Die neue Shimano GRX: Gravel-Schaltgruppe der zweiten Generation

Der japanische Hersteller Shimano hat die zweite Generation der GRX Gravelbike-Schaltgruppe vorgestellt. Die neue Schaltgruppe verfügt über zwölf Ritzel am Hinterrad und kann entweder mit einem oder zwei Kettenblättern kombiniert werden. Im Herbst 2023 brachte Shimano seine erste Gravel-Schaltgruppe GRX mit Zwölffachantrieb auf den Markt. Zunächst gab es allerdings nur eine mechanische Version. Nun präsentierte der japanische Hersteller mit der GRX Di2 die elektronische Variante. Dabei verzichtet man auf eine Kabelverbindung der Cockpit-Komponenten. Nur das Schaltwerk und der Umwerfer sind verbunden mit einem zentralen Akku. Die Schalt-Bremshebel werden in dieser Konfiguration mit Batterie-Knopfzellen versorgt und kommunizieren per Funk mit dem Schaltwerk.

Qualitätsstufen und Kompatibilität

Es gibt zwei Qualitätsstufen: GRX820 und die preiswertere GRX610. Die bisherige günstigste Variante, GRX400, wird nicht mehr angeboten. Die Komponenten sind untereinander austauschbar und bilden einen Baukasten. Im Vergleich zur ersten Generation ist der Baukasten nun übersichtlicher gestaltet.

Keine elektronische Di2-Variante vorerst

Allerdings gibt es vorerst keine elektronische Di2-Variante für den Zwölffach-Antrieb, wie sie noch parallel zur Elffach-Gruppe angeboten wurde. Eine elektronische GRX-Variante wird es jedoch vorerst nicht geben.

Neue Übersetzungen für Einfach-Antriebe

Antriebe mit nur einem Kettenblatt werden immer beliebter bei Gravelbikes. Shimano hat daher das Angebot an Einfach-Konfigurationen erweitert. Die GRX verwendet dafür Kassetten aus der Mountainbike-Gruppe XT. Es gibt eine sportliche 10-45-Abstufung und eine breitere 10-51-Abstufung. Aber: Diese Kassetten sind nur mit Microspline-Freilauf kompatibel und nicht mit dem klassischen HG-Freilauf. Für die beiden Kassetten werden unterschiedliche Schaltwerkskäfige benötigt, wobei die größere einen längeren Käfig erfordert. Glücklicherweise lassen sich bei den neuen Schaltwerken einfach die Käfig wechseln, so dass beim Austausch der Übersetzung nicht das gesamte Schaltwerk austauschen muss. Das goldene Mittelmaß für die Kurbel ist ein 40er-Kettenblatt, aber für die GRX820 gibt es auch ein 42er und für die GRX610 optional ein 38er Blatt.

2x12 Gänge für sportliche Ambitionen

Fans von gleichmäßigen Gangsprüngen bei großer Bandbreite werden mit dem Zweifach-Setup der neuen Shimano GRX Gruppe zufrieden sein. Die Kurbeln bieten eine Abstufung von 48/31 (GRX820) bzw. 46/30 (GRX610). Als Kassetten werden eine 11-34 und eine 11-36 aus dem Rennrad-Portfolio empfohlen. Sie passen auch auf 11-fach-Freiläufe im Shimano HG-Standard, sodass sie auch mit älteren Laufrädern kompatibel sind. Die Kettenlinie ist um zwei Millimeter nach außen versetzt, was bedeutet, dass der Umwerfer offiziell bis zu 42 Millimeter breite Reifen zulässt.

Neue Ergonomie der Hebel

Die Schaltbremsgriffe der GRX hat Shimano für die zweite Generation der Gravelgruppe überarbeitet. Überarbeitet haben die japanischen Ingenieure zudem die Brems- und Schaltgriffe. Wie bereits bei den Vorgängermodellen soll auch bei den neuen Brems- und Schaltgriffen die an der Innenseite der Hörnchen angebrachte dritte Di2-Schalttaste dafür sorgen, dass für die Kontrolle von Zusatzfunktionen die Hand den sicheren Griff am Lenker nicht verlassen muss. Die Hebel der GRX820 wurden speziell für die seitlich ausgestellten Gravel-Lenker angepasst, um eine waagerechte Auflagefläche für die Hände zu bieten. Die Befestigungsschelle wurde entsprechend verändert. Die GRX610 Hebel sind von dieser Änderung nicht betroffen. Wenn Sie keine Umwerfer-Konfiguration verwenden, können Sie auch linke Bremshebel ohne Schaltmechanik wählen. Innerhalb der GRX-Serie gibt es für den 1x12-Antrieb nun auch den BL-RX825-L Bremshebel ohne Schaltfunktion. Alternativ steht Ihnen ein spezieller Hebel zur Verfügung, mit dem Sie eine mechanisch angesteuerte, versenkbare Sattelstütze bedienen können.

GRX610 ist funktional und preisgünstiger

Die Shimano GRX820 Schaltgruppe richtet sich an erfahrene Gravelfahrerinnen und -fahrer und bietet modernste Technologie. Die GRX610 Gruppe hingegen ist die preisbewusste Alternative für Einsteiger und Kunden, die ein Bike im Preisbereich um 2000 Euro suchen. Optisch unterscheidet sich die GRX610 von der teureren GRX820 durch eine matte Oberfläche anstelle des hochglanzpolierten Finishes. Bei der GRX610 müssen Fahrer jedoch auch auf einige technische Raffinessen verzichten, wie zum Beispiel die ServoWave-Technologie, die die Handkraft bei starkem Bremsen reduziert. Außerdem sind die Hebel nicht speziell für moderne Flare-Lenker angepasst wie bei der GRX820. Die Kurbel der GRX610 ist zweiteilig und dadurch deutlich schwerer als die Hollowtech II-Kurbel der Shimano GRX820.

Shimano Carbon-Laufräder für den Graveleinsatz

Shimano präsentiert mit den RX880 Laufräder für den Graveleinsatz, die zur GRX-Serie passen sollen. Die Carbonfelgen mit einer Höhe von 32 Millimetern sind tubeless-ready und haben eine recht schmale Maulweite von 25 Millimetern, was sie laut Hersteller für Reifenbreiten von 32 bis 50 Millimetern ausweist. Ein besonderes Merkmal ist die einfache Austauschbarkeit des Freilaufkörpers, sodass die Laufräder sowohl für Einfach- als auch Zweifach-Setups geeignet sind und die Übersetzungen leicht angepasst werden können.

Verfügbarkeit und Preis

Die brandneue GRX ist jetzt in allen verfügbaren Ausführungen erhältlich und die ersten Serienräder mit dieser Ausstattung für das Modelljahr 2024 werden bald vorgestellt. Gravelbikes mit der GRX610 Variante werden voraussichtlich um die 2000 Euro kosten, während diejenigen mit der GRX820 Variante etwa 3000 Euro kosten dürften.

Die neue Shimano GRX RX827 Di2 1x12 Wireless

SHIMANO bietet im Segment kabelloser elektronischer Gravel-Komponenten künftig mit der 1x12-fach GRX Di2 die neueste Variante der Serie an, die erst vor wenigen Jahren das Zeitalter Gravel-spezifischer Gruppen eingeläutet hat. Shimano präsentiert mit dem GRX RX827 Di2 sein erstes vollständig drahtloses Schaltsystem für Gravel-Bikes. Die neue 1x12-Schaltgruppe erweitert das bestehende GRX-Sortiment um eine kabellose elektronische Option. Eine Version mit zwei Kettenblättern und Umwerfer wird parallel nicht angeboten.

Technologien und Design des Schaltwerks

Das GRX RX827 Schaltwerk mit der neuen SHIMANO SHADOW ES Technologie kommt in der SGS-Ausführung mit langem Käfig und wurde mit Fokus auf Robustheit und Funktionalität entwickelt. Es zeichnet sich durch ein keilförmiges Design mit flachem Profil aus, wobei die Kettenstabilisator-Einheit nahtlos in das Gehäuse integriert wurde, um weniger Angriffsfläche für Kollisionen im Gelände zu bieten. Ohne scharfe Kanten kann es - sollte ein Aufprall dennoch einmal unvermeidbar sein - an Hindernissen abgleiten. Und selbst für härtere Kollisionen ist vorgesorgt, indem das Schaltwerk die wirkenden Kräfte durch ein Entkoppeln des Stellmotors aufnemen kann. Dank der automatischen Impact Recovery Funktion stellt sich das Schaltwerk anschließend sofort wieder zurück in die Ausgangsposition.

Laut Shimano vereint das System Technologien aus den Rennrad- und Mountainbike-Gruppen des Unternehmens. Kernstück ist das neue RD-RX827 Schaltwerk, das auf dem XTR M9200 Mountainbike-Schaltwerk basiert. Es verfügt über ein kompaktes Design mit im Schaltwerk integriertem Akku, der sich zum Aufladen auch entnehmen lässt. Laut Shimano hält eine Akkuladung je nach Fahrbedingungen für 700 bis 1000 Kilometer. Bei Stößen oder Stürzen soll sich das Schaltwerk automatisch wieder in die Ausgangsposition zurückstellen. Die Stromversorgung des Schalthebels übernehmen die bekannten Knopfzellen.

Erweiterte Kompatibilität und Ergonomie

Die Schaltgruppe ist mit allen 12-fach Di2-Komponenten von Shimano kompatibel, einschließlich der Schalthebel für Rennlenker. So können Fahrerinnen und Fahrer auch die drahtlosen Schalthebel der Rennradgruppen Dura-Ace, Ultegra oder 105 Di2 verwenden; die dann unbelegten linken Schaltknöpfe lassen sich individuell mit anderen Funktionen belegen, zum Beispiel der Bedienung des Radcomputers. Auch die Flatbar-Schalthebel der XTR und Deore XT Di2 Mountainbike-Gruppen sind kompatibel.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Mit der neuen Shimano GRX RX827 Di2 Gruppe adressiert Shimano unterschiedliche Einsatzbereiche im Gravel-Segment. Die robuste Konstruktion und große Übersetzungsbandbreite eignen sich sowohl für Rennen als auch Bikepacking-Abenteuer. Durch die Kompatibilität mit Mountainbike-Kurbeln lässt sich das System auch an Dropbar-Mountainbikes montieren. Als Kettenblattoptionen stehen 40 und 42 Zähne zur Auswahl. In Kombination mit der 10-51 Zähne Kassette ergibt sich eine Bandbreite von 510 Prozent. Das Schaltwerk wiegt laut Herstellerangaben 449 Gramm. Shimano gibt an, dass sich die Komponenten ohne spezielle Rahmenanforderungen an bestehende Gravel-Bikes nachrüsten lassen. So können Fahrerinnen und Fahrer ihre vorhandenen Räder mit der neuen Technologie aufrüsten.

Erweitertes Laufrad-Angebot

Zeitgleich mit den neuen GRX 1 x 12 Di2 Gravelkomponenten stellt SHIMANO zudem einen neuen preiswerten Gravel-Laufradsatz aus Aluminium mit SHIMANO Branding vor, der robust und zuverlässig jedes Schotter-Abenteuer mitmacht. Diese neuen RX180 Laufräder sind Tubeless-ready, die Maulweite beträgt 25 mm, was Reifenbreiten von 32 bis 50 mm ermöglicht. Ergänzend zur neuen Schaltgruppe präsentiert Shimano auch ein neues Aluminium-Laufradset für Gravel-Bikes. Die WH-RX180-TL Laufräder sind tubeless-kompatibel und verfügen über eine Maulweite von 25 Millimetern. Sie eignen sich für Reifen zwischen 32 und 50 Millimeter Breite. Die Naben lassen sich zwischen MICRO SPLINE und HG Freilaufkörpern umrüsten. So sind die Laufräder mit 10-, 11- und 12-fach Kassetten kompatibel.

Neue Alu-Laufräder für den Schottereinsatz

Zeitgleich zur kabellosen Gravelbike-Schaltung hat Shimano übrigens auch neue Schotter-Laufräder in der Budget-Klasse vorgestellt. Die RX180-Laufräder basieren auf Aluminium-Felgen mit 25 mm Innenweite. Sie sollen laut Shimano Reifen von 32 bis 50 mm Breite aufnehmen. Die neu entwickelte Nabe soll zudem den einfachen Tausch von Freilaufkörpern der Typen Mirco Spline und HG L erlauben. Damit sollen sich die Laufräder mit Kurbeln mit einem und zwei Kettenblättern verstehen. Zudem kann laut Shimano eine breite Auswahl an 10-, 11-, und 12-fach-Kassetten montiert werden. Das Gewicht wird mit 2.105 Gramm mit HG L Freilaufkörper und 2.113 Gramm mit Mirco Spline Freilaufkörper angegeben.

Weitere Details der Shimano GRX Di2

  • Shimano setzt bei der GRX Di2 der zweiten Generation weiterhin auf einen Zweifach-Antrieb. Abstufungen 48/31 und 46/30 möglich.
  • Neu sind die Kassetten-Optionen 11-36 und 11-34, die aus dem bestehenden Shimano-12fach-Rennrad-Portfolio übernommen werden und mit dem zusätzlichen Ritzel eine feinere Gangabstufung bieten sollen.
  • Jede dieser Übersetzungsvarianten lässt sich mit den aktuellen Carbon-Gravel-Laufrädern von Shimano, der WH-RX880-Serie, kombinieren.
  • Auch die optionale Integration zusätzlicher Shifter, beispielsweise am Oberlenker, im Unterlenker oder an zusätzlich montierten Aero-Aufsätzen, ist neu.
  • Wie bei den Shimano-2-fach-Di2-Gruppen für das Rennrad ist das Schaltwerk auch bei der GRX das Kommunikationszentrum für das System, das kabellos mit den Schaltern, kompatiblen Geräten von Drittherstellern und der E-Tube-Project-App auf dem Smartphone kommuniziert.
  • Mit der „Front-Shift-Next“-Funktion führt Shimano zudem eine neue Schaltoption mit der neuen GRX-Di2-12fach-Gruppe ein, die es in Zukunft auch bei den Road-Schaltgruppen geben wird. Die neue Funktion ermöglicht es, den Kettenblattwechsel mit einer beliebigen Taste auszulösen. Man benötigt dann nicht eine Taste für den Wechsel auf das große Blatt und eine für den Sprung auf das kleine. Stattdessen wechselt der Umwerfer das Kettenblatt immer dann, sobald die dafür festgelegte Taste gedrückt wird.

Limited-Edition“-GRX-SPD-Pedale

Zeitgleich mit der neuen Shimano-GRX-Di2-Gruppe bringt der japanische Hersteller „Limited-Edition“-GRX-SPD-Pedale, PD-M8100-UG, auf den Markt. Die beidseitigen GRX-SPD-Pedale zeichnen sich durch eine breite Aufstandsfläche und eine flache Plattform aus, was die Stabilität in anspruchsvollem Gelände oder auf losem Untergrund erhöhen soll.

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