Neues MotoGP Team: Günther Steiner liebäugelt mit Comeback

Günther Steiner könnte bald sein Comeback als Teamchef geben. Allerdings nicht in der Formel 1, sondern in der MotoGP. Der Italiener soll sich nämlich zusammen mit der Investmentfirma Apex beim KTM-Stellitenteam Tech3 eingekauft haben.

Erste Kontakte gab es bereits im April. Der geschätzte Kaufpreis für diese Übernahme liegt bei rund 20 Millionen Euro, wobei der Großteil des Kapitals von Investmentfirma Apex kommt. Das Unternehmen bringt dabei ebenfalls Motorsporterfahrung mit. Apex hält unter anderem 20 Prozent am Formel-1-Team Alpine.

„Er ist eine sehr direkte und, wie ich finde, sympathische Person, mit der man sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen kann“, betonte Teamchef Herve Poncharal im Gespräch mit Motorsport-Total.com. „Mein Ziel ist es, sicherzustellen, dass wir von 2027 bis 2031 wettbewerbsfähig und am Leben bleiben.“

Doch der will vom vermeintlich sicheren Verkauf des Teams an Steiner nichts mehr wissen. „Das sind absolute Fake News“, betont der Franzose in einem Statement gegenüber GPOne und ergänzt: „Wie ihr wisst, sprechen wir miteinander. Aber NICHTS wurde bislang unterzeichnet. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Gespräche stattfinden. Aber ich bin sehr wütend über diese neuen Gerüchte und Spekulationen. Ich werde nicht ins Detail gehen, weil es nichts Neues zu berichten gibt.“

Ein Grund dafür könnte sein, dass zunächst ein neuer Fünfjahresvertrag mit dem von Liberty Media übernommenen MotoGP-Rechteinhaber Dorna geschlossen werden muss. Dieser würde von 2027 bis Ende 2031 gelten und die Anteile der unabhängigen Teams wertvoller machen.

Doch ein Einstieg als Investor oder eine komplette Übernahme von Tech3 durch Steiner und seine Partner ist weiterhin denkbar. Denn, dass Poncharal mit 68-Jahren langsam an den Rückzug aus dem Tagesgeschäft denkt, ist ein offenes Geheimnis im Fahrerlager der Motorrad-WM.

Trotz des Eigentümerwechsels soll zunächst Kontinuität gewahrt werden. Die Teambasis bleibt in Südfrankreich, und auch das Personal soll vorerst unverändert bleiben. Poncheral könnte sich jedoch nach und nach zurückziehen. 2026 sei aus seiner Sicht ein Übergangsjahr, bis Liberty Media komplett die Zügel der MotoGP übernimmt.

Ende 2026 läuft dann auch der Vertrag zwischen Tech3 und KTM aus. Die Österreicher wollen jedoch im kommenden Jahr an den Start gehen und entwickeln auch einen Prototyp für 2027. Ob die Zusammenarbeit über 2026 hinaus fortgeführt wird, ist noch offen. Sollte Tech3 unter Steiner jedoch den Hersteller wechseln, bräuchte man auch neue Piloten. Die bisherigen Piloten Maverick Vinales und Enea Bastianini stehen nämlich direkt bei KTM unter Vertrag.

Umfangreiche Neuerungen im Reglement ab 2027

Umfangreiche Neuerungen im Reglement sollen die Chancen kleinerer Teams in der MotoGP verbessern. Dadurch soll die Serie ab der Saison 2027 deutlich spannender werden. Und auch Nachhaltigkeit ist ein Thema. Mit der Optimierung der Aerodynamik, äußerlich sichtbar durch die markanten Winglets an der Verkleidung, erfuhr die Performance der MotoGP-Racer ihrer letzte große Steigerung. Und genau an diesem Punkt setzt eine der wichtigsten Änderungen am Reglement der Motorrad-Königsklasse an.

Durch neue Vorgaben, wie eine Verschlankung der Front und eine Rückverlegung der Fahrzeugnase, soll die Bedeutung der Aerodynamik reduziert werden. Kleinere Teams, die die Kosten für die aufwendigen Windkanalversuche nicht aufbringen können, sollen damit bessere Chancen erhalten. Einen gravierenden Einschnitt gibt es auch beim Hubraum. Anstelle der bislang erlaubten 1.000 sind ab 2027 nur noch 850 Kubikzentimeter zulässig. Ziel ist eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit und eine Verbesserung der Laufleistung der Aggregate.

Gleichzeitig sind künftig statt sieben nur noch sechs Motoren pro Fahrer und Saison erlaubt. Dieses Ziel verfolgt auch die Einführung eines neuen Kraftstoffes, der vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Derzeit werden nur 40 Prozent Biosprit beigemischt. Auch in Sachen Elektronik wird das Reglement strenger. Und last but not least wird das Konzessionssystem zwar nicht reformiert, alle Hersteller werden zum Start der Saison 2027 jedoch auf Rang B zurückgestuft und zur Mitte der Saison erneut bewertet. Gegebenenfalls können sie dann den Rang wechseln, um Zugang zu mehr Konzessionen zu erhalten.

Alpine verstärkt Präsenz im Motorsport

Sportliche Höchstleistungen auf zwei und vier Rädern: Alpine unterstützt ab der laufenden Saison Prima Pramac Yamaha MotoGP. Nach dem Team-Weltmeistertitel 2023 und der Fahrer-WM 2024 hat sich Prima Pramac Yamaha MotoGP für die Mission Titelverteidigung nun tatkräftige Unterstützung gesichert: Alpine teilt die gleiche Leidenschaft für den Motorsport.

„Ich bin sehr stolz auf die Zusammenarbeit mit Alpine, einer renommierten Marke, die jetzt auch ein wichtiger Akteur in der Formel 1 und WEC ist“, erklärt Paolo Campinoti, Teamchef von Prima Pramac Yamaha MotoGP. „Es ist das erste Mal, dass ein Hersteller, der in den weltweit wichtigsten Rennserien vertreten ist, einen so wichtigen Schritt in die MotoGP macht. Dass er hierfür Prima Pramac Yamaha MotoGP auswählt, zeigt, was wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben.

„Neben der Formel 1 und der Langstrecken-Weltmeisterschaft verstärkt Alpine seine Präsenz im Motorsport - durch die Teilnahme an der MotoGP-Weltmeisterschaft an der Seite von Prima Pramac Yamaha MotoGP“, so Antonino Labate, Direktor für Vertrieb, Marketing und Customer Experience bei Alpine. „Diese Allianz wird neue Erfahrungen für Kunden und Fans schaffen, die sich für den Motorsport begeistern.

MotoGP-Teams 2025 im Überblick

Die Fahrer der elf Teams im Überblick. Mit Marc Marquez (6 Titel), Joan Mir (1), Fabio Quartararo (1), Francesco Bagnaia (2) und Titelverteidiger Jorge Martin (1) gehen in diesem Jahr gleich fünf MotoGP-Weltmeister an den Start. Der Spanier Martin entthronte nach einem packenden Zweikampf über das gesamte Jahr hinweg den Italiener Bagnaia. Bekanntester Pilot ist aber mit Sicherheit Marquez. Der einstige Seriensieger wechselte von Gresini Racing auf die Werks-Ducati und ist jetzt der neue Partner an der Seite von Bagnaia. Mit siegfähigem Material möchte der 32-Jährige an alte glorreiche Zeiten anknüpfen. Insgesamt sind im Jahr 2025 übrigens neun der 22 Piloten aus Spanien, die zweitstärkste Nation ist Italien mit sechs. Die restlichen Fahrer kommen aus Frankreich (2), Portugal, Japan, Australien, Südafrika und Japan. Ein deutscher Fahrer ist nicht dabei.

MotoGP-Eröffnungsevent in Bangkok

Die MotoGP-Saison 2025 startet mit einem Paukenschlag: Am 9. Februar 2025 wird im Herzen Bangkoks erstmals ein gemeinsames Eröffnungsevent mit allen Teams und Fahrern der Königsklasse stattfinden. Zusätzlich präsentiert jedes Team individuell seine neue Maschine und Fahreraufstellung. Im Zentrum von Bangkok, in der "One Bangkok"-Zone, werden alle elf Teams und 22 Fahrer vorgestellt. Fans dürfen sich auf eine beeindruckende Show freuen. Ab 10:30 Uhr deutscher Zeit werden die neuen Motorräder und Designs enthüllt, begleitet von DJs, Musik und Fotosessions in der Stadt. Ein glamouröser Höhepunkt wird die Abendgala um 21 Uhr sein, bei der die Fahrer den roten Teppich entern werden.

Präsentationstermine für die MotoGP-Bikes 2025

  • 14. Januar: Trackhouse-Aprilia (Charlotte/North Carolina)
  • 16. Januar: Gresini-Ducati (Imola)
  • 20. Januar: Ducati (Madonna di Campiglio)
  • 25. Januar: VR46-Ducati (Jakarta)
  • 30. Januar: KTM (Online-Präsentation)
  • 30. Januar: Tech3-KTM (Online-Präsentation)
  • 31. Januar: Yamaha (Kuala Lumpur)
  • 31. Januar: Pramac-Yamaha (Kuala Lumpur)
  • 01. Februar: Honda (Jakarta)
  • 08. Februar: LCR-Honda (Bangkok)

Teams und Fahrer im Detail

Trackhouse-Aprilia: Mit Raul Fernandez bleibt ein junges Talent an Bord, während Ai Ogura, der amtierende Moto2-Weltmeister, neu ins Team kommt. Ogura gilt als einer der aufregendsten Neuzugänge und könnte mit seinem Debüt für Überraschungen sorgen.

Aprilia: Mit Jorge Martin, dem amtierenden Weltmeister, und Marco Bezzecchi hat das Team eine komplett neue und vielversprechende Fahrerpaarung für 2025. Martin läuft 2025 mit der Startnummer 1 auf und schickt sich an, das Team nach einer eher durchwachsenen Saison 2024 wieder zum WM-Kandidaten zu machen.

Gresini-Ducati: Das Team setzt weiterhin auf Alex Marquez, der mit seiner Erfahrung die Mannschaft anführt, und begrüßt Fermin Aldeguer als Rookie. Nach dem Abgang von Marc Marquez startet Gresini in eine neue Ära und will mit einer Mischung aus Erfahrung und Jugend an alte Erfolge anknüpfen.

Ducati: Mit Francesco "Pecco" Bagnaia und Marc Marquez vereint Ducati zwei Giganten des Sports. Während Bagnaia als Weltmeister von 2022/23 Konstanz bringt, sorgt Marquez mit seinem Wechsel für frischen Wind und eine immense Erwartungshaltung.

VR46-Ducati: Mit Fabio Di Giannantonio und Franco Morbidelli setzt VR46 auf zwei italienische Fahrer, die mit Erfahrung und Präzision glänzen sollen. Besonders Morbidelli könnte eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, das Team weiter nach vorn zu bringen. Allerdings steht nur Di Giannantonio die neue GP25 zur Verfügung.

KTM: Pedro Acosta, der als zukünftiger Weltmeister gehandelt wird, steigt ins Werksteam auf, während Brad Binder weiterhin als solide Größe an seiner Seite bleibt.

Tech3-KTM: Mit Maverick Vinales und Enea Bastianini hat Tech3 für die neue Saison zwei hochkarätige Fahrer verpflichtet, die das Potenzial haben, das Team auf ein neues Leistungsniveau zu heben. Die Kombination aus erfahrenen Fahrern und der RC16-Kundenversion macht Tech3 besonders interessant.

Yamaha: Fabio Quartararo bleibt als Topfahrer an Bord, unterstützt von Alex Rins. Yamaha setzt auf ein überarbeitetes Motorrad, um wieder um Siege kämpfen zu können, und hofft, damit an alte Erfolge anzuknüpfen.

Pramac-Yamaha: Miguel Oliveira und Jack Miller verstärken das Team 2025. Beide Fahrer bringen wertvolle Erfahrung mit und werden versuchen, mit der Kundenversion der Yamaha M1 in der neuen Konstellation erfolgreich zu sein.

Honda: Joan Mir, der MotoGP-Weltmeister von 2020, bleibt eine Schlüsselperson im Team, während Luca Marini nach einer schwierigen ersten Saison mit Honda ebenfalls eine wichtige Rolle spielen wird. Der Verlust von Repsol als Hauptsponsor bringt frische Farben, und Honda setzt alles daran, die RC213V zu verbessern.

LCR-Honda: Johann Zarco, der seine zweite Saison mit LCR bestreitet, bekommt mit dem Thailänder Somkiat Chantra einen neuen Teamkollegen und Rookie an die Seite gestellt. Chantra, in der Saison 2024 WM-Zwölfter der Moto2, ist der erste Fahrer aus Thailand in der MotoGP und dürfte für große Begeisterung bei den heimischen Fans sorgen.

Fahrer MotoGP 2022

Das Yamaha-Werksteam geht mit den Piloten Fabio Quartararo und dem aufgestiegenen Franco Morbidelli in die neue Saison. Quartararos Vertrag geht bis Ende 2022, der von Morbidelli läuft bis Ende 2023. Honda setzt weiter auf Marc Marquez, der einen Vertrag bis Ende 2024 besitzt und Pol Espargaro, der bis Ende 2022 an die Japaner gebunden ist.

Joan Mir und Alex Rins heißt die unveränderte 2022er Fahrerpaarung bei Suzuki. Bei beiden läuft der Vertrag zum Saisonende 2022 aus. Gleiches gilt für die Ducati-Piloten Jack Miller und Francesco Bagnaia.

Im neu gegründeten Aprilia-Werksteam greifen Aleix Espargaro und Maverick Vinales in die Lenkstummel. Im neu gegründeten SRT-Nachfolgeteam RNF-Racing gibt Rückkehrer Andrea Dovizioso mit einem Vertrag bis Ende 2022 den Ton an. Komplett neu aufgestellt zeigt sich das KTM-Tech3-Team. Hier erhalten die Moto2-Aufsteiger Raul Fernandez (Vertrag bis Ende 2023) und Remy Gardner (Vertrag bis Ende 2022) ihre MotoGP-Chance.

Im Ducati-Pramac-Kundenteam heißt die Fahrerpaarung für 2022 unverändert Joan Zarco und Jorge Martin. Bei beiden laufen die Verträge zum Saisonende aus.

Offiziell bestätigte Fahrer für die MotoGP-Saison 2026

Team Fahrer 1 Fahrer 2
Ducati Francesco Bagnaia (2026) Marc Marquez (2026)
KTM Brad Binder (2026) Pedro Acosta (2026)
Aprilia Jorge Martin (2026) Marco Bezzecchi (2026)
Yamaha Fabio Quartararo (2026) Alex Rins (2026)
Honda Joan Mir (2026) TBC
VR46-Ducati Fabio Di Giannantonio (2026) TBC
Gresini-Ducati Alex Marquez (2026) Fermin Aldeguer (2026)
Tech3-KTM Maverick Vinales (2026) Enea Bastianini (2026)
Trackhouse-Aprilia Raul Fernandez (2026) Ai Ogura (2026)
Pramac-Yamaha Toprak Razgatlioglu (2026) TBC
LCR-Honda Somkiat Chantra (2026) TBC

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