Chemnitz und Umgebung erleben einen Ausbau der Radwege, der sowohl die regionale als auch die städtische Infrastruktur verbessern soll. Im Fokus stehen dabei der Premiumradweg auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke Küchwald-Wüstenbrand und der Chemnitztalradweg.
Der Premiumradweg Chemnitz
Mit Erwerb der ehemaligen Eisenbahnstrecke Küchwald-Wüstenbrand im Oktober 2018 wurde die Planung zur Nachnutzung als Radweg forciert. Die Planungen des sogenannten Premiumradweges auf der 13,447 Kilometer langen ehemaligen Eisenbahnstrecke gliedern sich in vier Hauptabschnitte. Durch das Projekt wird die Südwest-, Nord- und Ringroute des Radverkehrsnetzes der Stadt Chemnitz an den neuen Radweg angebunden. Damit kann der Radverkehr unabhängig des öffentlichen Verkehrsraumes von Hohenstein-Ernstthal bis nach Chemnitz geführt werden - eines der Kriterien für einen Premium-Radweg.
Der Radschnellweg soll sich auf voraussichtlich 12 bis 13 Kilometern Länge erstrecken. In den Chemnitzer Ortsteilen Altendorf und Rottluff soll voraussichtlich die ehemalige Bahnstrecke nach Wüstenbrand für den Radschnellweg genutzt werden.
Bauabschnitte und Kosten
Der Bauabschnitt 3.0 (Baubeschluss B-035/2021 vom 17. März 2021) von der Kalkstraße bis zur Rudolf-Krahl-Straße wird mit einer Länge von rund 1,4 Kilometern umgesetzt. Die geplante Asphaltoberfläche der vier Meter breiten Fahrbahn ermöglicht komfortables und sicheres Fahren bei jedem Wetter; das empfohlene Mindestmaß liegt bei einer Breite von 2,50 Meter. Die Zufahrt an der Rudolf-Krahl-Straße wird dauerhaft für Rettungs-, Bau- und Wartungsfahrzeuge ertüchtigt.
An den in Abschnitt 3.0 vorhandenen vier Brücken sind bauliche Maßnahmen erforderlich: Die Brücken erhalten eine Fahrbahnplatte, die an diesen Stellen eine Fahrbahnbreite von 3,8 Meter ermöglicht. Zudem werden Absturzsicherungen und Bauwerksentwässerungen angebracht oder instandgesetzt. Für diesen Bauabschnitt wurden Gesamtkosten von knapp 3,1 Millionen Euro veranschlagt. Bund und Freistaat beteiligen sich mit einer Förderung in Höhe von rund 2,58 Millionen Euro.
Der Bauabschnitt 2.1 von der Kalkstraße bis zur Riedstraße wird mit einer Länge von rund 2,8 Kilometern umgesetzt. Dieser schließt sich in westliche Richtung an den Bauabschnitt 3.0 an. Die Asphaltoberfläche für die Fahrbahn wird ebenfalls vier Meter breit sein. Zur niveaufreien Kreuzung wurde eine Brücke über die Kalkstraße und einem angrenzenden Feld geplant. Im Bereich des Feldes wird die unter dem Bauwerk liegende Feldfläche durch landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge befahrbar bleiben. Die optisch extrem schlanke Brücke in Verbindung mit dem schrägen Pylon erzeugt einen markanten Eingang zur Stadt Chemnitz von der Autobahnabfahrt Rottluff der A 72 in Fahrtrichtung Innenstadt. Für diesen Bauabschnitt wurden Gesamtkosten von reichlich 6,9 Millionen Euro veranschlagt, die Förderung durch Bund und Land beläuft sich auf knapp 6,1 Millionen Euro.
Ein Teilstück des Premiumradweges ist ab dem 30. Juni freigegeben. Ab 30. Juni kann auf dem neuen Premium-Radweg von Altendorf nach Chemnitz durchgefahren werden. Das vier Kilometer lange Teilstück von der Rudolf-Krahl-Straße zur Riedstraße gehört zum insgesamt 13,2 langen Premiumradweg an der ehemaligen Eisenbahnstrecke.
Der Weg selbst ist ein echter Gamechanger - ohne Kreuzung mit Straßen, ohne Wartezeit an Ampeln und ohne steile Steigungen können wir aus den Ortschaften in Richtung Innenstadt radeln. Die besondere Breite schafft zusätzliche Sicherheit bei großer Frequenz.
Kritik und Einschränkungen
Die Strecke ist nämlich nur für "normale" Fahrräder, manche E-Bikes und E-Scooter freigegeben. Für Michael Hermann, der sich im letzten Jahr extra ein E-Bike zugelegt hat, um das Auto öfter stehenzulassen, ist das eine Farce. "Alle reden immer davon, umweltbewusst zu leben. Da gehört für mich ein E-Bike klar dazu.
Weitere Planungen
Zurzeit ist die Planung des Radwegabschnittes BA 3.0 in Bearbeitung. Der dann noch fehlende Bauabschnitt BA 1 bis Wüstenbrand und auch der BA 4 als Anschluss Richtung Osten von der Paul-Jäkel-Straße bis zur Wittgensdorfer Straße ist in den kommenden Haushaltsjahren zur Planung angemeldet.
Sollte der Radweg in Richtung Grüna fertiggestellt sein, könnte ich direkt oberhalb von der Firma Kühne Dachsysteme in den Premiumradweg einsteigen. Erst ab dem Gutsweg (der Bauabschnitt 4 längs der Paul-Jäkel-Straße fehlt ja noch) geht es auf den neuern Radweg, der aber nun durch den begonnen Brückenbau über die Kalkstraße wohl wieder für längere Zeit unterbrochen ist. Und dann endet der Weg abrupt über der Riedstraße (lustigerweise ohne Vorankündigung, so dass man ein Stück zur Abfahrt zurück muss).
Und auch neben dem zukünftigen Radweg tut sich etwas: Auf der sogenannten Interventionsfläche zur Kulturhauptstadt 2025. In der ersten Septemberwoche ist der Pumptrack für das neue Areal an der Bergstraße in Grüna geliefert worden. Die Bahn ist schon aufgebaut, die Restarbeiten einschließlich eines Sitzplatzes am daneben liegenden Teich sollen bis Ende Oktober beendet sein. Und auch der gegenüber liegende Bolzplatz soll bald „aufgepeppt“ werden. Bleibt zu hoffen, dass viele Kinder und Jugendliche den Weg an diesen Rand von Grüna finden.
Der Chemnitztalradweg
Durch seinen andauernden Ausbau in Richtung Wechselburg als auch seine bewegte Industriehistorie verknüpft der Bahntrassenradweg Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf erlebbare Art und Weise. Als geschätzte Kontaktstelle zwischen Mensch und Natur freut er sich auch auf Deinen Besuch!
Ab dem Zusammenfluss von Würschnitz und Zwönitz erstreckt sich der Chemnitztalradweg derzeit bis Göritzhain über eine Gesamtlänge von etwa 30 Kilometern. Der Zweckverband „Chemnitztalradweg“ ist dabei für mehr als 14 Kilometer zuständig, die teils noch errichtet werden müssen.
Streckenabschnitte
Der Chemnitztalradweg bietet verschiedene Streckenabschnitte mit unterschiedlichen Charakteristika:
- Stadtausfahrt Grün: Von Chemnitz kommend macht das Tunnel am Schusterstein die Durchfahrt frei. 4,07 km Länge. Verlauf: Auerswalde - Köthensdorf/Reitzenhain - Taura - Markersdorf.
- Bahnübergang: Entlang der Strecke ist das Wasser der Chemnitz ein zentrales Element. 6,11 km Länge. Verlauf: Markersdorf - Schweizerthal - Diethensdorf - Mohsdorf.
- Waldblick: Naturbelassen lädt der Radweg zur gemütlichen Fahrt in tiefgrünes Gefilde. 4,02 km Länge. Verlauf: Stein - Göritzhain (- Cossen - Göhren - Altzschillen - Wechselburg).
Aktuelle Nachrichten zum Chemnitztalradweg
Hier sind immer die aktuellen Nachrichten von unserem Chemnitztalradweg zu finden.
Förderung und Konzepte
Aktualisierung und inhaltliche Konkretisierung der Konzeption zur touristischen Erschließung des Chemnitztalradwegs als Grundlage für Genehmigungen nach BauGB und SächsBO sowie für die Weiterführung des Radwegs von Diethensdorf bis Göritzhain (+ Perspektive nach Wechselburg). Gefördert werden Ausgaben für Konzepte und Honorare. Ziel ist die weitere Erschließung des Chemnitztalradwegs und Umsetzung der Maßnahmen aus dem touristischen Konzept.
Gefördert werden Projektmanagementleistungen und Netzwerkarbeit einschließlich Sachkosten im Rahmen des Umsetzungsmanagements zur touristischen Erschließung des Chemnitztalradwegs. Das Vorhaben stellt ein überregionales Kooperationsvorhaben des Zweckverbandes „Chemnitztalradweg“ und weiterer Kommunen der LEADER- Regionen Land des Roten Porphyr und SachsenKreuz+ dar.
Gefördert wird ein Beschilderungskonzept einschließlich Fertigung, Lieferung und Montage von touristischen Informationstafeln, nichtamtlicher Hinweisgebung und Verkehrsschildern nach StVO.
Historische Abschnitte und Bauphasen
Mit den ersten Bauabschnitten hat der Chemnitztalradweg von Chemnitzer Zentrum kommend mit einiger Verzögerung die alte Bahnstrecke erreicht und nutzt diese seit April 2017 bis Markersdorf-Taura. Der Weg soll in weiteren Schritten bis Wechselburg verlängert werden.
Die am 30. November 2005 bzw. 24. November 2006 eröffneten ersten beiden Bauabschnitte des Chemnitztalradwegs verlaufen nicht auf der ehemaligen Bahntrasse. BA 1: 1,3 km zw. Lohrstraße und Dammweg (Baubeginn 6. Juni 2005); BA 2: 1,7 km zw. Dammweg und Bornaer Straße (Baubeginn 3. Juli 2006).
Als 3. BA wurde am 31. Mai 2011 die Verlängerung bis zur Heinersdorfer Straße (hinter der Kläranlage) abgeschlossen. Der Chemnitztalradweg hat damit die alte Bahntrasse erreicht. Dieser Abschnitt hatte sich wie die weiteren aufgrund von Problemen bei der Finanzierung verzögert und war in zwei Unterabschnitte aufgeteilt.
Der Abschnitt Wittgensdorf Markersdorf verläuft bis auf eine kurze Umfahrung des ehemaligen Bahnhofs Auerswalde-Köthensdorf vollständig auf der Trasse. Der Freischnitt wurde im Winter 2014/15 durchgeführt. Nachdem 2015 mit der Sanierung der Brücken und des Tunnels bei Auerswalde begonnen wurde, ruhten die Arbeiten im Tunnel aus Naturschutzgründen bis zum Frühjahr 2016 und wurden im gleichen Jahr abgeschlossen. Die offizielle Eröffnung fand am 8. April 2017 statt.
Für den anschließenden Abschnitt von Markersdorf nach Diethensdorf, auf dem der Radweg auf 2,2 km neben der Museumsbahnstrecke verläuft, wurde das Baurecht im Dezember 2013 erteilt. Mit dem Bau sollte im März 2017 begonnen werden, was sich aber nach den Ergebnissen einer ersten Ausschreibung auf 2018 verzögert hat. Perspektivisch soll der Chemnitztalradweg bis Göritzhain und weiter bis ins Muldetal bei Wechselburg verlängert werden, wobei das Zwischenstücke bis Stein auf der Straße geführt werden soll Für den Abschnitt Stein Göritzhain soll jetzt das Genehmigungsverfahren eingeleitet werden.
Radwanderkarte Chemnitz und Umgebung
Für die Neuauflage der Radwanderwegekarte Chemnitz und Umgebung im Jahr 2007 mit einem aussagekräftigen Begleitheft wurden durch uns umfangreiche Aussagen zu Streckenanforderungen, wie Schwierigkeitsgrad, Familienfreundlichkeit, Sehenswürdigkeiten (Theater, Museen…), Fahrradreparaturwerkstätten, Hotels und Pensionen recherchiert und bearbeitet.
Weitere Informationen
Der Untersuchungskorridor zwischen Limbach-Oberfrohna und Chemnitz erstreckt sich nördlich von Parallellagen zur A 4 und A 72 bis südlich in den Rabensteiner Wald hinein. Ein weiterer Teil liegt in Limbach-Oberfrohna zwischen Ostring und Bahnhof Limbach. Hier wird angestrebt, dass der Verkehrsverbund Mittelsachsen die Wahrnehmung der Planungs- und Umsetzungsaufgabe übernimmt, denn in diesem Abschnitt überlagern sich zwei Projekte: das Bahn- bzw. Können in der Vorstudie nachweislich die Kriterien für eine Radschnellverbindung erfüllt werden, erfolgt die Vorlage beim Bundesministerium für Digitales undf Verkehr. Dafür werden die Antragsunterlagen aufgestellt, um eine Rückmeldung zur Förderfähigkeit des Vorhabens einzuholen.
Obwohl die Stadt Chemnitz nicht unbedingt als Radfahrerstadt bezeichnet werden kann, verfügt sie über ein ca. Zwei Hauptradwanderrouten, die Mittellandroute und die Route Bayreuth-Zittau, die sich im Zentrum der Stadt, am Falkeplatz kreuzen, führen durch die Stadt. An dem Ausbau einer weiteren Fahrradroute, mit der die Verbindungen West-Ost und Süd-Nord hergestellt werden, wird gearbeitet. Der Verein „Chemnitzer Gewölbegänge“ e.V. hat maßgeblich an der Erarbeitung der Streckenführungen und deren Ausschilderung mitgewirkt. Durch Mitglieder unseres Vereins werden die Radwanderwege regelmäßig abgefahren, Mängel am baulichen Zustand sowie der Beschilderung aufgenommen. Mit der Umsetzung der neuen Sächsischen Radverkehrskonzeption in den nächsten Jahren durch die Stadt Chemnitz wird die Ausschilderung der Radwanderwege sachsenweit vereinheitlicht.