Neue Radwege und Auszeichnungen in Thüringen

Thüringen beweist einmal mehr, dass es ein zentraler Knotenpunkt für Radreisende in Deutschland ist, als verbindendes Element vieler nationaler Radfernwege und mit eigenen hochklassigen Strecken.

ADFC-Sterne für Qualität

Gleich vier der schönsten Radrouten des Freistaats werden vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) auf der CMT in Stuttgart (18. bis 26. Januar 2025) mit den begehrten Sternen ausgezeichnet. Die bundesweit anerkannte Sterneklassifizierung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gilt als eines der wichtigsten Qualitätssiegel für Radwege in Deutschland. Für die Bewertung werden Kriterien wie Oberflächenqualität, Breite der Wege, intakte Beschilderung und touristische Infrastruktur geprüft.

Die Verleihung findet am 20. Januar auf der Messe in Stuttgart statt. Um direkt vor Ort einen Einblick in die vier Radrouten zu erhalten und mehr darüber zu erfahren, findet zusätzlich am 28. April 2025 ein Termin mit Fokus auf die Klassifizierungen in Thüringen statt.

Ausgezeichnete Radwege:

  • Der Werratal-Radweg, der Saaleradweg und die Thüringer Städtekette erhalten erstmalig jeweils drei Sterne.
  • Der Ilmtal-Radweg glänzt erneut mit vier von fünf Sternen.

„Diese Anerkennung ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Ansporn: Gemeinsam mit allen Partnern arbeiten wir kontinuierlich daran, die Qualität unserer Radwege weiterzuentwickeln und somit ein optimales Erlebnis für unsere Thüringen-Entdecker zu schaffen.“

Die Klassifizierungen zeigen, dass dies bereits sehr gut gelingt und sich die weitere Qualitätssteigerung in den unterschiedlichen Bereichen lohnt.

Was zeichnet die klassifizierten Wege aus?

  • Werratal-Radweg (309 km): Dieser Radweg begeistert mit einer naturnahen Streckenführung durch malerische Landschaften und entlang von kulturellen Höhepunkten an der Werra.
  • Saaleradweg (408 km): Die Strecke führt durch das Bayrische Fichtelgebirge, den Thüringer Wald und über kulturelle Highlights wie Rudolstadt, die Leuchtenburg und Jena bis in die Weinregion mit den Dornburger Schlössern. Der stetige Wechsel zwischen anspruchsvollen Anstiegen und sanften Flusstälern macht die Route reizvoll. Neben dem Fluss verlaufen die Etappen auch entlang von Bächen und Talsperren, die unterschiedliche Wassersportmöglichkeiten bieten.
  • Radfernweg Thüringer Städtekette (230 km): Kultur und Bewegung vereinen sich auf dieser Strecke, die als Thüringer Abschnitt der Mittelland-Route D4 (europäischer Radfernweg von Belgien nach Polen) Thüringens bekannteste Städte miteinander verbindet. Freuen Sie sich auf diesen recht neuen Radweg in Deutschland, der als Radfernweg über 225 km durch wunderbare Landschaft führt und dabei sieben der schönsten Städte des Landes Thüringen verbindet. Sie starten in der berühmten Wartburgstadt Eisenach, wo Johann Sebastian Bach geboren wurde und folgen dem Radweg in die Residenzstadt Gotha mit seinem sehenswerten historischen Rathaus. Die dritte Perle auf Ihrer Strecke ist die Landeshauptstadt von Thüringen, Erfurt mit beeindruckender Krämerbrücke und dem herrlichen Ensemble von St. Marien Dom und Severikirche. Durch das Weimarer Land führt die Radtour in die Goethe- und Schiller-Stadt Weimar. Die Strecke führt danach idyllisch durch das llmtal bis der Radweg Sie schließlich zur Universitätsstadt Jena bringt. Ein kurzes Stück folgen Sie nun dem Saale-Radweg, ehe Sie auf einen wunderbar asphaltierten Radweg durch den waldreichen und romantischen Zeitzgrund radeln. Das ist Landschaftserlebnis pur. Freuen Sie sich auf die Otto-Dix-Stadt Gera, auf die noch immer imposanten Anlagen der Bundesgartenschau 2007 und auf die Spielkartenstadt Altenburg. Insgesamt ist der Radweg sehr gut ausgebaut und in beiden Richtungen vollständig beschildert, diesen Service weiß jeder Radfahrer sehr zu schätzen.
  • Ilmtal-Radweg (123 km): Der Ilmtal-Radweg bleibt Thüringens Aushängeschild und bestätigt mit seiner erneuten Vier-Sterne-Klassifizierung seinen hohen Standard. Die Route punktet u.a. mit hervorragender Oberflächenqualität und Rastmöglichkeiten. Der zum wiederholten Mal als 4-Sterne-Route ausgezeichnete Ilmtal-Radweg weist wenig Engstellen auf und ist nahezu vollständig asphaltiert.

Potential zur Verbesserung

So haben die Drei-Sterne-Routen beispielsweise noch Potential bei der Breite der Wege und der Oberflächenqualität. Neue Sitzmöglichkeiten, Informationstafeln und intakte Beschilderungen sind nur einige der Maßnahmen, die auf dem Weg zur Zertifizierung umgesetzt wurden.

Aktivurlaub im Fokus auf der CMT in Stuttgart

Gemeinsam mit Partnern präsentiert die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) das Reiseland Thüringen zu Beginn des neuen Jahres auf der CMT (Caravan Motor Touristik Messe) in Stuttgart. Die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit informiert vom 18. bis 26. Januar 2025 rund um Touristik, Mobile Freizeit und Caravaning. Neben den vier ausgezeichneten Radwegen erhalten zudem zehn Wanderwege auf der CMT ihre Rezertifizierung des Prädikats „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Dieses legt deutschlandweit Standards für Wanderwege fest, denn die Qualitätsanforderungen von Wanderern sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Sie wünschen abwechslungs- und aussichtsreiche Wege in natürlicher Umgebung mit zuverlässigen Markierungen sowie eine gute Infrastruktur.

Der Nessetalradweg: Eine neue Route durch Thüringen

Im thüringischen Nessetal, im Thüringer Becken zwischen Gotha und Eisenach, ist ein neuer Bahntrassenradweg entstanden: der Nessetalradweg. Eisenach, am Nordrand des Thüringer Waldes gelegen, gehört mit seiner Wartburg zu den ganz großen historischen Schauplätzen Mitteldeutschlands. Aber nicht nur Geschichte hat die Region zu bieten, sondern auch Landschaften vom Allerfeinsten. Weniger bekannt ist die Gegend nördlich des Flüsschens Hörsel, die bis an die Berge des Naturparks Hainich grenzt.

Während der Radweg Thüringer Städtekette (und D4 Route) im Tal der Hörsel verläuft, führt der Nessetalradweg auf der Trasse der ehemaligen Bahnstrecke Bufleben-Großenbehringen an den Ufern der Nesse entlang. Ganz einfach hat es der Radler nicht, wenn er von Eisenach zum Startpunkt am Sportflugplatz Eisenach-Kindel gelangen will, denn es sind etwa 120 Höhenmeter zu überwinden. Die etwa 15 km lange "Zubringerstrecke" wurde inzwischen durch zusätzliche Radwege erschlossen und beschildert.

Von Eisenach nach Stockhausen wurde 2017 ein neuer Radweg entlang der Bundesstraße 84 gebaut, von dort aus erreicht man über asphaltierte Wirtschaftswege und Nebenstraßen den Flugplatz Kindel und damit den Beginn des Radwegs auf der Bahntrasse.

Alternative Strecke

Da der Anstieg von Eisenach nach Kindel dem Radler einige Höhenmeter abverlangt, soll noch die Route entlang der Nesse nach Friedrichswerth erwähnt werden. Nach dem Start am Flugplatz Kindel und einem holprigen Abschnitt auf einer alten Betonstraße, rollt man zunächst bergab ins Tal auf der aspahltierten Trasse. Entlang der Nesse gleitet man durch die Auen und genießt die einsame Landschaft mit den eingestreut Dörfern zwischen Hainich und Thüringer Wald.

Zwischen Gotha im Süden und der Fahner Höhe im Norden durchquert der Radweg das Thüringer Becken bis an den Stadtrand von Erfurt, wo im Stadtteil Alach die Nesse entspringt.

Stationen entlang des Nessetalradwegs

Eisenach - Stockhausen - Großenlupnitz - Flugplatz Kindel - Friedrichswerth - Brüheim/Sonneborn - Eberstädt - Wangenheim - Goldbach - Warza - (abseits der Trasse) Bufleben - Molschleben - Stausee Friemar - Pferdingsleben - Nottleben - Gamstädt - Frienstedt - Schmira - Erfurt

Geschichte der Nessetalbahn und des Radwegs

Die eingleisige "Nessetalbahn" zwischen Bufleben und Großenbehringen, die von der Bahnstrecke Gotha-Leinefelde abzweigte, wurde am 1. Mai 1890 in Betrieb genommen und nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1947 zunächst stillgelegt und als Reparationsleistung abgebaut. Nach der Wende und dem Abzug der sowjetischen Truppen wurde 1994 zunächst der Güterverkehr, 1995 dann auch der Personenverkehr eingestellt.

Im Jahr 2011 wurde der 1. Abschnitt des Radwegs auf der Bahntrasse zwischen Goldbach und Kindel fertiggestellt, der Abschnitt Goldbach -Warza folgte 2012. Im Jahr 2014 folgte der Abschnitt Warza - Bufleben, allerdings nicht auf der alten Bahntrasse. Ende 2014 war der gesamte Radweg bis Erfurt befahrbar.

Anfahrt zum Bahntrassenradweg

Wer mit der Bahn nach Eisenach anreist, verlässt den Bahnsteig am besten durch den hinteren, nördlichen Ausgang. Vielleicht wurden dort inzwischen am Bahnhof auch Wegweiser zum Nessetal aufgestellt, die Wegweiser der Thüringer Städtekette (D4 Route) gegenüber des Haupteingangs sind jedenfalls nicht zu übersehen.

Alternativ kann man vom Hauptausgang in östlicher Richtung der Bahnhofstraße und links durch die Unterführung zur der B19 stadtauswärts folgen. An der Tankstelle bei der Nessebrücke trifft man auf die beschilderte Strecke. Falls vorhanden, folgt man den Wegweisern zum Industriegebiet und Flughafen Kindel.

1. Anfahrt zum Bahntrassenradweg: Von Eisenach zum Flugplatz Kindel

Der offizielle Startpunkt befindet sich in Eisenach am Marktplatz. Hier befinden sich die Wegweiser der Radwege der Region, der Thüringer Städtekette und des Nessetalradwegs. In nördlicher Richtung durch die Marktgasse, dann rechts abbiegen. Kurz danach trennen sich die beiden Radwege, zum Nessetalradweg links ab Richtung Stockhausen (Wegweiser!). Insgesamt sind 130 Höhenmeter auf 15 Kilometer zum Beginn des Bahntrassenradwegs am Flugplatz Kindel bewältigen. Dort erwartet den Radler dann eine schöne, sanfte Abfahrt ins Nessetal.

Am Automuseum links abbiegen, nicht ohne einen Blick auf die denkmalgeschützte "Doppelkurbelkniehebeltiefziehpresse" zu werfen! Vorbei an den alten Fabrikanlagen des Automobilwerks Eisenach (AWE). An der Hörsel entlang, dann links ab über die Brücke. Im Hintergrund erkennt man gerade noch den Zusammenfluss von Hörsel und Nesse.

Die Beschilderung führt durch das "Palmental", eine etwas holprige Asphaltstraße, gemeinsamt mit dem örtlichen Autoverkehr. An der Tankstelle nahe der Nessemühle trifft man auf die B19. Man folgt dem neuen Radweg entlang der Straße Richtung Stockhausen. Die B19 wird unterquert, an der L102 steht eine Bedarfsampel für Radler und Fußgänger. Der lang erhoffte Radweg entlang der B84 ist fertig. Durch die Wiesen erreicht man nun verkehrsfrei den Ort Stockhausen.

Schlecht gelöst: In Stockhausen mündet der Radweg in die B84, so muss man doch noch 300 m mit Autos und LKWs in Kauf nehmen. Dann bieht die Strecke scharf rechts ab Richtung Wenigenlupnitz. Nur ein Abbiegeschild für Radler weist den Weg, einen echten Wegweiser des Nesstalradwegs sucht man vergebens (2018). Die folgende marode Nessebrücke ist für Autos gesperrt.

Am Rastplatz "Jägers Ruh" fanden wir den letzten Wegweiser vor dem Flugplatz Kindel. Ab dem Rastplatz ist man in der Natur. Vor Großenlupnitz geht es wieder rechts ab. Nach 400 m zweigt eine Alternativroute nach links ab den Berg hinauf bis zur Autobahn. Die asphaltierte Route führt geradeaus weiter über Wenigenlupnitz. (Aber auch hier findet man keinen Wegweiser.)

Von dort aus geht es kräftig bergauf bis zum Durchlass unter der Autobahn. Das Industriegebiet Kindel ist schon in Sichtweite, schnell erreicht man den Wendekreisel an der Hörselbergstraße. Rechts ab in die Industriestraße und 1,7 km der Straße folgen bis zum Flugplatz. Endlich wieder Beschilderung. Vom Flugplatz aus geht es bergab. Nach knapp 2 km auf holpriger Beton/Aspaltstraße erreicht man den Rastplatz am Beginn des Radweg auf der Bahntrasse.

2. Abschnitt auf der Bahntrasse (15 km): Kindel - Warza

Eine holprige Straße führt zu einem Rastplatz mit Infotafel. Nach einer von dort aus geht es abwärts in die Ebene. Der Blick Richtung Westen zurück zeigt das Ende des Ausbaus auf der Bahntrasse. Trassenausbaus. Die alte Bahnstrecke führte noch einen Kilometer weiter zum ehemaligen Truppenübungsplatz.

Knapp 3 km gleitet man leicht bergab durch die Felder, dann muss die alte Brücke über den Bieberbach umfahren werden. Nur ein halber Kilometer "Umleitung", dann geht es wieder auf die Trasse. Die Einfahrt nach Friedrichswerth ist schnell erreicht. Weiter geht die Fahrt durch das Nessetal. Der Bahnhof Brüheim-Sonneborn (Privathaus) ist nur knapp 3 km entfernt.

An der Straßenquerung in Brüheim die üblichen Umfahrungen an der überflüssigen Sperre. Verbarrikardiert ist auch die Kreuzung mit dem kleinen Sträßchen vor Eberstädt. Am ehemaligen Bahnhof, der 1990 abgerissen wurde, ist ein Rastplatz entstanden .......... Vor dem Bahnhof Wangenheim wird die Nesse überquert Auch der Bahnhof Wangenheim ist heute ein Wohnhaus.

Ein kleiner Seitenkanal der Nesse wird überquert. Ein grüner Tunnel führt Richtung Goldbach. Wir sind bei Kilometer 5 (vor der Einmündung Bufleben). Bahnhof Goldbach , Kilometer 4,68. Vorsicht an dieser Straßenkreuzung! Der Radweg nach Gotha dürfte inzwischen auch befahrbar sein.

Weiter auf der asphaltierten Trasse nach Warza - nagelneuer Radweg durch die blühenden Wiesen. Brücke über den Warzabach - und Ende des Radwegs auf der Trasse! Blick zurück. Im Ort, am abgerissenen Bahnhof Warza, liegen noch die Schwellen.

Hier endet nach 15,4 km der Radweg auf der Bahntrasse, knapp 32 km vom Ausgangspunkt in Eisenach entfernt. Der Nessetalradweg aber führt abseits der Trasse weiter nach Bufleben, wo die ehemalige Bahnstrecke (16,7 km) von der Strecke Gotha-Leinefelde abzweigte.

Über neu asphaltierte Wege und Nebenstraßen führt der beschilderte Nessetalradweg weiter nach Erfurt.

3. Abschnitt: Warza - Erfurt (keine Bahntrasse, Radwege und Wirtschaftswege) - 33 km

Der Ausbau der alten Bahnlinie endet am westlichen Ortseingang von Warza. Die Bahntrasse führte weiter Richtung Bufleben (ca. 3 km) und mündete dort in die aktive Bahnlinie Gotha - Leinefelde. Der Bahndamm mit den alten Schwellen ist auf den Luftaufnahmen noch gut zu erkennen.

Die Beschilderung des Nessetalradwegs führt die Radler auf neu gebauten Radwegen und über Wirtschaftswege sowie Nebenstraßen nach Erfurt. Wie zu erwarten verläuft die Strecke in einem Zick-Zack-Kurs durch die Felder und Wiesen, und auch kleinere Steigungen sind unvermeidbar. Im letzten Abschnitt verläuft der Radweg - wenig romantisch - direkt parallel zur Bundesstraße B7 und zuletzt, vorbei am EGA-Park, hinab ins Tal der Gera nach Erfurt.

Streckenverlauf

Warza - Pfullendorf - Bufleben - Molschleben - Friemar (Stausee) - Pferdingsleben - Nottleben - Gamstädt - Schmira - Erfurt

In Warza führt die ausgeschilderte Strecke nicht am ehemaligen Haltepunkt Wartehalle) vorbei, sondern durch den Ort. Ein neuer Radweg am östlichen Ortsrand folgt der Bufleber-Landstraße. Noch vor Bufleben erreicht man den Bahnübergang am Bahnhof der aktiven Strecke Gotha - Leinefelde. Das alte Bahnhofsgebäude (abseits des Radwegs) hat auch schon bessere Zeiten gesehen!

Man folgt ein Stück der aktiven Bahnstrecke und biegt dann in den Ort Bufleben ab. Ein kleines Ortschild verrät dem Radler, wo er sich befindet (prima!) Leicht bergauf an der alten Kirche vorbei. Eine lange Gerade führt aufwärts über die Anhöhe. Ein kleiner Rastplatz kommt sehr gelegen!

Achtung: Noch vor der Anhöhe biegt der Weg nach links ab! Dann rollt man den Berg hinab zum Sportplatz Molschleben. Noch vorher überquert man die Nesse auf einer neuen kleinen Brücke - auf beiden Seiten mit zwei kantigen Sperrgittern verbarrikardiert.

In Molschleben gibt es einen Gasthof. Der Weg führt durch den Ort, dann wieder kräftig bergauf. Dann rechts ab und hinab zur Talsperre Friemar. Der offizielle Radweg führt links um den Stausee herum, man kann aber auch rechts über den Damm um den See fahren (Gaststätte). In beiden Fällen fährt man ein kurzes Stück auf der Landstraße.

An der offiziellen Route stehen die neuen Wegweiser, der nächste Ort ist Pferdingsleben. Weiter nach Nottleben auf einem neu asphaltierten Weg. Am Ortseingang von Nottleben geht es rechts ab. Dann kerzengerade nach Gamstädt.

Nur 2 km aspahltierter Weg nach Frienstedt: Dort muss die B7 überquert werden! Radweg direkt neben der Straße, zwar sicher vor den Autos, aber nicht gerade romantisch. Reichlich Abfall am Wegesrand und Ruinen, ein ungemütlicher Abschnitt.

Dann wird es wieder besser: Die Autobahn A71 wird überquert, es geht bergab nach Schmira. Durch die Wiesen, dann leicht bergab durch den Ort. An der Kreuzung mit der B7 ein Bilderrätsel für Radler. Auch die folgende Strecke entlang der Bundesstraße ist kein Grund zur Freude.

Vorbei am EGA-Park folgt man der Straßenbahn und der B7 abwärts in die Stadt. Der Radweg endet abrupt etwa 1 km vor der Einfahrt in die Innenstadt.

Das Radverkehrskonzept 2.0 für Thüringen

Das Fahrrad hat sich als Verkehrsmittel im Alltag und in der Freizeit einen festen Platz erobert. Damit Thüringen noch fahrradfreundlicher wird, wurde das Radverkehrskonzept 2.0 für den Freistaat Thüringen erarbeitet. Auf dieser Grundlage sollen die Bedingungen für den Radverkehr in Thüringen stetig verbessert werden. Dies ist eine gemeinsame Aufgabe des Landes, der Kommunen und weiterer Akteure. Im Fokus steht dabei, die Radverkehrsinfrastruktur flächendeckend zu verbessern, das Radroutennetz Thüringen weiterzuentwickeln und Lücken zu schließen, damit Radfahren in Thüringen sicherer und attraktiver wird und noch mehr Menschen aufs Rad steigen.

Das Land gestaltet diesen Prozess aktiv mit, z. B. durch den Bau von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen, die Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Thüringen e. V. und die Förderung von Projekten des Radverkehrs. Im Zeitraum von 2015 bis 2024 wurden in Thüringen insgesamt rund 125 Mio. Zum 1. Januar 2025 gab es in Thüringen 362 Kilometer straßenbegleitende Radwege an Bundesstraßen und 280 Kilometer straßenbegleitende Radwege an Landesstraßen.

Der Rad- und Fußverkehr ist für die individuelle Mobilität der Menschen von hoher Bedeutung. Um die Stärkung dieser Verkehrsmittel zu unterstützen, wurde am 30. November 2022 die Thüringer Charta für Rad- und Fußverkehr gegründet.

Außerdem ist es möglich, über den Mängelmelder Thüringer Radnetz für das im Radroutenplaner dargestellte Thüringer Radnetz Hindernisse, Schäden im Wegebelag sowie falsche oder fehlende Wegweisung online am PC oder unterwegs mit dem Smartphone zu melden.

Das Land unterstützt Thüringer Kommunen bei ihrer Teilnahme an der Kampagne STADTRADELN (www.stadtradeln.de) des Klima-Bündnisses, indem es die Teilnahmegebühren übernimmt. Dafür stehen in den Jahren 2023, 2024 und 2025 jeweils 40.000 € zur Verfügung. Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft übernimmt seit 2023 die Kosten für den Wettbewerb Schulradeln als Teil der STADTRADELN-Kampagne. Somit können alle Thüringer Schulen kostenfrei am Wettbewerb teilnehmen. Für eine Teilnahme muss die jeweilige Kommune beim STADTRADELN jedoch angemeldet sein.

Der Fahrrad-Monitor erhebt alle zwei Jahre das subjektive Stimmungsbild der Radfahrenden in Deutschland.

Ziel ist es, dass alle touristischen Radrouten in Thüringen sowie auch wichtige Alltagsradrouten gemäß der Richtlinie zur Radverkehrswegweisung im Freistaat Thüringen (ThürRadWW-RL) beschildert sind. Eine durchgängige, vollständige und in sich konsistente Radverkehrswegweisung ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag, das Radfahren im Alltag, in der Freizeit und im Urlaub zu fördern und zu bewerben.

Für die Förderung von Projekten zur Entwicklung des Radverkehrs kommen Förderrichtlinien verschiedener Bereiche in Frage.

Zum Deutschen Straßen- und Verkehrskongress 2022 in Dortmund hielt das TLBV gemeinsam mit anderen Bundesländern einen spannenden Vortrag zum Thema "Neue Entwicklungen im Radverkehr".

Der Bau straßenbegleitender Radwege dient der Entflechtung des Verkehrs und erhöht damit die Verkehrssicherheit aller Beteiligten. Bei allen Vorhaben wurden die durch das Radverkehrskonzept Thüringen gesetzten Standards eingehalten und die aktuellen technischen Regelwerke beachtet, so dass komfortables und sicheres Radfahren möglich ist. Um die Flächeninanspruchnahme für neue Radwege gering zu halten, wurden auch Alternativen zu einer unmittelbar der Straßen folgenden Trasse geprüft und umgesetzt.

Der Radroutenplaner Thüringen

Der Radroutenplaner Thüringen ist ein Element zur Förderung des Radverkehrs. Die Projektleitung für diese Webanwendung liegt beim TLBV. Die Dichte des so erstellten Routennetzes erlaubt ein adressscharfes Routing. Individuell planbare Routen können auf unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden, z.B. ist es möglich Steigungen zu vermeiden, oder unter Einbeziehung von Themenrouten eine Route berechnen zu lassen. Der Nutzer kann dabei aus über 90 Themenrouten, wie z.B. Städtekette, dem Werratalradweg und vielen anderen mehr wählen.

In Ergänzung zum Radroutenplaner wurde durch das TLBV 2016 ein Mängelmeldesystem entwickelt und freigeschaltet, um die Qualitätssicherung für die Radwegeinfrastruktur zu fördern. Um die Planung zukünftiger Radrouten und die diesbezügliche Kommunikation effizienter zu gestalten, gibt es darüber hinaus eine Plattform für die Kommunen im Radroutenplaner.

Neue Radkarte der Welterberegion Wartburg Hainich

Die Faltkarte bietet eine umfassende Übersicht über alle 12 Radwege der Region, ergänzt durch Höhenprofile, Streckenlängen und Schwierigkeitsgrade. Mit der neuen Radbroschüre reagiert die Welterberegion Wartburg Hainich auf das steigende Interesse am Radfahren. Die Region vereint atemberaubende Natur mit reicher Kulturgeschichte - ein Paradies für alle, die ihre Umgebung aktiv erkunden möchten.

Dank der Zusammenarbeit mit der Perspektive Nordthüringen finden sich in der Karte auch mehrtägige Erlebnisradtouren durch die Landkreise Nordhausen, Kyffhäuser und Unstrut-Hainich. Die Radkarte wurde mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren produziert und ist kostenlos in Tourist-Informationen, Beherbergungsbetrieben und auf Messen erhältlich.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0