickshifter, Tempomat, USB-Steckdose, Notblinkfunktion bei starker Verzögerung und ein Multimedia-System. Dazu optional: Pfeil-Navigation als Upgrade.
Die neue Ducati Multistrada V2 S hat obendrein ein semi-aktives Fahrwerk mit Anti-Dive- und Anti-Squat-Funktion sowie eine manuelle Absenkfunktion für einen sicheren Stand. Beide V2-Multistrada gibt’s ab Januar 2025.
Zusammenfassung der wichtigsten Daten
| Modell | Motor | Leistung | Trockengewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| DesertX Rally | Testastretta-Twin, 937 Kubik | 110 PS (81 kW) | 203 kg | High-End-Fahrwerk von Kayaba und Öhlins, spezielle Lackierung |
| Multistrada V2 | V2-Motor, 890 Kubik | 115 PS | 199 kg | Neuer Motor, leichteres Chassis, Facelift |
| Multistrada V2 S | V2-Motor, 890 Kubik | 115 PS | 202 kg | Semi-aktives Skyhook-Fahrwerk |
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