Neuer Radweg Erfurt: Planung und Bau für eine verbesserte Radverkehrsinfrastruktur

Die Thüringer Landesregierung hat sich im Radverkehrskonzept 2.0 von 2018 das Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil bis 2030 auf 15 Prozent zu steigern. 2017 betrug der Radverkehrsanteil in Thüringen 7 Prozent.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden in Erfurt zahlreiche Projekte zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur geplant und umgesetzt.

Aktuelle Projekte und Planungen

Allein das Tiefbauamt nimmt laut Angaben der Stadtverwaltung rund 55 Millionen Euro in die Hand, um Straßen, Rad- und Gehwege zu verbessern. Mehr als 400 größere Bauprojekten stehen in diesem Jahr im Baustellenkalender der Stadt Erfurt. Eines der größten Projekte ist die Deckensanierung in der Gothaer Straße. Im Sanierungsgebiet Andreasviertel sollen die Bauarbeiten dieses Jahr beendet werden. Die Arbeiten im nördlichen Bereich der Nordhäuser Straße starten zwar nicht in diesem Jahr, werden aber geplant. 2025 soll die Fahrbahn auf einer Länge von 2.700 Metern instandgesetzt werden.

Generell würden dieses Jahr nicht viele Radverkehrprojekte umgesetzt, heißt es aus der Stadtverwaltung. Es seien aber viele Vorhaben in der Planung.

Radwegeverbindung Vieselbach und Azmannsdorf freigegeben: Ministerin Susanna Karawanskij hat am 17. September 2021 gemeinsam mit Oberbürgermeister Bausewein die Radwegeverbindung zwischen den Erfurter Ortsteilen Vieselbach und Azmannsdorf feierlich für den Verkehr freigegeben. Für dieses Projekt habe der Freistaat Fördermittel in Höhe von fast 1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, sagte die Ministerin weiter.

Herausforderungen und Lösungen

Kritik an der Radverkehrsführung in der Arnstädter Straße: Am 13.01. wurde im Regionalteil von TLZ und TA berichtet, dass die Stadt nun eine kreative Lösung zum neuen Radweg in der Arnstädter Straße gefunden hätte. „Auch die nun gefundene ‚kreative‘ Lösung für den neuen Radweg in der Arnstädter Straße stellt keine zufriedenstellende Radverkehrsführung dar. Die intuitive Nutzung wäre, dass man als Radfahrer*in direkt hinter der ersten Laterne auf den Schutzstreifen fährt. Hier muss ein abgesenkter Bordstein hin. Mir ist immer noch schleierhaft, warum das nicht gemacht worden ist.

Radinitiativen weisen seit Jahren darauf hin, dass an vielen Stellen in der Stadt abgesenkte Bordsteine für ein flüssiges Radfahren fehlen. Dass sich dies bei alten Gehwegen nicht von heute auf morgen ändern lässt, ist verständlich. Aber dass selbst bei neuen Bauten dieser grundlegende Standard übersehen wird, darf nicht passieren.

Der Umbau der Kreuzung Martin-Andersen-Nexö-Straße / Arnstädter Straße soll erst nach der BUGA in Angriff genommen werden. Es wäre wünschenswert, dass davor eine radfreundliche Lösung gefunden wird. Vielleicht wäre z.B. eine durchführbare Lösung eine Auffahrrampe, die nachträglich angebracht werden kann.

Förderung und finanzielle Unterstützung

„Wir wollen die Radverkehrsinfrastruktur in der Fläche systematisch verbessern und die Verkehrssicherheit vor allem der schwächeren Verkehrsteilnehmenden erhöhen. Dafür stellen wir allein in diesem Jahr 17,6 Millionen Euro Fördergelder bereit. Für die Förderung kommunaler Radwege stehen das mit Landesmitteln untersetzte KVI-Förderprogramm und das Sonderprogramm Stadt-Land, das vom Bund aufgelegt wurde, zur Verfügung. Insgesamt werden durch das TMIL in diesem Jahr circa 53 Millionen Euro für die Förderung der kommunalen Verkehrsinfrastruktur aufgewendet.

Damit liegt Thüringen 2021 - bezogen auf die jeweiligen Landesgrößen - deutlich über den Mitteln, die beispielsweise Sachsen-Anhalt (33,2 Mio. EUR bei fast gleicher Einwohnerzahl) und Sachsen (79,5 Mio. EUR bei fast doppelt so hoher Einwohnerzahl) für vergleichbare Aufgaben in ihren Landeshaushalten eingestellt haben.

Im Hinblick auf die für den Klimaschutz unerlässliche Verkehrswende forderte die Ministerin, dass die flankierende finanzielle Unterstützung des Bundes für kommunale Radverkehrsvorhaben weiterhin unverzichtbar bleibe und das Sonderprogramm Stadt-Land über das Jahr 2023 fortgesetzt werden müsse.

Weitere Initiativen zur Förderung des Radverkehrs

  • Radroutenplaner Thüringen: Ein Element zur Förderung des Radverkehrs. Die Projektleitung für diese Webanwendung liegt beim TLBV. Die Dichte des so erstellten Routennetzes erlaubt ein adressscharfes Routing. Individuell planbare Routen können auf unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden, z.B. ist es möglich Steigungen zu vermeiden, oder unter Einbeziehung von Themenrouten eine Route berechnen zu lassen. Der Nutzer kann dabei aus über 90 Themenrouten, wie z.B. Städtekette, dem Werratalradweg und vielen anderen mehr wählen.
  • Mängelmeldesystem: In Ergänzung zum Radroutenplaner wurde durch das TLBV 2016 ein Mängelmeldesystem entwickelt und freigeschaltet, um die Qualitätssicherung für die Radwegeinfrastruktur zu fördern.
  • Kommunikationsplattform für Kommunen: Um die Planung zukünftiger Radrouten und die diesbezügliche Kommunikation effizienter zu gestalten, gibt es darüber hinaus eine Plattform für die Kommunen im Radroutenplaner.

Bei allen Vorhaben wurden die durch das Radverkehrskonzept Thüringen gesetzten Standards eingehalten und die aktuellen technischen Regelwerke beachtet, so dass komfortables und sicheres Radfahren möglich ist. Um die Flächeninanspruchnahme für neue Radwege gering zu halten, wurden auch Alternativen zu einer unmittelbar der Straßen folgenden Trasse geprüft und umgesetzt.

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